Coversong Roads

domenica, maggio 31, 2015

Hyperloop


Für die amerikanische Entwicklung des Intercity Transportsystems Hyperloop werden Ingenieure gesucht. Letzte Meldung ist, dass ein Areal für eine 8 Meilen lange Teststrecke in Kalifornien gekauft worden ist. Nächstes Jahr sollen Probeläufe starten.



Bleibt zu hoffen, dass dies Projekt, von Elon Musk angestoßen, nicht so endet wie der deutsche Transrapid. Zur Erinnerung: Hyperloop sieht vor, dass Kabinen mit Hilfe von Druckluft durch Stahlröhren in einer Geschwindigkeit von 750 m/ph zischen.

mercoledì, maggio 27, 2015

Homeland Security und „Schick die Maus zum Mars“.


Ich las gerade zwei Artikel der „Business Week“. Einer behandelte das Thema, dass in den U.S.A. oder Kanada zur Welt gekommene automatisch die Staatsbürgerschaft des Landes erhalten. Soweit so gut: Steht in der Verfassung. Begüterte schwangere Chinesinnen nehmen den Service von chinesischen Organisationen in Anspruch, die Papierkram, Klinikaufenthalt und den in Hotels erledigen. Sie zahlen um die 50.000 Dollars dafür. Alles legal. Doch nun kommt die Homeland Security der amerikanischen Regierung und versucht es zu unterbinden. So ähnlich wie bei X-File. Die Chinesinnen sind verstört, werden in den U.S.A. festgehalten und schikaniert. Gründe sind vorgeschoben. Irgendwann werden ihnen ihre Papiere wieder zurückgegeben und sie machen, dass sie wegkommen.

Das ist sicher nicht gerade die feine englische Art. Selbst Frau Merkel hat Schiss vor den Amis. Ich selbst fand sie eigentlich nett. (OK, Frau Merkel auch). Man muss sich etwas anpassen. Wenn man von der Polizei angehalten wird, darf man das Auto nicht verlassen. Ich wusste es nicht. Schon brüllt der Aussenlautsprecher: „Don´t leave the Car!“. Es war in Midland Michigan, ich fuhr einen Mietwagen und der Officer erzählt mir, dass ich in der falschen Spur stand. Es gab nur eine Verwarnung. – Ein deutscher Kollege kam nachts aus der Northern Lounge. Der musste auf einer Linie gehen und dabei von 100 rückwärts zählen. – Nach einer Geburtstagsparty fuhr eine amerikanische Kollegin nach Haus. Sie hatte in ihrem SUV ein paar Luftballons hängen und wurde angehalten. Am nächsten Morgen rief sie aus dem Gefängnis an und musste ausgelöst werden. Um die Knäste herum gibt es diese Bail-Shops, wo man sich eine Bescheinigung kaufen kann, mit der man jemanden aus dem Knast holen kann. Dann sah ich in einer Mall, einem Einkaufszentrum, in Fort Smith, Arkansas, ein paar Polizeiwagen ausgestellt, in die man reinklettern konnte. Der Officer zeigte stolz die Einschusslöcher in seinem Auto. Das bringt mich auf die dumme Angewohnheit der amerikanischen Polizisten, schwarze Unbewaffnete zu durchlöchern und damit bei einem Prozess davonzukommen. Schon eine Sauerei. – Ich kam in Fort Smith an einem Freitagabend vom Tanzen zurück und fand die Tür meiner Wohnung aufgebrochen. Meine gepackte Reisetasche und mein Laptop für den Rückflug nach South Carolina waren noch da. Keine Ahnung was die wollten. Der herbei geholte Polizist hatte auch keine. Ich bekam nur das Gefühl, dass, wenn ich in der Wohnung gewesen wäre und falsch gezuckt hätte, würde ich ein paar blaue Bohnen abbekommen haben.
Zu dem Artikel über Elon Musk nur ein paar kurze Anmerkungen. Als Jugendlicher hatte er Heinlein und Asimov gelesen, später bei Zip2 und Paypal seine ersten Millionen gemacht und versucht, SF in die Welt einzubauen. 2001 flog er mit ein paar Kumpels nach Moskau, um dort eine gebrauchte interkontinentale ballistische Rakete einzukaufen, mit der er eine Maus zum Mars schicken wollte. Hat nicht geklappt. Er bekam keine.

Immerhin hat er SpaceX, Tesla gegründet, ist Großaktionär von Solar City und powert sich langsam voran. Ach ja, dann gibt es noch den Hyperloop. Finde ich toll, wie der Mann seine durch SF inspirierten Träume versucht wahr werden zu lassen. Stellen wir uns doch mal vor, was mit dem deutschen Verteidigungshaushalt alles an positivem erreicht werden könnte, wenn man davon absehen würde Waffen zu bauen, die dann doch nicht funktionieren.





martedì, maggio 26, 2015

irrelevant


Was ich für belanglos halte sind das ganze Homo-Gedöns, Religion, Schlager und Fernsehen. Ich stehe voll auf Frauen, Rock und Streaming. Bei Religion will ich Abstriche machen; denn ich bin Pastafarian, Anhänger der Kirche des FSM, Flying Spaghetti Monsters.
Die im Second Life Kaffe Krümelkram dargebotene Kommödie "Angriff des 30 m Nerds" habe ich verpennt. Zu der Zeit war ich im Karaoke-Rausch. Nun, das Stück gibt es noch einmal am 6. Juni, nur da werde ich beim Oldie-Con sein, aber dann wird es sie noch zwei Mal geben. Am 20. und am 27. Juni.

outpost 37

Gerade Outpost 37 angesehen. Empfehlenswert.

domenica, maggio 24, 2015

Grosse Geister

In der „Business Week“ las ich gerade einen Artikel über den neuen Googleplex, der in Mountainview, Cal. Entstehen soll. Er wurde von zwei europäischen Architekten entworfen, dem Dänen Bjarke Ingels und dem Briten Thomas Heatherwick.  Heatherwick ist inspiriert durch die SF der 60er und 70er Jahre und wundert sich, warum die Welt nicht interessanter aussieht.

Meine Folgerung: Alle großen Geister haben SF gelesen oder lesen sie noch immer. Oder?

lunedì, maggio 18, 2015

Gute Unterhaltung

 Gestern haben wir auf You Tube „Lucy“ gefunden, einen empfehlenswerten Film des letzten Jahres.
Und dann noch eine neue empfehlenswerte Story von mir, lol.
Gute Unterhaltung.

Almost Lover
Polizeibeamter und Ehemann. Eine waghalsige Kombination; denn es wird nicht nur von 9-5 gemordet. Hatte Emma, Schneiders Frau, sich damit abgefunden, wenn ihr ihr Mann noch mal raus musste oder später auftauchte? Schien so.  
Wat n nu? dachte Schneider, als er eines Abends vor der Haustür stand und Emma singen hörte. Sie schien den Klingelton nicht zu bemerken. Ihre Stimme. Unwillkürlich dachte Schneider an Reibeisen und Schmirgelpapier, während er die Tür aufschloss.
Das Abendessen stand auf dem Tisch. Emma saß auf dem Sofa und zupfte an einem kleinen Instrument. Die Melodie war traurig und Schneider verstand den Text nicht. Er hörte etwas heraus wie “Goodbye my almost lover.”
Fremdsprachen sind tückisch, dachte Schneider und schob sich einen Cracker in den Mund.
“Wie heißt das Instrument?”, fragte er.
"Ukulele."
"Hast du es gekauft?
"Ja".
"Wo?"
"Im Musikgeschäft um die Ecke."
"Um welche Uhrzeit?"
"So gegen 3 Uhr am Nachmittag."
“Und warum?”
“Ich wollte etwas Neues lernen und der Vormittag an der Supermarktkasse füllt mich nicht aus.”
Schneider betrachtete das Instrument. Marilyn Monroe kam ihm in den Sinn. Sie hatte auch einmal auf so einem Ding herumgeklimpert. Wie hieß der Film noch?
Manche mögen es heiß. Das war er. Emma sah auch nicht schlechter aus. Stämmiger zwar und man könnte zwei aus ihr machen. Aber sie war genau das, was er sich immer gewünscht hatte: Eine Frau ohne Flausen im Kopf, die einem das Abendbrot auf den Tisch stellte und dann mit ihm fernsah. Doch nun dies. So ein kleines Instrument passte doch gar nicht zu ihr.
"Wie hast du so schnell gelernt darauf zu spielen?"
"Auf You Tube gibt es Videos als Tutorials."
"Ah," sagte Schneider und dachte: 'You Tube kenn ich. Aber Tutorials. Muss ich das wissen?'
Emma setzte wieder an: "So long my luckless romance. My back is turned on you...."
“Wie heißt das Lied?”
“Almost Lover,” antwortete Emma. “Almost Lover” von “Fine Frenzy”.
“Ich habe so ein komisches Gefühl”, meinte Schneider am nächsten Morgen, als er sich an den Schreibtisch setzte. Udo, sein Kollege, grunzte und fuhr fort, die Zeitung zu lesen.
“Emma hat sich eine Ukulele gekauft und gelernt darauf zu spielen. Gestern hat sie etwas gesungen, von dem sie sagt, dass es “Almost Lover” heisst.“
“Frauen sind ja sowas von romantisch,”kam Udos Stimme hinter der Zeitung hervor. Er legte sie weg und fuhr den PC hoch. “Wie heißt das Lied doch gleich?”
“Almost Lover”.
Udo tippte und brummte: “Hier ist es. Almost Lover mit Fine Frenzy. Ich spiele es mal ab.”
Die  Männer  hörten sich das Lied an. “Traurig”, meinte Udo.
“Worum geht es denn?”
“Bevor es mit den beiden richtig los ging, war er schon wieder weg und das Mädchen war nicht davon begeistert.”
“Ein Liebeslied also.”
“Kann man so sehen”, meinte Udo. “Liebe ist irre. Mein weiß nie, wo sie einen hinführt. Es ist wie beim Schach. Liebe hat so viele Variablen. Ich bin in eine Schachspielerin verliebt. Zwei Mal die Woche kam sie in den Stadtpark, wo wir mit den großen Figuren spielen. Sie trug einen dicken Mantel. Von der Figur war wenig zu sehen, nur das sie stämmig war. Schwarze Haare, blaue Augen, blasses Gesicht. All das faszinierte mich. Manchmal fragte sie mich, welche Figuren sie ziehen sollte. Ich sagte es ihr und sie gewann. Bis sie eines Tages jemand anderen fragte, der ihr riet, den Springer zu bewegen, wo der Turm doch viel besser stand. Sie verlor. Trotzdem verließ sie den Ort mit diesem Mann. Ich war perplex, konnte es nicht fassen.” Udo schüttelte den Kopf, dann sah er Schneider an.
“Heinrich. Ich sage mal, deine Frau muss sich verliebt haben. In einen anderen. Bist du in letzter Zeit mal mit ihr spazieren gegangen? Zum tanzen, ins Museum, in den Park oder ins Theater?”
“Nee”, meinte Schneider und kratzte sich am Kopf.
“Oder stell dir mal vor”, fügte Udo hinzu. “Emma sitzt an der Kasse. Ein netter junger gutaussehender Mann kommt jeden Tag am Laufband vorbei, lächelt sie an, spricht ein paar Worte mit ihr und hat dann auch noch abgezähltes Geld. Emma verliebt sich in ihn. Er wird zu ihrem heimlichen Schwarm, und plötzlich… “Udos Stimme schwoll an: “Bringt er seine Frau mit.”
Aus dem Korridor drang ein polterndes Geräusch. Die Tür wurde aufgerissen, Dr. Schmidt kam herein. Dr. Schmidt, Schneiders und Udos Vorgesetzter, trug einen Anzug mit feinen Nadelstreifen, eine Brille, durch die er auf Udos Bildschirm sah. Seine Haare waren ihm abhanden gekommen.
“Meine Herren. Ich habe etwas für Sie.” Schmidt stellte sich hinter Udo. “Was ist das?”, fragte er.
“Es geht um meine Frau.” Schneider lächelte verlegen. “Sie hat sich eine Ukulele gekauft, zupfte gestern darauf herum und sang dieses Lied.”
“Ah”, meine Schmidt und beugte sich vor. “Almost Lover. An welchem Tag kaufte sie die Ukulele? In welchem Geschäft? Zu welcher Uhrzeit und waren zu der Zeit außer dem Verkäufer und Ihrer Frau noch andere Leute in dem Laden und wer waren sie?”
“Im Musikgeschäft um die Ecke, so gegen 3 Uhr Nachmittags. Aber nach den anderen Leuten hatte ich vergessen zu fragen.”
“Kümmern Sie sich darum”, meinte Schmidt. “Aber dies hier ist wichtiger.” Schmidts Augen funkelten. “Im Stadtpark wurde ein Mann erschlagen. Er muss schon mehrere Tag hinter den Büschen gelegen haben. War wohl ein wuchtiger Schlag, denn ein Holzsplitter lag neben ihm. Wie wir wissen, stammt er von einer der großen Schachfiguren, die sie dort benutzen. Nehmen Sie sich der Sache an.” Schmidt drehte sich um und verließ das Büro.
“Oh”, sagte Udo und sah Schneider mit weit aufgerissenen Augen an. “Hat sie etwa…“. Welche Figur war es denn?” rief er Schmidt nach.
“Der Springer.”








venerdì, maggio 15, 2015

Chancengleichheit


Im „Spiegel“ vom 9.5. gab es einen Artikel über die Chancengleichheit. Als Fazit stand gleich am Anfang: „Bildung, Wer in Deutschland als Kind armer Eltern geboren wird, gleicht diesen Nachteil meist nicht mehr aus.“

Tja. Nach dem Krieg waren wir fast alle arm. Wenigstens der Mittelstand. Ich bin Jahrgang 39. Über die Wohnung, die wir hatten, kann ich nicht meckern. Sie lag in einem ruhigen Vorort Hamburgs, in Fuhlsbüttel, in einer Seitenstraße. Die Wohnung hatte Zentralheizung, Telefon, warmes Wasser. Mein Großvater war Vertreter von Schokolade, dann kaufte er einen Stand im Bahnhof Barmbeck. Der Bruder meiner Großmutter besaß einen Gemüseladen. Mein Vater war Bankangestellter, sprach neben Deutsch Spanisch, Englisch und Französich und hatte daher wohl das Glück in Frankreich zu kämpfen, während mein Onkel in Russland gefangen genommen wurde. Während des Krieges arbeiteten meine Tanten entweder in einer Munitionsfabrik oder waren Funkerinnen in einem Fliegerhorst. Ich erinnere mich daran, wie mich Soldaten in einen Jäger gesetzt hatten und mir das Flugzeug zeigten. Meine Mutter spielte Akkordeon und sang in Russland und meine Großmutter transportierte Geld von Bank zu Bank. Ich wurde herumgereicht. Entweder war ich in Fuhlsbüttel, wenn meine Mutter zu Hause war, in einem Hotel in Lübeck, evakuiert in Bayern, oder bei meiner Oma in Barmbek. Erlebte gerade noch, als das Haus ausgebombt wurde und wir irgendwo anders unterkommen mussten. Mal war es ein Hotel mit Künstlern und Artisten. Die bekannteste aus dem Hotel, mit der ich mich als Knirps unterhielt, war Lale Andersen, deren „Lili Marleen“ das Radio an der Front dudelte.

Was Musik anging, kann ich mich noch an die Lautsprecher am Timmendorfer Strand erinnern, über die Märsche und Sondermeldungen zum Krieg über den Sand wehten.
Was die Zeit nach dem Krieg anging, so war die Kindheit bombastisch. Eine meiner Tanten hatte sich mit einem Tommy verlobt, der, wie sie zu spät merkte, in England schon verheiratet war, lol. Immerhin konnte ich dann und wann in seinem Militärlaster mitfahren und ich bekam die erste elektrische Eisenbahn von ihm.

In unserer Straße waren wir eine Bande aus rund 10 Kindern, die ständig draußen spielten, weil die Eltern andere Sorgen hatten. Die Straße bestand aus großen Asphaltplatten, so dass wir ein Klasse Spielfeld hatten. Wir spielten einmal berühren. Ich glaube, mit einem Tennisball. Jede Seite durfte den Ball nur einmal mit dem Fuß berühren und versuchen, ihn über die gegnerische Linie zu bringen. Unsere Fähigkeit für Innovationen kannte keine Grenzen. Wir schlugen Löcher mit einem Nagel in Blechdosen, hängten sie an einen Draht und füllten sie mit Dachpappe und Blättern, die wir anzündeten. Dann schwenkten wir sie, während wir durch die Straßen liefen. Sie stanken so herrlich. Wir bauten Holzgewehre mit Brett, Nägeln, Wäscheklammern und Gummiband und schossen mit harten Erbsen. Später hatten wir Katapulte und Stahlzwillen, die wir in offene Fenster schossen, dann Bleistiftverlängerer, die wir als Blasrohre benutzten. Als Streich banden wir ein Seil an Griffe von zwei gegenüberliegende Wohnungstüren, die sich nach innen öffneten, klingelten und liefen weg. Wir kletterten Bäume und Laternenpfähle hoch, sammelten Granatsplitter zwischen Trümmern.
Das war die Zeit, als unsere Zehen aus abgeschnittenen Schuhspitzen ragten, weil die Schuhe uns nicht mehr passten. Ganz waren unsere Schuhe im Winter. Doch die hielten nicht lange, weil wir unsere Schlittschuhe daran schraubten. Mit der Zeit, wenn wir auf der Alster und Kanälen herumtobten, rissen die Hacken ab. Hudora hießen die Schlittschuhe, fiel mir gerade ein. Danach googelte ich. Wahnsinn, die gibt es immer noch. Die Firma existiert schon seit 1919.
Schwimmen haben wir uns selbst beigebracht. Wir liefen mit Badehose und umgebundener Schwimmweste von zu Haus los, trafen uns unterwegs, trabten zum Schwimmbad Ohlsdorf, bliesen die Schwimmwesten auf und sprangen ins tiefe Becken. So fing es an.

An einem anderen Tag liefen wir zum Froschteich, stopften Frösche in ein großes Einmachglas und ließen sie in der Wohnung meiner Mutter frei. Die war nicht begeistert. Wir hatten auch eine breite Dose, in der vorher Süssigkeiten der Tommies waren und in deren Boden wir mit Nägeln Löcher gebohrt hatten. Ein Seil hatten wir dran gebunden. Wir benutzen die Dose, um an der Alster Stichlinge zu fangen.

Es gab keine Reichtümer. Es wurde getauscht, gefeilscht. Einer kam mit einem Sack Kartoffeln, ein anderer mit Speck, dann mit Mehl. Auf dem Balkon wurde mit Ziegelsteinen ein Ofen gebaut. Mein Vater baute Bohnen im Vorgarten des Mietshauses an. Im strengen Winter 1947 zogen meine Großmutter und ich einen Schlitten zum Ohlsdorfer Friedhof. Überall hörte man sägen, Knacken von Ästen. Wir machten mit und brachten Holz nach Haus. Es war auch die Zeit des Kohlenklaus, der das Kriegsende gut überstanden hat. Auf den Güterbahnhöfen wurden die Kohlezüge gestürmt.
Kurz und gut. Bei uns gab es keine Klassenunterschiede. Bei uns waren die Chancen gleich. Auch die Chancen, vom Lehrer eins mit dem Rohrstock übergezogen zu bekommen. Wir trugen alle Lederhosen. Die Kindheit war einfach bombig, ein Abenteuer. Insofern ist mir das, was im Spiegel steht, fremd.



lunedì, maggio 11, 2015

"Die falsche Deutsche Bank"

 Im letzten mir vorliegenden „Spiegel“, also dem der vergangenen Woche, las ich den Leitartikel „Die falsche Deutsche Bank“, in dem festgestellt wurde, dass der „führende Finanzkonzern des Landes“ eine neue Führung brauche.
Schwachsinn. Profit und Verluste werden auf dem internationalen Markt gemacht. Und wenn hin und wieder ein paar Milliarden über den Deister gehen, was macht das schon? Für das Verteidigungsministerium wird auch kein Führungswechsel gefordert.
Banken sind ihren Aktionären gegenüber verantwortlich. Das einzig richtige an dem Leitartikel ist die Überschrift. Die Deutsche Bank sollte sich umbenennen und ihre Zentrale in ein anderes Land verlegen. Für Deutschland reicht doch so etwas wie die Hamburger Sparkasse.


Scientific American, May 2015


Jetzt mal mit dem Tablet aufgenommen. Ich hatte auch einiges auf der Terrasse mit dem Tablet geschrieben und dann alles hochgeladen, jedoch mit dem PC strukturiert. Mit PC und Maus ist es doch efficienter.

Vor 250 Millionen Jahren bis 60 Millionen waren Dinosaurier die dominante Rasse, bis sie ein Meteor auslöschte. Indirekt: Es gab nichts mehr zu futtern. „The Rise of the Tyrannosaurus“ erzählt nun, dass Paläontologen herausgefunden haben, dass es alle möglichen Arten des Tyrannosaurus gab. Kleine, große, dicke dünne. In allen möglichen Gegenden des Erdballs wurden sie entdeckt, durch Ozeane getrennt. Das sind Aussagen, von denen man nicht weiß, ob sie einen interessieren sollten.

„The Glue that binds us“. Es sind Gluonen, welche Quarks, aus denen Protonen und Neutronen bestehen, zusammenhalten. Zum Glück. Sonst würden wir auseinander fliegen. Es fehlt aber noch etwas, denn die Massen von Gluonen, Quarks machen in Summe noch nicht die Masse von Protonen aus. Um etwas über die fehlende Masse herauszubekommen muss die Frage beantwortet werden: Woraus besteht der Klebeeffekt. Ich lasse es mal dabei, sonst müsste ich noch etwas über Up, Down, Charme, Strange, Top, Bottom etc. schreiben.

„Lifting the Curse of Alzheimer´s“. In einem Teil Columbiens gibt es Familien mit einer genetischen Variante, die schon mit 40 Jahren Alzheimer erzeugt. Das war schon über Generationen bekannt. So ist es verwunderlich, dass Forscher sich erst jetzt bemühen, das Leiden zu untersuchen und zu beheben. Langsamkeit führt zu nichts. In dem Artikel wird ebenfalls dargestellt, wie die Familienmitglieder mit der Gewißheit, einmal Alzheimer zu bekommen, umgehen.

"The search for a new machine". Ich stümper mal wieder auf dem Tablett herum, nachdem meine Frau das Büro okkupiert und mein Notebook den Geist aufgab. Es bekommt keinen Saft mehr. In diesem Beitrag geht es darum, Moores Law mit anderen Mitteln weiterzuführen.  1974 wurde der 8080-chip entwickelt. Der besaß 4500 Transistoren. Jetzt hat ein Chip mit der höchsten Dichte 4,5 Milliarden Transistoren. Das reicht natürlich immer noch nicht. Und so machen sich Intel, IBM sowie HP daran, herauszuholen,  wie Computer noch schneller gemacht werden können. Die Chips sollten zumindest so smart wie eine Hausfliege werden.

"Waves of Destruction".  Eine Art Feedback Loop in dem arktischen Meer. Eis schmilzt aufgrund der Klimaänderung, gigantische Wellen werden erzeugt, die als Eisbrecher wirken und das offene Meer vergrößern. Die Dynamik wird untersucht. Das Ergebnis ist offen.

"Cellular Small Talk". Benachbarte Körperzellen stehen miteinander in Verbindung. Die Verbindungselemente heißen Gap junctions,  können aus hunderttausenden Proteinen bestehen und sorgen zum Beispiel für  schnelle Wundheilung. Klar, dass Unterbrechungen der Kommunikation zu Funktionsstörungen führen. Es wird versucht Medikamente dagegen zu entwickeln.

"Nightwatch". Der Satellitensensor "the Day Night band" wird vorgestellt. Er sieht Licht, das von Sensoren früherer Generationen nicht wahrgenommen werden konnte.

venerdì, maggio 08, 2015

Pause bei gutem Wetter

Im Moment ist das Wetter zu gut, um auf der Tastatur zu klimpern. Ich verbringe den Tag auf der Terrasse und melde mich bei schlechterem Wetter.

sabato, maggio 02, 2015

Was soll das, Facebook?

Mal sehen, ob es mit dem Tablet geht. Ich finde es lustig, wenn da auf einmal steht:Kennst du Arno,  oder war es Arnold, Behrend?
Wo soll ich nun "ja" hinschreiben?

giovedì, aprile 30, 2015

Best of SL, Jahrbuch 2014


Heute erhielt ich das Jahrbuch 2014 „Best of SL“ des Schreiblust-Verlages. Eine Anthologie mit Geschichten, die in einem Monat des vergangenen Jahres im Wettbewerb der Internet-Schreibgruppe den 1., 2., oder dritten Platz belegt haben. Ist auch eine Story von mir enthalten.


Sind starke Stories darunter. Das Taschenbuch ist fast 300 Seiten stark, kostet Euro 9,90 und kann über diese Webseite bestellt werden. 

mercoledì, aprile 29, 2015

Phantastisch 2/2015



Wieder interessant. Gibt es doch einen ausführlichen Artikel über Werwölfe. Eine weitere Bildungslücke geschlossen. Der Phantasie-Autor David Falk wird interviewt. Macht Sinn, was er über den Büchermarkt sagt, und ich habe das Interview bis zu dem Moment gelesen, in dem er mit Athanor und dem arroganten Elf Davaron anfängt, lol.  Den Artikel über Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen habe ich dann auch überlesen.

Was ich gut fand, war der Artikel von Horst Illmer über Hans Dominick. Ich kann mich daran erinnern, dass mein Vater Bücher von Dominick im Schrank hatte. Und „Wettflug der Nationen“ sowie „Ein Stern fiel vom Himmel“ hatte ich als 10-jähriger verschlungen. Vermutlich war das der Initiator  für mein Sf-Interesse. Da machte einen die dort erwähnte deutsche Ingenieurstechnik doch noch stolz. Inzwischen haben andere Nationen mächtig aufgeholt.  

Es gibt wieder die netten 1-seitigen Cartoons über den im Weltraum herumreisenden Roboter in „Ein seltsamer Tag“. Michael Peinkofer schreibt über seine SF für Kids. Von Muna Germann lese ich den Artikel „Wie werden wir uns in Zukunft kleiden?“. Sie weiß es natürlich auch nicht, und ich habe die Zukunft ohnehin schon hinter mir.  Sie zieht Beispiele aus Film und Fernsehen heran, findet dann aber, dass es weite und enge Hosen sein werden, lange und kurze Pullover, grelle Farben, dunkle Farben. Von meinen knackigen Jeanshemden hat sie gar nicht geschrieben.

Einige Autoren werden befragt, warum sie eigentlich SF schreiben. Es gibt noch einige Buchbesprechungen und einen ausführlichen Nachruf über Wolfgang Thadewald, aus dem hervorgeht, womit er sich über Jahre hinweg beschäftigt hat. Ich habe den Eindruck, dass man sein Leiden einigermaßen verdrängen kann, wenn man sich auf ein bestimmtes Hobby spezialisiert. Bei ihm war es alles das, was mit Jules Verne zusammenhängt.

Rüdiger Schäfer fragt in einem Beitrag: „Ist unser Deutsch noch zu retten?“. Mir doch egal, ich schreibe dann in englisch oder italienisch weiter. Mein portugiesisch wird auch besser und spanish geht so lala. Nur mit dem Chinesisch habe ich meine Probleme.

Heute Morgen quatschte ich unsere chinesische Barfrau auf chinesisch an. Sie verstand nur Bahnhof. Ich versteh das nicht, lol. Dabei meinte ich genau so gesprochen zu haben, wie die Lehrerin im Video. Wŏ shi Dėguó rén = Ich bin aus Deutschland.


Asimov’s Science Fiction, April/May


Das Foto hat Telefon-Format :-)

Erst mal vorweg: Ich musste bei Schreib-Lust, der Schreibgruppe, wo ich hin und wieder mitmache, 16 Stories durchlesen und bewerten. Sind ganz gute Erzähler dabei. Zwei sind mir aufgefallen. Ich schreibe mal die URLs: http://schreib-lust.de/schreibaufgabe/1504.php?autor=1516 und

Was Asimov´s angeht. Es ist eine Doppelausgabe. Musste durchgeackert werden. Die erste Story „The New Mother“ war schon die beste. Eine Reporterin soll Fakten sammeln und einen Artikel über eine Familie schreiben, die aus Frauen und Mädchen besteht, die ohne Männer Kinder bekommen. Darüber hinaus soll sie die Ursachen ergründen und die Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft beschreiben, die entstehen, wenn das um sich greift. Und das tut es.

Hier sind also keine epochalen Innovationen im Spiel, sondern ein Bacillus, der auf keine bekannten Medikamente anspricht. De Auswirkungen sind enorm. Dies Phänomen wurde unterschiedlich benannt: Human Asexual Reproduction Syndrome (HARS), Human Communicable Parthenogenesis (HCP) und Gamete Diploidy Syndrome (GDP). Inzwischen sind schon tausende von Frauen infiziert. Ob sie wollen, oder nicht. Sie werden schwanger und wenn sie ein Kind geboren haben, sind sie es wieder. Die Sterblichkeitsrate in Afrika wird steigen und Hungersnöte werden ausbrechen. In Amerika setzen Republikaner durch, dass Müttern mit GDP der Zutritt zu Hospitälern verweigert wird. Wer die sogenannte Krankheit absichtlich überträgt, wird als Krimineller eingestuft. Menschen werden zwei Klassen zugeordnet. Nicht abzusehen ist, welche die Oberhand haben wird.

Soweit ich weiß, wird an dieser Art, Kinder zu bekommen, schon herumexperimentiert. Männer werden wohl irgendwann überflüssig.

giovedì, aprile 23, 2015

Macht des Wortes

Die Männer des Militärischen Führungsrates der Bundeswehr saßen an einem runden Tisch und sahen sich an.
„Wörter haben Macht. Sie können aufbauen, sie können zerstören.“ Sagte einer von ihnen. „Zum Beispiel: Ich stehe auf Distanz zu Winterkorn.“  
„Das G36 hat keine Zukunft.“ Entfuhr es einem weiteren.

„Bei heißem Rohr schießt das Gewehr um die Ecke. Wie konnte passieren, dass es jetzt in allen Medien steht? Damit wurde offenkundig, dass Deutschland nur bedingt abwehrbereit ist.“
„Unser Hauslieferant Heckler & Koch muss sich auf harte Zeiten einstellen“, erläuterte ein Kommandeur. „Ich habe an die Fabrique Nationale Herstal eine E-Mail mit der Frage geschickt, ob deren Gewehre geradeaus schießen.“


Solange das nicht geklärt werden kann, sollte unsere Bundeskanzlerin mit ihrem Vorgänger sprechen. Vielleicht kann der Putin dazu bringen, mit 300 000 Kalaschnikows auszuhelfen?

martedì, aprile 21, 2015

Analog, Science Fiction and Fact, May 2015



Editor Trevor Quachri lädt hin und wieder Gäste ein, die für ihn Leitartikel schreiben. Spart Arbeit, klar und macht das Magazin interessanter. In dieser Ausgabe bringt die Sprachwissenschaftlerin und Sf-Autorin Juliette Wade ihre Meinung über die Kraft der Sprache zum Ausdruck, und wie Sprache im Hirn abgebildet wird. Übertrieben, da bisher nur bekannt ist, welche Areale durchblutet werden. Eines ist jedoch sicher. Das Gehirn hat an der chinesischen Sprache mehr zu knacken als an der italienischen. Mit anderen Worten: Das Gehirn wird in China besser trainiert als dort, wo ich zu Hause bin. Das wirkt sich letzten Endes auf den Lebensstandard aus.

Rajnar Vajra ist für Analog-Leser kein Unbekannter. In „Zen Angel“ hat der Protag schon ein paar hundert Jahre auf dem Buckel. Er ist einer von denen, deren Gene irgendwann einmal dahingehend manipuliert worden waren, dass sie tausende von Jahren leben. Seine Aufgabe besteht darin mit seinen Altersgenossen das Geheimnis der Baumeister dieses Universums zu lüften. Abgesehen von Kraftfeldern und Teleportation, die für SF-Fans alte Hüte sind, taucht nichts Neues an Innovationen auf.

Es gibt eine Story über Baseball, die ich geflissentlich überlas. Typisch amerikanische Sportarten lassen mich kalt. Ich hatte in Lansing, Michigan und auch in Midland American Football Spielen beigewohnt. In Midland hatte ich mir fast den Arsch abgefroren. Die Bänke sind aus Metall und ich hatte nicht, wie die anderen Zuschauer ein Kissen mitgenommen. Das war Highschool Football mit Blaskapelle. Lansing bot hingegen College Football mit Pom Pom Girls. Neben den Hot Dogs der einzige Lichtblick.

Einige weitere Geschichten sind nett zu lesen, bieten aber nichts an Innovationen. So werden irdische Delphine im Ozean des Jupitermondes Europa ausgesetzt, um ein in der Tiefsee lebendes Wesen auszuforschen. In einer anderen Story wehrt sich ein Nabob, seinen Planeten Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Erinnert mich an die Situation in Europa. Unserem Europa, und mir fällt ein, wie wäre es Putin zu bitten, Flüchtlingskähne vor Lybien mit Hilfe von Drohnen zu versenken, die mit neutraler Tarnfarbe versehen sind.

In der Story „No Gain“ von Aubry Kae Andersen geht es um Sport, um Gymnastik. Kann ich mehr mit anfangen. Die junge Sportlerin aus dem Osten ist schmerzunempfindlich und von ihrem Promotor zu Höchstleistungen angespornt. Maggie, das Mädchen wird von einer Trainerin betreut, die zu spät merkt, dass die Schmerzunempfindlichkeit durch genetische Manipulation hervorgerufen worden war. In einem Schauturnen übernimmt sich Maggie und wird zu einem körperlichen Wrack.

Die Lehren kann jeder selbst ziehen.







domenica, aprile 19, 2015

Trampolin - eine Kommissar Schneider Geschichte

Frisch aus der Presse. Macht beim Schreib-Lust-Wettbewerb mit.

Hier ist sie:

Trampolin

Wie üblich drehten die zwei Männer ihre Mittagspausenrunde im Stadtpark, passierten Azaleen, Rhododendren, Mammutbäume. Heinrich Schneider genoss das Panorama.

"Heinrich, in Italien wird jeden zweiten Tag eine Frau umgebracht."
"Ja..., da hinten ist eine Eis Bude. Nehmen wir mal diesen Weg und genehmigen uns ein Stracciatella. Im Eis machen sind Italiener Spitze."

Es war keine Bude. Es war ein Anhänger, ein Eis-Anhänger mit Fragola, Cioccolata, Limone,  Crema, Lamponi, Stracciatella und einem Hühnen von Mann dahinter. Seine Haare wirkten onduliert, das Gesicht  gerötet. Ein weißer Kittel spann sich über seinen Bauch. “Hallo Udo”. Er streckte seine Hand aus.  
Udo ergriff sie und nickte zu Schneider hinüber. “Mein Kollege Schneider und ich hätten gern zwei Stracciatella.”

“Heinrich”. Udo grinste. “Dieser Mann ist ein Lästermaul. So vor dreißig Jahren saßen wir an der Bar im Ballhaus Barmbek und zogen über die Damen von Woolworth her, die mit schief aufgesetzter Perücke in den Saal stürmten. Wie er heißt weiß ich aber nicht mehr.” Der Eisverkäufer reichte lachend die Eistüten rüber. “Albert. Geht auf Haus.”

“Danke”, meinte Udo. “Hast du deine Wurstbude noch?” “Ja, steht noch immer in der Fußgängerzone. Da bedient meine Frau. Vielleicht kannst du dich erinnern. Die kleine pummelige aus dem Ballhaus.“

“Perücke?”, fragte Schneider und sah über die Eisbude hinweg. Alberts Lächeln fror ein.

“Seine Wurstbude steht in Altona”, fügte Udo hinzu. “Da sah ich ihn öfter. Muss eine Goldgrube sein. Und dein Mercedes?”
“McLaren”, antwortete der Eisverkäufer. “Habe ihn ein paar Blocks weiter abgestellt.”
“Mit Anhängerkupplung?”
“Klar doch. Wie sonst soll ich den Eiswagen hier wegbekommen?”
Schneider grinste.
“Ihr seid doch von der Polizei," bemerkte der Mann.
“Mordkommission”, erwiderte Schneider.
“Vor gut einer Stunde knallte es. Es war, als ob jemand geschossen hätte.”
“Wo genau?”
“Aus dem Haus hinter mir.”
Schneider wandte sich um. Hinter einer Hecke kam ein mehrgeschossiges Gebäude hervor.
“Mehrfamilienhaus?”
"Nee." Albert schüttelte den Kopf. "Hin und wieder fährt ein Paar heraus. Mit Chauffeur."
"Udo, vielleicht sollten wir nachfragen, ob da jemand geschossen hat. Vielen Dank fürs Eis."
Sie gingen auf die andere Straßenseite, zur Eingangstür und läuteten. Jemand polterte die Treppen herab. Die Tür wurde geöffnet. Die Sonne schien auf einen kleinen Mann, der Schneider und Udo anblinzelte.

“Was kann ich für Sie tun? Sind Sie von den Zeugen Jehovas?”
“Von der Polizei”, erwiderte Schneider trocken. “Der Eisverkäufer auf der anderen Straßenseite hat einen Schuß gehört, der in diesem Haus gefallen sein soll. Was sagen Sie dazu?”
“Nicht doch. Übrigens heiße ich Ebenbroich, Karl Ebenbroich. Und Sie?”     
Schneider zeigte seine Dienstmarke. “Kommissar Schneider von der Mordkommission, und Inspektor Schmitz.”
“Es war kein Schuss.” Der Mann kniff wieder die Augen zusammen. “Das Sonnenlicht blendet. Kommen Sie doch herein. Es war eine Fehlzündung.”
“Fehlzündung?” Schneider und Udo sahen sich um.
“Der Generator. Wissen Sie, ich bin Physiker. Meine Experimente verbrauchen viel Strom. Ich erzeuge ihn mir selbst.”
“Können wir den Generator mal sehen?”
Ebenbroich rief: “Eva, wir haben Besuch!” Dann wandte er sich wieder den Polizisten zu.
“Sicher doch. Kommen Sie mit nach oben.”
Ein Handy pfiff wiederholt. Während er die Treppe hoch stieg, holte Udo es hervor.
“Breaking News: Günther Grass ist tot. Und das gleich 5 mal. Reicht doch, wenn er einmal stirbt.” Udo zeigte es Schneider: “Heute Journal, New York Times, Guardian, Zeit, Spiegel-Online”. Irre, dass so ein Telefon Nachrichten nicht auf Redundanz prüfen und weg filtern kann. Smartphones sind doch so retro.”  

“Also hier ist er”. Der Apparat stand in der Ecke eines leeren Zimmers. Ein Kabel schlängelte sich zum Balkon und verschwand. Ebenbroich hinaus..
“Und wenn sie vom Balkon hinunter sehen, finden sie…. Oh Gott….”
Schneider ging zu Ebenbroich und blickte nach unten. Das dicke Kabel war mit einem Trampolin Gestell verbunden, unter der runden Öffnung lag eine Frau auf dem Boden.
“Um Himmels Willen!”, rief Ebenbroich. “Sie ist da hinein gesprungen!”
Udo rief nach einem Krankenwagen.

“Herr Ebenbroich. Wir müssen Ihre Aussage zu Protokoll nehmen und bitten Sie mit uns zu kommen.”
“Und meine Frau?” Ebenbroich  schluchtzte.
“Ich habe einen Krankenwagen angefordert”, erwiderte Udo.

Sie gingen zu Fuß durch den Stadtpark. Albert, der Eisverkäufer, bediente einige Schüler und sah ihnen hinterher. Die Außenstelle, in der Schneider und Udo zur Zeit tätig waren, lag in der City-Nord, unweit vom Park.

Im Kommissariat gesellte sich eine Mitarbeiterin mit einem Aufzeichnungsgerät zu ihnen.

“Das Trampolin Gestell habe ich zu einem Entstofflicher umfunktioniert.”
“Entstofflicher?” Schneider warf Udo einen Blick zu.
“Ein Disintegrator,” erwiderte Ebenbroich. “Er löst hineingefallene Objekte in Atome auf und setzt sie in einer anderen Dimension wieder zusammen.”

“Und das funktioniert?”, fragte Udo.
“Nicht immer. Das haben Sie doch gesehen!”, schrie Ebenbroich.
“Und wieso ist Ihre Frau hinein gesprungen?”
“Daran ist allein Karl, unser Chauffeur schuld.”
“Ihr Chauffeur?”
“Meine Frau war in ihn verliebt. Obwohl sie doch wirklich alt genug war, um ihre Impulse zu kontrollieren.”

“Den Namen des Chauffeurs bitte.” Schneider nickte der Mitarbeiterin zu.
“Karl Schönefeld. Er wohnte in diesem Haus.”

“Wohnte?”, fragte Udo.
“Er war ein sensibler Mann. In einem Zwiespalt aus Loyalität zu mir und aus Liebe zu meiner Frau, war er bereits zuvor durch den Entstofflicher gegangen.”
“Ich sah nur ein Trampolingerüst.” Schneiders Gesichtsausdruck blieb passiv.

“Haben Sie nicht das Kabel gesehen? Es ist mit einem kleinen metallenen Kasten am Gerüst verbunden. Darin ist ein Apparat mit doppelt gewobbelter Durchlasskurve und parasitärem Saugkreis untergebracht, der die Fläche des Gestells mit Desintegrationsstrahlen alimentiert.”

“Und woher wissen Sie von einer anderen Dimension?”, wollte Udo wissen.
“Das zeigen doch meine Berechnungen. Sie stehen in meinem Büro an der Tafel und sind jederzeit nachprüfbar.”

“Wieso wissen Sie, dass es funktioniert?”
“Mein Chauffeur hatte sich zum Test angeboten. Er wollte weg von hier. Er ist hineingesprungen und hat sich aufgelöst.” Ebenbroich wischte sich die Schweiß von der Stirn und lockerte seinen Kragen. “Ich hatte das meiner Frau erzählt. Sie hat es wohl nicht verkraftet und muss versucht haben, ihm hinterher zu springen.”

“Haben Sie alles?” fragte Schneider seine Mitarbeiterin und ließ Ebenbroich ziehen mit der Auflage, Hamburg nicht zu verlassen.

“Schicken wir ein paar Techniker, um den “Entstofflicher”....Schneider lachte. “Also den Entstofflicher zu untersuchen. Schreiben wir eine Fahndung nach dem Chauffeur aus und warten den Obduktionsbericht ab.”

Ein paar Tage später wurde der Chauffeur gefunden, der erzählte, das Ebenbroich ihm 50 000 Euro ausgezahlt hatte mit der Auflage, sein Haus zu verlassen und sich nie wieder sehen zu lassen.
Das Gerät war ein Trampolingerüst, und die Frau ist nicht durch Gewalteinwirkungen zu Tod gekommen. Ebenbroich muss mit einem Prozess wegen “Arglistiger Täuschung” rechnen.
Die beiden Polizeibeamten saßen in ihrem Büro, lasen Akten, schrieben Berichte. .
“Ich sagte doch mal.” bemerkte Udo und legte seinen Apfel zur Seite. “In Italien wird alle zwei Tage eine Frau umgebracht. Vom Ex-Verlobten, vom eifersüchtigen Ehemann. Ebenbroich war perfider.”



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venerdì, aprile 17, 2015

Andromeda Nachrichten 249





Rundes Battleship oder Raumstation. Erhält einige Treffer. Klasse Titelbild. Das „Vorwörtchen“ Michael Haitels, in dem er den Austrittsgrund eines Ex-SFCD Mitgliedes hirnrissig findet, kann ich unterstreichen. Der gab als Motiv das Titelbild Andros 247 an, das einem Military-SF-Roman des Atlantis-Verlages entlehnt wurde.

Ja nun. Als wir in den 60er Jahren „Nova“ herausgaben, brachten wir als Titel ein paar knackige halbnackte SF-Schönheiten von Jim Cawthorn (1929-2008). Ein phantastischer Illustrator, der hauptsächlich für Michael Moorcock zeichnete. Aber auch für NOVA. Das hatten wir Don Allen aus Gateshead bei Newcastle zu verdanken und natürlich den Fühlern, die ich ins angelsächsische Fandom ausgestreckt hatte. Ich erinnere mich daran, dass Thomas Schlück wegen der ansprechenden Schönheiten das Nova-Abonnement kündigen wollte. Hat er das getan? Weiß ich nicht mehr.

Atlantis-Verlag, Atlantis. Bin bald mit der fünften Staffel von Stargate Atlantis durch. Sie war doch sehr spannend. Am besten fand ich Dr. McKay und Colonnel Sheppard. Die Dialoge ließen mich grinsen. Alle Staffeln sind in englisch auf You Tube zu sehen.

Im Mai gibt es in Osnabrück einen Perry-Rhodan Tag. Nicht dass ich Perry Rhodan-Fan bin. Die Programmpunkte wie Titelbilder der Reihe entstehen, oder wie man eine „verdammt gute“ Stellaris-Geschichte macht, können jedoch lehrreich sein.

Der WetzKon II, auf dem 60 Jahre des SFCD gefeiert werden, ist vielleicht auch nicht zu verachten. Er findet vom 03.07. – 05.07.2015 statt und wird in der Phantastischen Bibliothek begangen. In Wetzlar war ich schon einmal, auf einem Oldie-Con. Gemütliche Kleinstadt und preiswertem phantastischem Essen.

Verspätet finde ich einige Conberichte von Zusammenkünften, die sich vom Juli 2014 bis zum Februar 2015 hinzogen, wobei der Schwerpunkt im September letzten Jahres lag. Das Medium Andromeda ist für solche Berichte ungeeignet. Sie sollten online gleich nach Con-Ende im Internet erscheinen.

Es gibt zwei Nachrufe. Einen auf Werner Fleischer, von dem ich nie etwas gehört habe, dann den anderen auf Walter Ernsting zu seinem zehnten Todestag. Der war zur rechten Zeit am rechten Platz. Eine herausragende Figur der SF-Historie für den deutschsprachigen Raum. Ich hatte ihn auf einigen Cons, die im nördlichen Deutschland stattfanden, gesehen. Darüber hinaus jedoch nicht, da wir zu weit auseinander wohnten.

Für den Deutschen Science-Fiction Preis gibt es Nominierungen. Ich warte mal auf die Sieger, die auf dem WetzKon bekannt gegeben werden.

Dann überlese ich noch einige Spartenberichte, geschrieben für diejenigen, die so etwas mögen.

73. WorldCon SASQUAN in Spokane, Washington vom 19. – 23. August. Nina Horvath ist die Gewinnerin des Transatlantic Fan Funds (TAFF), der sie über den Atlantik zum WorldCon schickt.
Cool. Sie ist ja auch mächtig aktiv. TAFF existiert seit 1953. John Berry, ein in jener Zeit sehr populärer Fan-Writer, dessen humorvolle Stories in allen möglichen angelsächsischen Fanzines aber auch in NOVA zu finden waren, und den ich als 19-jähriger in Belfast besucht hatte, war ebenfalls mal ein Gewinner.

In sfcd:intern 26 wird ein langer Leserbrief Gerd Maximovics abgedruckt, in dem er sich mit der Lehre des Philosophen Emile Coué auseinandersetzt. Sie gipfelt darin, dass man am Morgen und am Abend zwanzigmal wiederholt, dass es einem jeden Tag besser geht.

OK. Also, irgendwann ist natürlich mal Schluss, wenn es einem nicht mehr besser gehen kann. Da kommt dann nur noch ein Grenzertrag heraus, der mit jedem besser gehen minimiert wird. Und wenn es mir schlecht geht, weiß ich doch: Irgendwann geht es mal wieder weg und spätestens dann, wenn ich tot bin. Reicht doch.