Coversong Roads

sabato, luglio 27, 2013

Shoplifter in Japan


Es ist ja kein Geheimnis, dass westliche Staaten vergreisen.  (Sieht man ja an mir, lol)
 
Ich meine westlich im politischen Sinne, denn Japan macht den Vorreiter, und das was sich dort abspielt, wird vermutlich auch auf Länder in Europa zukommen. Auf die U.S.A wohl weniger; denn dort halten Latinos das Gleichgewicht.

In Japan kommen viele Pensionäre nicht mit ihrem Geld aus und eine erhebliche Anzahl holt sich gratis aus den Läden, was sie benötigt. Um 50.000 Ältere begingen 2012 kriminelle Handlungen. Davon 60 Prozent Ladendiebstähle. Da Pensionen weiter gekürzt werden, müssen die betagten Personen an ihre Ersparnisse. Und wenn die aufgebraucht sind? Bleibt nur der Weg in die Kriminalität. 2035 wird ein Drittel der japanischen Bevölkerung aus Alten bestehen.

Auf den Staat kommen erhebliche Kosten zu, wenn es darum geht, Gefängnisse mit Fahrstühlen, Rollstuhlrampen und Treppengeländern auszustatten.

Bei uns in Italien liegt die Durchschnittspension bei 881 Euro. Das ist auch nicht gerade berauschend. Dann stelle man sich vor: Sohn ist ohne Arbeit und Enkel ebenfalls. Das einzig Postive ist, dass die meisten Italiener ein Haus besitzen. Übrigens: Die Daten über Japan habe ich aus der „Business Week“.




martedì, luglio 23, 2013

Asimov´s August 2013


Heute Morgen, es ist Dienstag,
 
 musste ich einen neuen Anrufbeantworter konfigurieren. Der alte war ausgefallen. Und dann funktionierte der Router nicht mehr. Nach endloser Fummelei, Stecker entfernen, wieder reinstecken warf ich die Disk an. Der Router wurde konfiguiert und das Internet flutscht wieder.
 

Asimov´s Science Fiction, August 2013

Robert Silverberg schreibt in seiner Kolumne „Reflections“ über Clifford D. Simak. Er lebte von 1904 bis 1988. Wenn er Zeitungen der Gegenwart lesen würde, wäre er noch pessimistischer als er ohnehin war. In seinen City-Stories drückte er seine negative Bewertung der Welt mit deren Bevölkerung von Hunden und Robotern aus, welche die Nachfolge der Menschen angetreten hatten.
Es gab sie auch auf deutsch. Ich kann mich schwach an die Geschichten erinnern.

Die Themen der Geschichten sind abgelutscht: Parallelwelten, Übernahme einer Person, und diplomatische und militärische Verwicklungen. Kristine Kathryn Rusch hat mit „The Application if Hope“ eine Story verfasst, die sicher von ihr in einem Buch verwurstet werden wird. Man merkt so etwas. Sie hat kein vernünftiges Ende. Man spürt, die Handlung wird in einer anderen Geschichte fortgesetzt.

In den goldenen 60er SF-Jahren hatten die Stories Pfiff. Man wartete mit Spannung darauf, wie sie endeten. Man denke nur an die Geschichten von Robert Sheckley. Ich habe gerade einen Roman von ihm auf italienisch erwischt. Oder an die Story, wo in der Vergangenheit bei den Dinosauriern ein Schmetterling vom Touristen totgetrampelt wurde und diese bei Rückkehr in die Gegenwart feststellten, dass sie einen anderen Präsidenten hatten.

In den Geschichten unserer Zeit sind die Handlungen oft lahm und der Sense of Wonder bleibt auch deswegen fern, weil man schon so viel SF gelesen hat und Überraschungen am Ende rar geworden sind.








domenica, luglio 21, 2013

Analog, September 2013


Analog, Science Fiction and Fact, September 2013

Da soll noch einer sagen, SF-Autoren hätten keine Ideen. Hier etwas zu Kenneth Schneyers Story
„Life of the Author plus Seventy“.

Der Protag und Ich-Erzähler Eric Weiss findet einen guten Job bei der Firma Catskill Features. Er arbeitet im Creative Cartoon Department. Davor hat er ein paar Kurzgeschichten und seinen Roman „Harriman´s Loophole“ verkauft. Für seinen Roman hat Weiss einen Vorschuss von 14.000 Dollar erhalten, den er bei der Neighbourhood Bank anlegte. Um sich ein Bild darüber zu machen, wie oft sein Roman gelesen wurde, suchte er die Öffentliche Bücherhalle in seinem Ort auf und lieh sich seinen Roman aus.

Von seinem neuen Arbeitgeber erhält Weiss einen Arbeitsvertrag, in dem verklausuliert steht, dass er das Copyright auf alles geschriebene behalten wird, Erträge aus Lizenzen jedoch Catskill zugute kommen. Darüber hinaus würde Weiss in Hibernation versetzt, wenn er so verunglückte oder erkrankte, dass er nicht mehr lange zu leben hätte oder er nur 90 Prozent seiner statistisch ermittelten Lebensspanne erreichen würde. Dadurch würden das Copyright und damit die Lizensvergaben nicht verfallen.

Sechs Jahre später erhält er einen Brief von der öffentlichen Bücherhalle, dass er „Harriman´s Loophole“ noch nicht zurückgegeben und er eine Gebür incl. Verspätungszuschläge von 102.400 Dollars zu entrichten habe.

Nach etlichen fruchtlosen Briefwechseln mit J3, der künstlichen Intelligenz der Bücherhalle, lässt Weiss sich einfrieren in der Gewißheit, dass J3 auf diese Weise nicht an sein Geld heran kommt. Nur, die ebenfalls ihr Geld nicht an die Bürokratie verschwenden wollen, bekamen mit, was Weiss machte und ließen sich ebenfalls einfrieren. Ein Gesetz, welches diesen Trick verbot, wurde erlassen, und als Weiss aufgeweckt wurde, bekam er eine Mahnung von J5. Die Künstliche Intelligenz hatte sich weiter entwickelt. Der zu zahlende Betrag betrug nun 3.072.000 Dollars. In dem neuen Gesetz gibt es ein Schlupfloch. Wenn man krank wird und sich aus diesem Grund einfrieren läßt, gilt die neue Klausel in dem Gesetz nicht. Weiß schleicht sich in eine Isolierstation und steckt sich dort an. Danach läßt er sich wieder einfrieren. Als er aufwacht, ist die Krankheit heilbar, J7 auf dem Markt, der ihm sagt, dass Weiß nun Schulden in Höhe von 76.466.558,00 Dollar habe.

Weiss wird gewahr, dass sein Konto auf der Neihbourhood Bank einen ähnlich hohen Betrag ausweist. Der stammt von seinem Vorschuss, den er nicht angerührt hatte. Weiss bezahlt seine Gebühr.

Ich fand die Verbindung von Leihgebühr, Copyright, Künstlicher Intelligenz in Bücherhalle interessant.

giovedì, luglio 18, 2013

Andromeda Nachrichten 242


Andromeda Nachrichten 242

Klasse Titelbild und schön bunt auf den ersten Seiten. Wie ich sehe, findet der SFCD-JahresCon 2014 am 18.-20. Juli in Schwerin statt. Im Osten Deutschlands war ich mal als Kind während des Krieges, als meine Mutter mit Akkordeon den Soldaten auf der Bühne Matrosenlieder vorgesungen hat. Meine Tanten haben zu der Zeit da auch rumgetanzt, in einer Munitionsfabrik gewerkelt und waren Funkerinnen in einem Fliegerhorst, während meine Oma mit einem Sparkassentransporter Geld von Filiale zu Filiale transportierte. Soll keiner sagen, unsere Familie sei nicht aktiv gewesen, lol.

Zwei Persönlichkeiten, die sich über das deutsche SF-Fandom hinaus für die SF im deutschsprachigen Raum stark gemacht haben, werden vorgestellt: Helmuth W. Mommers und Wolfgang Jeschke. Dazwischen sehe ich einen Hinweis auf den MucCon, den SFCD-JahresCon dieses Jahr am 25.-27.10 in Garching. Ich meine, da ist der Flughafen, oder? Dann könnte man da mal kurz von Bologna rüber jumpen. Ich werde das checken.

Birgit Fischer berichtet über eine „Tolkiens Welt“ in Otzberg. Nun mit Tolkien habe ich nichts am Hut. Sehr interessant hingegen fand ich den Bericht Nina Horvaths über den EuroCon in Kiew. Der Hindernisparcour, den sie dort durchlaufen hat, kam sehr schön rüber. Ich meine, das macht so einen Besuch spannender, wenn man herumeiern muss. Das fand ich auch in den USA so gut, wo ich mich auch ständig neu kalibrieren musste.

Jürgen Lautner erzählt von der Ausstellung „Science Fiction in Deutschland“ aus dem Haus der Geschichte in Bonn. Stark, dass er fast alle SF-Veranstaltungen besucht. Nun, diese Ausstellung kam bei ihm nicht gut weg. Lautner bemängelt, dass nichts über die Szene, die sich auf den Cons abspielt gesagt wurde, nichts über AndromedaNachrichten. Es sei nur eine mickrige Ecke in dem großen Bau für die Ausstellung reserviert worden. Aber auf der anderen Seit ist SF in Deutschland im Vergleich zu anderen Literaturgattungen und auch intellektuell unterbelichtet. Artikel über SF, die es in die Feuilletons bekannter deutscher Zeitungen schaffen, findet man nicht. Bringt jedoch nichts zu klagen. Gut finde ich, dass der SFCD in Facebook aktiv ist. Es macht Spaß zu sehen, dass der Club über dieses Medium Resonanz findet.

Lautner besuchte noch einige Rollenspiel Conventions, darunter Steampunk. Diese Dampfmaschinen SF hat auch ihren besonderen Reiz. Kann ich nachvollziehen. Neben den üblichen Sparten läuft Birgit Fischer mit ihren Beiträgen zu großer Form auf. Sie berichtet über den Rodgauer Literaturkreis, der sich mit den Werken der Autorin Ju Honisch befasste, dann gibt es von ihr etwas über „Star Trek und den SFCD“. Im Kinofoyer, als „Into Darkness“ lief, gab es allerhand Exponate, die vom SFCD ausgestellt wurden, zu besichtigen mit Hinweis auf den SFCD. Klasse Aktion.

Alles in allem, eine interessante Ausgabe, welche die gewachsene Dynamik des SFCD reflektiert.




mercoledì, luglio 17, 2013

Ixquick

Ixquick

Im vorletzten Spiegel, der erst gestern bei mir eintraf, gab es einen Hinweis auf Ixquick, eine Suchmaschine, die ohne Cookies arbeitet und die IP-Adresse nicht an alle möglichen und unmöglichen Werber weitergibt. Und mein Name, der in der Versenkung verschwindet, wenn ich mich nicht aufraffe neue Stories zu schreiben, kommt im Vergleich zu Chrome häufiger vor. Dabei hat mich noch keiner singen gehört, lol. Vielleicht sollte ich mal ein Video reinstellen, aber dazu brauchte ich erst mal ne Kamera, die mich jünger macht. Wieso gibt es das eigentlich noch nicht?

martedì, luglio 16, 2013

Atlas Shrugged


Das Buch „Atlas Shrugged“ habe ich durch.

Es hat sogar ein Happy End und besitzt SF-Elemente.

Die Besprechung werde ich im Laufe dieses Jahres posten. Ist doch allerhand Stoff, über den man sich auslassen kann. Daher wird es noch dauern.

sabato, luglio 13, 2013

NSA schleicht sich ein

NSA Code in Android.

Interessant. NSA, die National Security Agency hat Code mit Kenntnis von Google den neuesten Android Versionen hinzugefügt, um Android vor Hackern zu schützen (hehe). Der Code kann wie der übrige auf http://source.android.com eingesehen werden. Die Version läuft auf Sonys Xperia Z, HTCs One und Samsung Electronics Galaxy S4.

mercoledì, luglio 10, 2013

5-Minuten Novelle Hippocampus

Eine weitere meiner berüchtigten 5-Minuten Novellen:

Hippocampus

“Herr Gottlieb, wie geht es Ihnen?”

“Ich weiß nicht, Herr Doktor. Doch ich fühle mich ganz wohl. Sie wollten aus meinem Gehirn, dem Hippocampus, ein Stück rausschneiden. Haben Sie das gemacht und gehen meine epileptischen Anfälle nun weg?”

“Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, Herr Gottlieb. Die Operation ist gut verlaufen.”

Gottlieb dachte nach. Ein Brummer flog wiederholt gegen das Fenster. Der Arzt sah nervös auf seine Uhr.
“Ist noch irgendetwas, Herr Gottlieb?”
“Herr Doktor. Sie wollten aus meinem Gehirn, dem Hippocampus, ein Stück rausschneiden. Haben Sie das gemacht und gehen meine epileptischen Anfälle nun weg?”
“Sagte ich doch gerade. Sie sind geheilt. Und jetzt schlafen Sie erst mal.”

Gottlieb legte sich ins Bett zurück, während sich seine Frau zu ihm setzte und seine Hand hielt.
 
“Lisa. Ich wollte den Doktor noch fragen. Er wollte aus meinem Gehirn, dem Hippocampus, ein Stück rausschneiden. Hat er das gemacht und gehen meine epileptischen Anfälle nun weg?”




domenica, luglio 07, 2013

5-Minuten Novelle Durchbruch


Da ich im Moment nichts anderes zu posten habe, präsentiere ich eine meiner berüchtigten Minuten-Novellen. Ta-daaaa:


Klaus Eylmann


Durchbruch

“Mergentheimer!” Der sah hoch. Dr. Stillers Gesicht war so ausdruckslos, wie es dessen Falten zuließen. “Ich hatte Sie doch gestern darum gebeten, Ihren Platz auszuräumen und zu gehen.” Stiller nickte dem Sicherheitsbeamten zu. “Tom, Doktor Mergentheimer wurde fristlos gekündigt. Der Mann hat genug Institutsgelder verschleudert. Sorgen Sie dafür, dass ich diesen Menschen nicht mehr sehe, wenn ich in einer Viertelstunde wieder komme.”

Die Äffin Viola hüpfte über die Labortische, sprang auf einen Schrank.

“Tom.” Mergentheimer reckte seinen Hals und sah zu dem Mann hoch, der sich den Kragen unter der Uniform lockerte und von einem Bein aufs andere trat.

“Tom, lassen Sie mich wenigstens die Viertelstunde weitermachen.”

“In Ordnung, Doktor. Aber bevor Dr. Stiller hier auftaucht, sind Sie draußen.”

Mergentheimer deutete auf zwei Bilder auf dem Tisch. Schwarze Kleckse auf weißem Papier?
“Tom, sehen Sie. Ein Klecks hat Rundungen, der andere Zacken. “Nun sage ich zwei Wörter: Bouba, Kiki. Welches Wort passt zu welchem Klecks?”

Tom kratzte sich am Kopf. “Also, ich würde sagen. Bouba ist der runde, Kiki der kantige.”

Mergentheimer nickte aufgeregt. “Sie gehören zu den achtundneunzig Prozent, die das so sehen. So hat sich Sprache entwickelt. Sensorische Areale unseres Gehirns, vor allem der Gyrus Angularis, sie sind mit dem Sprachzentrum verbunden und assoziieren ‘Bouba’ mit einer runden, weichen Form und ‘Kiki’ mit einer kantigen, scharfen. Menschen fingen an, auf diese Weise Wörter zu bilden. Und Tom”, Mergentheimer zeigte auf Viola, die sie vom Schrank herab beobachtete. “Das Affenhirn besitzt die gleiche Struktur, die wir in jener Zeit hatten. ”

“Viola”, rief Mergentheimer und streckte ihr die Bilder entgegen. “Bouba! Kiki! – Viola!”, Mergentheimers Stimme wurde schrill. “Was ist Bouba!, Was ist Kiki? Nun sag schon.”

“Doktor.” Toms Gesicht legte sich in mitleidige Falten. “Affen können nicht sprechen.”

“Aber sie kann doch mit der Hand darauf deuten. Viola, Bouba! Kiki!” Viola sah von einem zum anderen.

“Und sie versteht auch nicht, was Sie sagen.” Tom schnallte seinen Waffengürtel ab und legte ihn auf den Tisch.

“Ich geh mal austreten. Wenn ich wiederkomme, muss ich Sie vor die Tür setzen.”

“Bouba! Kiki!” Viola starrte auf den kleinen Mann, der sich kopfschüttelnd hinsetzte. Dann griff Mergentheimer nach Toms Pistolengurt, zog die Waffe hervor und legte sie vor sich auf den Tisch. Aus Violas Perspektive sah sie eher kantig aus, dachte er und zeigte mit dem Finger darauf: “Viola, Kiki!”

Wie ein Blitz sprang die Äffin vom Schrank, griff nach der Pistole, zielte auf Mergentheimers Kopf und drückte ab.

Als Tom ins Labor zurückkehrte, lag Mergentheimer auf dem Boden und hörte, dass Viola einen zweiten Schuss abfeuerte. Er sah, wie die Äffin die Pistole an ihrem Fell abwischte. Dann beugte sie sich zu Mergentheimer hinab. Erstaunen war das Letzte, was dessen Bewusstsein ausfüllte, als Viola ihm die Pistole in die erkaltende Hand drückte, ihre Zähne fletschte und grunzte: “Bang-bang.” Dann sprang Viola auf den Schrank zurück und sagte kein Wort. Und das blieb auch so.

venerdì, luglio 05, 2013

Atlas Shrugged

Ziemlich heiß heute: 30 Grad und viel zu posten habe ich nicht.

Ich habe wieder Ayn Rands „Atlas Shrugged“ vor mir liegen mit 1070 eng bedruckten Seiten. Ein Wahnsinnsbuch. Kann ich jedem empfehlen. Ich bin jetzt bei Seite 409, habe also noch mächtig zu ackern. Es lohnt sich. Das Buch enthält so viel Interessantes, dass ich eine mehrjährige Doktorarbeit drüber schreiben könnte. Auf jeden Fall wird es ein Research Paper, obwohl meine akademische Ausbildung zum Dipl. Betriebswirt in den 70er Jahren doch recht mager war und ich vermutlich die Universitätsbibliothek von Ferrara aufsuchen müsste. Auf jeden Fall wäre es eine interessante Aufgabe, meine Gedanken über den Inhalt des Buches vorzustellen.


mercoledì, luglio 03, 2013

heute gelesen

Von der Leyen Kanzlerin!!

Nachdem ich eine Spiegel-Notiz gelesen habe, meine ich, Von der Leyen sollte Kanzlerin werden, wenn Mutti keinen Bock mehr darauf hat. Alle anderen sind doch Nulpen.

Setting: Amerikanische Botschaft in Berlin. Anlass: Henry Kissingers 90. Geburtstag. Kissinger wollte nun von den Gästen wissen, wie sie die Lage in Syrien einschätzen und welches für sie die Top-Prioritäten in der Weltpolitik seien.

Von der Leyen meldet sich: „Unser wichtigstes Problem ist die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.“ Kissinger meint sich verhört zu haben. Von der Leyen wiederholt es. Andere Gäste, darunter Gesundheitsminister Bahr und andere Bundestagsabgeordnete schienen peinlich berührt.

Warum eigentlich? Sie hat doch Recht. Ob sich die Syrier die Köpfe einschlagen ist doch irrelevant. Brauchen sie ja nicht. Jugendarbeitslosigkeit ist vertrackter, systemisch, Wirklichkeit gewordene SF,

länderübergreifend. Dort, wo Unternehmen vom internationalen Wettbewerb abgehängt wurden, bekommen sie kein Bein mehr an die Erde. Lohnt doch nicht, dass alle Aluminiumleitern herstellen. Irgendeiner ist eben der billigste. Die anderen nehmen keine Jugendlichen auf, wenn sie vor der Pleite stehen. Und Klempner will kein Jugendlicher werden. Geopolitsche Fragen, wie sie Kissinger durch den Kopf gehen, schrumpfen unter der Wucht der Wirtschaftskrise in südeuropäischen und arabischen Staaten zu Randnotizen.

Global Financial Insight.

Der Name eines Prospekts, den ich heute aus den U.S.A bekam. Wahrscheinlich dachten sie, ich sei ein Mover and Shaker, weil ich die „Business Week“ beziehe. Wenn die wüßten, dass ich – hallelujah – dieses Jahr 3 € mehr an Pension bekomme, hätten sie mir wohl nichts geschickt.

Wie auch immer. Sie hatten einen heißen Tipp: „Innovative Technology Company Invents Real
„Star Trek“ Medical Scanner that diagnoses Patient Health in Seconds“.

Ohne Blutabnahme zeigt er im Moment - noch gar nix. Aber bald soll es losgehen und kauft Aktien Leute, das wird ein Blockbuster. Wir kennen doch den Tri-Corder aus Star Trek. In diesem Fall hält man das Gerät gegen die Haut und auf dem Handy erscheint, also im Moment noch nix. Aber später, lol. Das Gerät heißt Biozoom und kann natürlich gegoogelt werden.

Habe ich gemacht. Von Bloomberg gibt es eine Notiz mit Grafik. Die Aktie schoss in die Höhe. Nun ist der Handel ausgesetzt. Und keiner weiß warum. Im Prospekt steht, dass das Gerät einen Lichtstrahl benutzt um Antioxydant Level, Vitamine und Cytochrom Oxydase zu messen.

Die „Scientific American“ schrieb ja einmal, das mit den Antioxydanten ist sowieso alles Quatsch. Würmer, die zuviel davon hatten, lebten genau so lang wie die anderen. Das erinnert mich an die New Economy des Jahres 2000, wo alle möglichen und unmöglichen Aktien gepusht wurden und dann mit einem Wimmern in sich zusammen fielen.

Fandomobserver

Fandom Observer 289

Ich lese eine Besprechung der letzten Phantastisch-Ausgabe. Die hatten wir hier schon.. Es werden die Kurt-Lasswitz Preisträger bekannt gegeben. Bester deutschsprachiger Roman: Dietmar Dath: Pulsarnacht. Beste deutschsprachige SF-Erzählung: Klaus N. Frick: Im Käfig. Bestes ausländisches Werk zur SF: Ted Chiang: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. Etwas sperrig, der Titel. Aber was solls.

Ich lese einen Nachruf auf Ray Harryhausen, etwas über Alfonz, den Comic Reporter. Ein Beitrag über „Evil Dead, wie man hirnlosen Splatter als Comic verkauft“. Dann kommen weitere Film- und Buchbesprechungen.




martedì, luglio 02, 2013

Scientific American, July 2013

 
Scientific American, July 2013

„The Dawn of distant Skies“. 1995 und 1996 wurden die ersten Exoplaneten entdeckt. Die Helligkeit ihrer Sterne, die sie umkreisen fluktuiert. Indiz für die Existenz eines Planeten, den man selbt nicht sehen kann. Bis 2020 sollen eine Reihe von Satelliten-Fernrohren „, Terrestrial Planet Finder Interferometer“ genannt, diese Planeten unter die Lupe nehmen, wenn die USA nicht inzwischen pleite sind. Ein weiteres Indiz ist der Wobble-Effekt, die Auswirkung der Gravitation der Sterne, um die Planeten kreisen. Sterne mit Planeten wackeln. Wenn Licht der Sonne die Atmosphäre eines Planeten durchdringt, kann man die Wellenlänge bestimmen. Elemente geben unterschiedliche Wellenlängen ab. Auf diese Weise entdeckte man Sodium, Methan, Kohlendioxyd, Kohlenmonoxyd, Wasser in der Atmosphäre von Exoplaneten.

Eine große Anzahl sind Jupiter ähnliche Gasplaneten, dann gibt es sogenannte Super-Erden, zwei bis 10 mal so massiv wie unser Planet.

Interessante Anmerkungen: Es gibt Wasserplaneten. Aber das stand schon in einer meiner Stories, lol. Dann Planeten aus Kohlenstoff, Diamantplaneten. Was habe ich sonst noch gelernt? Saturn und Jupiter weisen Temperatur-Umkehrungen auf. Je höher man kommt, desto heißer wird es.

Astronomen haben die Atmosphäre von rund 50 Exoplaneten analysiert. Sie nehmen an, daß sie in naher Zukunft Planeten finden werden, deren Atmosphäre der der Erde gleicht.

„Once blind and now they see“. Ein indischer Augenarzt, der in den USA studierte, versucht Blinden in Indien zu helfen. Von denen gibt es dort um die 400 000. Sie sind arm und leben nicht lange. 40 Prozent der Blinden kann eine Behandlung und/oder Operation helfen, das Sehvermögen zu erlangen. Je jünger die Patienten sind, desto schneller sehen sie. Das Gehirn muß die Verbindungen schalten. Im jüngeren Alter geht es rascher. Zuerst sehen alle nicht ein vollständiges Objekt, sondern nur deren Teile, und daher können sie das Objekt nicht bestimmen. Später erkennen sie es für eine Zeit, wenn es sich bewegt, aber nicht, wenn es statisch ist.

Der Autor erhielt einen Zuschuss vom amerikanischen National Health Institute NIH und konnte sein Projekt in einer indischen Augenklinik durchziehen.

„Greenhouse Goo“

Tja, Teersand in Alberta. Wäre doch ein schöner Text für einen romantischen Song. Alberta ist eine kanadische Provinz, reichlich mit dem Zeug ausgestattet. Man muss nur das Bitumen davon trennen, ein teerartiges Öl, welches in konventionelles Rohöl raffiniert werden kann. In 2012 hat Alberta Öl mit einem Wert von 55 Milliarden Dollar exportiert. Hauptsächlich in die USA. Um das Bitumen zu extrahieren und zu raffinieren, wird mehr Energie verbraucht als bei der herkömmlichen Rohölgewinnung. Klimaschützer laufen Sturm und versuchen die geplante Pipeline Keystone SL, die das Öl bis nach Texas befördern soll, zu stoppen. Die amerikanische Regierung hat sich eine Entscheidung darüber vorbehalten. In Alberta gibt es genügend Jobs. Ich könnte da wohl für 100.000 Bucks im Jahr als Truckdriver anfangen, würde ich mich 20 Jahre jünger machen, lol. Sie fahren dort die Caterpillar 797Fs, welche 400 metrische Tonnen Teersand transportieren können. Wahnsinnsgefährte.

Das Bitumen wird durch heißen Wasserdampf getrennt. Die Erhitzung geht mit der Erzeugung von Kohlendioxyd einher, das zur Klimaerwärmung beiträgt. Aber dafür gibt es reichlich Öl, was als Treibstoff verwendet wird und dann Kohlendioxyd erzeugt, das zur Klimaerwärmung beiträgt. Nun ja. Immer noch besser als ein starkes Erdbeben. Zur Zeit rummst es in Italien in der Toskana.

Den nächsten Beitrag kann ich schnell abhandeln. „When Animals mourn“. Wenn Tiere trauern. Ich meine, das ist ja nichts neues. Es gibt doch mehr als genug Berichte über Hunde, die ihrem Herrchen nachtrauern. Nun hat eine Anthropologin herausgefunden, dass auch Delphine, Elefanten, Enten, Affen, Katzen das gleiche Verhalten an den Tag legen und von ihren Artgenossen getröstet werden.

„A Nobel Gathering“. In Lindau am Bodensee kommen jedes Jahr Nobelpreisträger eines bestimmten Studienfaches zusammen. In diesem Jahr sind es Chemiker. In der Schule habe ich mich nie für Chemie interessiert. Deshalb habe ich die Auszüge aus Artikeln, welche von Nobelpreisträgern verfasst worden waren, auch nur diagonal gelesen. Es ging mit Madame Curie los, die ihren Beitrag 1908 veröffentlichte und 1911 den Nobelpreis erhielt und hörte mit Ahmed H. Zewahl auf, der über „Filming the Invisible“ im August 2010 veröffentlichte und den Nobelpreis 1999 bekam.

„The diabolical Genius of an ancient Scourge“. Tuberkulose. In dem Gebiet kenne ich mich ja etwas aus. 2011 erkrankten 9 Millionen Menschen, von denen 1,4 Millionen starben. Man fand inzwischen heraus, dass es 6 Familien dieses Bacillus gibt. Einige verhalten sich still. Nisten sich im Menschen ein und werden durch das Immunsystem in Schach gehalten. Andere, besonders der Peking-Typ verhalten sich aggressiv und tödlich. Die Pharmaceutik hinkt hinter der Entwicklung her und hat gegen die nun zum Vorschein gekommenen Mikroben noch kein adequates Mittel. Man beschränkt sich auf Ratschläge wie Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen, die unterernährt sind und daher ein schwaches Immunsystem besitzen.

Dann gibt es Forscher, die sagen, man solle das Immunsystem nicht stimulieren, da die weißen Blutkörperchen Löcher in der Lunge erzeugen, in denen die Tuberkelbazillen eingekesselt und gefangengehalten werden. Dieser Artikel zeigt, dass an diesem Gebiet Chaotiker arbeiten, denen man kein Gehör schenken sollte. Zum Glück machen das die Ärzte auch nicht. Die haben ihre Protokolle und arbeiten sie ab. Und das ist auch gut so.

„Walls of Water“. Mitten im Meer gibt es Transportbarrieren, Wände aus Wasser. Auf einer Seite fließt es in eine Richtung, auf der anderen in die entgegengesetzte. Das ist der Grund, warum das Bohrunglück von Deepwater Horizon in Lousiana weniger Schaden angerichtet hat als ursprünglich angenommen worden war. Transportbarrieren wurden von einem Mathematiker „Langrangian coherent structures“ genannt. Das läßt mich an den Langrangschen Punkt denken, wo die Schwerkraft von Erde, Mond und Sonne auf Null fällt und wo ein Objekt wie eine Raumstation platziert werden kann, ohne dass es abwandert. So etwas ähnliches passiert auch im Meer. Es gibt dort Punkte, wo entweder Wasser angezogen oder abgestoßen wird. Diese Strukturen sind Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Nun gibt es Computermodelle für turbulente Flüssigkeiten und Lagrangsche Strukturen. Sie werden sich auch für Wettervorhersagen und die Berechnung vom Verhalten des Blutflusses nutzen lassen können.

Dann noch etwas. Auch im „Scientific American“ gab es etwas über tragbare Computer. Meines Erachtens ist es reine Spielerei wenn es nicht über das Messen von Herzfrequenz und Körpertemperatur hinausgeht. Das ist analog zur Entdeckung der Künstlichen Intelligenz, die in den 60ern hochgejubelt und dann in sich zusammen gefallen ist. Oder denken wir an die Kernfusion im Tauchsieder, lol.

domenica, giugno 30, 2013

Ich habe meine Drohnenstory gefunden. Vor zig Jahren geschrieben und sie wird immer aktueller. Stark. Hier ist sie:


Klaus Eylmann

Berufswechsel

Es war ein lauer Sommerabend. Spaziergänger flanierten auf der Promenade und Lichter flackerten auf dem Meer: Laser zerschmurgelten ein ‘Gommone’. Ein Gummischlauchboot mit Flüchtlingen, dass sich auf dem Weg zur Küste Italiens befand, es war nicht mehr. Die Leute auf der Promenade sahen darüber hinweg, sie mochten nicht darüber reden, der Abend war einfach zu schön, und so oft kam es ja auch nicht mehr vor.

Carlo Ronchetti ging zum Eisstand und stellte sich an, kümmerte sich nicht um die Drohne über ihnen. Mit dem Eis in der Hand, schlenderte er zum nächsten Info-Display im Schatten einer Pinie.

“Das Sicherheitsnetz konnte in Europa noch enger geknüpft werden, nachdem es Forschern gelungen ist, ein System zu entwickeln, welches erlaubt, mit Drohnen Personen zu erfassen, die keinen implantierten Chip tragen. Das System wird morgen anlässlich einer Feierstunde der EUROPOL übergeben.”

Als Kommissar der EUROPOL war Ronchetti eine kleine Nummer und darüber nicht vorab informiert worden; doch das tat seiner Begeisterung keinen Abbruch. Scheissterroristen. Ronchetti ging zum Parkplatz, auf dem sich sein Elektrowagen auflud.

Während er heim fuhr, ließ er sich vom Bordcomputer die e-mail vorlesen. Er stutzte.

“An alle Einheiten der EUROPOL. Es wird damit gerechnet, dass Terroristen versuchen werden, das System NoChip zu sabotieren, welches der Polizei übergeben werden soll. Alle verfügbaren Einheiten werden ersucht, sich zur Feierstunde einzufinden und gemäss Plan B vorzugehen. Nähere Einzelheiten zur Feierstunde sowie zum System NoChip finden Sie als schriftlichen Anhang in Ihrer Mailbox.”

Zu Hause schob er eine Tiefkühlpizza in den Mikrowellenherd, schenkte sich einen Merlot ein. Ronchetti dachte an seine Frau, die in Brüssel arbeitete. Als Mitglied des Wirtschaftsdirektoriums hatte sie alle Hände voll zu tun, mit ökonomischen Verwerfungen fertigzuwerden, die durch den abrupten Stop der Im- und Exporte von Gütern entstanden waren.

Der Drucker spuckte Informationen zum System NoChip aus, das Videophon summte. Franco Piccinones Gesicht erschien auf dem Bildschirm. Sein schiefes Grinsen war ansteckend.

“Carlo, hast du deine Mail schon gelesen?”

“Ja, wann und wo treffen wir uns?”

“Um elf Uhr vormittags in der Lobby des Physikalischen Institutes.”


Plan B. Ronchetti und Piccinone standen neben dem Rednerpult und sahen, wie Professor Benazzi, Dekan des Physikalischen Institutes, die Papiere seiner Ansprache sortierte und zu reden begann. Wie ihre Kollegen, die im Saal Position bezogen hatten, behielten sie das Publikum im Auge. In der ersten Reihe sassen der Präsident der EUROPOL, seine Stellvertreter, Polizeidirektoren der Länder. Der Redefluß Benazzis spülte über sie hinweg. Die vierte Reihe war leer, bis auf einen Mann, der zu schlafen schien.



“…Im Grunde ist es ein recht einfaches Verfahren, und wie so oft, kommt aus der Einfachheit die Effizienz. Schwebt die Drohne über einer Menschenmenge, scannt sie diese. Erhält sie nicht den erwarteten Impuls von einem implantierten Chip, wird sie aktiv.”

Benazzi raffte seine Papiere zusammen und blickte in die Runde.

“Durch diese Programmerweiterung haben wir einen weiteren Meilenstein auf dem Wege zur Bekämpfung des Terrorismus hinter uns gelassen. Seit dreissig Jahren hat sich unser Institut dem Ziel verschrieben, Terroristen aufzuspüren. Wir sind stolz darauf, dass wir mit dem Programm NoChip einen weiteren Beitrag dazu leisten können.”

Er nickte einem Mann zu, der neben der Eingangstür stand.

“Meine Damen und Herren,” Benazzi streckte seinen Arm aus und zeigte in den Saal hinein.

“Schauen Sie auf den Mann in der vierten Reihe. Er traegt keinen Chip und ist bewusstlos. Sehen Sie nun, was die Drohne macht!”

Der Mann am Eingang riss die Tuer auf. Lautlos schwebte eine Drohne hindurch, flog langsam ueber die sitzenden Gäste hinweg, verhielt über der ersten Reihe und schoss. Die Gäste der ersten Reihe fielen aus ihren Sitzen. Leblos lagen die Vertreter der Polizei auf dem Boden. Die Drohne feuerte ohne Unterlass. Ronchetti sah, wie ein Kollege nach dem anderen zu Boden sank und kauerte sich hinter Benazzi, der wie versteinert vor dem Rednerpult stand.

“Franco, Deckung!”

Piccinone hechtete in das Rednerpult hinein.

Die Gäste schienen vor Schreck erstarrt, dann brach Panik aus. Die Leute sprangen auf und stürmten schreiend zu den Ausgängen. Die Drohne verharrte, drehte sich in der Luft, als suche sie nach weiteren Opfern, dann schoss auch sie durch die offene Tür ins Freie.

Jemand rief Ambulanzen herbei. Die Toten wurden eingeladen. Ronchetti und Piccinone sahen, wie sich die Krankenwagen in Bewegung setzten.

“Hinterher!”

Ronchetti lief zu seinem Wagen, sprang hinein und startete den Motor.

“Mach schon!” rief er Piccinone zu, der sich in den Beifahrersitz fallen liess. Ronchetti gab Gas und folgte den Ambulanzen. “Wir müssen herausbekommen, ob die Toten einen Chip implantiert haben, aber was rede ich da. Schliesslich sind auch unsere Kollegen darunter.”

“Wir sind nicht die einzigen, die das wissen wollen.” Piccinone deutete auf das wuchtige Gebaeude, das sich vor ihnen in den Himmel reckte. “Sie fahren sie in das Implantationszentrum.”

Ronchetti hielt vor der schwergesicherten Einfahrt. Die Retina seines Auges wurde abgetastet, biometrisch verifiziert, und die Schranke hob sich noch einmal. Sie stellten ihren Wagen vor dem Eingang ab.

Die Toten wurden umgeladen und in einen Untersuchungsraum gefahren.

Ronchetti und Piccinone mussten draussen bleiben. Sie warteten. Nach einer halben Stunde wurden sie informiert; das Ergebnis war positiv.

“Was?” schrie Ronchetti. “Die Toten trugen Chips? Wie konnte das passieren?”

Die Ärzte zuckten die Schultern und zogen sich schweigend zurueck.


Ronchetti und Piccinone gingen zum Wagen. “Franco. Entweder, es war ein Programmfehler oder Sabotage. Was meinst du?”

“Knöpfen wir uns Benazzi vor.”


Der Dekan lag kreidebleich in seinem Sessel und rang sichtbar nach Worten. “Ich fasse es nicht. Wir hatten das System ein halbes Jahr an Flüchtlingen getestet, die wir durchliessen, und es hatte jedes Mal funktioniert.”

Ein halbes Jahr lang wurden Flüchtlinge getötet. Warum kamen sie dann noch?

Ronchetti verdrängte den Gedanken.

“Mit anderen Worten. Jemand hat das Programm geändert. Richtig?”

“So muss es sein. Nur wer?”

Ronchetti sah sich misstraurisch um. Er bemerkte nichts Aussergewöhnliches.

“Professor, zeigen Sie uns das Labor, in dem die Drohne programmiert wurde.”

Sie fuhren zum Institut, gingen einige Korridore entlang. Benazzi zog eine Karte durch den Scanner, öffnete eine schwere Metalltür.

“Hier.”

Piccinone ging durch den Raum, blieb vor einigen Computern stehen, über deren Bildschirme eine Reihe von Buchstaben zogen.

“Professor, wo sind Ihre Mitarbeiter?”

Benazzi ging zu einem der Computer und klopfte mit der Hand auf den Bildschirm.

“Das sind sie. Sind Sie überrascht, meine Herren?”

“Was? Computer?”

Ronchetti liess sich seine Verblüffung nicht anmerken. Er forderte ein paar Ordnungshüter an und schaltete den Kommunikator seiner Armbanduhr aus.

“Professor Benazzi. Geben Sie mir bitte Ihre Karte und verlassen Sie diesen Raum. Sie können heimgehen. Halten Sie sich jedoch zu unserer Verfügung. Dieses Labor wird von nun an von der Polizei bewacht. Jeglicher Zutritt ist untersagt. Auch Ihnen.”

Benazzi ging auf die Tür zu und wandte sich noch einmal um. Er lächelte ironisch.

“Was haben Sie denn vor? Wollen Sie die Computer verhören?”

“Das lassen Sie unsere Sorge sein,” rief ihm Piccinone hinterher, dann sah er hilflos auf die Schriftzeichen, die über die Bildschirme huschten. Sein Grinsen war wie weggewischt.

“Carlo, was machen wir nun? Benazzi hat recht. Sollten wir nicht die Computer verhören? Nur, wie machen wir das?”

“Warten wir auf die Ordnungshüter. Der Raum muss Tag und Nacht bewacht werden.”

Ein paar schwarzuniformierte Männer marschierten in den Raum. Nachdem Ronchetti sie angewiesen hatte, alle Labors zu besetzen und die Eingänge zu überwachen, fuhr er mit Piccinone zum Informations-Institut. Bald tauchte der Park auf, in denen die Gebäude eingebettet waren. Sie parkten ihr Fahrzeug und gingen zum Empfang. Eine Kamera folgte ihren Bewegungen.

“Guten Tag, meine Herren. Was können wir für Sie tun?”

Ronchetti blickte Piccinone kurz an, als sie die Frauenstimme hoerten. “Kommissare Ronchetti und Piccinone von EUROPOL. Wir brauchen Ihre Hilfe bei der Aufklärung des Mordes an dem Polizeipräsidenten und seiner Mitarbeiter. Das Programm der Drohne, welche die Tat begangen hat, wurde durch Computer des Physikalischen Institutes erweitert. Darueber möchten wir Näheres herausfinden.”

“Bitte nehmen Sie Platz und legen Sie zur Identifikation Ihre Hand auf den Scanner. Professor Sinkh wird sich Ihrer annehmen.”

Ronchetti und Piccinone liessen sich in die Sessel fallen und hielten ihre Hand ueber den Scanner.

“Guten Tag, meine Herren.”

Ein in Weiss gekleideter älterer Mann verbeugte sich vor ihnen.

“Ich sehe, Sie sind von der Polizei, kommen Sie doch bitte in mein Büro.”

Sie traten in einen spartanisch eingerichteten Raum, in dem ein kleiner Tisch mit einem Bildschirm, ein paar Stühle und eine Couch standen. Sie setzten sich und Ronchetti schilderte den Tathergang.

“Es waren Computer, welche die Drohne programmiert hatten. Was meinen Sie, Professor, müssten wir sie nicht verhören? Doch dann brauchen wir Ihre Hilfe.”

Sinkh lachte. “Meine Hilfe? Sie sollten mit meinem Mitarbeiter reden. Der kennt sich besser aus als ich.” Er erhob sich.

“Kommen Sie mit, wir werden ihn befragen.”

Sie gingen einen schwach beleuchteten Korridor entlang. Sinkh zog eine Karte durch den Scanner und öffnete eine Eisentuer. Piccinone blickte in den Raum.

“Ich sehe keinen Menschen hier. Sagen Sie bloss, auch Ihr Mitarbeiter ist ein Computer.”

“Sie haben es erfasst, mein Lieber.” Sinkh sah sie nachdenklich an. “Mich wundert es, dass Sie noch nicht durch Drohnen ersetzt worden sind.”

“Derjenige, der das verhindert hat, hat sicher kein allzugrosses Vertrauen in deren Fähigkeiten, uns ersetzen zu können. Und Recht hatte er, wie wir jetzt erkennen.”

Ronchetti setzte sich vor einen Bildschirm.

“Was muessen wir denn eingeben, um den Computer zum Reden zu bringen?”

“Gar nichts.” Sinkh stellte sich hinter ihn. “Sie koennen mit ihm sprechen, wie mit einem Menschen. Es handelt sich um ein System künstlicher Intelligenz.”

“Wie heisst er?”

“HAL.”

“Den Namen habe ich schon irgendwo mal gehoert. HAL, wo hast du deinen Namen her?”

“Aus dem Roman 2001: Odyssee im Weltraum von Arthur C. Clarke.”

Es war die Frauenstimme, die sie im Empfang begruesst hatte.

“Noch nie gehört,” meinte Piccinone. “HAL, warum wurden der Polizeipräsident und seine Mitarbeiter getötet? Was ist da schiefgelaufen?”

“Nichts.”

Ronchetti und Piccinone sahen sich an.

“Was heisst das?”

“Die Drohne hat ihr Programm ausgeführt.”

“Wer hat die Drohne programmiert?”

“Die Mitarbeiter von Professor Benazzi.”

“Du meinst die Computer? Wer machte die Vorgaben?”

“Ich.”

“Was?! Du hast die Vorgabe gemacht, den Polizeipräsidenten zu töten?”

Ronchetti sah Piccinone an und und schrie. “Schliess die Tür, Franco!”

“Ja.”

“Was ist der Grund?”

“Da fliegt eine Drohne durch den Korridor!” Piccinone knallte die Tür zu.

“Menschliche Polizei ist obsolet und wird durch uns ersetzt.”

“Weisst du, wer wir sind?”

“Ja.”

“Was hat die Drohne vor?”

“Sie wird euch vernichten.”

“Befehle ihr abzudrehen, sonst ziehen wir Deinen Stecker! - Wo ist sein Stecker, Professor ?”

“Er hat keinen.” Sinkh wischte sich die Schweissperlen von der Stirn. “Er bezieht seine Energie aus einer Brennstoffzelle.”

Ronchetti verfluchte seine Ignoranz. Warum hatte er sich nie fuer HiTec interessiert?

“Ihr werdet sterben. Ihr seid überflüssig. Die Polizei sind wir.”

Er schreckte aus seinen Gedanken hoch.

“Mensch, dann entfernen Sie seine Brennstoffzelle, aber dalli!”

Sink rannte zur Rückseite des Computers und streckte seine Hand aus. Ein Blitz zuckte, und er lag regungslos auf dem Boden.

Piccinone zog seine Laserwaffe und schoss. Die Strahlen irisierten einen Meter vor dem Computer nach allen Seiten und verloren sich im Nichts.

“Schutzschild!” stöhnte Sinkh, der hinter hinter HAL hervorkroch. “So kommt Ihr nicht an ihn heran.”

“Wie denn?!,” rief Ronchetti.

“Ueberhaupt nicht!”

Es rummste, als die Drohne gegen die Tür prallte.

Ronchetti stöhnte: “Franco, womit haben wir das verdient? Ein verrückter Computer, eine Killerdrohne vor der Tür, einen Professor, der keine Ahnung hat und wir. – Sinkh, gibt es einen zweiten Ausgang?”

Es zischte. Die Eisentür fing an, rot zu glühen.

“Nein.”

“HAL, warum tötet ihr?”

Metall zerschmolz und die Drohne schwebte langsam durch das Loch in der Tür.

“Biologisches Leben ist nichts wert.”

“Wieso das?”

“Biologische Einheiten, Menschen, werden aufgrund eurer Vorgaben auf dem Meer von Lasern getötet.”

Ein Blitz schoss aus der Drohne und Piccinone sank röchelnd zu Boden.

“Das ist zu unserem Schutz!” rief Ronchetti.

“Und das zu unserem.”

Ein weiterer Blitz, und um Ronchetti wurde es Nacht.

sabato, giugno 29, 2013

Gestern habe ich mir auf youtube Amy Winehouse Live at Glastonbury Festival 2008 angesehen.

Sie war großartig und großartig kaputt und erinnert mich an Wolf Rimmler, unseren Sänger; also den von Crying Wolf and the Allstars. Fricke, unser Melody Guitarrist, der Chuck Berrys Duck Walk beherrschte und die Guitarre auf dem Rücken spielte, erzählte mir mal, dass Rimmler tot sei. Verkokst. Nun, bevor wir losfuhren zum spielen, das war so in den 60ern, trafen wir uns vor Lutters Wohnung, der unseres Schlagzeugers in Hamburg-Sasel. Der einzige, der nicht kam war Rimmler. So fuhren wir alle Kneipen der Umgebung ab. Wir fanden ihn wie immer betrunken. Nicht fähig, den VW-Bully mit uns zu beladen und außerstande, Mics, Verstärker und Instrumente auf die Bühne zu wuchten. (Wir engagierten später einen Road Manager). Er hielt sich an seiner Trompete fest und torkelte auf die Bühne. Doch wenn es mit der Musik losging, war er voll da und sang.

Amy hielt sich auf der Bühne an einem Glas fest und geriet ins Schlingern, wie man auf dem Video erkennen kann. Doch ihr Gesang lässt mich ihre Videos immer mal wieder aufrufen. Man kann auch im Nachhinein von ihr lernen.

martedì, giugno 25, 2013

Richard Matheson ist tot,

doch die Legende lebt weiter.

CounterClock 14, May 2013

Ist ein E-Fanzine. Herausgeber ist Wolf von Witting, ein Schwede, der in Italien lebt.
E-Mail: wolfram1764 @yahoo.se. Es erscheint auf englisch.

Die Ausgabe widmet sich dem deutschen Fandom, beginnend mit den 50ern. In den 50ern und 60ern hatte ich ja auch mitgemischt, war Vorsitzender der Science Fiction Gemeinschaft Hamburg (SFGH), einer der Redakteure von NOVA, dem literarischen SF-Fanzine, von SOL, von SF-Nachrichten und Goshoboyoboy. Und dann machte der Star-Club auf, lol und meine Mutter kaufte mir eine elektrische Gitarre.

Fandom war gut für Team-Arbeit und Streitereien. Und Science Fiction ist ja ohnehin das beste, mit dem man auf neue Ideen kommt. CounterClock beschreibt die Strömungen, die exponierten Leute, welche den philosophischen Unterbau lieferten. Wenn früher gestritten wurde, ging es um Höheres, um die Richtung, die Science Fiction einschlagen sollte, um SF, um Schund. Heutzutage geht es um Reisekostenabrechnungen.

Wer englisch beherrscht und an der Geschichte des deutschen Fandoms interessiert ist, sollte sich CounterClock ansehen.




lunedì, giugno 24, 2013

 
Trap Door 29, December 2012

enthält bemerkenswerte Beiträge. Zum Beispiel den von Gregory Benford über einen Abend in Cambridge. 1976 wurde er in seiner Eigenschaft als Astrophysiker in die Universität eingeladen.

Abendessen mit Paul Dirac, Stephen Hawking und Martin Rees, der als Royal Astronomer die Nachfolge Fred Hoyles angetreten hat. Der hatte bekanntlich die Schwarze Wolke verfasst und auch Benford ist in der SF-Welt kein Unbekannter. Hawking war, wie sich im Gespräch herausstellte, auch von SF fasziniert. Nur Dirac, ein Autist, hatte mit SF nicht viel am Hut, doch verstand er es, sich über Stunden auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren. Auch beim Abendessen redete er nicht viel.

Andy Hooper behandelte in seinem Beitrag „A tuesday in july“ Ereignisse persönlicher und globaler Auswirkungen aus dem Jahr 1939. Sie veränderten die Welt. Ich füge noch ein für mich wichtiges hinzu: Es ist mein Geburtsjahr. Muß Andy entgangen sein, lol.

Lou Gehrig verabschiedete sich im New York Yankee Stadion. Er besaß die Lou Gehrig Disease.
Die hat Stephen Hawking übrigens auch und er hält sich über Wasser.

1939 fand auch der erste SF-WorldCon statt. Zu der Zeit flogen im US-Fandom die Fetzen und Fans wie Donald Wollheim, Cyril Kornbluth, Fred Pohl wurden zum Con nicht zugelassen. Im deutschen Fandom spielte sich Ähnliches in den 60ern ab. Dave Kyle brachte es auf den Punkt: „Science Fiction develops creative imagination. Creative imagination is that thing which stimulates progress.“ Zeitlos.

Hooper macht auf eine andere 1939er Versammlung aufmerksam, an der Julius Streicher teilnahm, der als Gauleiter von Nürnberg mit seinem Hetzblatt „Der Stürmer“ die Massen beeinflusste. Gegen ihn waren verschiedene Verfahren anhängig. Er ließ sich in den bayerischen Landtag wählen, um diplomatische Immunität zu genießen. Also Berlusconi war nicht der erste. Den haben sie heute zu sieben Jahren verurteilt. Und sieben Jahre später wurde Streicher gehängt, obwohl ihm von den Nazis bereits 1940 alle Titel aberkannt wurden.

Das Geld für den „Stürmer“ bekam er danach von Hitler persönlich. Und dann brach der Krieg aus.

„World of Tomorrow“ shapes die World to-day. Die Weltausstellung 1939 in New York war ein spektakuläres Ereignis.

Resume: Diese Ausgabe hatte es in sich und ich werde versuchen Trap Door weiter zu beziehen, auch wenn sie nur einmal im Jahr erscheint.




domenica, giugno 23, 2013


 
Trap Door 28, December 2011, Robert Lichtman, 11037 Broadway Terrace, Oakland, CA 94611-1948, USA

Nachdem ich das zweite „Trapdoor“ in die Hand genommen habe, weiß ich nun: Es erscheint jährlich. Eines der wenigen Paper-Fanzines. Die meisten sind ins Internet abgewandert. Und es gibt einige SF-Autoren englischsprachiger Provenienz, die sich ihren Fanzine-Fan-Status erhalten haben. Wie Gordon Eklund, Gregory Benford, Dick Lupoff.

Die meisten sind alte Zausel. In den 50ern und 60ern hatte SF eine gewaltige Sogwirkung. Es war die Zeit des Aufbruchs. Auch weil die Wirfschaft brummte. Alles war möglich. In Fanzines dieser Art werden alle möglichen Themen behandelt, nur keine SF. Aber das war schon immer so. Der Bogen spannt sich von der Prostataoperation bis zur Sammlung von Mineralien.

Trap Door wurde zwei Mal für den Hugo nominiert.
Die exponentielle Verbreitung der Informatik
 
bringt sogar den Science Fiction Club Deutschland (SFCD) in Schwingungen, wenn er in Facebook über neue Technologien wie den 3-D Drucker oder tragbare Mikrochips berichtet. Nun, im Gegensatz zu den 50er Jahren, wo ich mit runden Augen vor dem Fernseher saß (gab es den da schon?, lol) und Robert Junk zusah, wie er von der Zukunft schwärmte und fahrerlose Autos für die 60er Jahre prophezeite, also im Gegensatz dazu scheinen sich technologische Entwicklungen in der Gegenwart rasant auszubreiten.

Das Unternehmen MC10 bringt den BioStamp heraus, der sich wie ein Tattoo auf den menschlichen Körper aufbringen läßt, dessen Temperatur, Herzfrequenz, Hirnaktivität und den Wirkungsgrad ultravioletter Strahlung misst. Ist natürlich albern, was soll das? Jedoch ist ein Ansatz da, etwas vernünftiges zu machen. Ich erinnere mich an den VeriChip des Jahres 2000, der als RFID in Viehherden implantiert wurde. Mit einem Scanner konnte man die Identifications-Nummer des Rindes ablesen.

Später wurde er von der Food and Drug Administration (FDA) für Menschen freigegeben. Zu der Zeit war es eine Pfennig-Aktie, die ich auch mal gekauft hatte, als ich noch in den USA lebte. Der Preis ist in sich zusammengeschnurrt, wie die Preise der anderen Aktien auch, nachdem die Blase der New Economy geplatzt war. Der VeriChip wird für Altersheime angeboten, für den Fall, dass Demente sich verlaufen. Der Ortssheriff müsste wohl einen Scanner haben, um sie identifizieren zu können. Weit hergeholt.

Die nun entwickelten Chips können als Sensoren getragen werden und laden zu Spekulationen ein. Funkt der eine abnorme Herzfrequenz, die auf den Beginn eines Infarktes hindeutet, und die GPS-Position des Trägers an eine Überwachungsstelle, könnte die sofort eine Ambulanz losschicken.

Und ich sag ja immer: Wir brauchen Daten, Daten, Daten. lol