sabato, agosto 31, 2013

Florida Riviera

In den USA geht es beim Häuserbau und Wohnungsverkauf wieder aufwärts.

Während die meisten US-Amerikaner dann bei geringer Anzahlung ihre Hypotheken abstottern, zahlen Ausländer gern Cash. Ist ja auch vernünftiger.
23 % sind Ausländer, die in Florida Immobilien kaufen. 17 Prozent in Kalifornien, 9 % in Arizona und Texas. Ich kenne nur Texas, weil ich zwei Mal in Dallas gewohnt habe. Das war in den 90ern. Da bekam man in einem Vorort schon für 80.000 Dollar ein ansehnliches Haus mit Jacuzzi.

Unter den Ausländern sind 39 % Kanadier, 29 % Lateinamerikaner, 23 % Europäer, 6 % Asiaten und 4 % Käufer aus Afrika und dem Nahen Osten.

Witzig ist, dass die Leute aus Florida ihre Bauten unter „Florida Riviera“ vermarkten. Dann bauen sie zum Beispiel den Porsche Design Tower mit 57 Stockwerken und einem Auto-Fahrstuhl, der den Wagen bis ins Appartement hievt. Keine Ahnung, wie der Porsche sich in der Küche macht, lol. Vermutlich haben sie einen Wagen-Abstellraum in der Wohnung. Die ist ja auch nicht gerade billig: Von 4,9 Millionen bis 32 Millionen Dollar. Aber Riviera, die bekommen hier doch nicht mal ein Einfamilienhaus hin. So klamm sind die Leute.

Quelle: Business Week

Website "Deutsche Science Fiction"

Über Facebook habe ich die Website „Deutsche Science Fiction“ aufgespürt,

die über SF-Ereignisse in Deutschland berichtet. Kommt zupass sich da einzuklinken, da der „Fandom Observer“ 2014 eingestellt wird.

Dort wird auch der Sieger des „Deutschen Science Fiction Preises 2013“ bekannt gegeben. Die beste Kurzgeschichte schrieb Michael K. Iwoleit „Zur Feier meines Todes“.

venerdì, agosto 30, 2013

Abschießen von Raketen

In der vorletzten „Business Week“ wurden einige in den U.S.A bekannte Leute interviewt.

(Ich muss hinter USA immer den Punkt weglassen, sonst wird der nächste Buchstabe groß geschrieben. Wüsste gern, wie man das bei Open Office vermeiden kann).

So zum Beispiel Ursula Burns, CEO Xerox; Beppe Grillo, Movimento Cinque Stelle (der Mann war mir bekannt, lol); Larry Fink, Black Rock; Susan Wojcicki, Senior Vice President for ads and commerce Google, und so geht es weiter. Bill Gates war auch dabei. Auf die Frage, ob er als Philantrop Geld der Weltraumfahrt zur Verfügung stellt, gab er einen negativen Bescheid. Er könne sich vorstellen, dass es Spaß macht, Raketen in die Luft zu schießen, aber er wolle das Geld seiner Stiftung lieber zur Bekämpfung von Malaria und Kinderlähmung verwenden.

Raketen basteln macht Spaß, wenn ich mir auf Silvias Awesome Super Maker Show auf You Tube ansehe.

lunedì, agosto 26, 2013

Story "An der Theke"

Im Moment habe ich nicht viel zu berichten.

Lese gerade H.P. Lovecraft, da ich für Schreib-Lust zum September-Wettbewerb eine Geschichte mit Cthulhu über das vorgegebene Thema „Auferstehung“ schreibe.

Ich werfe eine kurze Story von mir auf das Blog, die ich im Internet aufspürte, als ich meinen Namen googelte. Ganz witzig. Ist wohl aus dem Jahr 2002.

An der Theke

Ihre Hand spielte mit dem Bierglas, als sie ihn aus halbgeschlossenen Augen ansah.
“Du, bilde mal einen Satz mit Kanon.”
Wow, dachte er. Bilde. Höhere Schulbildung, und besser, als wenn sie gesagt hätte: Mach mal nen Satz.
“Weiss ich nicht,” meinte er und starrte auf den Mann hinter der Bar. “Sag mal.”
“Kanonedichnichtsein.” Sie lachte, und er sah, wie ihr Pullover hüpfte, mit allem, was darunter war. Er grinste, stellte sich vor, wie er vor Lachen auf ihren Rücken schlug und ihr Gebiss am Barmann vorbei gegen den Spiegel zischte und zwischen den Gläsern landete. Doch nee, so alt war sie nun auch wieder nicht. Er drehte sich zu ihr. Sie war noch ganz gut in Schuss, und, es steckte Leben in ihr.
“Weiss nicht,” sagte er später. “Vom Kanon halt ich nicht viel. Da fängt immer einer eher an und hört früher auf.”
“Du hast Recht. Duett ist besser.” Sie legte eine Hand auf seinen Schenkel.
Hallo, dachte er, da ist auch Leben in mir und sah an sich hinab. Der Bierbauch war im Weg.
“Wie ist es,” fragte er und kletterte vom Hocker. “Wollen wir singen?”
“Zu mir oder zu dir?” antwortete sie, als sie zum Ausgang schwankten.

domenica, agosto 18, 2013

Asimov´s Science Fiction, Sept. 2013

 
Asimov´s Science Fiction, September 2013

Dies ist eine SF-Story, für die eine Zusammenfassung zu erstellen schwierig ist. Sie hat mir gefallen, deshalb versuche ich es mal. Sie ist von Benjamin Crowell. Wird wohl Physiker sein; denn er hat eine Anzahl von Physikbüchern geschrieben.

Setting ist Kalifornien im späten 21. Jahrhundert. Protag ist Bill, der die Nachricht bekam, dass sein Urgroßvater Yuen gestorben war. So machen sich Bill und seine Cousine Shona auf zur Hütte des Verstorbenen in den Rocky Mountains von Colorado, um den Nachlass zu sichten. Der olle Yue nahm es nicht so genau mit dem Urheberrecht, zu einer Zeit wo der Schutz von Staats wegen Amok läuft. Im ganzen Staat gibt es Überwachungskameras, Roboter, die geheime Druckereien aufspüren und Cops mit Künstlicher Intelligenz, die in ihren Bemühungen nicht ermüden, Urheberrechtsverbrechen aufzuklären.

Unter diesen Bedingungen finden Bill und Shona ein altes Handy des Urgroßvaters, das elf Millionen Bücher gespeichert hat, lol. Heißes Eisen. Shona macht sich mit dem Telefon auf und davon. Druckt eine Kopie des Telefons aus, zertritt es und versteckt das Original.

Sie wird belangt, einer Gehirnwäsche unterzogen und ins Gefängnis gesteckt; dann auf Bewährung freigelassen. Meine Meinung nun ist, das Abhören der NSA von privaten Telefongesprächen, auch wenn es nur die Registrierung von Anrufer, Angerufenen ist, wird der Anfang einer sich verdichtenden Überwachungsstrategie sein. Wir werden sehen. Augen und Ohren offen halten und gegebenenfalls in ein chaotisches Land auswandern. Oh, ich habe Glück. Bin in Italien :-).

Bill wandert mit Frau und Shona nach Afrika aus und macht dort den Reiseführer. Shona hat das Telefon auch nach Afrika schmuggeln können und Bill macht sich daran einige Nerds aufzuspüren, die von den Files, den elf Millionen von Büchern, Kopien machen und verteilen sollen.

Schließlich erfahren sie, dass sie auch in Afrika nicht vor den Urheberrechts Schützern sicher sind und reservieren sich einen Platz auf dem Raumschiff zur Space-Kolonie auf L5. Inzwischen haben sich Kalifornien und Brasilien den Krieg erklärt und beharken sich mit GRBs (Gamma Ray Bursts natürlich, lol).

Fari, Bills Frau, wird von der Künstlichen Intelligenz, dem Maschinenpolizisten angerufen. Der spricht erst Mal höflich vom Wetter, dann deutet er an, dass sie die einzige sei, deren Standort er zur Zeit feststellen könne und wenn sie Bill und Shanon nicht verpfeife, wäre sie mit der Gehirnwäsche dran.

Bill will noch ein letztes Mal einen Berg erklimmen. Es ist der Mount Kenia. Schneebedeckt. Und in dem Gerangel mit einem Robot kommt er dort um. Shona entkommt mit dem Raumschiff, während die Menschheit mit Fari auf der Erde durch die Gammastrahlen umkommt.

Fazit: Haltet die Augen offen, dass GEMA und GEZ nicht anfangen Amok zu laufen, wenn sie komplett automatisiert sind.




venerdì, agosto 16, 2013

Analog, October 2013


Analog, Science Fiction and Fact, October 2013

Nun, die Stories waren so-so. Die mir am besten gefallen hat, kann man in ein paar Sätzen abhandeln. Zwei Studentinnen mögen sich. Soll vorkommen. Eine von ihnen ist der Draufgängertyp und treibt sich am liebsten in Virtuellen Realitäten herum. Findet schließlich jemanden, der im Real Life tot ist und nur noch in Netzwerken lebt. Er zeigt ihr den Trick, es ihm gleich zu tun. Ihr Pech ist, dass sie in einem Chip hängen bleibt und nicht mehr heraus kommt.

Ihre Freundin, die bisher Betriebswirtschaft studierte, gibt das Fach auf und nimmt Computerwissenschaften, in der Absicht einen Weg zu finden, ihre Freundin zu befreien.

Ich selbst hatte mich in meinem Berufsleben auch mit Programmierung beschäftigt und zuweilen des nachts geträumt, ich sei in einem Loop und habe meine Rücksprungadresse vergessen, lol.

Ist sowieso alles Kappes. In naher Zukunft ist es nicht möglich, menschliches Bewusstsein in Computern unterzubringen, weil man, was das Denken angeht, immer noch mit der Stange im Nebel herumstochert.




martedì, agosto 13, 2013

Fantasy & Science Fiction, July/Aug 2013


 
Fantasy & Science Fiction, July/Aug 2013

Von Science Fiction sehe ich nicht viel und die Ausgabe ist 250 Seiten stark. Die SF war etwas abartig.

Ein Chirurg entführt Patienten, die auf eine Gallensteinoperation vorbereitet werden, in eine andere Dimension, entfernt die Steine ohne zu schneiden und transportiert die Patienten wieder zurück. Die Steine werden als Delikatesse weiterverkauft.

Die kürzeste Story „Half a Conversation, overheard while inside an enormous sentient Slug“ von Oliver Buckram hat mir am besten gefallen. Der Butler, eine Riesenschnecke, wird wegen des Mordes an Lord Ash verhört. Der Butler hat ein Alibi, er befand sich zum Zeitpunkt des Mordes mit Mrs. Moncrieff in der Küche, denn zum Abwaschen benutzt er sein Verdauungssystem. Das Geschirr kommt am Ende blank und glänzend aus seinem After.

Der Butler erzählt dem Inspektor etwas über den miserablen Charakter von Lord Ash. Auch Lady Ash, die der kürzlich heiratete, litt darunter. Nach dem Schuss fanden Mrs. Moncrieff und der Butler Lady Ash über dem Leichnam ihres Gatten mit einem Gewehr in der Hand.

Der Leser bekommt heraus, dass Lady Ash, nicht wie die Schnecke andeutet, danach Selbstmord beging, sondern sich in ihren Gedärmen verbarg, um mit ihr die Heimreise mit der „Empress of Rigel“ anzutreten.

sabato, agosto 10, 2013

Hanford


Hanford, ein Wahnsinnsprojekt.

Ich las gerade mal wieder etwas über Hanford in der „Business Week“.

Und YAYYYY; 2002 schrieb ich schon mal eine Kurzgeschichte darüber. War ich gut oder wie oder was?

1944 – 1989 wurden dort 74.000 Tonnen Plutonium hergestellt. 450 Milliarden Gallonen (1 Gallone = 4 Liter) industrieller und radioaktiver Abfälle in den Boden versenkt.

177 Tanks befinden sich unter der Erde mit Chemikalien und radioaktiven Flüssigkeiten. 66 davon sind zerborsten. Der Artikel, den ich las, beschreibt die Arbeit eines Unternehmens, das Atomreaktoren, Aufbereitungsanlagen dort zerlegen und dekontaminieren soll. Eine Jahrhundertarbeit.
 
Und hier nun meine Story.

Hanford

“Also, ich meine, ein fünfzig Kilo schwerer Lachs ist schon was, worüber man schreiben kann.”
Ted MacLannon hielt inne und wartete auf Bobs Reaktion, doch der blickte der Kellnerin nach. Resigniert griff MacLannon nach seinem Bier.
“Und wenn zwei solcher Viecher in einer Woche gefangen werden, ist es was, worüber man schreiben muss. Bob, hörst du überhaupt zu? Nun sind aber fünf von ihnen an Land gezogen worden. Also, ich fühle mich verpflichtet, der Sache auf den Grund zu gehen. Was meinst du?”
“Wie? Äh, ja, da hast du Recht.”
Die Kellnerin war verschwunden. Sie blickten durch das Fenster auf die vom Nieselregen verschleierte Strasse und hingen ihren Gedanken nach.
“Also,” MacLannon erhob sich und legte ein paar Dollar auf den Tisch. “Also, ich meine, ich sollte einen dieser Angler aufsuchen. Du kannst mitkommen, wenn du willst.”
“Wie? Mitkommen? Ich sage nur eines: Hanford.” Bob blickte bedeutungsvoll auf MacLannon, dann kam die Kellnerin wieder von den Tischen zurück.
“Ted, ich glaube, es geht nicht. Ich habe zu viel um die Ohren.”
MacLannon grinste. Die Frau war verheiratet.
Möchtest du wohl, was?” Dann stand er auf der Strasse.

Er nahm die 82 und fuhr in südöstliche Richtung, auf Richland zu. Der graue Pontiac glitt durch das herbstlich trübe Wetter. Grau auch der Himmel, dann der Regen, die eintönig gerade Strecke. MacLannons Gedanken wanderten. ‘Ich sage nur eines: Hanford’, hatte Bob gemeint.

Der Mann hiess Tom Haynes.
“Also, von der Seattle Times sind Sie? Das was ich Ihnen jetzt zeige, ist kein Anglerlatein.” Der vierschrötige Mann deutete auf ein grosses Foto an der Wand. MacLannon trat dichter heran. Auf dem Bild hielt der Angler lachend einen Riesenlachs in den Armen.
“Herzlichen Glückwunsch zum Fang,” meinte MacLannon und griff nach seiner Kamera.
“Lassen Sie mich ein Foto machen, von Ihnen, dem Foto mit Ihnen und dem Fisch. Das bringen wir im Lokalteil. Wo haben Sie ihn erwischt?”
“Im Columbia River, unterhalb des Bonneville Staudamms. Es war ein Quinnat.
Er schaffte es nicht über die Fischtreppe.”
“Hanford. Was meinen Sie?”
Der Angler zuckte mit den Schultern. “Kann sein, meine Frau und ich haben ihn trotzdem gegessen. Der Nächste wird ausgestopft und kommt an die Wand, da können Sie Gift drauf nehmen.”
“Vielleicht reicht schon eine Besuchertour, ” meinte MacLannon, verabschiedete sich und ging.
“Wenn ihr Leute aus der Stadt jetzt zur Halloweenzeit an Riesenkürbissen interessiert seid, dann fahrt zu Ben!,” brüllte Haynes hinter ihm her und zeigte die Strasse entlang.
“Der wohnt zwanzig Meilen weiter. Ihr könnt ihn nicht verfehlen. Der Einzige, der da noch lebt!”
Bevor MacLannon fragen konnte, was mit den anderen sei, war Haynes in seinem Haus verschwunden.

Fünf Jahre bleibt der Quinnat-Lachs im Pazifik, dann kehrt er zurück, wandert seinen Fluss hoch um zu laichen, dort, wo er einstmals aus dem Ei schlüpfte. Der Columbia River fliesst zweiundachtzig Kilometer durch Hanford.

Gelbrötliche Riesenkürbisse, grösser als Medizinbälle, farbige Tupfen auf dunkelbraunen Äckern. MacLannon spähte angestrengt durch den Regen. Ein Haus tauchte aus dem Dunst, und er hielt an. Der Vorgarten war verwildert, das Gras nicht gemäht. MacLannon stieg aus, ging zum Eingang und klopfte. Keine Antwort. Die Tür war angelehnt, Staub lag auf den Möbeln. Hier wohnte schon seit längerer Zeit niemand mehr. Muller stand auf dem Namensschild. Er ging um das Haus herum. Ein Husky lag auf dem Boden, alle Viere von sich gestreckt, abgemagert, tot. Dunkelbraune Flecken durchsetzten sein hellgraues Fell.

MacLannon fuhr weiter. Ihm war nicht wohl. Er sah eine heruntergekommene Holzhütte und einen Schuppen, davor einen alten Traktor mit Anhänger, einen Pick-Up, zwei Männer in Regenmänteln. Sie holten Kürbisse aus dem Anhänger und luden sie um. Einer von ihnen stieg in den Laster und fuhr davon. Der andere, ein kahlköpfiger, blasser Mann, humpelte auf MacLannons Wagen zu. MacLannon liess die Scheibe herab.

“Sind Sie Ben? MacLannon von der Seattle Times. Tom Haynes schickt mich zu Ihnen. Er meint, Sie hätten die grössten Kürbisse hier in der Gegend. Wie kommt das?”
“Weil sonst niemand mehr in der Gegend ist, um Kürbisse anzubauen,” antwortete der Mann mürrisch.
MacLannon kletterte aus dem Wagen und vertrat sich die Beine. Er sah, wie Wasser vom Dach rieselte und sich in einer Pfütze sammelte.
“Wo sind Ihre Nachbarn hin?”
“Weiss nicht. Wolln Sie nen Kürbis?” Der Mann zwang sein Gesicht zu grinsen. “Halloween. Halloween Kürbis.”
“Was ist mit der Familie Muller?”
“Weiss nicht. Wolln Sie nen Kürbis?”
“Passt nicht in meinen Kofferraum.” Er hörte das Miauen einer Katze und blickte nach oben. Sie kauerte auf dem Dach des Schuppens, sah ihn an, sprang auf den Anhänger, von dort auf den Boden. Vollkommen durchnässt, kaum war ihr graues Fell zu erkennen, strich sie um MacLannons Beine und schnurrte. Vital, und doch nur ein Bündel aus Haut und Knochen mit dunkelbraunen Flecken.
“Was hat sie denn?”
“Roxy ist krank. Manchmal ist sie tagelang weg, dann muss ich sie suchen gehen. Ich bin wohl auch krank, immer so müde.”
“Ben, Sie bringen sie besser zum Tierarzt.”
“Ich kann hier nicht weg. Die würden mich mitnehmen. Sie beobachten mich.”
“Wer?”
“Die Ausserirdischen.”
“Ausserirdische?”
MacLannon ging zu seinem Wagen und holte Zettel und Bleistift hervor.
“Ben, malen Sie mal auf, wie die aussehen.”
Regen tropfte auf das Papier. MacLannon beobachtete verblüfft, wie schnell Ben Figuren auf das Blatt brachte. Figuren ohne Gesicht, Figuren in Raumanzügen.
“Ben, wenn Sie hier nicht weg können, wovon leben Sie denn?”
“Von meinem Gemüse. Es wächst sehr gut, kommen Sie, und ich hab auch einen Brunnen.”
Ben ging voran. Rötliche Karotten ragten zwanzig Zentimeter aus der Erde und bildeten mit ihren Trieben eine Barriere, hinter der Salatköpfe so gross wie Fussbälle heranwuchsen. Dahinter bildeten sich faustdicke Erbsen- und Bohnenschoten in dichtem Rankwerk, durch das gelbe Gurkenblüten leuchteten.
“Wie machen Sie das, Ben?”
“Ich rede mit ihnen, den Pflanzen. Aber es ist die Erde. Sie meint es gut mit mir. Ich will hier auch nicht weg.”
“Und Ben, die Familie Muller, die wollte doch sicher auch nicht weg.”
Ben trat von einem Bein aufs andere. Er starrte auf den Boden, auf das Wasser, das aus der Regenrinne schoss, auf die Pfütze, die sich ihren Füssen näherte, dann blickte er auf MacLannon. Seine Augen schienen ohne Leben.
“Sie waren tot. Ich habe gesehen, wie sie sie mitgenommen haben. Den Jack, die Stacy, und die beiden Kinder.”
“Wer?”
“Die Ausserirdischen.”

Als MacLannon die Strasse zurückfuhr, sah er ein Hinweisschild. ‘Hanford Besucher-Zentrum’. Er bog ab.
Eine junge Frau füllte einen Prospekt-Ständer. MacLannon blieb unschlüssig stehen und sah ihr zu. Es war alles so schrecklich normal. Warum fühlte er sich so beklommen? Rechts vom Empfangstresen standen zwanzig leere Sessel, wie in einem Kino aufgereiht. Er trat näher heran, sah eine Leinwand, ein Schild, einen Knopf. MacLannon las: ‘Virtuelle Tour. Bitte drücken.’
“Willkommen in Hanford,” säuselte eine Frauenstimme, “folgen Sie uns auf unserer Virtuellen Tour.”
Auf der Leinwand erschien eine Landkarte mit 21 durchnumerierten Arealen. 
“Hanford umfasst 1450 Quadratkilometer Steppe und Sand mit Salbeisträuchern
am Columbia River im Südosten des Staates Washington. Das Gebiet wird vom Energieministerium, dem Nachfolger der Atom Energie Kommission, verwaltet.
Als Plutonium Produktionsstätte spielte Hanford über mehr als vierzig Jahre eine wichtige Rolle in der Nuklearverteidigung unserer Nation, beginnend mit dem Manhattan Projekt der Vierziger Jahre. Heute ist es Schauplatz der grössten Atommüllentsorgungsinitiative.”
Atomreaktoren, Plutoniumaufbereitungscanyons, Trainingsplätze, Wissenschaftliche Versuchsanstalten auf der Leinwand und Erklärungen aus unsichtbaren Lautsprechern. Der Film stellte einen stillgelegten Reaktoren nach dem anderen mit seinen technischen Daten vor, und MacLannon schlief in seinem Sessel ein.

“Wachen Sie auf, Sir, ich muss jetzt schliessen.”
Jemand rüttelte ihn aus dem Schlaf. Die Angestellte des Besucher-Zentrums lächelte freundlich. “Kann ich noch etwas für Sie tun, Sir?”
“Wie heissen Sie, schöne Frau? Wie wäre es mit einer Privatführung?”
“Lorie. Führungen werden durch unser qualifiziertes Personal durchgeführt, mein Herr. Nächsten Donnerstag habe ich noch Plätze frei. Darf ich Sie eintragen?”
“Ich weiss nicht. Ist das nicht gefährlich?”
“Keineswegs, Sir. Verstrahlte Gebiete werden weiträumig umfahren.”
MacLannon liess sich von Lorie die Tour sowie die verseuchten Gebiete auf der Karte zeigen, steckte den Plan in die Jackentasche und verabschiedete sich.

Einige Tage dauerte es, dann kam der Geigerzähler mit der Post. MacLannon fuhr wieder los. Die Kürbisfelder tauchten auf. Er liess seinen Wagen bei Ben stehen, schnallte das Messinstrument an seinen Gürtel, nahm seine Kamera, und gemeinsam gingen sie an den Warnschildern vorbei in das Areal. Niemand hinderte sie daran.
“Ben, wo hat sich Roxy meistens aufgehalten?”
“Auf dem Berg.” Ben zeigte auf das vor ihnen liegende Plateau. Sie gingen darauf zu. Der Geigerzähler fing an zu klacken.
“Wir laufen besser,” meinte MacLannon. “Sollten uns nicht zu lange der Strahlung aussetzen.” Er rannte los, dann drehte er sich zu Ben um. Der humpelte, so schnell er konnte, hinter ihm her. Der Geigerzähler ratterte immer schneller, je mehr sie sich der Anhöhe näherten. Nicht gut, dachte MacLannon und lief keuchend den Abhang hoch. Er wandte sich um, sah, dass Ben Mühe hatte, ihm zu folgen und rief ihm zu: “Laufen Sie zurück, Ben. Ich mache allein weiter. Noch eines: Wo sind die Ausserirdischen hergekommen?”
“Von dort.” Ben zeigte nach rechts. MacLannon wandte sich um. Hinter einigen Krüppelkiefern ragte ein flaches, weisses Gebäude hervor.
MacLannon rannte weiter, blickte kurz zurück, sah wie Ben humpelnd zwischen den Sträuchern verschwand. Motorengeräusche drangen durch das Rauschen des Regens. Er wandte sich um, lief ihnen entgegen, dann hechtete er hinter einen Felsen, als er den Laster sah, der sich die Anhöhe hochquälte. Er hatte riesige Glasklötze geladen.
MacLannon zückte seine Kamera und knipste, bevor der Wagen in einem gigantischen Stollen verschwand. Der Geigerzähler klackte ohne Unterbrechung. MacLannon rannte über die Fläche des Plateaus. Die Strahlung liess nach, als er den Abhang hinablief und sich dem weissen Gebäude näherte.
Verglasungsanstalt’. MacLannon passierte das Schild vor dem Eingang und ging hinein. Im Flur war niemand. Er öffnete die erste Tür. Der Raum war leer, bis auf einige Strahlenschutzanzüge an der Wand. MacLannon zog seine Schuhe von den Füssen, den Geigerzähler vom Gürtel, nahm einen Anzug vom Haken und schlüpfte hinein. Er trat in den Flur. Als er die nächste Tür öffnete, spürte er einen heftigen Schlag auf dem Kopf, dann wurde es dunkel um ihn.

Es rüttelte heftig, als er wieder zu sich kam. Einige Sekunden blieb er mit geschlossenen Augen stehen. Stehen? MacLannon erschrak und riss die Augen auf, versuchte sich zu bewegen. Etwas hinderte ihn daran, und das Atmen fiel ihm schwer. Panik befiel ihn, als die Landschaft wie unter Glas an ihm vorüberzog. Unter Glas? Er stand in einem Glasblock, zwischen anderen gleicher Grösse, auf der Ladefläche eines Lasters, der dem Plateau entgegenholperte. Wie lange reichte die Luft? Er versuchte, sich an den Hals zu fassen. Es ging nicht! Ihm wurde schwarz vor Augen, und er fiel in ein bodenloses Loch.

Dunkelheit umgab ihn, als er wieder erwachte. Nicht ganz, die Blöcke strahlten ein schwach bläuliches Leuchten aus. Die Erinnerung kam zurück. Er versuchte sich zu bewegen. Ohne Erfolg, er steckte in dem Glasblock! Das Blut dröhnte in seinen Ohren. Sein Kopf schmerzte. Wo befand er sich? In einer Atommülldeponie? Das Leuchten, war es radioaktiver Zerfall von Cesium 137 und Strontium 90 im Wasser? Hatte er nicht so etwas gelesen?
MacLannon blickte genauer hin. Das Blut gefror in seinen Adern. Bläulich leuchtende Kadaver! Sie befanden sich in Glasblöcken, genau wie er! Standen um ihn herum, wie eine Armee entseelter Zombies, doch sie waren ohne Leben! Bestand der menschliche Körper nicht zum grössten Teil aus Wasser? Das Grauen schnürte sein Innerstes zusammen. Er schloss die Augen, wollte das schreckliche Bild verdrängen, doch sah er weiter ihre eingefallenen Gesichter. Sie waren auf ihn gerichtet, als ob sie dachten: ‘Bald bist du einer von uns.’
Er atmete flach. Wieso konnte er es überhaupt noch? Ein dumpfes Geräusch. MacLannon drehte die Augen nach oben. Roxy! Die Katze stand über ihm. Wie von Ferne hörte er ihr Miauen.
MacLannon schloss die Augen, versuchte seinen Atem anzuhalten und an nichts zu denken. Es klopfte. Wieviel Zeit war vergangen? Halluzinierte er? Ben stand vor ihm und rief ihm etwas zu, dann verschwand er wieder.
Heftige Schläge weckten MacLannon wieder auf. Das Glas zerbrach unter Hammerschlägen, MacLannon schnappte nach Luft und fiel zu Boden. Mit letzter Kraft griff er zur Kamera, die neben ihm lag und blieb einige Minuten liegen, dann richtete er sich auf, fotografierte mit zitternder Hand die Leichen um sie herum.
“Das ist Muller mit seiner Familie, und dort sind die anderen Nachbarn.” Bens Stimme bebte, als er auf ein paar leuchtende Glasblöcke zeigte. Ein Mann, eine Frau, zwei Kinder. Dann zehn weitere Leichen in Glascontainern.
Ben blickte MacLannon an. “Ich habe Angst, aber ich gehe nicht von zu Hause weg.”
“Mir fehlen die Worte!” MacLannon schluckte, er brachte nichts mehr hervor. Seine Augen fuellten sich mit Tränen. Mühsam erhob er sich, er wankte. Ben und MacLannon stützten sich gegenseitig, als sie den Stollen verliessen. Es dauerte eine Ewigkeit, bevor sie die Hütte erreichten.
“Du weisst nichts, Ben. Hast nichts gesehen, nichts gehört. Sie werden dir nichts tun.” MacLannons Stimme war heiser geworden. Er schnaufte, als er in seinen Wagen stieg.
“Ich habe dies hier,” er hielt seine Kamera hoch und fuhr nach Seattle zurück.

Als MacLannon am nächsten Morgen die Redaktion aufsuchte, fühlte er sich, als habe er nächtelang nicht geschlafen.
Er trat ohne anzuklopfen in das Büro seines Chefs und hielt sich an der Tür fest.
“Was ist, Ted. Fühlen Sie sich nicht wohl? Sie sehen bleich aus.”
“Hanford hat Leichen im Stollen, Boss,” fluesterte MacLannon heiser. “In Glascontainern. Ich habe es aufgenommen.”
Er hielt seine Kamera hoch.
“Mann, lassen Sie das Material sofort entwickeln.”
“Tut mir leid, Ted.” Der Mann vom Labor schüttelte bedauernd den Kopf.
“Der Film ist geschwärzt, es ist nichts zu erkennen.”
Die Strahlung! Es war alles umsonst! MacLannon wurde übel, er musste sich setzen. Er stützte seinen Kopf in beide Hände und starrte vor sich hin. Konnte er so leicht aufgeben? Sie hatten sie gesehen, Ben und er. Bens Nachbarn, als Leichen, als Kadaver, aus sich heraus leuchtend. Das musste an die Öffentlichkeit.

“Sheriff, Sie müssen mir glauben. Hanford hat Leichen eingeglast, sie stecken in Glascontainern. So glauben Sie mir doch. Ich kann es Ihnen zeigen, und ich bin nicht der Einzige, der das gesehen hat.”
“Nun gut, ich habe von dem neuen Verglasungsprozess gehört. Und ich wünschte, wir könnten den gesamten menschlichen Abfall auf diese Art beseitigen.” Der Sheriff lachte meckernd. “Aber das, was Sie jetzt erzählen. Mann, Sie müssen einen über den Durst getrunken haben. Doch gehen wir der Sache nach. Sind wir nun bürgerfreundlich oder was?” Er winkte einen Polizisten herbei.
Sie fuhren zu Bens Hütte. Die Tür war unverschlossen, von Ben keine Spur. War er auf der Suche nach Roxy? Die lag auf dem Dach und sah auf die beiden Männer herab.
MacLannon führte den Polizisten zur Verglasungsanstalt. Dort gaben ihnen freundliche Leute zwei Strahlenschutzanzüge und geleiteten sie in den Stollen.
“Fehlanzeige. Mann, wo sind denn Ihre Leichen? Sie haben halluziniert.” Der Polizist schüttelte den Kopf. Das bläuliche Leuchten rührte vom Cesium 137 und Strontium 90 im Wasserbad, das durch Glascontainer strahlte.

“Ted, gehen Sie nach Hause und machen ein paar Wochen Urlaub. Sie sollten ausspannen,” meinte sein Boss.
Besser so, dachte MacLannon, als er in seiner Wohnung sass. Ihm ging es nicht gut. Bald fand er jeden Morgen immer mehr Haare in seinem Kamm. Deprimiert stellte er fest, die Mission, die hinter seinem Reporterberuf stand, war ihm abhanden gekommen. Wahrheit, Lüge, Recht, Unrecht, was interessierte noch? Täglich wurde er schwächer, apathischer, und als MacLannon sich mit letzter Kraft aufmachte, Ben zu besuchen, war er so kahl wie dieser; doch Ben war nicht mehr da.
MacLannon blieb in dessen Hütte. Roxy hatte sieben Leben. Mit müden Augen sah er, wie sie, trotz ihres schäbigen, zerfressenen Felles, nichts von ihrer Energie verloren hatte, und sie liess ihn nicht allein. Sie begleitete ihn, wenn er die Kürbisse vom Feld holte, um diese an ignorante Seelen zu verkaufen.
Er ernährte sich von dem Riesengemüse, trank Wasser aus dem Brunnen, während Roxy Mäuse herbeischleppte und sie MacLannon zeigte. Heute war ein besonderer Tag. Stolz legte Roxy ihm eine Maus mit zwei Köpfen vor die Füsse.








venerdì, agosto 09, 2013

Interzone 247

 
Interzone 247, July/August 2013

Dem britischen Sf-Magazin sind die britischen Autoren ausgegangen. Diese Ausgabe enthält Stories von mir unbekannten amerikanischen. Sie sind nicht berauschend, aber auch nicht schlecht. „Just as 
good“ von Jacob A. Boyd ist eine davon.

Man kennt die kleinen Holzhäuser, in denen die meisten US-Amerikaner wohnen, zumindest vom Fernsehen. Die mit vielen dysfunktionalen Familien und herumliegenden Schießprügeln. Bei der aus der Story hat sich der Vater verflüchtigt und die Mutter mit zwei Töchtern zurück gelassen. Dann steht auf einmal „The Exchange“ mit Roger, dem Exchange-Boten vor der Tür. „The Exchange“, der Tauscher, eine bärenähnliche Gestalt, sucht ein Möbelstück aus, das er mitnehmen will. Dafür lässt es ein fremdes im Haus zurück. Ein Austausch. Tage später wird die Mutter ausgetauscht. Monate später ist die Protag, die älteste Tochter dran. Warum die Exchange so etwas machen und woher sie kommen, wird nicht erklärt. Vielleicht ganz gut so; denn eine Erklärung in der Geschichte hätte deren Spannung sicher zerstört, die sich bis zum Ende aufgebaut hat.

Zu NSA unplugged

Ich lasse meine Story "NSA unplugged" am Schreibwettbewerb der Schreib-Lust teilnehmen.

Dort befinden sich einige Experten, die besser Deutsch können als ich. Ich verlerne die Sprache langsam durch meinen langjährigen Auslandsaufenthalt. Aber es geht noch. Das meiste, was mir von den Kommentatoren im Forum um die Ohren gehauen wurde (na ja, so schlimm war es auch wieder nicht), waren Flüchtigkeitsfehler. Aber ich schrieb Krawatte mit v und Karnickel ohne r. So langsam geht's los :-).

Ich habe die Story im Blog gegen eine verbesserte ausgetauscht.

lunedì, agosto 05, 2013

Phantastisch 3/2013


Phantastisch 3/2013

Das Vorwort startet mit „Liebe Freunde des phantastischen Genres“. Bin ich doch gar nicht. Trotzdem bringt „Phantastisch“ auch einige Beiträge, die mich interessieren. Und es ist ja nicht alles Fantasy, das dort besprochen wird. Horst Illmer zum Beispiel berichtet auch über SF-Hörbücher. Nicht dass ich mir welche zulege. Ich habe genug mit portugiesischen Vokabeln zu kämpfen, aber darum geht es ja auch gar nicht.

Es gibt Interviews mit Oliver Plaschka, Steven Brust, Andrea Bottlinger und Edward Lee. Dann über Fantasy von David Falk, Steven Brusts Vlad Taltos Serie, Wild-West Horror von Joe R. Lansdale, den Autoren Lavie Tidhar, Comics „Dames in the Atomic Age“. Sonja Stöhr zum Grimm Jahr. Die Gebrüder Grimm hatten vor 200 Jahren ihre „Kinder- und Hausmärchen“ herausgebracht. Und was ich interessant fand, war der erste Teil eines Essays von Achim Schnurrers „Schlaraffenland: Die Wegbeschreibung. Ein kurzer kultur- und ideengeschichtlicher Streifzug von der Antike bis heute“. Stark, habe eine Menge dazugelernt. Allein wegen dieses Beitrages lohnt es sich, „Phantastisch“ zu beziehen. Und das Abo für vier Ausgaben ist preiswert.

Es gibt etwas über den Phantasten-Stammtisch, den ein Phantastik-Reporter besucht, um heraus zu bekommen, warum es der deutschen Phantastik nicht besonders gut geht. Es gibt ein Gespräch mit den Stammtischlern Joachim Körber, Tim Lemke, Jens Schumacher, Christian Humberg. Ein paar Punkte tauchen auf, an die man als Autor denken sollte. „Self Publishing“ ist gut und schön, nur es gibt keinen Vorschuss. Es sei denn, man moved Geld von seiner linken in seine rechte Hosentasche, lol. Und warum SF in Deutschland auch nicht berauschend viel Leser findet, meint Körber: „Weil Zukunft für uns Gegenwartsmenschen nichts mehr ist, mit dem wir große Hoffnungen verbinden.“

Ist ja was dran. Liegt aber auch an der Globalisierung, an den Medien. Wenn in Bangla Desch eine Fabrik zusammen kracht, zieht sich das hin bis zum Textilverkäufer. Früher wäre es eine knappe Randnotiz gewesen. Auch in Europa wird zu viel Mist gebaut. Zumindest in den südlichen Ländern. Das hat Rückwirkungen auf alle möglichen Länder. Die Verknüpfungen sind enger geworden.

Auch, wenn man das in unserer Zeit in Europa für nicht gut hält. Die USA, China und Länder wie Russland, Singapur kümmern sich einen Dreck darum, was die anderen von ihnen halten und haben es dadurch einfacher. Ein Schuss Arroganz hilft, lol.

Horst Illmer bringt einen Nachruf auf Jack Vance. Ich kann mich daran erinnern, in jungen Jahren auch etwas von ihm gelesen zu haben. Ich kenne Romane und Stories von fast allen SF-Autoren, die damals populär waren. Ich machte meine Lehre in den Büros einer Bahnhofsbuchhandlung mit Filialen und dem angeschlossenen Großhandel. Wir führten Fawcett, Signet, Ace Taschenbücher aus den U.S.A ein, um sie in den Buchhandlungen zu verkaufen. Ich bekam 30 % Personalrabatt drauf und verkaufte sie über mein Nachrichtenzine „Goshoboyoboy“ weiter. Waren noch Zeiten....

Zum Schluss gibt’s noch einen Artikel über Ray Harryhausen und Gerry Anderson. Puppet-Master fürs Kino und fürs Fernsehen.

NSA unplugged

Mal wieder eine Story verzapft. Hier ist sie:

NSA unplugged

Klaus Eylmann

“A1, A3 bis B6”. Der Mann hinter der Theke ließ sich beim Gläser putzen nicht stören. „Einer dieser Zugangscodes muss in Ihrer Personalakte verzeichnet sein, damit Sie bei der NSA überhaupt was einsehen können.“

„Ich bin nur auf der Durchreise, hätte mich jedoch interessiert, da mal einen Blick rein zu werfen. Der Bau sieht ja wie ein Borg-Raumschiff aus.“
„Ja, ja, die Borg. Resistance is futile. Es gibt gewisse Ähnlichkeiten.“ Der Wirt stellte das letzte Glas ins Bord. Eine junge Frau in Shorts setzte ihr Tablett auf die Theke. „Pitcher und fünf Gläser.“
„Haben die Besichtigungen?“, fragte ich.
„Einen Tag der offenen Tür“. Der Mann öffnete den Zapfhahn und ließ Bier laufen. “Der ist aber erst in zwei Monaten.“

Hinter mir klackerten Billardkugeln. „Sind Sie von der Army?“ Ein schmächtiger Mann setzte sich neben mich.“
„Nee, auf der Durchreise. Und Sie?“
„Geschäftsreisender.“ Er stellte einen kleinen braunen abgewetzten Koffer ab. „Zwei Bier“, sagte er dem Wirt, nahm den Koffer, hob ihn auf die Theke und öffnete ihn. Die Frau zog mit Tablett, gefülltem Pitcher und den Gläsern ab.
„Hier in Fort Mead gibt es elftausend Armeeangehörige und Sie sind keiner. Na so was.“ Der Mann grinste. Glaubte der mir nicht? „Übrigens, ich heiße Smith, John Smith“.
„Angenehm. Hans Meier aus Deutschland“, erwiderte ich.
„Das, was Sie hier sehen...“ Der Wirt beugte sich über den Koffer, grinste und machte sich wieder daran Biere einzuschenken. „Wissen Sie, dass wir hier ein Oktoberfest haben?“, rief er herüber.
„Mit Originalkapellen aus Bavary“, fügte er hinzu.
„Das, was Sie hier sehen, ist ein ADE 651. Erfunden von Wade Quattlebaum in South Carolina.“ In dem Koffer befanden sich, eingelassen in dunkles Styropor, ein schwarzer Apparat mit Handgriff, eine Stabantenne, eine Box mit Pappstücken im Kreditkartenformat.
„Es ist ein Quadro Tracker Positive Molecular Locator. Ursprünglich war es ein Golfball Detector.
Golfbälle fliegen ja oft irgendwo hin, wo man sie nicht wiederfindet.“ Der Mann schien Feuer und Flamme. Er zog eine der Pappkarten aus der Box.
„Diese Suchkarte enthält einen programmierten Chip und Moleküle des gesuchten Objekts. Wenn ich, sehen Sie wie ich es jetzt mache.“ Smith schraubte die Antenne auf den Apparat, umfasste den Griff und streckte den Arm aus. „Also, wenn ich den Apparat in meiner Hand einschalte. Einfach so. Die Antenne würde in die Richtung zeigen, in der der Golfball liegt.“
„Wow,“ rief ich und langte nach dem Bier.
„Und“, fuhr Smith fort, „das gilt auch für Marihuana, Kokain, Heroin, Munition und Dynamit sowie für Personen. Im Irak haben wir Tausende verkauft. Dort arbeitet jeder Kontrollposten mit einem ADE 651.“
„Und jetzt wollen Sie die NSA damit ausrüsten?“, fragte ich.
„Verloren gegangene Daten können wir damit nicht aufspüren. Noch nicht.“ Smith bestellte ein weiteres Bier. „Es fällt mir schwer, nicht über das Gerät zu reden. Und was machen Sie hier?“
Das fragte ich mich auch. Ich bin von Natur aus neugierig, aber ohne Zugangscodes hatte ich keinen Zutritt in das Innerste der NSA.
„Ich mache Urlaub und dachte mir, fahr doch mal nach Forth Mead, wo die NSA sitzt. So etwas haben wir in Deutschland in dieser Größenordnung nicht.“
„Ja,“ strahlte Smith. „Das gibt es nur bei uns, in God´s own Country.“ Smith klappte seinen Koffer zu, trank sein Bier aus. „Vielleicht sehen wir uns noch mal hier.“ Dann zog er ab.

„Den hat's erwischt,“ meinte der Wirt. „Ein harmloser Irrer. Das Gerät hat noch nie funktioniert, und trotzdem gibt es einige, die von seiner Wirksamkeit überzeugt sind. So wie Quattlebaum und Smith. Ich habe darüber gelesen. Die sind derart von der Funktion überzeugt, dass es Selbsthypnose gleicht. Man nennt es Ideomotor Effekt.“

Ford Mead befindet sich im Bundesstaat Maryland. Dort sind 11000 Soldaten stationiert. 29000 Zivilangestellte arbeiten für das Militär. Und ich hänge in der „Northern Lounge“ herum, wenn ich nicht gerade beim Angeln bin.

„Was gefangen?“
„Ein paar Barsche.“
Der Wirt nickte zufrieden, als ob er sie geangelt hätte. Dafür gab es sicher auch eine psychologische Erklärung. Dann kam ich mit einem Mann ins Gespräch. Der war schon etwas älter. Sagen wir mal, so um die fünfzig. Nach einigen Bieren rückte er sich seine Brille zurecht und meinte: „Ich bin für Tischtelefone zuständig.“ Wieder so ein Spinner, dachte ich mir und ließ in brabbeln. „Hören Sie? Für Tischtelefone!“ Er wurde lauter. Der Wirt strich heran.
„Ruhig, Dude, wenn Sie keinen Ärger haben wollen.“
Der Mann mit der Brille drehte sich um, dann sagte er leise. „Das mit dem Aufspüren von Terroristen ist doch nur vorgeschoben. Die NSA wurde von Silicon Valley unterwandert, von Google, Facebook, Oracle und wie sie alle heißen.“
„Und die werden von Aliens beherrscht“, warf ich ein. Der Wirt grinste.
„Weiß nicht“. Der Mann griff fahrig nach seiner Krawatte, leerte sein Glas, knallte es auf die Theke und orderte eine neue Flasche. „Also Tischtelefone befinden sich in Tanzlokalen und sind zum Anmachen da.“
„Und die NSA zeichnet Gespräche auf wie „Hallo Süsse, wie wärs mit uns beiden?“. Wenn er das bestätigt, renne ich schreiend aus dem Lokal, dachte ich.
„Es wird alles aufgezeichnet. Einfach alles. Wir wollen gläserne Menschen.“ Der Mann sah zur Uhr. „Ich muss los.“ Er rutschte vom Hocker, dann drehte er sich noch einmal um und rief: „Data Mining! Big Data!“ Er verschwand. Ich goß mir den Inhalt seiner Flasche ins Glas und sah den Billardspielern zu.

Dann kam sie. Sah aus wie Jessica Rabbit und mir wurde heiß. Wie aus dem Cartoon entsprungen, doch aus Fleisch und Blut. Sie setzte sich neben mich, bestellte einen Orangensaft. Ihr hautfarbenes eng anliegendes Kleid schien durchsichtig. Eine Parfumwolke legte sich über die Theke und mir schmeckte das Bier nicht mehr. Ich starrte in den Spiegel hinter den Flaschen. Unsere Blicke trafen
sich.

„Ein Wagen der NSA.“ Der Wirt deutete mit dem Kopf zum Fenster. Ich drehte mich um. Einer der Vans ohne Aufschrift, die man vom Fernsehen kennt. Die Frau zog einen Zettel aus ihrem Täschchen. Der Wirt reichte ihr einen Schreiber. Er schien es gewohnt zu sein.
„Mein Mann ist eifersüchtig.“ Die Hand der Frau zitterte, als sie fortfuhr zu schreiben. „Ihm gehört die NSA: Er lässt mich überwachen. Seine Leute hören mit.“ Der Wirt schob mir einen Schreibblock rüber. Ich griff nach meinem Kuli und schrieb: „Was? Das Karnickel Roger? Gehört die NSA nicht dem Staat?“
„Mein Mann ist General Quattlebaum.“ Unsere Schreiber flogen über das Papier.
„Hat der nicht den Golfball Detektor erfunden?“
„Genau der. Jetzt ist er General der NSA, die dazu da ist, mich zu überwachen.“
„Die hört doch Millionen von Amerikanern und Ausländern ab.“
„Das ist doch nur vorgetäuscht, damit es nicht so auffällt.“
Wow, dachte ich. Weiß das auch die amerikanische Regierung? Ich beschrieb einen Zettel und schob ihn dem Wirt zu.
Er kritzelte seine Antwort: „Jedes Haus in Fort Mead hat einen abhörsicheren Raum: Die Besenkammer.“ Er langte hinter sich, drückte mir einen Schlüssel in die Hand und zeigte auf eine Tür neben der Theke.
Ich rutschte vom Hocker, zeigte Jessica den Schlüssel, ergriff ihre Hand.























 









domenica, agosto 04, 2013

Scientific American, August 2013


Scientific American, August 2013

„Perchance to prune“. Ist ja bekannt, dass unser Gehirn, auch wenn wir schlafen, recht beschäftigt ist. Ich sage mal, das ist so ähnlich, wenn die Festplatte unseres PC noch herumrödelt und die Daten in die Folge für schnelle Zugriffe bringt. Erst einmal führt das Gehirn während des Schlafs seine Aktivitäten auf Basisfunktionen zurück, da es nicht 24 Stunden lang die Energie verbrauchen kann, die es tagsüber benötigt. Bei den Aufräumarbeiten läßt es die neuronalen Verbindungen sausen, die zum Beispiel bei spielerischem Datteln auf der Gitarre entstanden sind. Damit wird das Gehirn für neues Lernen am nächsten Tag fit gemacht. Es verstärkt außerdem Erinnerungen.

„What is real?“ Tja. Meinard Kuhlmann, Philosophie Professor und Physiker an der Bielefelder Universität, meint, im Grunde gar nichts, lol. Vielleicht das Verhältnis, in dem Partikel und Felder zueinander stehen. In diesem Aufsatz wird behauptet, Partikel sind keine kleinen, runden, subatomaren Kügelchen. In der Quantenphysik, weiß man gar nicht, wo sie sich gerade aufhalten. Klar, wenn sie nicht da sind. Oder man hat ein Partikel in der Küche lokalisiert. Ein Nachbar sieht es über das ganze Universum verteilt. Ich meine, wenn er die Fähigkeiten dafür besitzt. Und was ist mit dem Vakuum? Jemand sieht dort nichts, ein anderer sieht es voller Partikel. OK, sagt jemand. Partikel sind nicht mess- und prüfbar. Aber mit Feldern ist es anders. Für jede Partikelart gibt es eine Feldart. Eine Quantenfeldart, durch mathematische Ausdrücke definiert.

Sagen wir es mal so. Wenn man in die Quantenphysik einsteigt, ist nichts so wie es ist. Und wie es ist, weiß man nicht. Das mathematische Konstrukt, das einem Quantenfeld zugeordnet ist, der sogenannte State Vektor, umfasst den ganzen Kosmos. Das, was man erfassen kann, sind nicht die Dinge an sich, sondern die Relationen, wie sie zueinander stehen.

OK. Ich verlasse dieses Gebiet. Es wird zu paradox. Viele Forscher werden dieses Gebiet nicht betreten, wenn die Einheiten nicht messbar sind. Sie werden sich mit realeren Dingen beschäftigen.

Philosophen stochern gern mit der Stange im Nebel herum.

Der größte Teil dieser Ausgabe befasst sich mit „Learning in the Digital Age“. Also online. Hochinteressant. Ich selbst bin zu alt, mich da voll reinzuhängen. Aber die Massive Open Online Courses, die MOOCs, helfen, Wissen abzurunden. Auch wenn meine keine Punkte (Credits) dafür bekommt, die man bei konventionellen Universitäten anrechnen lassen könnte. Für Jugendliche in Entwicklungsländern bringt es den Vorteil, dass sie nicht nur auf ihre Schulen angewiesen sind, deren Lehrer unter Umständen nicht qualifiziert sind. Sie können sich online ihr Wissen anreichern.

Im Hinblick auf Big Data, den Gläsernen Menschen, hat Online Learning den Vorteil, dass die Begleitung des Schülers nicht durch einen Lehrer vorgenommen werden muss, sondern, dass ein Computer ausreicht. Mit jedem Schritt, den der Schüler unternimmt, findet der Computer heraus, welchen Fortschritt der Schüler erzielt hat.

So wie wir das bei Google sehen, das Vorlieben der Online-Searcher herausbekommt, in dem es die Klicks registriert und entsprechend Anzeigen auf den Bildschirm bringt, können beim Online-Lernen interessierte Unternehmen einen Schüler ansprechen, der bei Mathe oder Ingenieurwesen gute Ergebnisse bei Online Tests erzielt. Derjenige, der abspringt, oder dessen Ergebnisse mau sind, kommt in die Hofkolonne, lol.

Halten wir fest. Lernen befindet sich im Umbruch. Es wird digitalisiert. Zig Firmen haben Lernprogramme entwickelt oder arbeiten daran. Ich selbst rufe hin und wieder die Khan Academy auf. Englischkenntnisse helfen.

„Why Exercise works Magic“. Das hätte ich auch ohne diesen Artikel sagen können. Bewegung, Berwegung, Bewegung. Aber hier wird es noch einmal schön erklärt. Bewegung hält Nervensystem,

Immunsystem, das Endokrine System (Hormonausschüttung), Muskeln, Knochen in Schuss. Eigenartig, dass hier nichts vom Herz-Kreislaufsystem steht. Aber das versteht sich von selbst.

Dann das LDL-Cholesterol. Das ist die schlimme Form. Bei Bewegung werden die Moleküle größer und gleiten durch die Blutgefäße, während kleine Moleküle bei Couch Kartoffeln zu Hause sind. Diese flitschen im Zickzack durch die Adern und prallen gegen deren Wände mit nachteiligen Folgen.

Wir haben bis zu 37 Grad im Schatten, so mache ich meinen Powerwalk gegen 6.30 morgens. Es hilft, wieder zu einer ertragbaren Form zurückzufinden. So gegen 18:00 fahre ich noch mal eine halbe Stunde mit dem Rad

Bewegung hilft, den Glukose-Level niedrig zu halten. Nur herumsitzen bringt eben nichts. Dazu lese ich gerade einen Artikel über Berberfrauen in Marokko, die den ganzen Tag für vier US-Dollar auf dem Hintern sitzen und Nüsse knacken. Ein Liter des Öls, das aus den Nüssen des Argan-Baumes gewonnen wird, kostet am Ende 400 US-Dollar. Es wird für Haarprodukte und Gesichtscremes von L´Oreal und Unilever verwandt. Die Frauen werden sicher nicht zur Aerobik angehalten. Schon allein, weil sie sich im muslemischen Umfeld befinden, und dann 4 Dollars pro Tag. Eine Sauerei, die mal wieder zeigt, wie es um Gerechtigkeit auf der Erde bestellt ist.

„Raising the Wreck“. Das Wrack ist die „Costa Cordalis“, mit der Kapitän mal eben lässig ein paar Felsen der italienischen Insel Giglio gerammt hatte, als er sich mit einer Dame beschäftigte und in Folge 32 Passagiere ums Leben gekommen sind. Der Prozess ist noch im Gange. Ein gekentertes Kreuzfahrtschiff. Normalerweise werden gekenterte Schiffe, so wird berichtet, zur Explosion gebracht und versenkt. Dies hier soll aufgerichtet werden, da die Bewohner der Insel im anderen Falle ein Auslaufen von Treibstoff befürchten, der nicht abgepumpt werden konnte.

Bergungsgruppen arbeiten mit Schleppern, Kränen, Seilen, um das Schiff auf eine stählerne Unterwasser-Plattform zu setzen und in die Gerade zu bringen. Am Ende der Operation soll es weggeschleppt werden.

„The Surprising Origins of Life´s Complexity“. Dieser Artikel zeigt mir, dass es Forscher gibt, die Gedöns um Dinge machen, die sich einem interessierten Laien erschließen, ohne das großartige Forschungen angestellt zu werden brauchen. Nach der Darwinschen Evolutionstheorie probiert die Natur bei Lebewesen alles Mögliche aus. Was dem Fortbestand der Rasse hilft, bleibt bestehen. Diejenigen, welche durch die neuen Entwicklungen eingehen, haben Pech gehabt. Nun gibt es Forscher, die meinen, es gibt bei Lebewesen einen Drang zur Komplexität, ohne dass man Darwin bemühen muss. Zum Beispiel, wenn die Komplexität neutral ist. Also dem Lebewesen weder Vorteile noch Nachteile bringt. Toll. Das Gesetz heißt „Zero Force Evolutionary Law“.

„How to swim in Molasses.“ Amerikaner werden dicker. Nicht alle, aber so um die 60 Prozent haben Übergewicht. Kein Wunder. Sie lieben Süssigkeiten. Habe ich selbst erlebt. Die Zuckergusstorten kann man vergessen. Und dieser Ahornsirup auf Pfannkuchen ist ja auch nicht ohne. 1919 krachte ein fünfstöckiger Sirup-Silo nördlich von Boston zusammen, tötete 21 und verletzte 150 Personen. Acht millionen Liter flossen auf die Straßen. Die Leute hatten Schwierigkeiten, sich aus der Melasse zu befreien.

In diesem Artikel nun wird beschrieben, wie sich Bakterien und andere Kleinstlebewesen durchs Wasser bewegen, das es für sie genau so schwierig ist wie für die Menschen im Sirup. Dabei setzen die Kleinstkreaturen unterschiedliche Werkzeuge ein.

Protozoans wie Paramecias, Einzeller also, benutzen Celias, haarähnliche Filamente, zum Rudern. Ich erspare mir zu beschreiben, wie sie rudern, nur so viel: Sie kommen vorwärts. Von den Bazillen benutzt Escherichia coli peitschenähnliche Proteinprotuberanzen, Flagella genannt. Statt Ruderbewegungen führen sie Korkenzieher ähnliche Bewegungen aus und treiben sich dadurch an. Die Spiroplasma Mikrobe hingegen dreht sich wie eine Telefonschnur, die sich in sich selbst krümmt. Dann das Bakterium Myxococcus Xanthus. Seine Zelle besitzt Proteinketten, die den Einzeller wie Panzerketten vorwärtstreiben. Der Pseudomonas aeruginosa, stößt Haar ähnliche Ausläufer nach vorn, verankert diese und schleudert sich nach Slingshotmanier in Richtung Ausläufer. Und letztendlich unser Helicobacter Pylorie, auf den wir bei Magenspiegelungen untersucht werden. Er verdünnt das Element, in dem er sich befindet und erleichtert dadurch sein Vorankommen.

So, das wars. Wieder 37 Grad im Schatten. Irgendwie merke ich das jetzt doch und flüchte ins Haus, prüfe den Text noch mal auf Fehler, dann kommt er in den Blog.