venerdì, marzo 02, 2018

Schnee von gestern



Gestern schneite es bei uns in der Emilia Romagna. Diesen Winter das erste und vermutlich auch das letzte Mal. Schnee bei uns finde ich überflüssig. Strassen und Fusswege sind nicht begehbar, man hockt im Haus herum. Den ganzen Tag, das macht mich nervös, ich brauche Bewegung. Bei Temperaturen um 0 Grad verzichte ich auf das Fahhrad, aber ich brauche zumindest drei Mal täglich einen flotten Fussmarsch. Das war gestern nicht drin. Heute, bei 1° + sind die Strassen wieder frei und ich kann an die frische Luft. Nicht schlecht. Tief durchatmen.

Unserer Tageszeitung zufolge hat der Schneetag Italien eine halbe Million Euro gekostet. Die Bahn setzte nur die Hälft ihres Fuhrparks ein, weil einen Tag zuvor aufgrund von nicht heizbaren Weichen alles drunter und drüber ging. Schulen waren geschlossen, Autobahnen gesperrt.

Das erinnert mich an meine Zeit in Dallas, TX. Es war in den neunzigern und ich arbeitete als Programmierer für den medizinischen Ableger von Kodak. Hin und wieder schiebt sich eine Kaltfront aus Kanada über die Steppen hinweg bis in den Süden der Vereinigten Staaten. Ein sogenannter Coldsnap. Es war drei Uhr nachtmittags und ein paar Schneeflocken fielen, die einige Minuten auf dem Boden blieben und sich dann auflösten. Die Geschäftsleitung gab Schnee-Alarm und wir wurden nach Hause geschickt.

Wochen später musste ich für Kodak nach Rochester im Staate New York, wo die Zentrale lag. In der Gewissheit, dass es dort kälter sein würde kaufte ich mir ein paar feste Schuhe und eine Lederjacke, setzte mich ins Flugzeug und flog nach Rochester. Dort lag ein Meter hoch Schnee und im Gegensatz zu Dallas arbeitet jeder weiter.


Ich schaffte dort eine Woche, in einem massiven Gebäude, bevor ich wieder nach Dallas zurückflog. Die Arbeit hätte ich auch von Dallas aus erledigen können. Ich stellte fest, dass die Amerikaner ihre Leute gern in der Gegend herumschicken. Mir passierte das nicht zum letzten Mal. Baldor in Arkansas schickte mich zu einem kleinen Ort in München. Corning sandte mich in eine Filiale in Pensylvania und für Dow Chemical machte ich etwas in der Nähe vom Rhein in Baden.

In dem Kodak-Gebäude waren die Korridore, in dem Leute in Golf Carts herumkurvten, mit Verkehrsschildern ausgezeichnet. Mir wurde bedeutet, das Gebäude nur in Begleitung eines Angestellten zu verlassen, da in ihm Projekte für das Militär durchgezogen würden und es eine Sicherheitszone sei. Nur, als ich mit meiner Arbeit fertig war, sah ich keinen Angestellten mehr und ich stand mit meinem Laptop for einer geschlossenen Drehtür. Doch ich fand ein Telefon, das mich mit der Wache verband. Nach einigen Vorhaltungen musste ich mich vor die Drehtür stellen. Die Wache schob sie eine viertel Drehung weiter und ich war draussen.

Der Parkplatz war beleuchtet und es standen noch ein paar Fahrzeuge dort, unter einer dicken Schneedecke versteckt. Ich wusste, mein Leihwagen war blau kannte auch die Marke, ich wischte den Schnee von den Fahrzeugen, dann fand ich einen, doch der Schlüssel passte nicht. Weitere zehn Minuten vergingen, dann sass ich in meinem.

Ereignisse wie das geschilderte werden in meinem Gedächtnis hochgespült, wenn es bei uns einmal schneit, wenn auch nur für einen Tag.

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