martedì, novembre 15, 2016

Multikulti, von wegen

Wir waren heute bei Lidl in Finale Emilia, eine Viertelstunde mit dem Wagen, und jetzt futtere ich Elisen-Minis, finest Nuremberg Gingerbread. Ich weiß nicht, ob das so gut ist und ich mir nicht wieder eine Winterwampe annasche. Zur Prevention werde ich mich nachher wieder auf das Fahrrad schwingen und ein paar Kalorien abstrampeln.
In der Post war der “Spiegel”, dann ein Buch von Amazon über Git sowie ein Ultrasonic Shield made in China. Nun, den habe ich zu den anderen elektronischen Gadgets gelegt, die darauf warten, dass ich mit ihnen etwas anstelle. Wird wohl nächstes Frühjahr werden.
Ich las soeben die erste Seite des “Spiegel”, die Hausmitteilung. Es dreht sich um Trump. “In Trump hat es einen radikalen, charismatischen Führer gefunden, der den Widerstand gegen die multikulturelle Moderne vereinen konnte.”
Na, so was. Suche mal in der Mitte der U.S.A. nach einer multikulturellen Moderne, lol. Da ist nichts. Aber auch gar nichts. Ich arbeitete wohl ein halbes Jahr in Arkansas, in Fort Smith, der Stadt von Isaac Parker, des “Hanging Judge”. Parker (1838-1896) führte 13490 Prozesse, verurteilte 160 Menschen zu Tode. Es gab 79 Vollstreckungen. Die Leute dort hätten sicher nichts dagegen, wenn das bis heute so weitergegangen wäre.
Jeden Tag kreist ein viermotoriges Flugzeug der National Guard über der Stadt, mit dem  Gardisten ihren Flugschein machen. Was fiel mir sonst noch auf? Ich war mit meinem Pick-Up in Fort Smith. Von Greenville, South Carolina, wo ich meinen Stammsitz hatte, dorthin gefahren. In Fort Smith gab es eine Tankstelle, wo man  seinen Wagen umsonst waschen lassen konnte. Auf dem Kassenzettel wurde ein Code ausgedruckt, den man an der Waschanlage eintippte. Und, was erstaunlich war, es gab einen Supermarkt, wo man seine Ware an der Kasse selbst eintüten musste. Wie in Europa. Dafür war er billiger. Gut, dass ich darin geübt war, lol.
Dann gab es die Country & Westernbar “Sundowner”, wo ich jeden Abend zu finden war. Einen Linedance Kurs gab es auch, wo man den Double Two-Step lernte, den man in Arkansas und Texas tanzt. Er geht slow slow quick quick quick quick, während er in South Carolina slow slow quick quick geht. Alle 14 Tage ließ ich meinen Pickup auf dem Flughafenparkplatz und flog zurück nach Greenville. In Memphis musste ich umsteigen. Die Mädchen am Checkin Schalter waren stämmig genug, auch das Gepäck ins Flugzeug zu laden. Waren wohl 20-Sitzer, Puddle Jumper, mit Propeller. Hin und wieder fehlte mal ein Sitz und es gab Erdnüsse.
Stimmt, dann gab es noch einen Uhrenladen, wo ich meine Uhr mal hinbrachte, eine Kühlschrank-Fabrik, die rund um die Uhr am Laufen war, ein Holiday Inn mit Innen-Atrio und gläsernen Fahrstühlen, einen großen Freizeitpark für meinen abendlichen Power-Walk, 40 Grad im Schatten, ein Olympia-Size Schwimmbad in unserer Wohnanlage und Baldor Motors & Drives, die Elektromotoren herstellen und wo ich arbeitete. Alles Weiße, nix mit Multikulti. Viel Sport, Wild und Hund, Fisch und Fang. Sehr nette Leute. Keine wütenden alte weiße Männer, wie der Spiegel behauptete. War ohnehin verkehrt. Inzwischen hat sich ja herausgestellt, dass über 50 Prozent Frauen Trump gewählt haben. Ich werde später weiter lesen. Aber der Inhalt der Ausgabe ist sicher überholt. Lügenpresse eben, lol. War wohl keine Absicht, aber, eben… nicht wahr? Ist komplizierter.
Ich war mit meinem Pick-Up auch in Dallas und hatte auf meiner Fahrt dorthin in Vicksburg am Mississippi übernachtet. Dort wohnten im Gegensatz zu Fort Smith viele Schwarze. Ich glaube nicht, dass die scharf auf Multikulti waren sondern froh, unter sich zu sein. Warum auch nicht. “Multikulturelle Moderne” ist ein artifizielles Konstrukt, fernab jeder Realität.


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