Coversong Roads

domenica, marzo 11, 2012

6.3.2012. So, ich sitze in der A319

und warte auf den Abflug nach Köln/Bonn. Meine Mutter ist mit 95 Jahren gestorben und jetzt muß die Beerdigung angeleiert werden. Ich war gerade aus Copparo gekommen, wo meine Lungen geröngt und mir wieder neue Antibiotika verabreicht wurden, da rief mich das Altersheim an, dass meine Mutter im Sterben läge. Nach einer weiteren Viertelstunde: „Nun ist sie von uns gegangen“.

Bevor ich eincheckte, hatte ich mit den den Tücken der Flughafenparkplatzverwaltung zu kämpfen. Die Parkplätze sind auf zwei Etagen angelegt. Ich fuhr wie immer zur Schranke der Rampe, die nach oben führte. Drückte den Knopf. Kein Ticket. Wieso? Und führ meinen Jeep zurück. Die Ampel war rot. Die Ampel für die Erdgeschossrampe jedoch war grün. Normalerweise war es umgekehrt. Ich fuhr ins Erdgeschoss, auf gleicher Ebene also. Dann sah ich, dass die Parkplätze durch diagonale Bänder abgesperrt waren, mit einem Schild, was androhte, daß widerrechtlich geparkte Wagen abgeschleppt werden würden. Doch standen andere Wagen bereits auf einigen dieser Plätze. Ich stelle meinen dazu. Die Ampel war grün, ich hatte mein Ticket, die Verwaltung ist bescheuert und das ist Italien, wo man riskieren muss.

Das Flugzeug rollt rückwarts aus der Position. Das Altersheim hatte mir freundlicherweise ein Beerdigungsinstitut vermittelt. Die benötigen eine Scheidungsurkunde meiner Mutter. Mir ein Rätsel, wo ich die hernehmen soll und warum die für eine Beerdigung gebraucht wird. Wir werden sehen. Ich habe ein One-Way Ticket gebucht, da ich nicht weiß, was auf mich zukommt. Dauert es zu lange, fliege ich zwischendurch nochmal zurück. Ich bin mit reichlich Lesestoff ausgestattet. Bahntickets und Hotel sind gebucht. Wir starten.

Landeanflug. In Bologna hatten wir frisches und windiges Wetter. In Köln sieht es trübe aus, dafür sind die Weiden saftig. Das Flugzeug wackelt. Zweckbauten, Reihenhäuser, der Rhein, Gleisanlagen, Autobahnen. Es regnet. So bin ich nur einige Male durch den Bahnhof gelaufen, wo ich mich im IBIS-Hotel eingecheckt habe, und habe mir bei McDonald einen MacRib reingedrückt, den es in Italien nicht gibt. Bei RTL2 sah ich mir die Stonehenge Apocalypse an. War etwas wirr, denn mir wurde nicht klar, warum mittels Stonehenge und Pyramiden Terraforming gemacht wurde, indem man Asche in die Atmosphäre blies. Ich schrieb schon mal über einen Vorgang dieser Natur, daß Pflanzen, Tiere und dann auch Menschen durch mangelnde Sonneneinstrahlung eingehen würden. Doch das mit Absicht? Wofür?

Der Negativposten meiner Fahrt war der Anlaß. Aber meine Mutter dümpelte nur noch so vor sich hin und im Grunde war es für sie eine Erlösung. Positivposten waren Tapetenwechsel sowie der Fakt, dass man mehr Zeit zum Lesen hatte. Vornehmlich während der Bahnfahrt. Ich habe eine weitere "Scientific American" durch.

7.3. Wahnsinn, sie haben sogar russisches und arabisches Fernsehen. Ibis hat aufgestockt. Vom Kölner Dom schallten die Glocken herüber.

Scientific American, July 2010. „Is the Universe leaking Energy?“ Hat das Universum ein Leck?

Wollten wir das nicht schon immer wissen? Lol. So wie es aussieht, nein, obwohl es Energie verliert und damit dem Erhaltungsgesetz widerspricht. Ausdehnung, Rotverschiebung sind Ursachen dazu.

Medikamente können alles mögliche anrichten. Ich meine, 6 Monate Antibiotika schlucken, um Tuberkelbazillen auszurotten. Ich bin jetzt im sechsten, obwohl bei der histologischen Untersuchung meines wegoperierten Lungenknotens keine einzelne Bakterie gefunden worden war. Der hellste Wahnsinn. – Jetzt sitze ich im Zug auf dem Weg nach Hamburg. Wir überqueren den Rhein. Erinnerungen: Mein erster Job als selbständiger Programmierer war bei Reynolds Tobacco in Köln gewesen. 1987. Ich hatte ein kleines Zimmer in der Innenstadt und konnte den Rosenmontagszug von dort aus fotografieren. ABAPs (allgemeine Berichtaufbereitungs Prozessoren) waren noch Assembler Makros. Später wurden es Interpreter Programme. Aber das war Zukunft.

Zurück zum Magazin: „DNA Drugs come of Age“.Ironisch, mit welchem Optimismus Forscher schreiben, wenn sie über ihre Arbeit an Medikamenten berichten. Jahre später fallen die meisten in klinischen Tests durch. Es fehlt, so sehe ich es, eine Killermethode. In positivem Sinne natürlich, lol. Eine Methode, mit der sich Medikamente schnell und sicher entwickeln lassen. Hier werden zwei Wege bschrieben, Impfstoffe herzustellen. Zum einen mit Plasmiden, zum anderen mit Adenoviren. Plasmide sind kleine DNA-Ringe, die Proteine eines Pathogens produzieren, wenn sie in Körperzellen eingeschleust werden. Das Protein ruft eine Immunreaktion hervor. Nur war diese beim Test nicht stark genug. Der Autor beschreibt die Anstrengungen, die unternommen wurden, um die Reaktion zu verstärken.

Interessant war der Artikel „War Machines“ Roboter auf dem Schlachtfeld. Darüber habe ich, glaube ich, schon geschrieben. Zu dem Thema gibt es auch gut geschriebene SF-Stories. Ich erinnere mich an eine, in der die Menschheit ins Innere der Erde geflüchtet war, dort lebte und den Robotern auf der Oberfläche die Kriegsführung überlassen hatte. Von diesen wurden die Menschen über die Kampfhandlungen ständig ins Bild gesetzt. Bis eines Tages die Neugier eines Menschen, der sich zur Oberfläche gearbeitet hatte, auffliegen ließ, dass die Roboter schon seit Jahren miteinander Frieden geschlossen hatten, die Menschen jedoch im Unklaren ließen, damit diese nicht wieder an die Oberfläche kamen um Sch... zu bauen.

Die Anzahl unbemannter Systeme fürs Schlachtfeld wächste rasant. Die U.S.-Streitkräfte besaßen 2003 noch nichts davon. 2004 waren es schon 150. 2005 waren es 2400 und heutzutage gehen sie weg wie warme Semmel.

Inzwischen gibt es welche, in denen der Soldat an seinem Heimatort den 8-Stunden Tag an einem Joy-Stick verbringt, mit Drohnen ein paar Talibanen killt und abends wieder zu Haus bei seiner Familie ist.

„Hun, wie war dein Tag?“ „Ach nichts besonderes. Wieder ein paar Terroristen weniger.“ „Willst du noch ein paar Kartoffeln, Schatz?“

Der Autor warnt davor, dass sich unbemannte Systeme verselbständigen könnten. Darüber gibt es ja auch Stories. Dann wird es natürlich interessant. Besonders für U.S. Amerikaner und deren Gegnern. Schnarchnasen in Italien kriegen so etwas nicht auf die Reihe. Vielleicht ganz gut so.

Wo sind wir jetzt? Ah ja, Essen. Mit „Clean Energy from filthy Water“ wird ein System vorgestellt, mit dem in Kalifornien einige Kommunen aufbereitete Abwässer in die Tiefe pumpen, wo sie auf vom Magma erhitzte Felsen treffen, Dampf erzeugen, der Turbinen antreibt, die Strom herstellen. Clever.

„Winged Victory“. Das kann man kurz abhandeln. Man nahm früher an, dass sich Vögel erst nach dem Aussterben der Dinosaurier entwickelten. Durch neue Funde und DNA-Checks wurde offenkundig, sie existierten schon zu Saurierzeiten und überlebten die Katastrophe, welche die Dinos dahinraffte.

Der letzte Beitrag nun „How Babies think“ ist auch interessant. Kognitive Psychologen stellten bei Tests mit sehr jungen Kindern, dass ihr Gehirn wie das von Wissenschaftlern arbeitet. Kinder experimentieren auf Teufel komm raus, sie sind geschickte Statistiker. Experimente wie diese werden unbewußt durchgeführt. „Babies are designed to learn,“ behauptet die Autorin Alison Gopnik, Psychologieprofessorin und Professor der Philosophie. Erwachsene hingegen müssen sich anstrengen, und ich erst mal, lol. Mein Portugiesisch ist immer noch unter aller Sau. Aber irgendwann klappts. Die Zeit, die Zeit... Ich schreibe diesen Blog und auf dem anderen PC sehe ich Blob. Nur den Trailer, denn jetzt kommt schon auf Winamp „The amazing transparent Man.“ Portugiesisch also. Wenn ich meine Kur hinter mich gebracht habe, wird ein Opel Insignia bestellt, damit ich wieder längere Strecken hinter mich bringen kann. Mein oller Opel Omega ist inzwischen 24 Jahre alt. Der macht es nicht mehr. Dann gehts runter zur portugiesischen Algarve. Faro hat auch ein IBIS-Hotel.

Dauert nicht mehr lange, dann bin ich in Hamburg. Ich lese im SPIEGEL den Artikel von dem Tod eines amerikanischen und eines deutschen Soldaten. Wie wird er in der respektiven Heimat aufgenommen? Zitat: „Viele Bundeswehrsoldaten vermeiden es, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Zu viele haben schon erlebt, dass ihnen „Mörder“ hinterhergerufen wird. (Fast forward: US-Soldat erschießt schlafende Dorfbewohner) so stehts in einem anderen Spiegel. Jetzt würde mich nicht wundern, wenn U.S. – Soldaten als Mörder bezeichnet werden würden. (Fast backward)

Diese Rufer sind Idioten. (Nach der neuesten Spiegel-Notiz bin ich mir jedoch nicht mehr so sicher) Dies gab es, als ich in den 60ern Soldat war, noch nicht. Ich war immer in Uniform aus der Kaserne gelaufen. War doch bequemer. Stiefel aus, Halbschuhe an und weg. Einmal hatte ich in der Hast einen Ausgehschuh und einen schwarzen Turnschuh angezogen. Das merkte ich erst, als man mir auf der Rückfahrt in der Hochbahn auf die Füße starrte. Ouch, lol.

10.3. Ich sitze wieder im Zug. Heimfahrt. Gerade Münster hinter mich gelassen. Im Zug läßt sich einfach besser lesen und schreiben. Schweizer Waggons, härter und unbequemer. Endstation Chur. Bis jetzt ist alles reibungslos verlaufen. Ich hatte sogar die Scheidungsurkunde gefunden und nachgereicht, obwohl mir noch immer nicht klar ist, wozu man eine Scheidungsurkunde für eine Beerdigung braucht. Diese wird auf Wunsch meiner Mutter anonym durchgeführt. Ich halte so etwas für modern und zeitgemäß und unkompliziert.

Und schließlich. Ein Parkautomat war kaputt. Der Parkplatz noch abgesperrt. Aber mein Wagen war nicht abgeschleppt.







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