Coversong Roads

mercoledì, maggio 27, 2026

KI-Tag: Klinische Tests


Meine Frage: 

Hi Gemini, wird die KI bei Klinischen Tests einbezogen? Ich stelle es mir so vor, dass vor klinischen Tests eine kompetente KI befragt wird, ob das zu testende Medikament bei Tests wirken wird.

Im negativen Fall könnte man sich die Tests und die daraus entstehenden Kosten sparen.


Geminis Antwort:

Hallo! Dein Gedanke trifft den Nagel auf den Kopf. Genau das ist einer der spannendsten und vielversprechendsten Bereiche, in denen Künstliche Intelligenz in der Medizin derzeit eine Revolution einleitet.

Kurz gesagt: Ja, KI wird massiv in die Vorbereitung und Durchführung klinischer Studien einbezogen. Und dein Ansatz – Medikamente vorab digital zu prüfen, um teure Misserfolge im Labor oder am Menschen zu verhindern – ist genau das Ziel dieser Technologie.

In der Fachwelt spricht man hierbei oft von In-silico-Studien (also Tests, die „im Silizium-Chip“ statt am lebenden Organismus stattfinden).

Hier ist ein Überblick, wie KI diesen Prozess heute schon verändert:

1. Die „Vorab-Befragung“: Vorhersage der Wirksamkeit und Toxizität

Bevor ein Wirkstoff überhaupt jemals einen Menschen erreicht, nutzen Forscher KI-Modelle, um die molekularen Wechselwirkungen zu simulieren.

  • Molekulare Passform (Molecular Docking): KI kann voraussagen, wie gut ein neu entwickeltes Medikamentenmolekül an ein bestimmtes Zielprotein im Körper (z. B. einen Rezeptor auf einer Krebszelle) andockt. Das bekannteste Beispiel für den Durchbruch in diesem Bereich ist AlphaFold von Google DeepMind, das die 3D-Strukturen von Proteinen präzise vorhersagen kann.

  • Simulation von Nebenwirkungen: KI-Systeme werden mit riesigen Datenbanken gefüttert, die bekannte chemische Strukturen und deren toxische Wirkungen enthalten. Die KI „sieht“ ein neues Molekül und kann warnen: „Achtung, diese Struktur blockiert mit hoher Wahrscheinlichkeit einen wichtigen Ionenkanal im Herzen und könnte Herzrhythmusstörungen verursachen.“

Wenn die KI hier ein rotes Licht zeigt, wird das Projekt oft sofort gestoppt. Das spart Pharmaunternehmen genau die hunderte Millionen Euro, die du erwähnt hast.

2. Der „Digitale Zwilling“ (Virtual Patients)

Ein extrem faszinierender Ansatz, der genau deiner Vorstellung entspricht, ist das Konzept der digitalen Zwillinge.

Dabei kreieren Forscher computergestützte, biologische Modelle von menschlichen Organen oder ganzen Patientengruppen. Diese virtuellen Patienten besitzen die genetischen und physiologischen Eigenschaften echter Menschen.

  • Die KI simuliert dann, wie das Medikament im Körper verstoffwechselt wird.

  • Man kann so virtuell testen, ob das Medikament bei bestimmten genetischen Profilen wirkt und bei anderen nicht.

3. Optimierung der echten klinischen Tests

Selbst wenn ein Medikament die KI-Vorprüfung besteht und in die echten klinischen Phasen (mit Menschen) geht, hilft die KI, Kosten und Risiken zu senken:

  • Bessere Patientenauswahl: KI scannt elektronische Patientenakten, um genau die Probanden zu finden, die am meisten von der Therapie profitieren könnten und das geringste Risiko für schwere Nebenwirkungen haben.

  • Synthetische Kontrollgruppen: Normalerweise braucht man bei einer Studie eine Kontrollgruppe, die nur ein Placebo bekommt. Mithilfe von KI-generierten Daten aus früheren Studien versuchen Forscher zunehmend, diese Kontrollgruppen teilweise virtuell zu ersetzen. Das bedeutet: Weniger echte Patienten müssen ein Placebo nehmen, und die Studie kommt schneller voran.

Warum man die echten Tests (noch) nicht ganz weglassen kann

Auch wenn die KI extrem kompetent ist, gibt es einen Grund, warum die anschließenden klinischen Tests am Menschen nach wie vor gesetzlich vorgeschrieben und medizinisch notwendig sind: Die unendliche Komplexität des menschlichen Körpers.

Ein Computermodell ist immer nur so gut wie das Wissen, mit dem wir es füttern. Der menschliche Organismus besitzt jedoch unzählige, oft noch unverstandene Wechselwirkungen – sei es durch das Immunsystem, das Mikrobiom im Darm oder psychologische Faktoren. Eine KI kann voraussagen, dass ein Molekül den Tumor schrumpfen lässt; sie kann aber schwer voraussehen, ob der Patient dadurch nach drei Wochen chronische Müdigkeit oder eine seltene allergische Reaktion entwickelt.

Fazit

Deine Intuition ist absolut richtig: Die KI fungiert heute als der ultimative „Türsteher“ vor der klinischen Phase. Sie filtert ungeeignete Kandidaten frühzeitig heraus. Das senkt die astronomischen Entwicklungskosten und sorgt dafür, dass nur die vielversprechendsten und sichersten Wirkstoffe überhaupt an echten Menschen getestet werden.




martedì, maggio 26, 2026

Newsletters


Aus Blomberg – 5 Themen des Tages:

Amerikanische Streitkràfte haben iranische Boote angegriffen, die zur Minenlegung ausgelaufen waren. Es gab Tote.

In Kiew stehen russische Angriffe bevor. Amerikanischen Botschaftsangehörigen wurde geraten, woanders hinzugehen.

Ferrari hat mit dem „Luce“ sein erstes vollelektrisches fast 550.000 Euro teures Auto vorgestellt. Der Aktienkurs fiel um 8 %, Der zuammen mit dem ehemaligen Chefdesigner Jony Ive entwickelte Wagen hat nichts von dem muskolulösen Aussehen anderer Ferrari-Fahrzeuge. Erinnert eher an Tesla- oder Honda-Modelle.

Aus MIT Technolgy Review – The Download:

Chinesen schossen künstlich erzeugte Embryos in den Weltraum, um feststellen zu können, ob man sich im Weltraum fortpflanzen kann.

Aus Bloomberg – Morning Briefing:

Ebola kann in der Demokratischen Republic of Congo gar nicht so schnell eingedämmt werden, wie es sich ausbreitet. Inzwischen gibt es 220 Tote, und Hilfszentren werden angegriffen.

Aus The Washington Post:

Trump ist sauer aurf Kongress und Gerichte, weil sie den Bau seines Tanzsaales abgebremst haben.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni beschwerte sich über die Europäische Union, die Europa die Kraft nahm sich weiter zu entwickeln, indem sie deren Wettbewerb durch ideologische und technokratische Vorschriften ausbremste. Sie tat dies, nachdem Italien von Brüssel verlangte, die EU Budget Regeln zu lockern, damit Italien mehr für Maßnahmen ausgeben konnte, die
Energiekrise zu bewältigen. (Musste ja mal gesagt werdenl, lol)

Russland setzt mehr ballistische Raketen gegen die Ukraine ein, um zumindest ein Gleichgewicht im Krieg wieder herzustellen.

Die EU-Kommissarin von der Leyen verlangte von der NATO, sich um ein wirksames Drohnenverteidigungssystem an der Ostflanke zu kümmern, nachdem zahlreiche ukrainische Drohnen in den NATO-Raum eingedrungen sind.

In Oxford wird an einem Ebola Impfstoff gearbeitet, der bald gestet werden kann.

Holländer blockieren eine Übernahme ihres Cloud-Dienstes durch ein US-Unternehmen.

China verbot Angehörigen des Managements von AI-Unternehmen, Überseereisen zu unternehmen, um seine Technologie sicherzustellen.

Südkorea stellte einen Plan vor, atomangetriebene U-Boote zu bauen und in den späten 30ern in
Dienst zu stellen.

lunedì, maggio 25, 2026

Newsletters


 

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Amerikaner werden langsam nervös. Wallmart, der größte Supermarkt, meint, die hohen Treibstoffkosten werden sich bald auf überhöhten Preisen in den Regalen bemerkbar machen, und das wird sich auf die Verbraucherstimmung noch weiter auswirken, die gegen Süden tendiert.

Tulsi Gabbard, Director des US-Secret Service, trat zurück und zitierte als Grund den schlechtenGesundheitszustand ihres Gatten.

Mehr als drei Wochen Blockade gegen die Regierung von Bolivien, die Lieferungen von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Treibstoff behindern, friert ökonomische Aktivitäten ein. Die nationale Arbeitsunion verlangt den Rücktritt des derzeitigen Präsidenten.

Trump lässt Green Card Aspiranten erst mal nach Hause gehen.

Huawei legte dar, es habe eine neue Methode entwickelt, in der Chipfertigung mit dem taiwanischen Unternehmen TSMC aufzuschließen. Zur Zeit befindet sich Huawei noch in einem Fertigungsrückstand von 5 Jahren.

Aus Gizmodo:

99 % der CEOS erwarten die ersten durch AI bedingten Entlassungen in 2 Jahren.

Wissenschaftler wandelten Seidenraupenseide in Fast-Kevlar Supermaterial um.

Aus The Daily Upside:

Der Autobauer Stellantis stellte seinen 60 Milliarden Euro-Plan vor, der diese Dekade 60 neue Modelle vorsieht.

Aus The AI Report:

Microsoft stornierte seine Claude-Verträge, bei denen Gebühren aus dem Ruder liefen.

Aus The Rundown AI:

Google DeepMinds AlphaProof Nexus, ein AI-System das maschinenverifizierte mathematische Beweise produziert, löste neun offene Erdös Probleme, darunter 2, die für 56 Jahre ungelöst blieben.

Aus Bloomberg – Balance of Power:

Papst Leo XIV warnte keine Kriege als politische Taktik zu benutzen.

Aus Bloomberg – Morning Briefing:

Ägypten veranstaltete den Glory of Giza Fight vor den Pyramiden. Die Boxer waren Oleksandr Usyk und Rico Verhoeven.

domenica, maggio 24, 2026

Kurzgeschichte: Gartenfreunde


 

 Motorengebrumm. Dann war es so still wie vorher, und ich schreckte aus meinem Halbschlaf hoch.

  “Marta.” Ich versuchte meine Stimme zu dämpfen. “Neue Nachbarn.”

  Meine Frau setzte sich zu mir auf die Terrasse.

  “Gerade noch rechtzeitig zum Wettbewerb.” Eine Fliege schwamm in meinem Bier.

  “Ich werde nachher etwas von meinem Selbstgebackenem vorbeibringen.” Vergeblich versuchten unsere Blicke das ungeordnete Laubwerk der Hecke zu durchdringen, die auf der Nachbarparzelle außer Kontrolle geraten war.

  Marta besaß die Gabe, Neuankömmlinge sofort heimisch werden zu lassen. Sie hatte auch mich verzaubert, vor vierzig Jahren, mit ihrem Gesicht, das einem offenen Fenster glich, in das jeder hineinsehen konnte. Selten war es verschlossen, so wie an diesem Nachmittag, als sie mit dem leeren Kuchenteller zurück kam.

  “Ich hab ein ungutes Gefühl”, sagte sie und verschwand in der Laube. 

 

  Erich Strenger war ein vierschrötiger Enddreißiger mit rosigem Gesicht und fahlblauen Augen. Eisig, wie ein nicht gestreuter Gemeinschaftsweg. Sein Lächeln konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass Hilde, seine zarte Frau, unter ihm litt. Oft hörten wir ihn hinter der Hecke brüllen, auch zwischen ein und drei Uhr, wo laut Vereinssatzung absolute Stille zu herrschen hat. 

  Der Wettbewerb der Kleingärtner rückte näher. Ulrich, unser Vorsitzender, bat den Erich, seine Hecke zu verkürzen.

  “Ich scheiß auf den Wettbewerb!”. Ein Gartenfreund? Marta und ich sahen uns erschrocken an. Wie sollten wir dann den ‘Goldenen Spaten’ nach Wandsbek holen?

 

  Der April öffnete seine Schleusen. Marta und ich nutzten jede trockene Stunde. Pflanzten Kohl, säten Gewürzkräuter und setzten Kartoffeln. Der Wettbewerb ging vorüber. Die Erkenntnis blieb: Wir haben es nicht geschafft. Erich hatte sich nicht umstimmen lassen. Er verlängerte das Laubendach über der Terrasse und rief damit Ulrich auf den Plan.

  “Erich, das ist eine Typenlaube. Die darfst du nicht verändern.” Die Antwort Strengers ging im Gehämmer unter. Marta schüttelte den Kopf. Ich verstand sie nur zu gut. Jeder Gartenfreund sollte die Fachliche Weisung BOA 5/75 verinnerlicht haben, in der die Vorschriften des Bauordnungs- sowie des Garten- und Friedhofsamtes niedergelegt sind. - Dann kam der Tanz in den Mai.

  Marta und ich waren mit den Gartenfreunden Urban und Lichtwark im Gemeinschaftshaus und hängten Lampions unter die Decke.

  “Gerd”, frotzelte Marta. “Hast du dir schon eine ausgeguckt?”

   Die dunklen Augen im hageren Gesicht des langen Kassierers glichen denen eines Kalbs, als ihm die Röte bis in die Haarwurzeln schoss. Ich ahnte den Grund. Gerd hatte seine Parzelle schräg gegenüber. In letzter Zeit brachte er seinen Müll mehrere Male am Tag zum Ascheimerplatz, wobei er an Strengers Hecke vorbei kam.

  Seine Frau war unerwartet vor einem Jahr gestorben. Gartenfreund Dr. Petersen, konnte nur noch den Totenschein ausstellen und Hans Lüttke, als Bestattungsunternehmer unserem Verein verbunden, trug Gerd die Urne mit den sterblichen Überresten seiner Frau in die Laube. Etwas außerhalb der Legalität. Aber wozu sind Gartenfreunde da? – Nun sah es so aus, als hätte unser Kassierer erneut Feuer gefangen. Seine Verstorbene, eine Xanthippe, hatte sich nicht in unsere Gemeinschaft einfügen wollen. 

 

  Es hätte so harmonisch sein können. Während die ‘Blue Boys’ für Stimmung sorgten, wir die Lieder Roy Blacks, Howard Carpendales und Peter Orloffs mitsangen, randalierte Erich Strenger an der Bar. Mir war es peinlich zu beobachten, wie seine Frau mit hochrotem Kopf zu uns herübersah. Gerd Urban rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Er traut sich nicht, dachte ich.

  “Ich forder Frau Strenger auf”, sagte ich zu Marta. “Tanz du mit dem Gerd.” Auf der Tanzfläche klatschte ich Marta ab, während Gerd mit Frau Strenger weitertanzte, die sich ängstlich nach ihrem Mann umblickte.

 

  Im Garten hört die Arbeit nie auf. Im Mai säten Marta und ich Bartnelken, Tausendschön, Marienglockenblumen. Von Strengers Parzelle kam kein Laut, und wir hörten, er sei auf Geschäftsreise.

  Hilde besuchte jeden unserer Vortragsabende und trug, wann immer wir sie sahen, unser Vereins-T-Shirt. Sie sah bezaubernd darin aus. Die dunkle Schrift ‘Der Gartenfreund’ hob sich vorteilhaft vom Weiß des Hemdes ab, das mit der Blässe ihres Gesichtes harmonierte. Wenn es nur nicht so traurig wäre...

  Der Juni belohnte uns mit Erbsen, Möhren, Kopfsalat und der Jahreshauptversammlung. Zu unserer Überraschung war auch Erich Strenger mit seiner Frau Hilde gekommen und setzte sich in die letzte Reihe. 

  Bei der Eröffnung der Versammlung, Verlesung und Genehmigung der Niederschriften der Jahreshauptversammlung des Vorjahres fiel Strenger der Kopf auf die Brust, während sich seine Frau Notizen machte. Als Vorstand und Gartenobmann ihre Berichte vortrugen, schreckte Strenger aus seinem Schlaf. Dann kam die Aussprache, und er nickte wieder ein. Hilde legte ihren Schreibblock zur Seite. Ihr Blick hing an den Lippen unseres Kassierers, der seinen Bericht vorlegte. Es folgten der Bericht der Revisoren und die Aussprache über Kassen- und Revisionsbericht, die Entlastung des Kassierers. Der Obmann vom Lichtausschuss, sowie unser Jugendgruppenleiter mussten ihren Vortrag durch Strengers Schnarchen hindurch bringen. Und als es um die Neuwahl des Gesamtvorstandes ging, ließen wir Hildes Mann schlafen.

 

  Im Juli war Haupterntezeit. Nach ein paar Tagen tat mir der Rücken weh. Das Vereinsfest war eine willkommene Abwechslung. Wir hatten Gartenfreunde der Nachbarvereine zu Gast. Die Kleinen fuhren mit Feuerwehr und Straßenbahn des Karussells, während wir Erwachsenen auf der Wiese hinter unseren Gärten standen und der  Liedertafel ‘Eintracht Bramfeld v. 1813’ sowie dem Kinderorchester der Musikschule ‘Kaiser’ zuhörten. Dann trat der Spielmannszug ‘Diekmoor’ zum Platzkonzert an. Gerd Urban lief nervös zwischen den Ständen umher.  

  “Was ist?,” fragte Marta ihn, als er bei uns vorbei kam.

  “Ich sehe den Strenger nicht.” ‘Strenger’ sagte er und meinte dessen Frau. Ich löffelte eine Terrine Erbsensuppe aus der Gulaschkanone des THW. Dann sahen wir ihn. Strenger zog seine Frau hinter sich her. Ihr Gesicht war geschwollen. Veilchen.

  Für uns alle war es demütigend anzusehen, wie Strenger den Gerd Urban packte und in die Gulaschkanone setzte, während Gartenfreunde um Nachschlag anstanden.

  “Sieh du noch mal über die Hecke zu meiner Frau rüber!”, brüllte er und zog wieder ab.

 

  Im August topften wir Alpenveilchen um. Tomaten und Gurken mussten geerntet werden. Dann düngten wir den Rhabarber, damit er Kräfte für die nächste Ernte sammelte. Ich öffnete den Schrank, aus dem mir die Helfer der Gartenfreunde Nitrophosphat, Metasystox, Unden, E605 Forte entgegensahen.

 

  September: Während Marta und ich Zwiebeln ausgruben, kam klagendes Geschrei von nebenan. Hilde, dachte ich und lief hinüber. Dann stürzten Ulrich, Gerd und Dr. Petersen herbei.

  “Mein Mann!”, schrie die Frau. “So helft mir doch!” Erich Strenger wand sich in Krämpfen auf der Terrasse. Bläulichfahl sein Gesicht, Schaum hing vor seinem Mund, und dann schrie auch er. So wie Gerd Urbans Frau geschrien hatte. Ich sah auf die Uhr. Dreizehn Uhr dreißig. Mittagsruhe. Ich steckte Strenger ein Taschentuch in den Mund. So starb er.  ‘Herzversagen’ stand später auf dem Totenschein. Hans Lüttke kam einige Tage danach mit der Urne vorbei. Es sei etwas außer der Legalität, meinte er zu uns, aber das sei das Mindeste, was er tun könne.

 

  Die Tage wurden kürzer. Oktober, November, Dezember kamen, regelmäßig wie eine Jahreshauptversammlung. In unserem Verein war Ruhe eingekehrt, Strengers Hecke auf ein Meter sechzig gestutzt, die Anbauten von seiner Laube entfernt, und Hilde erholte sich von ihrem Schock.

  Ich machte mich daran, den Garten umzugraben. Gerd Urban ging Hilde zur Hand, half ihr, den Garten für den Winter herzurichten und Sellerie, Rettiche in Kisten einzuschlagen. Dann schneite, taute und fror es im Wechsel.

  Die Luft war klar, der Mond warf sein silbernes Netz über unsere Gärten, als Marta und ich unseren Abendspaziergang durch die Anlage machten. Hilde stand vor ihrer Parzelle und grüßte mit einem stummen Lächeln. Sie hielt etwas in ihrem Arm, tauchte ihre Hand hinein, zog sie wieder heraus und machte eine weit ausholende Bewegung. Erichs Asche, dachte ich.  Dann sahen wir, wie Gerd Urban in seine Laube lief, mit der Urne seiner Frau hervorkam, um sich ebenfalls von der Vergangenheit zu lösen.

  Ich legte meinen Arm um Martas Taille, gab ihr einen Kuss und dachte, dass wir nicht auf den nächsten Tanz in den Mai zu warten brauchten, bis die Gartenfreunde Hilde und Gerd zueinander finden würden.

sabato, maggio 23, 2026

Der Spiegel v. 30.4.26


Der deutsche Bundeskanzler Merz wird interviewt. Titelbild hier sind er und seine Aussage: „Ich kann in der Tat noch besser werden.“ Können wir doch alle, bis zu einem bestimmten Alter. Ich habe meinen Zenith schon überschritten, aber ich mit meinen 86 Jahren sollte mich nicht beschweren. Merz und Genossen sind jünger, die müssen Leistung bringen. Nur haben wir zur Zeit auch eine unübersichtliche Lage. - Unsere Premier in Italien denkt besser, drückt sich besser aus und ist aktiver. Aber für Deutschland ist der Merz gerade richtig. Und damit sind 15 Seiten weg.

Und die Benzinpreise. Scheinen in Deutschland pro Liter um 2.20 Euro zu liegen. Ist happig. Hat der Trump verbockt. Und trotzdem. Ist bei uns in Italien unter 2.00 Euro.

In Kiel bereiten sich deutsche Minenjäger auf eine Mission in der Straße von Hormus vor. Das Besondere daran ist wohl, dass die Minenjäger von einer Frau angeführt werden. Aber erst muss mal Ruhe in der Gegend einkehren und Genehmigungen vorliegen, um die Jäger dort operieren zu lassen.

Und wenn jemand in einem Seniorenheim für 15 Minuten Pflege 65 Minuten aufschreibt. Das ist doch sicher nichts ungewöhnliches und kaum einen Artikel wert. Geschummelt wird doch überall.

Dann gibt es einen Artikel über jemanden, der Netzwerksüchtige in den Selbstmord treibt. Hamburger Ermittler haben zu lange geschlafen, mussten erst durch das FBI auf diesen Tatbestand hingewiesen werden.

Es ist nicht mehr so frisch und fröhlich wie noch vor ein paar Jahren. Selbst im Europäischen Song Contest wird eifrig politisiert. Ich sehe ohnehin nicht fern. Habe gar keine Zeit dafür. Lässt mich kalt.

Ist schon toll, wenn mitten im Dschungel von Myanmar ein geheimes Spital existiert, weil angeschossene Rebellen sonst nicht versorgt werden können. Den aus verschiedenen Ländern eingetroffenen Ärzten kann nur ein „Dankeschön“ von hier aus zugerufen werden. Mögen Beispiele dieser Art Schule machen.

Der neue Fed-Chef wird vorgestellt. Kevin Warsh. Trump scheint noch mit ihm zufrieden zu sein. Warten wir es mal ab.

Dann ein Blick auf die Secondhand Mode. Scheint auch nicht das richtige zu sein. Der Spiegel meckert.

Vorgestellt wird auch der neue Digitalminister Deutschlands, Karsten Wildberger. Warten wir es erst einmal ab, ob Deutschland Fortschritte macht.

Dass sich Deutschland an einem Panzerbauer (hier KNDS) beteiligt, hat wohl damit zu tun, dass in Deutschland immer noch geglaubt wird, ohne Panzer geht es nicht, wobei in der Ukraine und in Russland Drohnen und Raketen die Hauptverursacher von Zerstörungen geworden sind.

Ein Problem der Zoos in Deutschland ist, dass sie Platz von älter werdenden Tieren vorhalten müssen, die aber keinen Nachwuchs mehr bekommen.

Alle 51 Minuten beendet in Deutschland ein Mensch sein Leben. Selbstmord. In Frankfurt a. Main gibt es ein funktionierendes Verfahren, diese einzuschränken. Warum das in anderen Gegenden nicht so ist, entzieht sich meinem Verständnis.

venerdì, maggio 22, 2026

Andromeda Nachrichten 292 – Science Fiction für Deutschland


 Es gibt genügend Buchbesprechungen in diesem Fanzine, um für ein ganzes Jahr mit Lesen auszukommen.

Auf zwei Seiten am Anfang sind die Kleinanzeigen über deutsche SF-Preise, die Villa Fantastica in Wien, die Phantastische Bibliothek in Wetzlar. Man kann sich da mit SF eindecken.

Dann die Preise, die jährlich vergeben werden: Deutscher Science fiction Preis, Andreas Kuschke Preis, Kurd Laßwitz Preis. Es gibt die Aktion Bücherrettung, die SF verstorbener Fans einsammelt und lagert.

Und am 2.-5. July findet der EuroCon in Berlin statt.


An Nachrufen fehlt es nicht. Alte Mitglieder sterben weg, neue werden aufgenommen.

Es gibt ein paar Verlagsanzeigen.

Und dann gibt es doch eine Menge Fans, die sich mit SF und dem Umfeld beschäftigen. Dann Autoreninterviews. Wie schon gesagt. Jede Menge Rezensionen

Ich selbt brauchte 2 Jahre, um Neal Stephensons Cryptonomicon durch zu bekommen. Es ist noch nicht mal SF. Ist aber trotzdem gut.

Ist mal wieder Terrassenzeit. Das Wetter wird wärmer, und ich habe noch einen Haufen SF als italienische Taschenbücher im Schrank, die ich noch nicht gelesen habe. Die sind als nächstes dran.


Newsletters


 Aus Bloomberg – Green Daily:

Der Krieg im Mittleren Osten könnte zu einer Umweltkatastrophe führen. Öl breitet sich im Wasser aus. dezimiert Vögel, Fischvorkommen.

Aus Bloomberg – Next Africa:

Johannesburg hat die größte Anzahl von Millionären, ist Heim einer großen Anzahl afrikanischer Unternehmen und sitzt im Herzen eines Ballungsraumes von 15 Millionen Menschen. Trotz allem kann es seine Rechnungen nicht bezahlen.

480 Millionen $ Schulden. Das E-Werk Eskom warnte mit einer ganzseitigen Anzeige, dass es Energie kürzen würde, wenn die Stadt ihre 300 Millionen $ Schulden nicht begliche.

Aus TechCrunch:

Waymo pausiert seine selbstfahrfenden Fahrzeuge in Atlanta, da die bei Flut ins Wasser fuhren. Das Unternehmen arbeitet an einer Lösung.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Samsung Chip Arbeiter bekommen einen 340.000 $ Bonus pro Person.

Aus Bloomberg – Morning Briefing:

China und andere asiatische Staaten wollen Chinas Gewinnung von Chemikalien aus Kohle kopieren, auch wenn sie wissen, dass das Verfahren nicht klimafreundlich ist.

Aus Bloomberg – 5 Themen des Tages:

Geschäftstätigkeit sinkt in Deutschland. Windkraftbetreiber ziehen sich aus Deutschland zurück, weil sie nicht daran glauben, dass sich die Einrichtung neuer Windparks in Deutschland zur Zeit lohnt.

Elon Musk hat einige Daten aus seinem Marsplan veröffentlicht. Es ist vorgesehen, eine Siedlung von 1 Million Menschen zu bauen. - Für SpaceX, das vor einem Bösengang steht, ein Verlust von 4.3 Milliarden $ angezeigt. Das Unternehmen soll Datazentren im Weltraum erstellen.

Der Aktiengang 75 Milliarden $ einbringen.

Aus CNBC – Breaking News:

Nach einer Beteiligung der USA an Quantum-Firmen und einer 2 Milliarden $ - Unterstützung stiegen deren Aktienkurse.

Aus The Rundown AI:

Google veröffentlichte seinen Co-Scientist Research-Bericht in dem Wissenschaftsmagazin Nature, eröffnete eine Hypothesis-Generation – ein neues Gemini-getriebenes Werkzeug das Forschungs-Agenten in einem Ideenwettbewerb gegeneinander aufstellt.

giovedì, maggio 21, 2026

Newsletters


 

Aus Bloomberg Breaking News:

Elon Musk verliert den Prozess gegen Sam Altman.

Aus Businessweek Daily:

Nach drei Jahren explodierender Raketen muss SpaceX mal ein Starship hochbekommen. Jetzt soll ein neuer Test stattfinden.

Administratoren der Columbia University gaben sich zufrieden über eine 1.5 Millionen $ Partnerschaft mit OpenAI. Smartere Forschung, besseres Zeit Management und Rund-um-die-Uhr Lernunterstützung seien die Vorteile. - Studenten sehen es nicht so. „Wir sind nicht zufrieden mit Fortschritten der AI, wenn man sieht, dass sie unsere Umwelt verschmutzen, falsche Information verbreiten, uns nachspüren und unsere Jobs dezimieren“, sagt Tyner, 20, die OpenAIs ChatGPT eine Betrugsmaschine nennt.

Bürger in Columbia, SC, wurden von Tyner außerhalb des „AI Days“ befragt, der von Microsoft und Gartner, Inc eingerichtet wurde, befragt, ob sie die Parnerschaft gut heißen würden. Die Leute lehnten es 9\1 ab.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

US-Präsident Trump schickte einen Mann nach Grönland zu weiteren Gesprächen. Die Grönländer wiesen darauf hin, dass Trump seine Meinung nicht geändert hat, sich Grönland einzuverleiben.

Im UK sind es zur Zeit Andy Burnham und Wes Streeting, die den jetzigen Ministerpräsidenten Starmer ablösen wollen.

Uganda läßt zur Zeit niemanden mehr einreisen aufgrund des Ebola Virus, der das Land und auch die Demokratische Republik Kongo befallen hat. Das Virus ist auch deshalb so gefährlich, weil es gegen diesen Typ kein Impfstoff gibt.

Singapurs Gas reicht bis zum Jahresende. Käufe auf dem Spot-Markt haben dazu beigetragen.

Aus Superintelligence:

Mistrals CEO Arthur Mensch warnt die französischen Parlamentarier, dass die Uhr gegen Europa tickt, wenn die nicht in die Hucke kommen und eigene Chips, genug Energie für eine AI herstellen.

Europa müsste seine eigene AI-Infrastruktur bauen, um nicht von den USA abhängig zu werden.

Aus Next Africa:

Südafrikas Unternehmen Exxaro öffnete die Expansion einer Kohlengrube in seinem Matla-Gebiet. Das in der Nähe liegende Kraftwerk wird damit um 2 Dekaden Energieträger bekommen. Südafrika generiert 80 % seiner Energie mit Kohle, auch wenn erneuerbare Energieerzeuger dem Netz hinzugefügt werden.

In Ostafrika streikten die Fahrer von Minibus-Taxen, um ihre Regierungen zu veranlassen, sämtliche Steuern auf Treibstoff zu stornieren, da der Benzinpreis durch den Irankrieg in die Höhe geschossen ist.

Aus Bloomberg – Fünf Themen des Tages:

Uniper, einer der größten Energieversorger Europas, zur Zeit im Besitz Deutschlands, soll, durch EU-Auflagen bedingt, verkauft werden.