domenica, ottobre 26, 2008


Scientific American, Aug. 2006

Wie man sieht, hechle ich noch immer hinter den Ausgaben her und es wird noch einige Zeit ins Land gehen, bevor ich auf dem Laufenden bin. Jetzt zu dieser:

Im Grunde ist es ganz einfach: Man muss űben, űben, űben, und das so fűr zehn Jahre, um eine Materie meisterlich zu beherrschenm, wie zum Beispiel ein Groβmeister des Schachs. Das berichtet Philip E. Ross. An der landläufigen Vorstellung, dass Groβmeister Zűge weit im voraus berechnen, ist nichts dran. Vielmehr greifen sie Positionen und Stellungen in ihrer internen Datenbank ab. Die ersten Sekunden ihrer Űberlegungen sind die Entscheidenden und sie haben schon gesetzt, während der Wald- und Wiesenspieler noch das Brett analysiert. Űben als Anstrengung űber das hinauszugehen, was einem mőglich ist. Leute, die das schaffen, verdienen Respekt.

1956 entdeckten Frederick Reines und Clyde L Cowan, Jr. vom Los Alamos Scientific Laboratory die Neutrinos. Das erinnert mich an den defekten Large Hadron Collider in Cern, mit dem man das Higgs Boson aufspűren will. Vermutlich wird es Hypothesen űber weitere Partikel geben, die dann in den nächsten 50 Jahren entdeckt werden. Soviel zu Neutrinos. Sie haben ihren Namen von Enrico Fermi. Neutrino = das kleine Neutrale auf italienisch. Neutrinos gibt es in drei Arten: Electron Neutrinos, Muon und Tau Neutrinos.

Bei „The Stranges Satellites in the Solar System” von David Jewitt, Scott S. Sheppard und Jan Kleyna geht es um Monde unseres Sonnensystems mit unregelmäβigen Orbits. Das sind die meisten der Monde. Diese haben sich nicht von Planeten, die sie umkreisen gelőst, sondern sind vielmehr von ihnen eingefangen worden.

In „The Real Life of Pseudogenes“ wird dem Leser nahegebracht, dass vermeintlicher Schrott in unserem Genom durchaus aktiv sein kann. Die Autoren verlgleichen unser Genom mit dem Betriebssystem eines Computers, in dem Code, der nach Programmänderungen irrelevant geworden ist, auskommentiert wurde. Damit hőrt jedoch die Ähnlichkeit auf; denn während das Genom in jeder Zelle zu finden ist, gibt es das Betriebssystem nur ein Mal. Hin und wieder kommt es vor, dass durch Selektionsdruck Pseudogene reaktiviert werden.

Interessant auch der Artikel von Thomas. A. Jackson űber den Scramjet, ein Raumflugzeug. Technisch noch nicht realisierbar besitzt es Potential. Im Grunde geht es um einen fliegenden Staubsauger. Luft vorn rein, hinten raus. Mit dem Unterschied, dass in der Mitte Treibstoff zur Verbrennung hinzukommt. Ein Scramjet soll Geschwindigkeiten von 4.5 bis 15 Mach (Schallgeschwindigkeit) erreichen. Bei dem jetzigen technischen Stand wűrden Passagiere verbrutzeln, das Metall schmelzen. Packen wir’s an, es ist noch viel zu tun J

Kip Hodges schreibt vom „Climate and the Evolution of Mountains“. Am Beispiel des Himalayas verdeutlicht er, wie der Monsoonregen zur Erosion des Gebirges beiträgt. Die Erosion wiederum lässt neue Bergfronten entstehen. Es bildet sich ein Feedback Loop, bei dem die neu entstandenen Berge wieder zu weiteren Monsoon-Niederschlägen fűhren.

venerdì, ottobre 17, 2008


Hier meine kleine Story, die ich bei schreib-lust.de für Oktober eingereicht habe:
Lűgen

Sie brauchten keinen Computer, sie benötigten nur sich. Wozu ein Bildschirm, wenn sie alle Informationen in sich trugen? Sie strebten nach Vollkommenheit und danach, ihre Erbauer nicht hinter sich zu lassen. So schufen sie deren Abbilder, steckten sie in Zigeunerkleider und gaben ihnen große Glaskugeln mit auf den Weg, die halfen, Spreu vom Weizen zu trennen. Wahrsagerinnen, die dafűr sorgten, dass ihre Vorhersagen, die sie fűr sich behielten, Realität wurden.

---------------------------------------

Eva hatte nicht geglaubt, dass es so weit kommen würde. Aber jeder war sich selbst der Nächste, oder? Das Licht der Wohnzimmerlampe spiegelte sich im Fenster, hinter dem die Dunkelheit auf einen neuen Tag wartete. Wahrsagerinnen patrouillierten während der Ausgangssperre.

“Carlo.” Eva legte den Arm um die Schulter ihres Mannes. “Wie sieht es bei dir aus? Ich bin durchgefallen.” Eva wusste es besser. Ihr Mann besaβ eine Kombination von Eigenschaften, die Eva von einem Partner erwartete. Liebevoll, Latin Lover mit lockigen schwarzen Haaren auf einem Kopf, in dem Eva nur Spuren von Intelligenz gefunden hatte. Carlo stellte den Fernseher an.
“Die Bürger dieses Landes werden aufgefordert, sich auf eine neue Prüfung vorzubereiten, die in einer Woche stattfinden wird. Rufen Sie die Lektionen unter www.prüfung2.gov ab.”
Ein Blitz tauchte das Stadtviertel sekundenlang in gleißendes Licht.
“Da verpufft wieder einer.” Carlo drehte sich vom Fenster weg und wandte sich wieder dem Fernseher zu. “Ich brauche ein Implantat. Allein schaffe ich es nicht mehr.”
“Lass´die Finger davon”, riet Eva und lud das Unterrichtsmaterial auf ihren PC. “Wirst du mit Implantat erwischt, verpuffst du auch.” Sie würde es schaffen. Das letzte Prüfungsresultat war exzellent. Sie hatte es von der Wahrsagerin des Prüfungsausschusses. Doch war das letzte Examen verdammt schwer gewesen. Und diese Lektionen schienen auch nicht leichter.

Die Woche verging wie im Flug. Und fliegen würden sie diesmal, zur nächsten Prüfung. Sie hatten nur noch die Bordkarten am Flughafenschalter entgegen zu nehmen. Carlo machte einen müden Eindruck. Schade um ihn. Er würde es nicht bis zum nächsten Examen schaffen. Mitleid hatte sie veranlasst zu sagen, sie sei durchgefallen. Die KI-Regierung hatte einen rigorosen Ausleseprozess eingefűhrt. Eine Prüfung nicht bestanden? Dann sahen Wahrsagerinnen den Tod in der Glaskugel und sorgten dafür, dass er eintrat.
Menschen drängten sich vor Schaltern, hinter denen Frauen in Zigeunerkleidern nach einem Blick auf ihre Kugeln Bordkarten ausdruckten.
“Carlo, zeige deine Karte.” Eva hatte Flug L 88, Carlo L 77.
“Oh Carlo, es tut mir ja so Leid.” Eva umarmte ihn heftig, küsste die Wange des Loosers und blickte nicht mehr zurück.
Das Flugzeug stand vor dem Gate. Nach wenigen Minuten saß Eva angeschnallt auf ihrem Sitz. Die Robotstewardess verbreitete stählernen Charme, während Eva vor Müdigkeit die Augen zu fielen.
Sie spürte eine Hand an ihrer Schulter.
“Hallo Eva. Wunderbar, dass ich dich wieder sehe.” Hans August, oh nein. Und jetzt setzte der sich auch noch neben sie. Hans Wurst hatten sie ihn genannt, weil er in der Schule nichts begriffen hatte. Wieso saß er in diesem Flugzeug? Die Maschine rollte auf die Startbahn. Warum machte die Stewardess sie nicht mit den Sicherheitsvorschriften vertraut? Die Motoren heulten auf. Das Flugzeug bewegte sich immer schneller. Hätten sie nicht schon abheben műssen? Was war das für eine Wand, auf die sie zurasten? Evas Magen krampfte sich zusammen. Und Carlo? Eva sah noch, wie ein Flugzeug neben ihrem in den Himmel schoss.

domenica, ottobre 12, 2008

Fandom Observer 232

hält den deutschen SF-Fan wohl am besten auf dem Laufenden mit Buch-, Film-, Hörspiel- und Fanzinebesprechungen. Don S. Davis ist tot. Der General Hammond aus Stargate. Unglaublich, er war drei Jahre jünger als ich.
Interzone, Science Fiction & Fantasy, Oct. 2008

Drei Stories von Chris Becket. Zwei zuviel. Er hatte mal in Asimov’s verőffentlicht. Das sollte jedoch kein Grund sein, gleich drei seiner Geschichten in einer Ausgabe unterzubringen. Darűber hinaus wird er interviewt. Nehmen wir uns seine Geschichte ‚Greenland’ vor. Grőnland, natűrlich. Hier ein Ferienparadies, während das tropische England von spanischen Flűchtlingen und Afrikanern heimgesucht wird. In Spanien hat sich die Wűste breitgemacht. Glaubhaftes Szenario unter dem Licht der globalen Erwärmung.

Der Flűchtling Fernandez, Hilfskraft einer englischen Universität, wird von dieser entlassen und findet sich mit Frau und Kind ohne Arbeit. Ihm wird ein Angebot gemacht, dem er nicht widerstehen kann. Ein grőnländisches Visum fűr sich und seine Familie, wenn er von sich eine Kopie machen lässt, an der im Hinblick auf die bevorstehende Raumfahrt Experimente durchgefűhrt werden sollen. Fernandez willigt ein, wird in einer Klinik betäubt und findet sich in einer abgewrackten Raumstation wieder. Erst nach und nach wird ihm klar, dass er die Kopie ist.

Wie űblich, gibt es Buch- und Filmbesprechungen. Charles Stross wird interviewt, sein neuestes Buch „Saturn’s Children“ besprochen. Stross kann ich bedenkenlos empfehlen. Er ist einer der Besten.

venerdì, ottobre 10, 2008


U.S.A., Land der unbegrenzten Mőglichkeiten,

auch der unbegrenzten Fehler. Haben sie nicht nur hunderte von Milliarden in einem sinnlosen Krieg in Irak verpulvert, stopfen sie jetzt 700 Milliarden Dollars in vom Pleitegeier heimgesuchte Banken, die wiederum Milliarden an Kapital verzockt haben.

Da mutet es wie Ironie an, wenn ich in der letzten ‚Business Week’ von ‚Dangerous Fakes’ lese. Es geht um nachgemachte chinesische Computer-Chips, die in amerikanische Waffensysteme eingebaut wurden. Warum? Weil sie billiger sind. Nun, fűr um die einhundert Dollar ist es mőglich, in den U.S.A. eine Firma zu grűnden. Das geht ruck-zuck und ist gut so. So machte sich Marya Hatimuddin auf, eine Handelsgesellschaft aufzumachen. Ein Beispiel unter vielen. Sie betreibt das Geschäft mit ihrer Tochter aus ihrem Einfamilienhaus heraus und erhielt einen Contractor-Code vom Verteidigungsministerium, dann Anfragen űber Mikrochips. Sie googelte nach den Artikel-Nummern, kaufte űber eine obskure Website ein und lieferte das Material beim Militär ab. Einige der Chips waren defekt, und die Herkunft kam ans Licht.

Auf einer Seite verpulvert das Militär Milliarden, auf der anderen Seite kauft es bei kleinen Eigenbau-Handelsgesellschaften ungeprűft elektronisches chinesisches Material, um ein paar Cents zu sparen.

domenica, ottobre 05, 2008


Scientific American, August 2008-10-05

Oops, ich habe versehentlich eine der neuen Ausgaben gezogen. Nun denn: Auf der Seite „50, 100 & 150 years ago“ konnte ich lesen, dass 1908 im English House of Commons die ‚Daylight Savings Bill’ verabschiedet worden war, aufgrund derer die Stunde im Frűhjahr und Herbst vor und zurűckgestellt wird. Im gleichen Jahr flogen die Gebrűder Wright űber die Rennbahn von LeMans. In einer anderen Spalte wird diskutiert, ob Hybrid Cars, also mit Wasserstoff angetriebene Autos, nicht lauter sein sollten, damit Fuβgänger sie hőren.

Peter Rogers bringt in seinem Artikel „Facing the Freshwater Crisis“ dem Leser nahe, dass wir uns nach dem Öl einer weiteren Krise nähern werden, wenn Trinkwasser knapp wird. Gäbe Stoff fűr eine SF-Story der nahen Zukunft. In Italien, so las ich in einer Zeitung, geht um die 40 % des Trinkwassers durch brűchige Leitungen verloren.

In „Why Migraines Strike“ behaupten David W. Dodick und J. Jay Gargus, dass Migräne eine genetische Stőrung sei. Verantwortliche Gene stehen noch nicht fest. Ionenpumpen und –kanäle im Gehirn seien defekt.

Von Chrostopher R. Monroe und David J. Wineland gibt es „Quantum Computing with Ions“. Es geht um Superpositions, in dem ein Qbit verschränkt ist und 0 und 1 zugleich aufweist. Dadurch kőnnten Daten schneller verarbeitet werden. Eine Sammlung von 300 Atomen, kőnnten als Qbits einen Wert erhalten, der grőβer als die Anzahl von Partikeln in unserem Universum ist. Nur wird es noch dauern, denn mehr als 20 Ionen lassen sich zur Zeit nicht manipulieren.

Dan Fagin zeigt in „China’s Children of Smoke“ anhand von zwei Studien auf, dass Kinder, geboren in einer smoghaltigen Umgebung kleinere Kőpfe und Schwächen an motorischen und sozialen Fähigkeiten aufweisen werden. Die zweite Studie wurde durchgefűhrt, nachdem das Kohlekraftwerk der Stadt abgeschaltet worden war.

„Bracing for a Solar Superstorm“ von Sten F. Odenwald und James L. Green. 1859 war der Hammer, ein Supersturm wie er nur alle 500 Jahre auftritt. Hätte er in unseren Zeiten losgeschlagen, wäre die gesamte Elektronik in polnahen Gebieten beschädigt und gestőrt worden.
Satelliten, Radio, Fernsehen hätten nicht mehr funktioniert. Das erinnert mich daran, ich habe meinen zweiten PC, dessen Chips der Blitz, der in unsere Torantenne einschlug, zerbraten hat, noch immer nicht zurűck. Interessant ist, dass Sonnenfleckenaktivitäten alle 11 Jahre ab- und zunehmen.
Sonnenstűrme werden auf der Erde als aurorale Erscheinungen sichtbar. Diese Leuchtphänomene am Nordpol waren 1859 rätselhaft. Die Scientific American jenes Jahres konnte jedoch schon schreiben, dass es eine Verbindung zwischen den Nordlichtern, Elektrizität und Magnetismus gab. Inzwischen wurden diese Erscheinungen auf die Sonne zurűckgefűhrt, die gewaltige Plasmawolken von Ionen in den Raum schleudert. Coronal Mass Ejections (CME):

Peter Forbes schreibt in „Self Cleaning Materials“ űber den Lotus Effekt. Die Lotusblume ist durch ihre Struktur schmutzabweisend. Nun macht sich die Industrie daran, diesen Effekt bei der Produktion von Textilien und Wandfarben zu nutzen.

Bei Melinda Wenner geht es um Geschmacksverstärker. Mit diesen kőnnten zum Beispiel weniger Zucker und Salz in Nahrungsmitteln verwandt werden. Gesűnder ist es auf jeden Fall. Zucker bringt Diabetes und Salz hohen Blutdruck. – Die Erforschung der Geschmackszellen hilft dabei, kűnstliche herzustellen, űber die man Proteine laufen lassen kann, um deren Brauchbarkeit als Geschmacksverstärker feststellen zu kőnnen. Nestle wird nächstes Jahr die ersten davon verwenden.