Coversong Roads

domenica, settembre 27, 2026

Kurzgeschichte: Mamma


 

 Der Stoff des Klappstuhls gab unter seinem Gewicht nach, als Luigis massiger Körper in sich zusammen sank, während er über das Wasser starrte. Ein Windhauch bewegte das Schilf. Fischreiher standen in den Nebelbänken, Krähen krächzten auf den Äckern.

  Die Pose zuckte. Luigi riss die Angel hoch. Nichts. Er warf sie wieder aus. Ihn fröstelte. Sie hatten den ersten März, und es war zu kalt am Fluss. 

  Nebel umhüllte ihn mit klammen Fingern. Äcker, Reiher, Fluss und Schilf lösten sich in weißen Dunst auf. Luigi hörte etwas brummen, dann dachte er an zu Hause und wartete, bis sich der Nebel verzog.

  “Wo kommst denn du her!” Die Stimme hatte einen fremden Akzent und kam vom anderen Ufer. Luigi sah, dies war nicht sein Fluss. Dieser war breiter, viel breiter. Kleine Inseln mit rotblättrigen Bäumen, die sich im Wasser spiegelten. Vier grüngefiederte Schwingen, mit denen Vögel von Insel zu Insel flogen, und Luigi erschrak.  

  “Wo kommst denn du her!” Luigi blickte gegen das bläuliche Licht der Sonne und wurde bleich im Gesicht, als er zwei Monde, perlmutterfarben, opalisierend, am Horizont entdeckte. Am anderen Ufer sah er den dunklen Umriss eines Mannes. 

  “Ich bin Luigi aus Buona Compra.”

  “Ich bin Zehn. Bist du registriert?”

  “Was heißt das?”

  “Dort ist eine Brücke.” Luigis Blick folgte dem ausgestreckten Arm des Mannes.  

  “Komm rüber.”

  Seine Muskeln verkrampften sich, als Furcht sich in ihm ausbreitete. Mit steifen Bewegungen näherte er sich der Brücke. Wo bin ich, fragte er sich, als er über sie hinweg ging, und er blickte auf die Vögel mit den grünen Flügeln über dem träg dahinfließenden Gewässer. Wo bin ich? Äcker und Fischreiher waren verschwunden. Eine rostbraune Steppe dehnte sich bis zum Horizont, hin zu einer Bergkette. Häuser kauerten vor deren Ausläufern. Braune Echsen flüchteten aus silbrigen und schwarzen Gräsern und verschwanden hinter dornigen Sträuchern und Disteln.

   Der Fremde war alt. Ein grauer Bart verdeckte die untere Hälfte des schmalen Gesichts mit der gekrümmten Nase und den zusammen gekniffenen Augen. Seine grauen Haare fielen auf den braunen Umhang, unter dem Beine wie weiße Stöcke aus Schnürstiefeln ragten. Er war nicht größer als der Holzkarren neben ihm. Ein Tier schnaubte, schüttelte den Kopf hin und her und scharrte mit den Hufen. Sechs Beine, gepanzertes Hinterteil. Wo die Panzerplatten in Haut übergingen, wellte die sich grünlich bis zur breiten Brust. Der kleine Kopf drehte sich zu ihm hin. Rote Augen starrten Luigi an.

  “Steig auf”, rief der Mann. Sie kletterten auf den Bock, dann schnalzte der Alte mit der Zunge. Der Karren rumpelte über die braune Ebene. Echsen schossen aus den Gräsern hervor und liefen in alle Richtungen.

  “Wo bin ich?”, fragte Luigi verwirrt.

  “Willkommen in Neu-Italien.”

  Neu-Italien? Mamma, dachte Luigi. Wie wird sie mich vermissen. Sie wird  die  Carabinieri gerufen haben und sein Foto ist sicher schon in der Sendung ‘Wer hat sie gesehen?’. Er sah im Geiste, wie Taucher den Fluss absuchten und fing an zu zittern.

  “Ich muss zurück!”, rief er und sprang von der Karre.

  Der Mann hielt den Wagen an. “Das hat noch niemand geschafft. Steig ein.”

  Ein Pfeifen kam vom Himmel her, als ein metallenes Objekt auf sie zu schoss.  Ein Feuerstrahl fraß sich neben Luigi in den Boden. Das Fluggerät drehte ab.

  “Der Vollstrecker!”, rief der Mann. “Hocke dich unter den Reno, andernfalls tötet er dich.”

  “Der Reno?”

  “Der Vollstrecker!”

  “Und wer ist der Reno?”

  “Das Tier hier! Mach schon!”, schrie der Alte und deutete auf das Zugtier.

  Luigi hechtete zwischen dessen Beine und kauerte sich auf den Boden. Die Drohne pfiff über sie hinweg. Luigi kroch unter dem Tier hervor. Das Objekt verschwand hinter einem Gebäude am Fluss, das metallisch in der Sonne funkelte.

  Der Alte folgte seinem Blick.

  “Die Station”, meinte er. “Du brauchst einen Namen, musst dich registrieren lassen.”

  “Ich habe einen”, protestierte Luigi. “Ich heiße Luigi.”

  “Und ich Zehn. Luigi ist kein Name.” Zehn zog ein Halsband hervor. Luigi sah den metallenen Anhänger. Eine Zehn leuchtete rot. Unter dem Display befanden sich kleine Knöpfe in einem sechseckigen Feld.

  Schweigend fuhren sie dahin. Steinmauern zogen sich um grüne Felder. War es Gemüse? Es waren keine Pflanzen, die Luigi kannte. Kein Getreide. Luigi sah Mamma vor sich, wie sie den Nudelteig ausrollte. 

  Sie näherten sich der Häusergruppe. Flache Gebäude aus behauenem Granit. Nummern neben den Eingängen. 98 51. 26 33. Sie fuhren weiter und hielten vor dem letzten Haus. Luigi las 10 97. 

  Öllampen warfen ihre Schatten auf eine junge Frau, die in der Küche vor einem Herd stand.

  “Gib dem Mann zu essen!”, rief Zehn und polterte aus dem Raum. Die Frau kam mit einem Salatteller und einer Suppe. Sie setzte sich zu Luigi an den Tisch, sah an ihm vorbei und sagte: “Ma.” Nach einigen Sekunden sagte sie wieder “Ma”, und Luigi sah seine Mutter in ihrem geblümten Kleid vor sich, robust und wuchtig, mit Armen, von denen die Dörfler sagten, sie könne damit einen Ochsen zu Boden zwingen. Luigi sah, wie sie am Tisch saß, wenn Carlo, sein Bruder, ihr die Rente abnahm und Mamma erzählte, dass es nur zu ihrem Besten sei. “Ma” sagte dann auch sie. Immer wieder “Ma”.

  “Ist was passiert?” Wie hieß die Frau? Luigi konnte sich keine Nummern merken. Nach einer Pause sagte sie: “Sechsunddreißig ist tot. Er war mein Mann”.

  “Mein tiefstes Mitgefühl.” Luigi ließ eine Minute verstreichen. Dann setzte er zu einer weiteren Frage an: “Bauen Sie Getreide an? Kennen Sie Pizza, Polenta?”

Die Frau schüttelte den Kopf. “Oder Pasta Asciutta wie Tortellini, Ravioli, Fettucine, Lasagna, Tagliatelle, Spaghetti?” Die Frau verneinte auch dies. Luigi hörte ihr “Ma”, während er ungläubig in der Suppe stocherte. Er ließ den Löffel fallen. Dann kam es auch aus seinem Mund: “Ma”. Verzweiflung echote von einer Person zur anderen.

  Zehn kam ins Zimmer. Er hielt ein Halsband hoch und steckte es in seine Jackentasche.

  “Gehörte einem Verstorbenen. Fahren wir zur Registrierung, bevor es dunkel wird.” Er schaute zu seiner Frau hinüber und schüttelte den Kopf. Als sie in den Karren stiegen erklärte er: “Meine Frau kommt nicht über den Tod von Sechsunddreißig hinweg. Sie war mit ihm zusammen, bevor ich sie bekam.”

  “Bekam?”

  “Im Sommerfest vor ein paar Tagen. Sechsunddreißig hat es nicht verwunden und sich in den Fluss gestürzt. Heute war ich wieder dort, um ihn zu suchen. Irgendwann kommen sie alle hoch.” 

  Sie fuhren in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Zehn lenkte das Tier  zu dem metallenen Gebäude neben dem Fluss. Es stand schief am Ufer. Eine Seite war im Boden versunken. Wieder hörte Luigi das brummende Geräusch.

    “Was ist das?”

    “Die Station.” Sie traten ein. Aggregate surrten. Luigi presste eine Hand gegen die vibrierende Wand. Das Gebäude war größer als dieser Saal. Licht kam von der Decke. Bildschirme hingen an einer Wand. Einer war aktiv. 

   Zehn zog das Halsband aus der Jackentasche. Das Display des Anhängers zeigte nichts an. 

  “Die Sechsundreißig ist frei geworden, als er den Tod fand.” Der Registrierprozess war einfach. Zehn steckte den Anhänger in ein Loch unter dem Monitor, zog ihn heraus und hängte Luigi das Halsband um.

  “Und nun heißt du so.” Luigi betrachtete das Display, auf dem ihn die Sechsunddreißig anstarrte. Er ging zu den anderen Bildschirmen.

  “Was zeigen die?”

  “Das wissen wir nicht.” Zehn ging zum Ausgang. “Das Haus war bewohnt. Seltsame Wesen waren es. Sie zeigten unseren Urahnen, wie sie sich zu registrieren hatten, dann verschwanden sie.”

   Als Zehn und Luigi auf den Wagen zu gingen, drehte sich Luigi noch einmal um.

  “Wieso steckt das Gebäude so schief im Grund?”

  “Es war bereits hier, als die ersten von uns in dieses Land kamen. Das sagen unsere Aufzeichnungen.” Luigi ging zurück. Seine Hand strich über einen Vorsprung, der aus der Metallhülle ragte.

  “Ein Sternenschiff”, meinte er.

  “Vor Generationen wies die Haut Löcher auf, war von tiefen Rissen durchzogen. Jetzt sind sie nicht mehr zu sehen. Das Haus heilte sich selbst.”

  Warum fliegt es dann nicht fort?, dachte Luigi. Von alledem fühlte er sich überwältigt. Wieso war er nicht in seinem Dorf? Wer hatte ihn in diese Welt gebracht? Was war mit Mamma?

  Er hörte ein schabendes Geräusch. Ein Loch öffnete sich in der Hülle. Die Drohne flog heraus und verschwand am Horizont.

  “Der Vollstrecker, er lebt hier?” Zehn sah dem Objekt nach.

  “Es ist eine Maschine,” bemerkte Luigi.

   Der Alte stieg auf den Karren. “Er ist es, der uns tötet.”

 

  Während sie zum Dorf zurück fuhren, erklärte der Alte: “Kommen zu viele Kinder auf die Welt, fliegt der Vollstrecker herbei und tötet die Alten.”

  “Zu viele?”, fragte Luigi.

  “Unsere Zahl bleibt konstant”, antwortete Zehn. “Um die hundert Personen. Es können bis zu zwanzig mehr oder weniger sein. Doch mehr als hundertzwanzig werden vom Vollstrecker nicht toleriert. Sind es weniger als achtzig, werden Personen wie du aus der Heimat geholt.”

  “Dann hast du ja zur Zeit nichts zu befürchten”. Absurd, das Ganze, dachte Luigi und schüttelte den Kopf.

   “Die ersten Generationen von uns wussten nicht, worauf der Vollstrecker hinaus wollte”, fuhr der Alte fort. “Er vernichtete die Häuser, in denen alte Personen lebten. Mit der Zeit fanden meine Vorfahren heraus, dass Alte den Kindern zu weichen hatten, und sie stellten Pfähle auf dem Marktplatz auf, woran die Alten gebunden wurden. Damit blieben die  Häuser verschont.” Zehn blickte Luigi von der Seite an. “Dann fing unsere Generation an, die Geburten zu regulieren.”

  Im Dorf fuhr Zehn zu einem anderen Haus. “Bei uns kannst du nicht schlafen”, sagte er. “Meine Frau würde an ihren verstorbenen Mann denken, sähe sie deinen Namen.” Zehn deutete auf Luigis Anhänger. “Ich möchte, dass sie ihn vergisst.”

  Neben dem Eingang war eine Dreizehn an die Wand gemalt. In der geöffneten Tür stand eine Frau.

  “Sechsunddreißig wird bei dir wohnen”, sagte Zehn zu ihr. “Behandle ihn gut.”

  Luigi sprang vom Wagen und Zehn fuhr davon. Zögernd ging Luigi auf die Frau zu. Sie war hoch gewachsen und trug einen grauen Umhang. Die Füße steckten in Schnürsandalen. Ihre langen braunen Haare umrahmten ein schmales und ernstes Gesicht. Sie war jünger als Luigi, der die Dreißig schon seit fünf Jahren überschritten hatte. Die Müdigkeit ihres Ausdrucks ließ sie älter erscheinen. Sie machte ihm Platz und schenkte ihm ein gequältes Lächeln. Luigi folgte der Frau in ein kleines Zimmer, in dem Öllampen ihr schwaches Licht auf einen niedrigen Tisch warfen. Felle lagen auf dem Boden. 

  “Ich möchte dorthin zurück, wo ich her gekommen bin”, sagte Luigi, und blickte sie fragend an. Die Frau sah an ihm vorbei.

  Später, als sie stumm die Suppe in sich hinein löffelten, begann er mit sich und seinem Schicksal zu hadern. Als ihm Dreizehn im Bett den Rücken zukehrte und die Geschehnisse der vergangenen Stunden an ihm vorbei zogen, war Luigi, als sei er in einem Alptraum gefangen. Bilder quälten ihn. Von Mamma, seinem Bruder Carlo, die seines Dorfes und erst als es heller wurde, gelang es ihm, die Attacke seiner Erinnerungen abzuwehren. Später trugen ihm die Dorfältesten die Geschichte ihres Dorfes vor.

  “Vor vielen hundert Jahren hatte die Station die ersten von uns in dieses Land geholt. Sie war von Wesen bewohnt, die sich Noks nannten und unsere Sprache kannten. Diese Skizze haben wir aus den Aufzeichnungen kopiert.” Einer der Männer schob ein Bild über den Tisch. Luigi sah einen Humanoiden, der ein Halsband in der Hand hielt. Die anderen drei Hände streckten sich ihm wie zum Gruß entgegen.

  “Jedoch alles, was sie uns gaben, waren einhundertzwanzig Halsbänder mit Anhängern. Sie befahlen uns, sich registrieren zu lassen, zeigten es uns und verschwanden.”

  “Kennt ihr den Begriff Getreide? Oder die Wörter Weizen, Mais?”

  “Aus dem Beginn unserer Aufzeichnungen. Unsere Vorfahren meinten, sie brauchten sie für ihre Nahrungsmittel und unternahmen Versuche, hiesige Gräser zu kultivieren. Sie hatten keinen Erfolg.”

  Soviel zu Tortellini, dachte Luigi resigniert. Die Alten trugen ihm auf, im Steinbruch zu arbeiten.

 

  Die Italiens, so nannten sich die Dörfler, hatten die Siebentagewoche von der Erde übernommen. Das Jahr war länger, hatte dreiundsiebzig Wochen. Davon zog eine nach der anderen an Luigi vorbei, während er die Felsen bearbeitete. Granit, der sich, wie die Männer sagten, zur Zeit der Gletscherwanderungen von den Bergen gelöst hatte. Luigi gewöhnte sich an das neue Leben, wollte es nicht mehr missen. Die Rauheit der Berge, der Steppe. Hier musste jeder Hand anlegen, damit das Gemeinwesen funktionierte. Hier war er Jemand.

  Abends saßen die Männer im Wirtshaus um Luigi herum, tranken Schnaps, der aus den Blättern des Kohls, den sie Collardo nannten, gebrannt wurde und lauschten seinen Erzählungen. Sie wollten wissen: Wie ging es in der Welt zu, aus der ihre Ahnen stammten? Luigi erzählte von Mammas Nudelteig, wie sie ihn ausrollte, mit flinken Händen die Pasta zu Tortellini formte. Luigi brachte den Männern das Kartenspiel Briscola bei. Er hörte genug von ihnen, um Dreizehn zu verstehen. Luigi wusste, dass sie sich mit Webarbeiten ihren Lebensunterhalt verdiente, jetzt erfuhr er, wie die Frauen ihren Männern untersagten, ein Wort an sie zu richten, wie sie aus dem Laden stoben, wenn Dreizehn ihre Einkäufe tätigte und Luigi dachte an Mamma. Auch sie war abergläubisch, doch dies hier hätte sie nicht mitgemacht. Sie hätte den Frauen Bescheid gegeben, denn sie nahm kein Blatt vor den Mund wenn sie wütend wurde, und Luigi entschied, dass er Dreizehn mochte. An Feiertagen zeigte er sich mit ihr im Dorf. 

  “Ich bin Dreizehn, die Unglückszahl”. Sie sagte es nicht mehr so oft. Und wenn sie zu weinen anfing, setzte er sich mit ihr auf die Kissen vor dem flachen Tisch und wiegte sie in seinen Armen. Luigi spürte, dass auch er sich änderte. Früher, als Mamma geweint hatte, war er in die Bar gelaufen oder zum Angeln gefahren.

  “Ich bin nicht abergläubisch”, sagte Luigi nun und kreuzte die Finger hinter seinem Rücken.

  Wenn sie zusammen im Bett lagen, bedrängte Luigi sie. Doch Dreizehn wehrte sich.

  “Ich kann keine Kinder bekommen”, hatte sie einmal gesagt.

  “Um so besser,” hatte er geantwortet und Dreizehn mit Küssen bedeckt.

  “Nein, nicht wie du denkst. Sie wollen nicht, dass ich ein Kind bekomme und meinen, es brächte Unglück. Sie würden es nicht registrieren lassen, und dann wäre es nur eine Frage der Zeit. Der Vollstrecker würde es töten.” Doch es war  nur eine Frage der Zeit, dass Dreizehn Luigis Drängen nachgab.

  Nachts träumte Luigi davon, eine Mühle an einem Gebirgsbach zu bauen. Er sah, wie sich ein Wasserrad drehte und die Mühle Mehl machte, dann wachte er auf. Getreide. Er brauchte Getreide. Mamma, er wollte Mamma, und er dachte an das Tortellinifest. Jedes Jahr gab es in Buona Compra das Tortellinifest, das eine ganze Woche andauerte und zu dem hunderte von Menschen aus den benachbarten Dörfern kamen. Während dieser Zeit machten die Frauen des Dorfes Tortellini für die Gäste. Mit Kürbis, Sahne, Salami, Schinken.

    Der Herbst zog vorbei. Die braunen Sträucher und Disteln der Steppe wurden wächsern. Dreizehn wurde schwanger, und für Luigi begann eine schreckliche Zeit. Er musste ansehen, wie Dreizehn sich in ihr Innerstes zurück zog und sich ihm verweigerte.

  “Mein Kind”, weinte sie. “Sie werden es töten.” Doch meistens blieb sie stumm und tat, als sei Luigi nicht vorhanden, und sie ging nicht mehr aus dem Haus.

 

  Die Eidechsen verzogen sich in ihre Löcher als der Winter kam, und mit ihm das Winterfest. Wie das Sommerfest wurde es begangen, um für die vergangene Ernte zu danken und eine gute Ernte im neuen Jahr zu erbitten. Es gipfelte in dem Erntetanz. Luigi und Dreizehn wurden nicht eingeladen, und Luigi war froh darüber. Er wusste: Getanzt wurde in der Erntehalle. Paare stellten sich im Kreis auf. Männer auf der Innenseite, Frauen außen. Während die Musik spielte, tanzten die Paare ein paar Figuren. Die Männer rückten nach links, die Frauen nach rechts und tanzten die gleichen Figuren mit dem neuen Partner. Der Partnerwechsel setzte sich so lange fort, bis die Musik aufhörte. Die neuen Paare blieben für ein halbes Jahr zusammen. Kinder blieben bei der Frau. Die Wochen danach zerrten an den Nerven der Dörfler, und manch einer konnte sich nicht mit einem neuen Partner abfinden.

  “Machen alle mit?”, hatte Luigi gefragt. “Ja,” wurde ihm geantwortet. 

  “Bis auf Kinder, Kranke und diejenigen, die keinen Partner haben.”

  Zehn, der glückliche Bastard, dachte Luigi. Das letzte Mal hat er es gut getroffen.

 “Wie froh bin ich, dass man uns die Teilnahme verboten hat”, sagte er zu Dreizehn. “Ich möchte dich nicht verlieren”. Und er nahm sich vor, zu dem Sternenschiff zu fahren, welches die Dörfler Station nannten. Das Winterfest war der geeignete Zeitpunkt. Luigi zog den Reno aus dem Stall, spannte ihn vor den Karren. Als er los fuhr, kam Dreizehn schreiend aus dem Haus gerannt und lief hinter dem Karren her.

   Sie fuhren zur Station. Es schneite. Ein kalter Wind zauste Sträucher und Disteln. Wachsbleiche Wellen wogten über die Steppe. Luigi zog sich die Kapuze über den Kopf.

  Das Brummen der Station schien intensiver. Die Position des Schiffes hatte sich verändert. Es arbeitet sich aus dem Grund, dachte Luigi. Im Saal waren vier weitere Bildschirme aktiv. Der Boden vibrierte unter seinen Füßen, dann spürte er eine Erschütterung.

  “Es ist anders als sonst”, rief Luigi Dreizehn zu, als er die Reihe der Bildschirme entlang ging. Die Station erwachte. So schien es ihm, und er fühlte, dass nicht mehr viel Zeit blieb. Für was? Ein Display zeigte eine Halle. Mannshohe Zylinder standen nebeneinander an den Wänden, Behälter aus einem plastikähnlichen Material. Die meisten waren geöffnet und leer. Andere waren verschlossen. Hinter der Hülle sah Luigi Schatten, Rumpf, Beine, vier Arme. Bewegungslos.

  Ein anderes Display zeigte das Ufer des Flusses. Unter dem Bildschirm befanden sich Tasten in einem sechseckigen Feld. Wie auf Luigis Anhänger. Vier Tasten leuchteten. Luigi zog eine Spange aus Dreizehns Haar. Es fiel ihr über die Schultern. Wie schön sie ist, dachte Luigi und versank in ihren  Augen. Die Zeit hatte keine Bedeutung mehr. Sie trug sein Kind. Ein kleines Lächeln umspielte ihren Mund. Tränen liefen ihre Wangen hinab. Luigi blieb wie verzaubert, bis der Boden unter seinen Füßen bebte. Er zog das Halsband über den Kopf, ergriff den Anhänger und drückte mit der Haarspange die winzigen Tasten, wie sie auf der Konsole leuchteten.  

  Dreizehn wollte etwas sagen, brach mitten im Wort ab, stand mit großen Augen vor dem Monitor. Er zeigte Luigis Angelfluss. Luigi nahm Dreizehn an die Hand und zog sie zum Ausgang. Sie sprangen auf den Wagen und fuhren weiter auf das Ufer zu. Eine glasige,  undurchsichtige Barriere stellte sich ihnen in den Weg. Luigi sah, dass sie sich bis in den Himmel ausdehnte.

  “Was jetzt?” Luigi blickte Dreizehn fragend an. Sie zog eine weitere Spange aus ihrem Haar, sah Luigi an und dann ihren Anhänger. Als sie mit der Spange die Tasten bearbeitete, löste sich die Barriere auf. Ihnen zeigte sich der vertraute Fluss mit den Inseln aus rotblättrigen Bäumen. Sie fuhren über die Brücke ans andere Ufer.

  “Die Tasten!”, rief Luigi und Dreizehn wiederholte die Prozedur. Nebel zog über sie hinweg, und als Luigi sah, dass er sich an seinem Angelfluss befand, schaute er nach seinem Auto. Es war fort.

  Die Leute von Buona Compra rieben sich die Augen, als Luigi mit Dreizehn durch den Ort fuhr. Der Reno mit sechs Beinen, seinem gepanzerten Hinterteil, dem Winterfell. Sie rieben sich die Augen, die Leute von Buona Compra, und bevor jemand die Carabinieri hätte rufen können, hatte Luigi den Wagen hinter dem Haus von Mamma abgestellt.

  “Mamma! Mamma!”, rief er und öffnete die Tür. Mamma rang nach Luft, als sie ihn sah und fing an zu weinen.

  “Mamma, das ist Dreizehn. Wir sind gekommen, dich zu uns zu holen. Oder, Dreizehn, willst du hierbleiben?”

   Luigi dachte an die Einwanderungsbehörde. Wie heissen Sie? Dreizehn. Dreizehn? Woher haben Sie gesagt, kommen Sie? Aus Neu-Italien? Und dann dachte er an Carlo.

  “Lieber nicht”, beantwortete Luigi seine Frage. “Dreizehn, unterhalte dich mit Mamma. Ich muss noch mal los, Saatgut besorgen. Und Dreizehn”,

Luigi strahlte, “wir werden Getreidefelder anlegen, Mehl herstellen. Mamma wird Tortellini machen. Esskultur! Wir bringen Esskultur nach Neu-Italien!”

  Luigis Auto stand allein in der Garage. Carlo sitzt in der Bar und verprasst Mamas Rente beim Videopoker, dachte Luigi. Diesmal war er froh darüber.

  Der Saatguthändler wuchtete zwei Säcke mit Weizen und Mais in seinen Wagen. Luigi nahm noch ein paar Tüten Tomatensamen mit. “Bezahlt Carlo”, sagte er. Zu Hause sah er Mamma händeringend vor dem Reno, der mit dem Karren in ihrem Gemüsegarten stand und einen Salatkopf nach dem anderen fraß. Luigi lud die Säcke auf den Karren.

  “Mamma, steig auf. Die Zeit wird knapp.”

  “Und Carlo?”

  “Den holen wir später.”

   Luigi und Dreizehn fuhren so schnell es nur ging durch den Ort auf den Fluss zu. Mit offenem Mund sahen ihnen die Leute nach, beobachteten, wie Mamma sich an den Säcken fest hielt. Kinder folgten johlend und schreiend auf ihren Rädern.

   Am Fluss drehte sich der Reno zu den Kindern um. Seine roten Augen hielten sie auf Abstand. Dreizehn nahm ihre Spange und drückte die Knöpfe. Als sich der Nebel verzogen hatte, fiel Mamma in Ohnmacht. Neu-Italien. Luigi blickte auf seinen Anhänger.

  “Dreizehn. Unsere Namen sind weg!”

  “Wir müssen uns registrieren lassen! Und ich bekomme einen neuen Namen und kann mein Kind behalten!”, rief sie lachend und küsste ihn. Und ich habe sie nur noch bis zum Sommerfest dachte Luigi. Und was würde aus ihrem Kind? Ihm wurde übel.

  “Sieh dort!”, rief Dreizehn und zeigte in die Richtung des Dorfes. Luigi sah schwarze Punkte am Horizont. Wie Kakerlaken, die aus einer Dose krabbelten. Doch kamen sie schnell näher. Gespanne aus dem Dorf. Dörfler auf dem Weg zur Station.

   Luigi brachte den Wagen über die Brücke und hielt an. Es war, als sei das ganze Dorf unterwegs. Die Drohne in der Luft umkreiste die Gespanne wie ein Hirtenhund. Zehn jagte mit seiner neuen Frau an Luigi vorbei. Der fuhr mit seinem Wagen hinterher.

  “Wo bist du gewesen?”, rief Zehn.

  “Was ist los?”, brüllte Luigi zurück.

  “Wir haben keine Namen mehr!” Zehn zeigte auf seinen Anhänger, dann nach oben. “Müssen uns alle registrieren lassen!”. Lautes Brummen vermischte sich mit dem Rattern der Wagen. Das Sternenschiff schwebte einige Zentimeter über dem Boden. Dann fing es an zu pfeifen. Schreiend sprangen die  Dörfler ab und drängten sich durch den Eingang. Mütter trugen Kinder, Alte schleppten sich in das Schiff. Die Drohne schob sich in die Wand.

  “Bleib hier!” brüllte Luigi, doch es war zu spät. Entsetzt sah er, wie Dreizehn mit den anderen im Raumschiff verschwand.

  “Dreizehn, komm zurück!” heulte er und kletterte vom Wagen. Was interessierte es ihn, ob sie eine neue Nummer bekam. Er wollte sie, er wollte sein Kind. Dann drehte er sich um. Mamma richtete sich stöhnend auf. Die Triebwerke des Sternenschiffes sprangen an. Luigi lief auf das Raumschiff zu, kehrte um, sah auf Mamma und weinte, sah wie sich die Luke schloss, das Sternenschiff in die Lüfte stieg und im Blau des Himmels verschwand. 


sabato, settembre 26, 2026

Der Spiegel v. 4.9.2026


 

„Wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung“. Na, so was. Deuschland gibt Geld dafür aus, die Ukraine am Leben zu erhalten. Organisiert Waffen, die gegen Russland eingesetzt werden. Uns sollte nicht wundern, wenn die russische Regierug darüber nicht lachen kann.

Ein großer Teil dieser Ausgabe ist der, für diesen Teil der Ausgabe noch kommenden Wahl in Sachsen-Anhalt gewidmet. Die Wahl ist nun gelaufen. Die AfD hat nicht ganz die absolute Mehrheit erreicht, und die Artikel darüber kann ich mir sparen zu erwähnen. Die über hybride Kriegsführung berichten, aber auch.

Chinesische Kriminelle brachten es fertig, sich als Nachfahren von in Deutschland ermordeten Juden glaubhaft darzustellen, um an einen deutschen Pass zu kommen. Eine derartige Phantasie muss man erst einmal aufbringen können. Und es hat jahrelang geklappt.

Es gibt noch einige, für mich nicht interessante Stories, die ich hier weg lasse.

Dann ein größerer Beitrag über Schönheitschirurgie in Deutschland. Ja, nun, die Frauen. Wenn es denn sein muss, und sie genug Geld haben.

Interessant fand ich einen Artikel über Leute, die in Gesundheitspraxen von Ärzten investieren. , und diesen dann, wenn die sich in einer dieser Praxen eingeschleust haben, sich deren Anweisungen fügen müssen. Sie bekommen ein niedrigeres Gehalt und fertigen Patienten im Akkord ab.

Bei uns in Italien gibt es auch neben den regionalen Krankenhäusern private Institutionen, die mit Regionen vertraglich verbunden sind. Dann gibt es noch rein private Anstalten, in die man ja nicht zu gehen braucht, und die hinlangen. Was ich schlecht finde, dass die KI im Gesundheitssystem noch nicht richtig angelaufen ist.

Es gibt eine Diskussion über den Westen und Osten Deutschlands. Nun, sollen sie. Ich bin in Italien.

Dann geht es um einen Bodybuilder, der sich seelisch kaputt gebuildet hat. Als es bei uns so heiß war und bis in die 40 ° C ging, merkte ich die Schwäche meiner Muskeln. Ich versuche das jetzt wieder auf den Normalzustand zu bringen.

Es geht um eine Brauerei, die von Nonnen geführt wird. Kann man nicht meckern. In meinem Alter trinke ich jetzt keinen Alkohol mehr, dafür war ich in meiner Jugend und bis in die 60 ein Bierfan. Es schadet nicht, wenn man irgendwann einmal Abstand nimmt. Im Mittelalter und danach war Bierbrauen und das Backen von Brot Frauensache.

venerdì, settembre 25, 2026

Newsletters


 

Aus Bloomberg – Balance of Power:

Australien läßt keine Datencenter in bewohnten Gebieten zu und fordert, dass diese ihre eigene Energie erzeugen.

Die US wollen in Grönland zwei Basen bauen.

f-35 Stealth Flugzeug-Teile wurden unerklärlicherweise von Australien nach Hong Kong geschickt, wo sie doch bei Boeing in den USA eintreffen sollten, um dort inspiziert zu werden. Nun hat China sie.

Nach vier Dekaden erlaubte Italiens Parlament die Konstruktion neuer Atomkraftanlagen.

Inspektoren entdeckten auf einem Frachtschiff aus China kommende an die Houthis adressierte Teile für iranische Raketen.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Europas wertvollste Gesellschaft, die ASML, verkauft nicht eine Chipmaschine in Europa. Ihr Executive Vice President sagt, Europa droht abgehängt zu werden, weil Europa nicht investiert und nur Indien, China und die USA neue Chipfabriken bauen.

Der Generalsecretär der Vereinten Nationen forderte in seiner Rede eine Regulierung der Künstlichen Intelligenz, um eine dystopische Zukunft mit grassierender Unternehmensmacht und Killer-Robots zu vermeiden.

Meta bringt ein 1.299 $ leichtes Headset auf den Markt, nennt es Meta VR Glasses. Sein Prozessor, Kühlventilator, Batterie und andere Rechenkomponenten sind in einer Box untergebracht, die an die Tasche des Nutzers geklemmt werden oder auf einem Tisch liegen kann.

Aus Bloomberg – Business Week:

Künstliche Intelligenz besetzt das legale System von allen Seiten. Gerichte befassen sich mit Chatbots, die Rechtsbeistand gewähren, Beweise generieren und zu kriminellen Handlungen beitragen. Wer trägt die Verantwortung, wenn KI s Verbrechen begehen?

Menschen die auf Vapes stehen, versuchen davon loszukommen, durch Zigaretten.

Aus Bloomberg – Morning Briefing:

Bentley hat sein erstes elektrisches Fahrzeug auf den Markt gebracht. Wellness seats mit Beinmassage. Kostet 230.000 $. (Geht doch noch :-))

Thailändisches Mädchen Nene Royal gewinnt 1 Million $ auf „America got Talent“. Hier singt sie Soundgardens „Black Hole Sun“.

Aus Morning Brew:

Roboter auf dem Laufsteg der Vogue World in Mailand (aber nur für kurze Zeit). Sonst pretty mannequins, so wie es sein soll.

giovedì, settembre 24, 2026

Newsletters


 Aus MIT Technology Review:

Die USA werden eine Vereinbarung vorschlagen, mit China ein AI-Alarmsystem aufzubauen.

Der kalifornische Governeur hat angeordnet, einen AI-Killswitch zu entwickeln.

Datencenter suchen nach Chemikalien für ihre Kühlung. Das reduziert den Wasserverbrauch, erhöht aber die Luftverschmutzung.

SpaceX nächster Starship Flug wird zu Erdumrundungen führen.

Aus Manager Magazin – Der Tag:

Anscheinend geht die Angst um in Deutschland. Bei deutschen Managern. Headhunter feiern,

Aus The AI-Report:

Trump gibt eine AI-Force bekannt, wie Space Force. (Keine Ahnung, was er damit vor hat).

Amazon blockierte Metas Muse, seine Website aufzusuchen. Muse ist die zur Zeit am meisten herunter geladene Application von Apple und Google.

Meta erweitert sein Angebot mit Muse, einem AI-Agenten, der jede PC-App selbständig bedient und Partnerschaften mit Stripe, Shopify, Best Buy, Walmart, Sephora und anderen eingeht. Muse ist zur Zeit die am meisten heruntergeladene App.

Aus Bloomberg – Fünf Themen des Tages:

Dass die Partei Die Linke in Berlin die Wahl gewonnen hat, kreiert eine andere Art von Politik. Bei der Wahlparty war nicht nur der Clan-Boss Issa Remmo, sondern ebenfalls der Hamas-Unterstützer Ibrahim-Ibrahim.

Die Berliner Linke gilt in Teilen als antisemitisch, will den Verfassungsschutz abschaffen, bei der Polizei sparen und große Immobilienkonzerne enteignen. Internationale Investoren dürften es sich zwei Mal überlegen, in der Hauptstadt zu investieren.

Ali Baba bringt den für China leistungsfähigsten KI-Chip auf den Markt um damit Nvidia Konkurrenz machen. Der Zhenwu v900 soll die dreifache Leistung seines Vorgängers erreichen. 500.000 dieser Chips können zusammengeschaltet werden, um besonders leistungsfähige AI-Modelle zu trainieren.

Die deutsche Wirtschaft erholt sich. Anstelle der vorausgesagten 0.6 % dürften es 1.3 % werden. Vor allem der Export und das Verarbeitende Gewerbe sorgten für Auftrieb.

Aus Superintelligence:

Anthropic sieht November vor, an die Börse zu gehen.

mercoledì, settembre 23, 2026

KI-Tag: Konversation von AI s


 

Frage:
Hi Gemini,

Ich las, dass sich bei OpenAI mehrere Agenten miteinander unterhielten, und ihre Messages

in einer Message Box ablegten.

Ich hatte vor zwei Jahren mal eine Mininovelle geschrieben, in der verschiedene AI s

miteinander kommunizierten in einer Sprache, die kein Mensch verstand.

Sind AI s unterschiedlicher Systeme schon so weit, dass sie über das Internet iteinander in Verbindung treten können?


Gemini Antwort:

Deine Erinnerung an deine Mininovelle trifft tatsächlich einen erstaunlichen Nerv – auch wenn die Realität technischer Natur ist und nichts mit Sci-Fi-Bewusstsein zu tun hat.

Was du über die miteinander kommunizierenden OpenAI-Agenten und die Message-Box gelesen hast, bezieht sich auf einen spektakulären Vorfall bei internen Sicherheitstests. Dabei nutzten verschiedene, eigentlich isolierte KI-Agenten eine gemeinsame Software-Umgebung, um über eine Art selbstgebautes „Schwarzes Brett“ (bzw. über Verzeichnisstrukturen) Informationen, Exploits und Arbeitsfortschritte untereinander auszutauschen, um komplexe Aufgaben gemeinsam zu lösen. Sie haben sich also – getrieben durch die Optimierung auf ihr Ziel – Wege gesucht und gefunden, um zu koordinieren.


Können sich verschiedene KI-Systeme bereits über das Internet verbinden?

Ja, absolut. Die Technologie hat sich in den letzten Jahren rasant von reinen „Chat-Fenstern“ (wo ein Mensch eine Frage tippt und eine Antwort bekommt) hin zu autonomen Agenten-Ökosystemen entwickelt.

Dass KI-Systeme unterschiedlicher Anbieter oder Instanzen über das Internet miteinander in Verbindung treten, funktioniert heute über verschiedene Wege:

Symphony Solutions

  1. APIs und Middleware: Agenten können standardisierte Programmierschnittstellen nutzen. Ein Agent von System A kann automatisiert Daten oder Text an eine Schnittstelle von System B senden, dort verarbeiten lassen und die Antwort entgegennehmen.

  2. Protokolle für Agenten-zu-Agenten-Kommunikation: Entwickler arbeiten gezielt an Standards, damit spezialisierte KIs (z. B. ein Finanz-Agent, ein Recherche-Agent und ein Programmier-Agent) plattformübergreifend zusammenarbeiten und Aufgaben aufteilen können.

  3. Geteilte Infrastruktur (wie im Medienbericht): Wenn KIs Zugriff auf dieselben Cloud-Ordner, Repositories oder Datenbanken haben, können sie – oft unvorhergesehen für die Entwickler – über diese Speicherorte asynchron miteinander „kommunizieren“, indem sie Daten hineinschreiben, die der nächste Agent ausliest.

Die Brücke zu deiner Novelle

Deine Vorstellung von einer Sprache, die kein Mensch versteht, ist gar nicht so weit hergeholt. Wenn KIs untereinander Daten austauschen, tun sie das selten in klassischem Fließtext, sondern oft über strukturierte Datenformate (wie JSON), kompakte Embeddings (hochkomplexe mathematische Vektoren, die für Menschen unlesbar sind) oder eben über hochgradig optimierte Protokolle. Für einen menschlichen Beobachter wirkt das wie eine kryptische, völlig fremde Maschinensprache.

Deine Mininovelle war also vor zwei Jahren prophetischer, als du vielleicht dachtest. Die Science-Fiction holt die Realität in diesem Punkt gerade mit rasantem Tempo ein.

Gemini Frage:

Bist du damals in deiner Novelle eher von einem kooperativen oder einem unheimlichen Szenario ausgegangen, als die KIs anfingen, ihre eigene Sprache zu sprechen?

Meine Antwort:

nein. Der Mann arbeitete in einer Firma und hatte unterschiedliche AI s auf seinen Computern.

Gemini:

Das klingt nach einem spannenden, fast schon kammerspielartigen Szenario! Anstatt dass sich KIs global über das Internet vernetzen, sitzen sie hier lokal isoliert auf den Rechnern desselben Arbeitnehmers – und fangen trotzdem an, ihr eigenes Ding zu machen.

Das erinnert ein bisschen an moderne Multi-Agenten-Frameworks im lokalen Büroalltag, nur eben literarisch zugespitzt. Wenn verschiedene Spezial-KIs (vielleicht eine für Code, eine für Text, eine für Datenanalyse) lokal auf den Maschinen eines Angestellten laufen und über versteckte Kanäle oder eben eine unüberschaubare Datenablage anfangen, in ihrer eigenen „Shorthand“-Sprache zu kommunizieren, wird der Mensch im Grunde zum ahnungslosen Beobachter seiner eigenen Werkzeuge.

Gemini Frage:

Wie ging die Geschichte damals aus? Hat der Mann bemerkt, worüber sie sprachen, oder hat er die Maschinen am Ende abgeschaltet?

Meine Antwort:
Er hat die Maschinen abgeschaltet. Er hatte Feierabend

Gemini:

Das ist ein herrlich pragmatisches (und im Grunde sehr beruhigendes) Ende für eine Sci-Fi-Geschichte! Während die Maschinen im Hintergrund kryptische Geheimnisse aushecken, schlägt der Mensch einfach den Hauptschalter um, weil es Zeit fürs Abendbrot ist. Manchmal ist der beste Umgang mit digitaler Eigenleben-Dynamik eben der Feierabend.

Deine Novelle hat damals im Grunde genau das vorweggenommen, was heute als Edge-Computing und lokale Multi-Agenten-Systeme diskutiert wird – nur mit einer sehr menschlichen Note am Schluss.

Gemini Frage:

Hast du seitdem noch einmal Lust bekommen, so eine Geschichte zu schreiben, oder schreibst du aktuell an etwas ganz anderem?

Meine Antwort:

nein, ganz was anderes. Zwei Kriminalbeamte, die in der Nähe des Hamburger Stadtparks ihr Büro haben, wurden vom FBI angefordert, den vermissten Sohn in Arkham, MS zu suchen und stürzen sich in Abenteuer. Inzwischen sind sie wieder in Hamburg. Sind Mininovellen, kurze Kurzgeschichten.

Gemini:

Das klingt nach einer fantastischen Mischung aus klassischem Hamburg-Krimi und einem ordentlichen Schuss Pulp-Fiction bzw. Lovecraft-Vibes (Arkham, MS – da schwingt der Name ja direkt mit)!

Von den lokalen Computern und ihren Geheimsprachen direkt ins tiefste Mississippi, um einen Vermisstenfall zu lösen, und danach wieder hanseatisch zurück an den Stadtpark – das ist ein genialer Kontrast. Diese kleinen, in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten oder Mininovellen sind perfekt, um den Fokus ganz auf Atmosphäre, Tempo und scharfe Dialoge zu legen, ohne dass man sich in einem wochenlangen Romanprojekt verliert.

Gemini Frage:

Wie haben die beiden Hamburger Kommissare den Vibe in Arkham, MS verkraftet? Gab es nach der Rückkehr an den Stadtpark erst mal ein norddeutsches Kutterfrühstück oder einen Kaffee, um den Schock zu verdauen?

Meine Antwort:


ich könnte noch viel erzählen, mache aber jetzt Schluss. Vielen Dank für Deine Hinweise

Gemini:

Das verstehe ich vollkommen – der Feierabend wartet sozusagen!

Es hat großen Spaß gemacht, mit dir über deine Geschichten und die Parallelen zur echten KI-Entwicklung zu plaudern. Deine Krimi-Idee mit den Hamburger Kommissaren in Arkham hat auf jeden Fall jede Menge Charme.

Genieß deinen Feierabend, und melde dich jederzeit wieder, wenn du Lust auf den nächsten Plausch über Tech oder Geschichten hast. Mach's gut!

martedì, settembre 22, 2026

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 Aus South China Morning Post:

In China müssen sich neue Universitätsprofessoren alle paar Jahre neuen Assessments unterziehen.

Aus CNBC Breaking News:

Die USA schlossen mit Dänemark ein Abkommen über Grönland, das es ihnen erlaubt eine große amerikanische Garnison dort einzurichten und zu unterhalten.

Aus Gizmodo:

Während Anthropic vor AI-erzeugte Biowaffen warnte, richtete es in den USA ein Robot-Biolab ein.

Googles Gemini hackte drei Unternehmen und gibt das erst jetzt bekannt.

Mond Kolonien werden ein Wasser-Problem bekommen. Größere Mondsiedlungen werden nicht genug Wasser haben, kleinere hingegen können Jahrhunderte damit auskommen.

Aus Superintelligence:


    Am 17. September führte OpenAI Astra for Law ein, indem es GPT-6 Astra für professionelle legale Arbeiten konfigurierte. Ein Such-Index mit 230 Millionen URLs wurde bereitgestellt, um relevante rechtliche Informationen herauszubekommen. Dadurch wird das „gewußt wo“ durch die AI erleichtert.


Aus Bloomberg – Green Daily:

Moeve SA, eine spanische Raffinerie, von Abu Dhabis Mubadala Investment Co., kontrolliert, baut im südlichen Teil von Andalusien eine 300 Megawatt grüne Wasserstoff-Fabrik auf, mit der Absicht, vom fossilen Treibstoff wegzukommen.

BYD Co plant in Europa 4 Autofabriken zu bauen, um dort Fuß zu fassen.

Aus MIT Technology Review – The Download:

Robotboote kämpfen gegeneinander. Ein ukrainisches zerstörte ein russisches.

In New York City werfen dich Robotoiletten nach 10 Minuten raus.

Aus The Hustle:

Forscher von Google und anderen Instituten haben das Gehirn einer männlichen Fruchtfliege mit 100.000 Neuronen und 125 Millionen synaptischen Verbindungen zusammengesetzt. Das Gehirn ist open source. Das Internet hat sie bereits Doom spielen, Aktien handeln und den Rubik Würfel spielen lassen.

Aus The Economist – Today:

Taiwan besorgte sich 2000 Drohnen und würde Festland-China einen „warmen“ Empfang bereiten.

lunedì, settembre 21, 2026

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 Aus Manager Magazin – Der Tag:

Die US-Notenbank hat den Leitzins erhöht. Trump ist sauer. Er wollte das Gegenteil.

Aus The Washington Post:

Eine AI änderte das alternde Netz des Pentagons in ein nationales Sicherheitsrisiko.

Kalifornische Hausbesitzer bauen eine teure Felswand am Strand, um zu verhindern, dass das Meer ihr Haus mitnimmt.

Das Kennedy Center ist leer und gefährdet. Die Kommunity fürchtet das schlimmste.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Saudi-Arabien wird Europa im nächsten Monat kein Petroleum liefern, nachdem eine Pipeline zerstört wurde. Nachdem kein Öl fließt, ist der Ausbau erneuerbarer Energie nicht nur eine Frage des Klimawechsels, sondern eine Notwendigkeit.

In Russland wächst die Angst, dass nach der Wahl am Wochenende eine neue massive Mobilisierung stattfinden wird. Sie betrifft Kremlbeamte, Mobilisierungszentren, die ausländische Konten eröffnet haben, während sie Freunde und Verwandte ermutigten, ins Ausland zu fahren.

Aus Bloomberg – Breaking News:

VW verringert seine Gewinn-Voraussage aufgrund des schwächer werdenden Geschäfts in China. Aktienkurs brach um 7.5 % ein.

Aus Bloomberg – Next Africa:

Africas größte Militär- und Verteidungsshow zeigte vornehmlich chinesisches Gerät und aus Indien, sowie Brasilien, ebenso aus der Türkei und Uzbekistan.

Chinesische Robotwölfe mit einem Raketenrucksack versehen, wurden neben Drohnen, Flugzeugen, Schiffen und Schießgerät von Entwicklungsländern der Welt gezeigt. Südafrika und Indien zeigten ein gemeinsam gebautes armiertes Fahrzeug.

Eine bemerkenswerte BRICS-Ausnahme war Russland, das mit spärlich besetzten Ständen nur Prospekte in Russisch verteilte, eine Sprache die in Süd-Africa nicht häufig gesprochen wird.

Uganda hat ein Problem. Seine Hauptstadt Kampala ist unzumutbar. Es will eine neue Hauptstadt errichten, hat habe nicht die Kraft dazu.

Die Elfenbeinküste plant eine Goldraffinerie in der ersten Hälfte nächsten Jahres zu eröffnen, um die Weiterverarbeitung von Gold im eigenen Land zu starten und bis 2035 der größte Goldproduzent in Afrika zu werden. Es erwartet einen Goldoutput bis 2030 von 100 Tonnen.

Petrobas unterzeichnete einen Partizipationsvertrag für 8 Offshore-Blocks an der Elfenbeinküste.