Coversong Roads

sabato, aprile 01, 2006

Unter dem Titel ‘Are you what you post?’

berichtete die Business Week vom 27. März, wie Personal Chefs Google benutzen, um die Persönlichkeit eines Bewerbers zu überprüfen. Alles was man im Blogs, in Social Networks wie ‘MySpace’, oder überhaupt im Internet unter seinem Namen postet, kann gegen einen verwandt werden. Wenn es mit den Angaben in der Bewerbung nicht übereinstimmt, wenn jemand schwadroniert, dass er bei der Arbeit im Internet chattet, wird er nicht berücksichtigt, bzw. Gefeuert. Also Leute, wenn Ihr nicht unter einem Nick oder Avatar postet und euer Internet-Doppelgänger anders auftritt ist als Ihr, denkt daran ‘Feind hört mit’.

venerdì, marzo 31, 2006

Vor zwei Tagen brach der Frühling über uns herein.

Rasen mähen, Garten umgraben, plötzlich musste ich ran, und das bei meiner Muskelzerrung, die ich mir im Fitnessclub hinzugezogen hatte. 30 Tage Pause, was wird aus meiner Strandfigur? Zum Glück reicht es noch zum Radfahren,.... und zum Umgraben. Inzwischen schält sich so etwas wie eine Reiseroute für Brasilien heraus. Doch Flexibilität ist angesagt, denn die Namen, die Anzahl, der Standort meiner brasilianischen Chat-Partnerin wechselt von Tag zu Tag.
Maysa hatte nur einen Tag ausgesetzt. Nach wie vor mag sie meine Komplimente. Ihrem Franzosen traut sie nicht über den Weg. Wieder hat sie einen Italiener, einen einen Pfundskerl, so schreibt sie. Ich sei jedoch noch immer ihr Favorit. Dann könne er ihren Busen und damit mein Kopfkissen ja noch weiter vergrößern, meinte ich. Maysa lachte.
Ich sagte ihr zu, bei meinem Friseur für sie Reklame zu machen. Sie will doch einen Italiener heiraten. Gesagt, getan. Ich hinterließ ein Dutzend von Maysas hotmailadressen. Sollte sich jemand für sie interessieren: maysaregina_5@hotmail.com Flexibilität ist alles. Ich tippe im MSN auf drei Kanälen. Mit Krankenschwester Beth betreibe ich virtuellen Sex, mit Eline diskutiere ich über die Armut in Brasilien, und Mareide erzählt mir, dass ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat. Ich setze meine virtuellen Körperteile für die Völkerverständigung ein: offenes Ohr, starke Schulter, strammer Schwanz in Parallelverarbeitung.

sabato, marzo 25, 2006

Mayssa oder eine kurze Telenovela

Mayssa aus Paulo Afonso in Bahia, Brasilien, so um die 25 Jahre alt. Ich lernte sie im brasilianischen Chat-Room von UOL kennen. ‘Oi, tudo bem?’ ‘Tudo, vocé tc de onde?’ ‘Que idade’?
Da wird es mulmig. 66, bin pensioniert, verheiratet und bin hier um portugiesisch zu ueben. Die meisten jungen Frauen springen dann ab, Mayssa blieb. Dann wollte sie mich heiraten. Ging nicht, bin ich doch schon. Verheiratet. Dann wollte sie zu mir ziehen. Geht auch nicht. Das Haus gehört meiner Frau.

Wir stiegen um auf MSN, chatteten weiter und schalteten unsere Webcams ein. Mayssa sieht gut aus. Kurze Haare, gelbes T-Shirt mit der brasilianischen Flagge auf der strammen Brust und ein süßes Lächeln. Sie saß im Cyber-Café und bat mich dann um Rat, während die Emoticons in Form von Küssen, Blumen, Sternen und Herzen zwischen uns hin und her flogen. Sie habe einen Italiener kennen gelernt, der sie heiraten wollte. Sollte sie zu ihm hin fahren. Ich sagte ja, mach das. – Den Tag darauf war es ein Franzose. Ende April wollte er sie vom Flughafen abholen, solle sie dahin fliegen? Ich sagte ja, mach das.

Abends war Mayssa mit einem kleinen Kind zu sehen. ‘Sie ist blond, ist meine Nichte’. Nach zehn Minuten war die Kleine Mayssas Tochter. Dann tauchte ein kleiner dunkelhaariger Junge auf. ‘Er hat dunkelbraune Haare, ist mein Neffe’. Ich fragte nicht weiter. Mayssa fing an zu weinen. ‘Der Franzose ist wütend auf mich.’ ‘Warum’, fragte ich. ‘Weiß ich nicht. Er will mich erst Ende Oktober vom Flughafen abholen.’ Schon ist ein Tag vergangen, ohne dass ich Mayssa gesehen habe. Sie fehlt mir.
Meinen Orkut-Account habe ich gelöscht.

War nichts für mich. Flach, fade und schlecht organisiert. Von außen ist Orkut attraktiver als von innen, so meine ich. Er erhält seinen Reiz, dass man nur durch die Einladung eines Mitglieds dort hinein kommt. Je mehr Freund man einlädt, desto größer das persönliche Netz. Aber der persönliche Nutzen? Es gibt Communities, Gemeinschaften also, in die man sich eintragen kann, sagen wir mal von ‘Led Zeppelin’ bis ‘warum liebe ich one-night stands?’ Klicke ich die Kategorie ‘Kultur’ an bekomme ich wieder ‘Led Zeppelin’ und die ‘one-night stands’ präsentiert. Was soll das, fragte ich mich und löschte meinen account.

martedì, marzo 21, 2006

Es begann mit Senhora X,

mit wem endet es? – Sprachen lernen gefällt mir, so steht es in meinem Profil. Den Spanisch-Kurs nehme ich in Ferrara und vor gut einem halben Jahr versuchte ich diesen durch eine Mitgliedschaft in der Yahoo-Mailing List Cervantes zu komplementieren. So weit so gut. Die Liste hat um die 1800 Mitglieder, um die 40 davon sind aktiv. Mit Namen, Alter und Wohnsitz stellte ich mich dort vor und die guten Seelen boten an, mir bei jedweden Fragen zur spanischen Sprache zu helfen. Dann erhielt ich eine Privatmail von Senhora X, die sich anbot meine Freundin zu werden. Jetzt habe ich über zwanzig. Natürlich alle virtuell. Senhora X schrieb ein derart schlechtes spanisch, dass ich mir vor nahm, portugiesisch zu lernen. Jetzt schreibe ich es besser als spanisch. So viel zum Spanisch Kurs.
Gestern lud mich Simone in den

sabato, marzo 18, 2006

CIA ändert Wikipedia-Einträge

Lt. Business Week (March 13, 2006) wurden CIA-Agenten dabei erwischt, Wikipedia-Einträge über Bill Clinton zu ändern. “Er ist dümmer als seine republikanischen Vorgänger”. Der Eintrag stammt von einem CIA-Computer. Geschichte wird auch vom Justice Department, dem Marine Corp und der Navy in Wikipedia umgeschrieben.Noch keine Orwellschen Zustände. Weiß ist noch nicht schwarz, 2 + 2 noch nicht 5. Warten wir es ab.

lunedì, marzo 13, 2006


Bubba und Kikki

Als ich im letzten Spiegel (10/2006) das Spiegel Gespräch “Zellen zum Gedankenlesen” mit Vilayanur Ramachandran las, fand ich die Wörter Bubba und Kikki. Ich fand sie wieder, denn vor mehr als einem Jahr las ich sie im Scientific American, in Ramachandrans Artikel über die Entwicklung der Intelligenz und Sprache unserer menschlichen Vorfahren. Ich machte damals eine kleine Story daraus. Hier ist sie:

Durchbruch

“Mergentheimer!” Der sah hoch. Dr. Stillers Gesicht war so ausdruckslos, wie es dessen Falten zuließen. “Ich hatte Sie doch gestern darum gebeten, Ihren Platz auszuräumen und zu gehen.” Stiller nickte dem Sicherheitsbeamten zu. “Tom, Doktor Mergentheimer wurde fristlos gekündigt. Der Mann hat genug Institutsgelder verschleudert. Sorgen Sie dafür, dass ich diesen Menschen nicht mehr sehe, wenn ich in einer Viertelstunde wieder komme.”
Die Äffin Viola hüpfte über die Labortische, sprang auf einen Schrank. “Tom.” Mergentheimer reckte seinen Hals und sah zu dem Mann hoch, der sich den Kragen unter der Uniform lockerte und von einem Bein aufs andere trat. “Tom, lassen Sie mich wenigstens die Viertelstunde weitermachen.” “In Ordnung, Doktor. Aber bevor Dr. Stiller hier auftaucht, sind Sie draußen.” Mergentheimer deutete auf zwei Bilder auf dem Tisch. Schwarze Kleckse auf weißem Papier? “Tom, sehen Sie. Ein Klecks hat Rundungen, der andere Zacken. “Nun sage ich zwei Wörter: Bubba, Kiki. Welches Wort passt zu welchem Klecks?” Tom kratzte sich am Kopf. “Also, ich würde sagen. Bubba ist der runde, Kiki der kantige.” Mergentheimer nickte aufgeregt. “Sie gehören zu den achtundneunzig Prozent, die das so sehen. So hat sich Sprache entwickelt. Sensorische Areale unseres Gehirns, vor allem der Gyrus Angularis, sie sind mit dem Sprachzentrum verbunden und assoziieren ‘Bubba’ mit einer runden, weichen Form und ‘Kiki’ mit einer kantigen, scharfen. Menschen fingen an, auf diese Weise Wörter zu bilden. Und Tom”, Mergentheimer zeigte auf Viola, die sie vom Schrank herab beobachtete. “Das Affenhirn besitzt die gleiche Struktur, die wir in jener Zeit hatten. ” “Viola”, rief Mergentheimer und streckte ihr die Bilder entgegen. “Bubba! Kiki! – Viola!”, Mergentheimers Stimme wurde schrill. “Was ist Bubba!, Was ist Kiki? Nun sag schon.” “Doktor.” Toms Gesicht legte sich in mitleidige Falten. “Affen können nicht sprechen.” “Aber sie kann doch mit der Hand darauf deuten. Viola, Bubba! Kiki!” Viola sah von einem zum anderen. “Und sie versteht auch nicht, was Sie sagen.” Tom schnallte seinen Waffengürtel ab und legte ihn auf den Tisch. “Ich geh mal austreten. Wenn ich wiederkomme, muss ich Sie vor die Tür setzen.” “Bubba! Kiki!” Viola starrte auf den kleinen Mann, der sich kopfschüttelnd hinsetzte. Dann griff Mergentheimer nach Toms Pistolengurt, zog die Waffe hervor und legte sie vor sich auf den Tisch. Aus Violas Perspektive sah sie eher kantig aus, dachte er und zeigte mit dem Finger darauf: “Viola, Bubba, Kiki!” Wie ein Blitz sprang die Äffin vom Schrank, griff nach der Pistole, zielte auf Mergentheimers Kopf und drückte ab. Als Tom ins Labor zurückkehrte, lag Mergentheimer auf dem Boden und hörte, dass Viola einen zweiten Schuss abfeuerte. Er sah, wie die Äffin die Pistole an ihrem Fell abwischte. Dann beugte sie sich zu Mergentheimer hinab. Erstaunen war das Letzte, was dessen Bewusstsein ausfüllte, als Viola ihm die Pistole in die erkaltende Hand drückte, ihre Zähne fletschte und grunzte: “Bang-bang.” Dann sprang Viola auf den Schrank zurück und sagte kein Wort. Und das blieb auch so.

venerdì, marzo 10, 2006


Konvergenz der Armut

Das was Che Guevara auf den Kriegsfahrt getrieben hatte wurde von Walter Salles mit dem Titel ‘The Motorcycle diary’ verfilmt. Interpreten sind: Gael García Bernal, Rodrigo De la Serna, Mía Maestro - Es geht um Einträge Ches während seiner 6200 km langen Motorradfahrt, die er mit einem Freund von Argentinien nach Venezuela unternahm.
Wir sahen den Film in dem italienischen Kulturzirkel, der von der Mittelschule de Pisis für Ausländer eingerichtet worden war. Armut, Ausbeutung waren es, die Che während seiner Fahrt überall in Lateinamerika sah, die ihn an die Seite Fidel Castros und später in die Wälder Boliviens getrieben hatte, wo er getötet wurde.
Letzten Donnerstag fuhr ich nach Ferrara, wo der Film in der Bibliothek Rodari besprochen wurde. Die Handlung war glaubhaft, warum auch nicht, basierte sie doch auf Ches Tagebüchern. Die sich eine Woche den Film mit mir zusammen angesehen hatten, waren um die zehn Personen. Zur Durchsprache waren nur drei erschienen. Nun denn, die Handlung des Filmes spielte in den 60ern.
Was die Konvergenz der Armut betrifft, so stieß ich in der letzten Ausgabe des Spiegels auf den Beitrag, der unter dem Titel ‘Armes Deutschland’ schildert, wie Arbeitslose aus Schöneberg in der Ausgabestelle der Evangelischen Philippus-Nathanael-Kirchengemeinde Carepakete aus Kenia entgegennehmen. Schon toll, was die Politik aus Deutschland gemacht hat.

lunedì, marzo 06, 2006

Interzone, Britain’s longest running Science Fiction Magazine

Stimmt. Dies ist Ausgabe 202 auf Hochglanzpapier und farbig.
Mein Favorit unter den Stories war F. Gwynplaine MacIntyres ‘Sundowner Sheila’. Protag ist Bodger. Er schaufelt Löcher und Gräben an einem Platz auf einem Planeten unter einer ständigen Mittagssonne. Bodger wurde für diese Tätigkeit aus Leichent5eilen von Kriminellen konstruiert, und in seinem Hirn gibt es widersprüchliche Ansichten, aus dem Bewusstsein unterschiedlicher Toter.
Dann kommt Sheila mit ihren Gehirnuploads aus dem Ort. Upgrades für Bodgers Hirn, aber auch für das von Dicko, Bodgers Supervisor. Sheila geht mit Dicko, auch einem zusammengebauten Humanoiden, ein Verhältnis ein. Das sieht Bodger nicht gern und er bringt Dicko um, während er sein Gehirn mit Dickos Hirninhalt und dem Upload bestückt. Bodger und Dicko in einem Kopf. Und dann kehrt Sheila zurück. Sollte ich noch weiter erzählen?
In seiner Filmkolumne ‘Mutant Popcorn’ schreibt Nick Lowe über folgende Filme:The Brothers Grimm, Sky High, Ghost in the Shell 2: Innocence.
Was Computerspiele angeht, soll Myst V in den Läden sein. Ich muss mal wieder alle Myst durchspielen, die ich habe. Ich meine, es seien 4. Einige liefen nicht unter Myst wie z.B. Riven.
In Sarah Ash’s Mangazone werden Tsubasa: Reservoir Chronicle Vol. 1-7 undXxxHolic Vol. 1-6 besprochen.
John Clute nimmt sich folgende Bücher vor: Alexander Irvines The Narrows, The Life of Riley und Terry Bissons Dear Abby, Greetings und Numbers don’t lie. Es gibt einen Sack weiterer Buchbesprechungen, die ich mir aufzuzählen verkneife.
Fazit, unter den Stories gibt es einige, die das Geld für Interzone wert sind.

venerdì, marzo 03, 2006

Chatroom auf Sparflamme

Nachdem ich mich in meiner exuberanten Art in brasilianischen Chatrooms tummelte, habe ich diese Episode wohl zum größten Teil hinter mir. Zum Schluss hatte ich in meiner MSN-Liste so viele Personen, dass ich die Übersicht verlor, wenn sich eine von ihnen meldete. Eine wollte virtuellen Sex, eine andere mir helfen, portugiesisch zu lernen, weil ich sie an ihren Vater erinnerte, eine andere wollte eine Kind von mir. Das war diejenige, der ich am ersten Tag noch erzählte, ich sei vierzig Jahre alt. Das habe ich mir nachher abgeschminkt, weil es einfach nichts brachte, die Frauen in die Irre zu führen.

Heute habe ich reinen Tisch gemacht. Im MSN alle Personen aus dem Verzeichnis geloescht. Die mit mir chatten wollen, melden sich ohnehin, und die anderen sind Kartei-Leichen. Ach so. Und einer Oma aus dem Staat São Paulo helfe ich, dass sie bei der Kurie von Lucca in Italien die Geburtsurkunden ihres Grossvaters beglaubigen lassen kann. Ich sprach mit dem Bischof, der Telefonzentrale und dem Kanzler der Kurie. Der Vorgang ist noch nicht abgeschlossen, ich bin jedoch guter Dinge.

Und das alles geht nur, weil der Telecom Italia jetzt eine Flat-Rate für meine Dial-Up Telefongebühren bezahle. ADSL haben wir immer noch nicht. Jedoch, dass ich den ganzen Tag das Internet im Abo benutzen kann, ist doch schon ein Fortschritt.

lunedì, febbraio 20, 2006

Nachbarn

Patty, die Schäferhündin meines Schwagers hatte drei Junge geworfen. Eines davon war zu schwach, um allein zu den Zitzen der Mutter zu finden, so machte sich meine Frau daran ihm zu helfen dahin zu kommen. Auch des Nachts.
Es war so um zwei Uhr nachts, ich lag in tiefem Schlaf, als hinter meiner Frau die Tür des Hundezwingers ins Schloss fiel. Und fürchterlich muss der Lärm gewesen sein, den sie geschlagen hatte, nachts um zwei, von dem ich nichts mit bekam. Allein der Nachbar, denn er rief die Frau meines Schwagers an. “Etwas rummst da in Ihrem Garten, ich bekomme kein Auge zu.” Und mein Schwager begab sich zu seinen Hunden, sah meine Frau und befreite sie aus dem Zwinger.
Um den Nachbarn freundlich zu stimmen und für die gestörte Nachtruhe zu entschädigen, machten sich am Morgen darauf mein Schwager und meine Frau mit einer toten Ente und einem Kuchen auf den Weg. Und damit nahm das Unheil seinen Lauf; denn am nächsten Abend standen der Nachbar und seine Frau mit einem Tablett von Schmalzgebäck vor unserer Tür.
Meine Frau verbrachte eine schlaflose Nacht mit der Überlegung, wie sie diese Schuld ausgleichen konnte und am nächsten Tag fing sie an Frapees zu backen.
War der Nachbar damit zufrieden, wurde die Schuld ausreichend getilgt? Ich weiß es nicht. Während meine Frau die Fernsehabenteuer des jungen Supermanns in ‘Smallville’ verfolgt und ich diesen Eintrag schreibe, läutet die Türglocke.

sabato, febbraio 18, 2006

Phantastisch 1/2006

Horst Illmer berichtet über Neuerscheinungen phantastischer und SF-Literatur auf dem deutschen Markt.
In seinem Beitrag ‘Werkstattnotizen’ schreibt Andreas Eschbach darüber, wie ein Autor mit freier Zeit umgeht: Mit Schreiben von Notizen: ‘Gedanken, Beobachtungen, Tagebuchnotizen, Informationen, Wortspielen, Sätzen, die ihm gefallen, ungewöhnliche Namen, Ideen, Ideen zu Ideen, Variationen von Ideen’. Soweit Eschbach. – Auch daran sehe ich, dass ich kein Autor bin. Denn ich hänge in einem brasilianischen Chatroom, schreibe simple, portugiesische Sätze in der Hoffnung, dass sie einmal komplizierter werden.
Matita Lang und Horst Illmer berichten über die ‘Wetzlarer Tage der Phantastik’.
Dirk von den Boom und Carsten Kuhr interviewen Lois McMaster Bujold.
Ulrich Bode schreibt über den Autoren Pieere Bordage.
Thomas Harbach interviewet den Filmregisseur Rainer Erler.
Unter ‘Meister der phantastischen Literatur’ zeichnet Achim Schnurrer ein Portrait von Leo Perutz. Olaf Funke spricht mit dem Comic-Autoren Uli Oesterle.
Thomas Harbach interviewt SF-Autoren Spider Robinson.
Nicole Rensmann interviewt Christoph Marzi und zum Schluss gibt Götz Roderer in seinem Wissenschaftsbeitrag Auskunft über Luca, den ‘Last universal common ancestor’.

Wie immer ist Phantastisch eine Ausgabe, die ihre Leser auf über sechzig Seiten intelligent unterhält. Hier die Webseite.

mercoledì, febbraio 15, 2006

Schreib-Lust Print, Jahrgang 2 - Ausgabe 4

Man muss es Andreas Schröter lassen, der Mann engagiert sich. Nicht nur, dass er eine erfolgreiche Webseite aufgebaut hat, in der sich jeden Monat bis zu vierzig Personen am Wettbewerb zu einem gestellten Thema beteiligen. Er gibt auch Bücher heraus. Zwar langsam, weil es kein Zuschussgeschäft sein soll, und die Kosten erst wieder hereinkommen müssen, bevor ein weiteres Buch aufgelegt wird.
Um die Aktivitäten abzurunden gibt es Schreib-Lust Print, die vierteiljährlich erscheinende Literaturzeitschrift. Es werden die drei besten aus einem Monatswettbewerb hervorgegangenen Geschichten abgedruckt. In der Februar Ausgabe war ich mit ‘Jetzt ist er da’ vertreten. Die nächsten Ausgaben wird es nichts. Ich schreibe zur Zeit nur Messages im Internet, auf spanisch und portugiesisch. Als Anfänger. Zum Schreiben von Geschichten komme ich nicht. Vielleicht klappt’s wieder in einem Jahr.
Über die Geschichten hinaus gibt es Artikel wie Sissi meets Schreib-Lust, Die Angst des Autors vor dem Schreiben, Nobelpreis für Literatur, Hilfe, wie finde ich einen Charakter, Vier neue Bücher, Tipps, Tipps, Tipps. Die mail-adresse für ein Abo ist postmaster@schreib-lust.de.
Asimov’s Science Fiction, January 2006

Editor Sheila Williams berichtet vom SF-WorldCon in Glasgow. Diese Berichte fangen an zu langweilen. Himmer, die Convention fand letzten August statt und jetzt ist Februar. Robert Silverberg befasst sich in seiner Kolumne ‘Reflections’ mit futuristischer Küche. Anscheinend gehen auch ihm die Themen aus. Von den Geschichten gefiel mir die von Allen M. Steele: ‘World without End, Amen’.
Ein Mann mietet ein Hotelzimmer, geht auf den Balkon und springt, obwohl Alfred ihm davon abrät, in ein Sicherheitsnetz. Später sitzt er beim Psychiater. Wer ist der Mann, wer ist Alfred? Der Mann beim Psychiater ist Dr. Lawrence Kaufman, Alfreds Schöpfer. Alfred, von Kaufman in einem Netzwerk unter Verschluss gehalten, ist nunmehr allgegenwärtig, von einem Hacker in das Öffentliche Netz entlassen. Kaufman hielt Reden, warnte, dass Alfred sich gegen die Menschen wenden würde. Doch es kam anders. Alfred hält die Erde am Laufen. Er regelt alles, was es zu regeln gibt. Wieso hatte Kaufman sich so irren können. Er fiel in Depressionen und sitzt wieder einmal beim Psychiater.
Es weitere gute Geschichten in dieser Ausgabe. Doch von einer zu erzählen reicht mir.

domenica, febbraio 12, 2006

Vector, The critical Journal of the Britsh Science Fiction Association Jan/Febr 2006

Science Fiction teilt sich in diverse Untergruppen, die, wenn sie neu sind, von angelsächsischen Autoren zu Movements hochstilisiert werden. New Weird, und nun Mundane SF.
Vector druckte das ‘Mundane Manifesto’, aus dem hervorgeht, wie sich einige SF-Autoren die ‘weltliche SF’ vorstellen. Ohne außerstellare Raumfahrt, ohne Aliens, ohne Zeitreisen, ohne Dinge also, die es nach heutigem Ermessen nicht gibt. Themen sollten die Zukunft auf der Erde behandeln. Und nur die.
So ist es also, so meine ich, wenn man der Phantasie einen Riegel vorschiebt. Die Leute werden wohl unter sich bleiben. Hier die Titel von zwei in Vektor empfohlenen Büchern:

Gardner Dozois (ed) – The Year’s Best Science Fiction Twenty-second Annual Collection.
Steven Erikson: Fishing with Grandma Matchie

martedì, febbraio 07, 2006

Matrix, News and Reviews for the British Science Fiction Association, Jan/Febr. 2006

Ist das Nachrichtenmagazin der BSFA, dünner als Andromeda Nachrichten und interessanter. Die Gewissheit, dass man sich nicht wie bei Andromeda durch einen Wust von Seiten mit uninteressantem Inhalt hindurch fressen muss, lässt einen froh gestimmt in den Inhalt tauchen. Beiträge wie den von Stephen Baxter, einem englischen SF-Autoren, der sich in seinem Artikel auf kosmische Interventionen bezieht, halten das Interesse wach. In diesem Falle handelt es sich um Zusammenstöße der Erde mit anderen Himmelskörpern, so wie sie in zahlreichen SF-Romanen und –Filmen geschildert worden waren.
Matrix enthält auch keine Beiträge des Vorstandes, die wie in Deutschlands Andromeda mit ‘Liebe Mitglieder’ anfangen. Die Andromeda-Leute sollten das unterlassen und versuchen, das Magazin auch anderen Leserkreisen zugänglich zu machen. Dafür hat Matrix die besseren Chancen.
Andromeda Nachrichten 109

Das Fanzine des Science Fiction Club Deutschlands ist auf DIN A 4 Format umgestiegen. Jetzt besitzt es ein Redakteur-Team, um die Arbeit aufzuteilen. Ein guter Einfall, so meine ich. Wenn einer die Lust verliert, sind die anderen noch da. Schließlich geht eine Menge Privatzeit drauf. Uwe Post, der bei http://www.kurzgeschichten.de die Science Fiction Geschichten betreut, schrieb in einem Leserbrief, dass er die Andromeda Nachrichten nicht lese. Zu uninteressant. Doch was hilfts, der SFCD, der in den 50er oder 60er Jahren ins Leben gerufen worden war, ist in der Zeit eingefroren. Es müsste eine Leserumfrage her, die herauszufinden versucht, was von dem Sparten wie Fantasy, Maddrax, Kasse, Literatour,Perry Rhodan, Phantastisches Hörspiel usw. noch gelesen wird. Die Spartenredakteure geben sich alle Mühe. Wofür, für wen?

sabato, febbraio 04, 2006

Wie komme ich zur Strandfigur?

Entweder, man ist eitel oder nicht. Das hört auch im Alter nicht auf. Während, wenn ich mein Gesicht von vorn fotografiere, ich wie Freddy Krüger auf der Flucht aussehe, ist mein Profil noch passabel. Jetzt geht es um den Rest von mir. Seit fünf Jahren hatte ich keinen Fitness-Club mehr besucht. Ich fahre zwar jeden Tag mit dem Fahrrad, nur nützt das nichts, wenn meine Arme beim fünfminütigen Halten der Lampe gegen die Badezimmerdecke zu zittern anfangen.
Heute ging es los mit Pressa 45, Leg Extension, Leg Curl, Lat Machine Avanti, Pulley, Chest Press, Delts Machine, Bicipiti Manubrio, Multi Station Dritto, Crunch Rom, Crunch und Iperextension. Schon fühle ich mich anders, und im Sommer bin ich runderneuert.

giovedì, febbraio 02, 2006

Chat mit Senhora X

MSN, der Instant Message Service ließ mich mit Senhora X in Brasilien chatten, auf portugiesisch. So fehlerhaft das sprachlich von meiner Seite geht, so interessant war es jedoch. Senhora X ließ sich für eine viertel Stunde von ihrer Arbeit abhalten. Sie bereitet eine Konferenz vor, die sich mit der Verbesserung der Lebensbedingungen der Schwarzen in São Luis beschäftigt. Spricht man von der gelungenen Integration der Rassen in Brasilien, so ist das nur die halbe Wahrheit. Schwarze leben auch dort oft am Rande des Existenzminimums.

Fantasy & Science Fiction, January 2006

Kathi Maio bespricht den Film ‘The Brothers Grimm’ und verreisst ihn. Regisseur Terry Gilliam hat anscheinend alles falsch gemacht.
Was die Geschichten angeht, erwähne ich zwei von ihnen, die mit ihrem Inhalt die Paranoia der U.S.A. wiederspiegeln. In ‘The Boy in Zaquitos’ wird der Protagonist, der von Jugend an davon träumte, für den Geheimdienst zu arbeiten, von diesem als Vektor, als Überträger von Krankheiten dazu benutzt, diese in linksgerichteten Ländern zu verbreiten und die Regierungen dadurch zu destabilisieren. Als lebende Seuchenbombe hustet er in die Abteile von Zügen, verbreitet seine Krankheit, gegen die er selbst immun ist, in Kaufhäusern, auf Bahnhöfen. Doch hinterlässt diese Tätigkeit auch in ihm ihre Spuren.
In ‘A Daze in the Life’ von Tony Sarowitz vermietet der Protag die Leistung seines Hirns, wie viele andere auch, an die amerikanische Regierung. Er trägt Capp, eine elektronische Kappe auf seinem Kopf, welche eine Regierungsorganisation befähigt, mit seinem Gehirn Arbeiten durchzuführen, von denen der Protag nichts mitbekommt. Als zum ersten Mal das Bild einer Frau in seinem Bewusstsein auftaucht, verliebt er sich in sie. Das Bild erscheint immer öfter, dann sieht er sie in einer Bar. Damit gewinnt die Geschichte an Fahrt. Der Protag findet heraus, dass diese Frau wie viele andere Menschen auch, von der Regierung überwacht wird.
Vermutlich werden immer mehr Science Fiction-Stories auftauchen, welche die Tätigkeiten amerikanischen Sicherheitsbehörden wie Homeland Security, den CIA und andere zum Inhalt haben. Wenn die U.S.A. zu einem Überwachungsstaat verkommen sind, ist es keine SF mehr.