Coversong Roads

sabato, agosto 22, 2015

NYT über Amazon

„Techcrunch“ war der Artikel eine Erwähnung wert. Techcrunch ist ein Technology-Blog, den ich abboniert habe. Als SF-Fan bin ich gehalten zu wissen, was in naher Zukunft passiert, lol. Der Artikel stammt aus der New York Times und kann hier nachgelesen werden. Es geht um Amazon. Deren Arbeitnehmer haben, wie ich es irgendwann einmal las, ja auch in den Fullfillment-Centern in Deutschland gestreikt. Nachdem ich diesen Artikel nun gelesen habe, verstehe ich den Grund.

Manche mögen es heiß. Der Artikel gab Auskunft darüber, dass in einem der Sortiercenter in den USA die Leute bei 37° C arbeiteten und Amazon ein paar Krankenwagen vor dem Gebäude aufgestellt hatte für den Fall, dass Leute umkippten. Inzwischen wurden Klimaanlagen eingebaut, weil die örtliche Zeitung darüber berichtet hatte.
Nun ja, solche Kleinigkeiten. Am
azon arbeitet nach „Was dich nicht umbringt, macht dich nur härter.“ Ist nicht verkehr, oder? Die Schwachen fallen durchs Rost. Das ist gewollt. Hier sind die 14 Leadership-Principles auf englisch. Wer das nicht versteht, fällt eben durchs Rost, lol. In Zukunft wird es sicher noch interessanter. Hier sind sie:

1.    Customer Obsession
2.    Ownership
3.    Invent and Simplify
4.    Are Right, a lot
5.    Hire and Develop the Best
6.    Insist on the highest Standards
7.    Think Big
8.    Bias for Action
9.    Frugality
10.                   Learn and be curious
11.                   Earn Trust
12.                   Dive Deep
13.                   Have Backbone, disagree and commit
14.                   Deliver Results

Von Work-Life Balance hält Amazon nichts. E-Mails werden noch gegen Mitternacht losgelassen und müssen sofort beantwortet werden. Aktivitäten werden gezählt, gemessen und Kollegen sind dazu angehalten andere zu kritisieren. Eine Art freiwillige Stasi. Einmal im Jahr werden die Schwachen aussortiert und gefeuert. Eine schwache Gruppe in Relation zur Mehrheit gibt es ja immer. Und wer eine große Klappe hat, ist erst einmal im Vorteil. Bessere Karten haben die Unverheirateten, die rund um die Uhr arbeiten und immer auf der Matte stehen können, wenn es gefordert wird.
Ich meine, ist ja auch schönes arbeiten. Ein Nachteil hat es jedoch. Hobbies fallen weg, und das schadet der eigenen Entwicklung. Die Leute werden robotisiert, geölte Maschinen. Nicht gerade das, was ich mir unter einem erfüllten Leben vorstelle.

Als ich mit Assembler Mainframes, Großcomputer programmierte, konnte ich, wenn mir jemand eine Aufgabe zuwies, aufheulen und sagen, diese Komplexität kostet ein paar Wochen. Dann machte ich das Programm in ein paar Tagen und den Rest der Zeit verbrachte ich mit Gorbi, einem Programm in meinem Laptop, wo Frösche von einem Teichrosenblatt zum anderen hüpften und aufpassen mussten, dass sie nicht von einem Riesenfrosch aufgefressen wurden.

Wichtig war für mich, immer etwas schneller als die Kollegen zu sein. Aber nicht zu schnell. Das wäre bei Kollegen nicht gut angekommen. Ich konnte den Vorgesetzten was vom Pferd erzählen, weil die keine Ahnung hatten und die Programmiersprache nur von Wenigen beherrscht wurde.
Das geht jetzt nicht mehr. Es gibt zu viele Programmierer, die Durchblick haben und dich beim Vorgesetzten anschwärzen würden. Und so ist es auch bei Amazon, wo jeder jeden überwacht, um gut da zu stehen.

Ich selbst habe auch nur noch wenig Ahnung vom Programmieren. Die Karawane ist weitergezogen. Versuchen werde ich, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Ob es klappt, wird die Zukunft zeigen. Mit 76 Jahren bin ich auch nicht mehr der flotteste, aber ein Versuch schadet ja nicht. Bin dabei, einen Kurs JavaScript abzuschließen, den ich bei der Khan Academy genommen hatte. Reicht aber nicht.

Gestern habe ich mich mit meinem Tabakhändler unterhalten, dem einzigen, den ich kenne, der was von Computern versteht. Ich erzählte ihm, das Cisco, die Network-Firma zunehmend auf Internet of Things und Security setzt und ich eine Gruppe suche, die sich damit beschäftigt. Nur, so sagte er mir: Hier gibt es keine. Nicht mal eine Maker-Group. Man müsste dann schon nach Bologna fahren. Das sind 40 km. Mir zu weit. Aber es ist schon schwach, wie es hier an fortschrittlichem Denken mangelt. Und, so meinte der Tabacchaio, also der Tabakhändler, die jungen Leute interessieren sich auch nicht für HighTec. Und das Internet hier auf dem Land ist zu langsam. Da sind die Russen sogar besser dran.

In Second Life war ich von einem Russen zu einer Show in dem Spiel eingeladen worden, wo ein Sänger auftrat, dessen Gesang ins Second Life gestreamt wurde. Ich hört so gut wie nichts, während die anwesenden russischen Avatare wie wild applaudierten. Ein Grund, aus Italien wegzuziehen. Die Leute kriegen hier nichts auf die Reihe. Aber ich sage mir, Kein Grund zu resignieren. Mit Mängeln zu leben, härtet ab und macht erfinderisch.


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