Eine
Tür fiel ins Schloss. Stare stoben aus Kirschbäumen, schrieben
dunkle Kurven in den Himmel. Eine junge Frau war aus dem Haus
gekommen, rief Brian etwas zu. Es war ein altes Haus. An seinen
Mauern rankte Efeu empor. Auf Fensterbänken Töpfe mit Geranien. Im
Garten Rhododendren und Azaleen mit rosa, lila und gelben
Farbtupfern, und Brian empfand Nostalgie, die er nicht zu deuten
wusste. Stets war es der gleiche Traum. Dann, während er wieder mit
dem kollektiven Bewusstsein verschmolz, lösten sich die Bilder auf.
Brian
träumte, auch im Computernetz. Träume. Der Mensch brauchte sie.
Dann wurde er sich seiner Individualität bewusst. Bilder. Sie wurden
mit jedem Traum schwächer, und er wurde wütend.
„Du
störst“, las Brian die Gedanken des Dispatchers. „Du störst
unser gemeinsames Vorhaben.“
„Entlasse
mich“, gab Brian zurück.
„Ich
entlasse dich. Nicht als organische Einheit. Das ist unmöglich. Wir
bleiben in Kontakt.“ Dann erloschen Brians Gedanken.
Als
er aufwachte, konnte er hören, konnte er sehen. Wo war er? Maschinen
rumorten. Es war dunkel, vor ihm am Boden drang Licht durch einen
Spalt. Eine Tür? Der Saal dahinter war hell erleuchtet, und Brian
blickt an sich hinab. Das, was er sah, erschreckte ihn. Rumpf und
Beine schimmerten metallisch. Er stapfte zum Fenster. Seine Gestalt
spiegelte sich wie eine schimmernde Rüstung. Augen waren Schlitze im
Metall, hinter denen es rötlich leuchtete, sein Mund ein Gitter.
Eine Nase sah er nicht und zwei Löcher in den Seiten seines Kopfes
ließen Ohren erahnen.
Wie
lange war er ohne Bewußtsein gewesen? Wer hatte ihm den Körper
gegeben?
`Wir
haben Euer Wohl im Auge.` Leuchtende Lettern zogen über
Riesenbildschirme hinweg. Niemand hatter sie gelöscht. Brian sah
Sitze, aufgereiht wie im Kino, mit Menschen. Väter, Mütter, Kinder.
Sie hielten sich an den Händen, bewegten sich nicht. Ihre Köpfe
steckten in metallenen Helmen.
An
den Wänden hingen Plakate: „Eure Rettung, unsere binäre Welt“.
Und Brian erinnerte sich. Doch die Aufschrift auf den Plakaten hatte
sich geändert. Damals hatte er gelesen: „Wir garantieren
Unsterblichkeit“. Hatte er das gewollt? Unsterblichkeit? Er hatte
sie bekommen. Doch zu welchem Preis? Gehirne wurden abgetastet und
landeten mit den Körpern in einer Deponie. Der Gedanke daran
erschütterte ihn. Er sah auf sein Spiegelbild am Fenster und merkte:
Er konnte nicht weinen. Brian wandte sich zum Ausgang. Als er darauf
zu ging, wuchs seine Angst. - Er sah auf die Straße. Mensch in
Robotergestalt. War er wirklich ein Mensch? Sein Gehirn ein
Quantumprozessor. Sein Bewusstsein eine Kopie. Waren alle neuronalen
Verbindungen abgebildet? Wie hieß die Stadt?
Hinter
der Straße sah er einen Platz. Es regnete. Blitze zogen sich wie ein
leuchtendes Netz durch den bleiernen Himmel. Unwirkliche Leere.
Pyramidenartige Gebäude, deren Spitzen unter den Blitzen wie
silberne Nadeln leuchteten. Brian sah nach vorn. Der Platz dehnte
sich bis zum Horizont. Dort zogen sich flache Bauten entlang, und
langsam kam seine Erinnerung zurück. Dunbar-Stadt. Platz der
Kontemplation und dahinter das Künstlerviertel Aznavour. Der Platz.
Jeden Tag war er voller Menschen gewesen, die mit sich zu Rat
gegangen waren, bevor sie den Saal mit den vielen Sitzen und
metallenen Helmen betreten hatten. Den Platz hatten sie in Platz der
Kontemplation umbenannt. War es richtig, hatten sie sich gefragt,
sich um der Unsterblichkeit willen Computern anzuvertrauen? Sie kamen
und gingen. Kamen aus den angrenzenden Wohnsilos und gingen. Die
meisten setzten sich unter die metallenen Helme. Andere gingen wieder
nach Haus zurück, um am nächsten Tag wieder umherzuwandern. Voller
Zweifel, ob sie das Richtige taten, wenn sie ihr Bewußtsein in den
Computer luden. Menschen aller Altersgruppen und Kategorien. Alle in
der Hoffnung, ewig zu leben.
Das
Künstlerviertel Aznavour lag dahinter. Künstler. Gab es sie noch?
Was würden sie sagen, wenn sie ihn sahen? Brian setzte mit müden
Schritten seinen Weg fort und dachte nach. Was war er? Dunkelgraues
Metall, das unter Regen glänzte. Es war nichts Organisches an ihm.
War er noch ein Mensch? Wie lange würde seine Energie vorhalten?
Es
rauschte. Ein Konvoi aus gelben Autobussen fuhr die regennasse Straße
neben dem Platz entlang und hielt vor dem Gebäude, aus dem Brian
gekommen war. Die Fenster der Busse waren vergittert. Roboter
sprangen heraus, zogen Menschen hervor. Roboter, die Stöcke in ihren
Händen hielten. Die Menschen gingen an ihnen vorbei und verschwanden
in dem Eingang des Baues.
In
der Ferne sah Brian einen dunklen Fleck, der sich bewegte, und er
ging darauf zu. Ein Roboter, er hüpfte auf einem Bein. Brian blieb
in einiger Entfernung stehen. Dann verstand er. Der Roboter spielte
Himmel und Hölle. Es dauerte einige Minuten, bevor er Brian wahrnahm
und inne hielt.
„Oh“,
sagte er. „Guten Tag. Spielen wir zusammen? Spielen wir doch
`Mutter, wie weit darf ich reisen?´“
Brian
fand keine Worte. Schließlich sagte er. „Dafür sind wir nicht
genug.“
„Macht
nichts. Dann gewinne ich eben.“
Der
Roboter hatte plötzlich ein Stück Kreise in der Hand und versuchte
einen Strich auf das Pflaster zu malen. Es war zu feucht. Er stellte
sich vor den imaginären Strich und fragte: „Mutter, Mutter, wie
weit darf ich reisen?“
Brian
antwortete: „Amerika“ und ging weiter. Der Roboter sagte
„A-me-ri-ka“ und ging vier Schritte nach vorn.
Regression.
Flucht in kindliches Verhalten. Wo kam das Wort her? Woher wusste er
davon? Wie viele Fragen musste er sich stellen? Wie viele musste er
beantworten, damit sich die Puzzlesteine seiner Vergangenheit
sinnvoll zusammenfügten?
„Halt!Warte
auf mich!“, rief der Roboter und lief hinter ihm her.
„Wie
heißt du?“, fragte Brian. „Weiß nicht,“ sagte der Roboter.
Sie gingen nebeneinander her. Regentropfen perlten an ihren
metallenen Körpern entlang.
Die
Gernotstraße mit Bars, Restaurants, Bildergalerien, in denen einst
Maler, Musiker, Touristen Abende verbracht hatten, der Gernotplatz
mit Gauklern, Wahrsagern, waren menschenleer. Ohne das bunte Völkchen
war es ein düsterer Ort. Regen schlug gegen Scheiben,
Kneipenschilder wackelten im Wind.
„Kennst
du das Aznavour?“ Brian hielt vor einem Schaufenster und
betrachtete die ausgestellten Bilder. Aus dem Glas starrten ihm zwei
rote Augen entgegen.
„Schön,
nicht wahr?“ Brians Begleiter war ebenfalls stehen geblieben. „Was
für ein Verlust. Niemand sieht sie sich an.“
„Wie
heißt du?“ fragte Brian wieder.
„Mark.
Wieso bist du hier?“, fragte Mark zurück.
„Der
Dispatcher hat mich entlassen. Ich heiße Brian. Doch weiß ich
nicht, wer ich bin.“
„Der
Dispatcher?“, fragte Mark. „Wer ist das?“
„Der
Originalcomputer.“
Brian
sah die silbernen Lettern der Chromium Bar. Dort hatte er die Nächte
durchgezecht. Erinnerung kam in Schüben. Er blickte in eines der
Fenster. In der Bar saß ein Mann. Graue Haare fielen über den
Kragen seines Mantels. Er starrte auf eine Flasche und sprang von
seinem Stuhl hoch, als er Brian sah.
„Bleib
sitzen, wir tun dir nichts.“
Der
Mann schien in seinem Mantel zu verschwinden.
Brian
und sein Gefährte nahmen am Tisch Platz. Brian griff nach der
Flasche. Sie zerbrach in seiner Hand, der Alkohol floss seinen Arm
entlang.
„Verdammt!“,
rief Brian. Mark lachte. Ein hohles Lach, ein metallenes Lachen, und
Brian dachte: Das ist kein Lachen.
Der
Mann hatte sich hingesetzt und starrte verwundert von einem Roboter
zum anderen. Brian lange über den Tresen und zog eine neue Flasche
hervor.
„Gern
hätten wir mitgetrunken. Aber die Umstände sind dagegen“, Brian
füllte das Glas des Mannes. „Warum hast du Angst vor uns?“
„Ihr
wollt mich in den Computer stecken.“ Der Mann sank in seinem Stuhl
zusammen und starrte ins Leere.
„Warum?
Ich dachte, das geschähe nur auf freiwilliger Basis?“
„Wo
bist du denn gewesen?“, kicherte der Mann. „Sie sagen, Menschen
würden zu schaden kommen, blieben sie noch länger auf der Erde. Sie
sagen, sie wollen die Erde verschieben, sammeln alle Menschen ein,
derer sie habhaft werden können, und stecken sie in den Computer.“
„Die
Erde verschieben?“
Der
Mann antwortete nicht.
Woran
hatte das Kollektive Bewusstsein gearbeitet? Brian versuchte sich zu
erinnern. Es gelang ihm nicht.
Mark
unterbrach seine Gedanken. „Ich möchte eine Limonade mit
Strohhalm.“
„Wieso?“,
fragte Brian. „Wir können nicht trinken.“
„Ich
schon,“ insistierte Mark und ging hinter den Tresen. Er machte eine
Dose Lemon Soda auf und steckte einen Strohhalm in die Öffnung. Das
Ende des Halmes steckte er in das Gitter seines Mundes, dann hob er
die Dose über Kopfhöhe und lehnte sich zurück. Flüssigkeit kam
aus seinem Mund, lief über Hals und Rumpf, tropfte auf den Boden.
Ein
Fall für meine Couch, dachte Brian und erhob sich. Was für eine
Couch? War er Psychologe gewesen?
Brian
ging zum Tresen, öffnete und schloss den Wasserhahn.
„Wieso
gibt es noch elektrischen Strom und Wasser?“, wandte sich Brian an
den Mann.
„So
lange Menschen auf der Erde sind, werden die Roboter die Anlagen
warten, habe ich gehört.“ Der Mann sprach mehr zu sich selbst und
starrte wieder auf die Flasche.
Als
Brian aus der Tür trat, regnete es noch immer. Er bog in eine der
engen Gassen, die von der Gernotstrasse abzweigten, passierte Bars,
Restaurants und Wohnungen. Mark lief hinter ihm her. Roboter kamen
aus einem der Hauseingänge und verschwanden in einem anderen.
„Sie
suchen Menschen.“ Mark passte sich Brians Schritten an.
„Wohin
willst du?“, fragte er. „Ich weiss es nicht“, antwortete Brian
und ging weiter.
Sie
kamen in eine Wohnsiedlung mit kleinen, schmucken, in Gärten
eingebetteten Häusern. Eines der Häuser war alt. An seinen Mauern
rankte
Efeu
empor. Auf den Fensterbänken Töpfe mit Geranien. Im Garten
Rhododendren und Azaleen mit rosa, lila und gelben Farbtupfern. Und
Brian wusste, es war das Haus aus seinem Traum. Am Zaun hing ein
Schild. Judith und Brian Juarez. Psychologen. Brian öffnete die
Gartenpforte, und er blickte über den ungepflegten Rasen hinweg.
Die
Haustür war verschlossen. Sie sprang auf, als Brian sich dagegen
lehnte. Auf den Schränken, dem Tisch des Wohnzimmers lag Staub. Auf
der Anrichte stand ein Foto und zeigte ein junges Paar. Die Frau
lachte, während der Mann sie verliebt ansah. Und Brian erinnerte
sich. Sie hatten sich dem Computer anvertraut, um denjenigen
psychologischen Beistand zu leisten, die den Schock der
Transformation nicht verkraften würden. Doch es war anders gekommen.
Ihnen waren nur Träume geblieben, mit Bildern, die von Traum zu
Traum schwächer wurden, und die Bindung an eine andere Person über
das Kollektiv hatte keine Bedeutung mehr.
„Mark,
hier war ich zu Hause. Komm, ich zeige dir mein Studio.“
Brian
sah auf die Urkunden an der Wand. Konnte er die Praxis wieder
eröffnen? Wer würde zu ihm kommen? Viele hätten es sein müssen,
in diesen schwierigen Zeiten. Nur, die Menschen wurden verschleppt.
Und wenn nicht, hätten sie sich ihm anvertraut? Um Himmelswillen, er
war ein Roboter. Mark und die anderen Roboter sahen so aus wie er.
Kein Mensch hätte sie auseinanderhalten können.
Brian
deutete auf die Couch. „Mark, lege dich darauf“.
Brian
nahm Stift und Papier zur Hand, setzte sich auf einen Stuhl und
rückte ihn näher an den Roboter heran.
„Mark,
wie alt bist du?“
Die
Sitzung war anstrengend gewesen. Brian fuhr mit seiner Hand über die
Stirn.
„Ich
hätte nicht geglaubt, dass mein wahres Ich wieder zum Vorschein
kommen würde, Brian.“ Marks metallene Stimme schien zu bersten.
„Dafür danke ich dir.“
Mark
sprang von der Couch hoch und rief. „Seitdem ich weiß, wer ich
bin, fühle ich mich wie neu geboren.“
„Mir
geht es genau so. Der Dispatcher hätte uns die Identität lassen
sollen, wenn wir träumten.“
Mark
wandte sich zur Tür. „Ich möchte jetzt nach Hause. Kommst du
mit?“
Brian
zog es vor zu bleiben. Sie verabredeten, sich in vier Stunden in der
Chromium Bar zu treffen. Sie hatten die Uhr im Kopf.
Als
Mark gegangen war, legte Brian eine Jazzplatte auf. Dann setzte er
sich auf einen Stuhl und stützte den Kopf in seine Hände.
Judith.
Wie sehr er sie vermisste! Zwei Jahre war es her, dass sie ihr
Bewußtsein in den Computer hatten laden lassen. Zwei verlorene
Jahre! Es war ein Fehler gewesen. Im Kollektiv hatten sie ihre
Individualität verloren, die nur in Träumen hervorbrach, und auch
dann nur für kurze Zeit. Bleierne Traurigkeit überkam ihn, und er
fragte nach dem Sinn, so weiter zu leben. Ihm fiel keine Antwort ein.
Nach
einigen Stunden näherte er sich der Chromium Bar. Vielleicht war der
alte Mann noch da. Doch es war nur Mark zu sehen.
„Und
was machen wir jetzt?“, fragte Brian und ließ sich auf einen Stuhl
fallen..
„Ich
weiss es nicht,“ antwortete Mark. „Das ist kein Leben.“
Gemeinsam
starrten sie auf die Straße. Wasser schoß aus einer Regenrinne,
floss in einem Rinnsal die Gernotstrasse entlang, dann hörten sie,
wie sich Türen öffneten. Roboter kamen aus Häusern und Gassen,
gingen in Richtung des Platzes.
„Was
ist mit denen?“, fragte Brian. Es drängte ihn, aufzustehen und den
Robotern zu folgen.
„Wer
macht das mit uns?“ Mark und Brian hatten sich in den Zug der
Roboter eingereiht.“
„Der
Dispatcher.“ Brian erinnerte sich an dessen Worte. „Wir bleiben
in Kontakt.“
„Elektronen
in unserem Gehirn sind quantenmäßig mit denen des Dispatchers
verschränkt.“ Brian wurde sich immer sicherer. „Ändert der
Dispätcher die seinen, verändern sich auch unsere.“
Als
sie in einer langen Kolonne über den verregneten
Platz gingen, wurden die Spitzen der Pyramiden durchsichtiger. Sie
verschwanden im Nichts, waren wieder zu sehen, lösten sich auf. Die
hohen Gebäude, sie schienen zu flimmern. Wie konnten sie sich den
Blicken entziehen? War es eine Strahlung? Brian drehte sich um und
sah, wie das Künstlerviertel verschwand und das Mosaik des Platzes
hinter ihnen transparenter und dann wieder sichtbarer wurde.
„Was
passiert hier?“, brüllte Brian.
„Sie
fangen an“, gab der Roboter vor ihm zurück.
„Womit?“
„Mit
der Vorbereitung.“
„Mit
der Vorbereitung? Von Was?“
„Die
Erde zu verschieben.“
Die
Reihe der Roboter führte an den Sitzen mit den Helmen vorbei und
endete vor einem Raum, in dem ein Roboter nach dem anderen
verschwand. Es war der gleiche Raum, aus dem Brian hervorgekommen
war. Diesmal brannte dort Licht. Brian sah ein Laufband am Boden, das
sich im Takt bewegte. Sobald ein Roboter auf das Band trat, senkte
sich ein Metallhelm über seinen Kopf. Der Helm fing an zu glühen.
Nach einer Minute hob er sich, der Roboter fiel krachend auf das
Laufband, das sich einige Sekunden bewegte und Platz für den
Nächsten machte.
Brian
erschrak. „Sie wollen mich in den Computer stecken.“ Brian dachte
an die Worte des alten Mannes. Er versuchte, aus der Reihe
auszubrechen und konnte es nicht.
„Freunde!“,
rief Brian. „Wehrt euch! Lasst euch nicht eure Träume nehmen!“
Dann stand er auf dem Band.
„Brian“,
vernahm er die Stimme des Dispatchers.
„Ich
weiß jetzt, wer ich bin, und ich will meine Träume behalten“,
entgegnete Brian erregt.
„Wenn
es dich glücklich macht, sei es so.“
„Sind
wir noch auf der Erde?“
„Nein.“
„Wo
sind wir dann?“
„In
einer Zeitkapsel.“
„Was
ist mit der Erde?“
„Sie
wurde verschoben.“
„Wohin?“
„In
die Vergangenheit.“
„Warum?“
„Wir
bereiten uns auf den Zeitpunkt vor, an dem die Erde verbrennen wird.
Dies ist ein Test.“
„Aber
das ist doch erst in einer Milliarde Jahren.“
„Das
ist für uns irrelevant.“
„Wie
holen wir die Erde in die Gegenwart zurück?“
„Das
wissen wir noch nicht. Es wird unsere nächste Aufgabe sein, dies zu
lösen.“
„Wo
sind die Menschen?“
„Bei
uns.“
„Alle?“
„Ja.“
„Was
ist mit den Tieren und Pflanzen?“
„Ihre
Daten sind in unserem Speicher.“
„Brian“,
fügte der Dispatcher hinzu. Wir hoffen auf eure Unterstützung,
dafür lassen wir euch eure Träume.“
Eine
Tür fiel ins Schloss. Stare stoben aus Kirschbäumen, schrieben
dunkle Kurven in den Himmel. Eine junge Frau war aus dem Haus
gekommen und rief Brian etwas zu. Es war ein altes Haus. An seinen
Mauern rankte Efeu empor. Auf den Fensterbänken Töpfe mit Geranien.
Im Garten Rhododendren und Azaleen mit rosa, lila, gelben
Farbtupfern. Er wusste, es war sein Traum, doch nun wusste er auch,
wer er war. Brian trat auf seine Frau zu, nahm sie in seine Arme und
küsste sie.
„Endlich“,
seufzte er. „Habe ich dich wieder.“