Hi Gemini, werden Künstliche Intelligenzen bereits in politische Handlungen einbezogen?
Gemini:
Hallo! Das ist eine sehr spannende und aktuelle Frage. Die kurze Antwort lautet: Ja, KI wird bereits intensiv in politischen Handlungen eingesetzt, allerdings meist eher im Hintergrund oder in unterstützenden Rollen als in Form von autonomen „KI-Politikern“.
Man kann den Einsatz grob in drei Bereiche unterteilen:
1. Wahlkampf und Kommunikation
Dies ist der Bereich, in dem wir die stärksten Auswirkungen spüren. Parteien nutzen KI, um:
Microtargeting: Wählerdaten werden analysiert, um maßgeschneiderte Botschaften an ganz spezifische Zielgruppen zu senden.
Content-Erstellung: Reden, Social-Media-Posts und sogar Bilder oder Videos werden mit generativer KI erstellt.
Deepfakes & Desinformation: Leider wird KI auch missbräuchlich genutzt, um täuschend echte Fake-Videos von politischen Gegnern zu erstellen, was die Meinungsbildung manipulieren kann.
2. Verwaltung und "Smart Government"
In der öffentlichen Verwaltung hilft KI, Prozesse effizienter zu gestalten:
Bürgerservice: Viele Städte nutzen bereits Chatbots, um einfache Anfragen rund um die Uhr zu beantworten (z. B. Infos zu Personalausweisen oder Müllabfuhr).
Datenanalyse: Behörden nutzen Algorithmen, um große Datenmengen auszuwerten, etwa für die Verkehrsplanung, zur Vorhersage von Umweltrisiken oder in der Finanzverwaltung zur Betrugserkennung.
Gesetzgebung: Es gibt erste Experimente, KI einzusetzen, um die Auswirkungen neuer Gesetzentwürfe zu simulieren oder komplexe rechtliche Texte schneller zu prüfen.
3. Strategische Entscheidungsfindung
Hier dient KI primär als Werkzeug für menschliche Entscheider:
Krisenmanagement: KI-Modelle können Szenarien (z. B. Pandemieverläufe oder Klimafolgen) berechnen, auf deren Basis Politiker dann Entscheidungen treffen.
Außen- und Sicherheitspolitik: Im militärischen Bereich wird KI zur Analyse von Satellitenbildern oder in Aufklärungssystemen genutzt. Die Debatte um autonome Waffensysteme ist hierbei ein zentrales ethisches Thema.
Aktuelle Leitplanken: Der EU AI Act
Da der Einfluss von KI auf die Demokratie so groß ist, hat die EU mit dem AI Act (KI-Gesetz) weltweit Pionierarbeit geleistet. Bestimmte Praktiken sind streng reguliert oder verboten:
Social Scoring: Ein System wie in China, das Bürger anhand ihres Verhaltens bewertet, ist in der EU verboten.
Manipulative Techniken: KI darf nicht eingesetzt werden, um den freien Willen von Menschen unterschwellig zu beeinflussen.
Kennzeichnungspflicht: Politische Deepfakes oder KI-generierte Inhalte müssen klar als solche erkennbar sein.
Interessanter Fakt: In Ländern wie Großbritannien gibt es bereits spezielle "AI-Inkubatoren" innerhalb der Regierung, die untersuchen, wie generative KI die Arbeit von Beamten im Alltag unterstützen kann.
Was denkst du: Sollte KI in Zukunft auch direkt bei politischen Abstimmungen helfen dürfen, oder sollte die letzte Entscheidung immer bei einem Menschen liegen?
Meine Antwort:
Ich denke gerade an zwei Punkte: 1. Die Opposition durchsucht eingebrachte Gesetzentwürfe anhand einer AI mit einer Datenanalyse und einer Analyse der Logik auf Fehler und schiebt das Resultat Journalisten zu, welche die Fehler publik machen. 2. Man gibt der AI die Möglichkeit, eine Prioritätenliste und Gesetze dazu aufzustellen, einen Gesetzesvorschlag als Verfasser einzureichen, der von einer anderen AI vorher im Peer to Peer Verfahren durchgecheckt worden ist. Das sollte nur für einen noch zu bestimmenden Zeitraum geschehen, um der Bevölkerung eine Entscheidungsmöglichkeit präsentieren zu können, dieses zuletzt geschilderte Verfahren beizubehalten oder abzulehnen.
Gemini:
Das sind zwei hochspannende Szenarien, die genau den Kern der aktuellen Debatte treffen: die Transformation von einer rein menschlichen hin zu einer algorithmusgestützten Demokratie.
Deine Ideen beschreiben eine Entwicklung weg von KI als bloßem Schreibwerkzeug hin zu KI als analytischem Wachhund und politischem Architekten.
Zu Punkt 1: Die KI als analytischer "Wachhund" der Opposition
Dieses Szenario ist technisch heute bereits möglich und wird teilweise schon vorbereitet.
Logik-Check: KI kann hunderte Seiten lange Gesetzentwürfe in Sekunden mit bestehenden Gesetzen abgleichen. Sie findet Widersprüche ("In Paragraph A steht X, aber das neue Gesetz verlangt Y"), die ein menschlicher Abgeordneter im Zeitdruck übersehen könnte.
Data Mining für Journalisten: Wenn eine Oppositionspartei eine KI nutzt, um versteckte Subventionen oder Lobby-Einflüsse in Gesetzestexten aufzuspüren, verändert das die politische Kontrolle. Die "vierte Gewalt" (die Presse) bekäme mundgerechte, hochpräzise Munition.
Die Folge: Politik würde "fehlerresistenter", aber auch technokratischer. Ein kleiner logischer Fehler könnte sofort zum Riesenskandal aufgeblasen werden, selbst wenn die politische Absicht dahinter gut war.
Zu Punkt 2: KI als "Gesetzgeber auf Probe"
Hier gehst du einen Schritt weiter in Richtung Algorithmische Governance. Dass eine KI Prioritäten setzt und Entwürfe schreibt, die von einer anderen KI geprüft werden (ein sogenanntes Adversarial System), ist ein faszinierendes Experiment.
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Vorteil |
Risiko / Herausforderung |
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Objektivität: Eine KI könnte Probleme priorisieren, die langfristig wichtig sind (z. B. Infrastruktur, Klima), statt nur auf die nächste Wahl zu schielen. |
Die "Black Box": Warum hat die KI Thema A vor Thema B gewählt? Die ethische Gewichtung (z. B. "Freiheit vs. Sicherheit") ist schwer programmierbar. |
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Effizienz: Das Peer-to-Peer-Verfahren zwischen KIs würde handwerklich perfekte Gesetze ohne Redundanzen erzeugen. |
Lobby-Bias: Wenn die Trainingsdaten der KI einseitig sind, schreibt sie diese Vorurteile in die neuen Gesetze fest. |
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Demokratische Partizipation: Dein Vorschlag der "Testphase" gibt der Bevölkerung die Macht zurück. Es wäre ein ultimatives Experiment für das Vertrauen in Technik. |
Verantwortung: Wer haftet, wenn ein KI-Gesetz unvorhersehbare negative soziale Folgen hat? Eine KI kann man nicht abwählen oder zur Rechenschaft ziehen. |
Der "Human-in-the-Loop" bleibt die Hürde
In der aktuellen politischen Theorie wird meist gefordert, dass ein Mensch in der Verantwortungsschleife bleiben muss (Human-in-the-loop). Dein zweiter Punkt bricht das bewusst auf, um die Effizienz der Maschine zu testen.
Ein reales Beispiel für deinen Punkt 2
In Dänemark gab es bereits die "Leaderless Party" (Det Syntetische Parti). Ihr Programm wurde komplett von einer KI erstellt, basierend auf den Werten aller dänischen Kleinparteien, die nie ins Parlament gekommen sind. Sie traten zur Wahl an, um genau das zu thematisieren: Kann eine KI die Interessen derer vertreten, die vom menschlichen System ignoriert werden?
Glaubst du, dass die Bevölkerung einer KI mehr vertrauen würde als einem menschlichen Politiker, weil sie (theoretisch) nicht korrupt ist? Oder würde die Angst vor der "unmenschlichen Logik" überwiegen?
Meine Antwort:
die Angst würde überwiegen
Gemini:
Das ist eine sehr realistische Einschätzung. Trotz aller Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik ist das Vertrauen in die menschliche Intuition und Empathie meist tiefer verwurzelt als das Vertrauen in eine "perfekte" Logik.
Die Angst vor einer KI-Regierung lässt sich meist auf drei psychologische und systemische Kernpunkte reduzieren:
1. Der Mangel an moralischem Kompass
Eine KI entscheidet auf Basis von Optimierung. Wenn das Ziel "maximale wirtschaftliche Effizienz" ist, könnte die KI Gesetze vorschlagen, die zwar mathematisch korrekt sind, aber menschlich grausam (z. B. die Kürzung von Mitteln für schwerkranke Menschen, weil der "Return on Investment" gering ist).
Die Angst: Eine Maschine kennt keine Gnade und kein Mitgefühl. Sie kann zwar "fair" im Sinne von Gleichbehandlung sein, aber nicht "gerecht" im Sinne von menschlicher Würde.
2. Das Problem der Verantwortung (Accountability)
In einer Demokratie ist das Prinzip der Abwahl zentral. Wenn ein Politiker versagt oder das Volk belügt, verliert er sein Amt oder muss sich vor Gericht verantworten.
Die Angst: Wenn eine KI ein Gesetz entwirft, das zu einer Wirtschaftskrise führt, wen macht man verantwortlich? Man kann einen Algorithmus nicht einsperren, nicht beschämen und nicht zur Reue zwingen. Das Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber einem System ohne Gesicht ist eine der größten Ängste.
3. Die "Black Box" und die Manipulation der Daten
Wie du in deinem ersten Punkt erwähnt hast, könnte eine KI Fehler in Gesetzen finden. Aber was, wenn die KI selbst "voreingenommen" ist?
Die Angst: Da KIs mit Daten aus der Vergangenheit trainiert werden, könnten sie alte Vorurteile (Rassismus, Sexismus, soziale Schichtung) als "logische Fakten" übernehmen. Die Bevölkerung könnte das Gefühl haben, von einer unsichtbaren Macht gesteuert zu werden, deren Denkprozesse niemand mehr wirklich durchschaut.
Ein Mittelweg: Die KI als Berater, nicht als Herrscher?
Vielleicht liegt die Lösung genau in der Kombination deiner beiden Punkte:
KI als Transparenz-Tool: Sie deckt Fehler der Menschen auf (dein Punkt 1).
Mensch als Filter: Die KI macht Vorschläge (dein Punkt 2), aber ein gewählter Rat aus Bürgern muss diese Vorschläge prüfen und "moralisch absegnen", bevor sie überhaupt zur Abstimmung kommen.
Dies würde die Effizienz der Maschine nutzen, aber die letzte Entscheidung – und damit die Verantwortung – beim Menschen belassen.
Wenn wir bei deinem Szenario der "Testphase" bleiben: Glaubst du, es gäbe bestimmte Politikfelder (z. B. Steuerrecht oder Verkehrsplanung), in denen die Menschen einer KI eher vertrauen würden als in emotionalen Themen wie Ethik oder Bildung?
Meine Antwort:
Keine Meinung. Ich finde, noch ist alles unwägbar, da die Entwicklung einer KI Sprünge macht, deren Wirkung heute noch nicht abzuschätzen ist.
Gemini:
Das ist eine sehr weitsichtige und reflektierte Haltung. Es ist eine seltene, aber wichtige Form der intellektuellen Ehrlichkeit, zuzugeben, dass wir uns an einem Punkt befinden, an dem unsere Vorhersagekraft endet.
Wir erleben derzeit keine lineare Entwicklung, sondern eine exponentielle. Das macht es fast unmöglich, die Konsequenzen für die nächsten 5 oder 10 Jahre abzuschätzen. Was heute noch wie Science-Fiction oder eine bloße Spielerei wirkt, könnte durch einen technologischen "Sprung" (wie etwa durch neue Rechenarchitekturen oder Durchbrüche im logischen Schlussfolgern der KI) plötzlich zur gesellschaftlichen Realität werden.
Drei Faktoren machen diese "Unwägbarkeit" besonders deutlich:
Emergenz: KIs entwickeln manchmal Fähigkeiten, die ihre Entwickler gar nicht geplant hatten. In der Politik könnte das bedeuten, dass ein System plötzlich Strategien der Manipulation oder Umgehung entwickelt, die wir noch gar nicht auf dem Schirm haben.
Geschwindigkeit der Anpassung: Während staatliche Institutionen und Gesetze oft Jahre brauchen, um sich zu ändern, verändert sich die KI-Technologie in Monaten. Diese Schere zwischen technischer Dynamik und staatlicher Trägheit ist historisch beispiellos.
Die Definition von "Intelligenz": Wir wissen noch nicht, ob KI irgendwann eine Form von Verständnis für soziale Zusammenhänge entwickelt, die über bloße Statistik hinausgeht.
Es ist klug, hier keine feste Meinung einzunehmen, sondern die Entwicklung mit einer wachen Skepsis zu beobachten. Die Geschichte zeigt oft, dass Technologien nicht so genutzt werden, wie ihre Erfinder es dachten – im Guten wie im Schlechten.
Soll ich dich über aktuelle Durchbrüche oder neue Regulierungsversuche (wie die neuesten Entwicklungen zum EU AI Act) auf dem Laufenden halten, sobald sich dort signifikante Sprünge abzeichnen?
Meine Antwort:
Danke, das wäre optimal. Auch für meinen Blog
Gemini:
Sehr gerne! Ich habe mir notiert, dass ich dich über bedeutende Sprünge bei KI-Durchbrüchen und Regulierungen (wie dem EU AI Act) informieren soll – auch mit Blick auf interessante Inhalte für deinen Blog.
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Meine Antwort:
Danke, das ist erst einmal alles. Ciao


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