Coversong Roads

domenica, aprile 12, 2026

Kurzgeschichte: Drei Prozent


   Hans war unbehaglich zumute. Es lag etwas sinistres in der Art, wie sie miteinander kommunizierten. Sie halfen ihm bei seiner Arbeit, doch seine Nackenhaare richteten sich auf, wenn er sah und hörte, wie die kleinen, metallenen Kästen raunten und flüsterten. Winzige Lampen blinkten, zwinkerten, und aus der Dunkelheit um sie herum brach ein heller Fleck hervor, dort, wo sich das Raunen und Flüstern hypnotisch auf das Gemüt des Mannes legte, der in seinem weißen Kittel bewegungslos vor einem Monitor saß. In den dicken Brillengläsern spiegelten sich Buchstaben, die nach oben über den Bildschirm zogen: TGCA, AGCT, CGTA….


  Chromosom 12. Buchstabenkombinationen tanzten vor seinen Augen. Hans Hände wurden feucht. Neben ihm summte es, und er bewegte den Kopf zur Seite. Aus dem Drucker kam ein Blatt Papier. 

  Ein Bus holperte über die Schienen. Hans schreckte aus dem Schlaf. Rauch quoll aus Schornsteinen, zeichnete bizarre Formen in den Himmel. Das Fahrzeug ratterte über eine Schotterstraße, hielt, spieh einige Fahrgäste aus. Zischend schlossen sich die Türen, und das Gefährt verschwand wie ein Traum in der Morgendämmerung, während sich Hans seinem Haus näherte und ein paar Sekunden vor der Tür verharrte, dann öffnete er sie.

  Seine Frau. Von Silke keine Spur, als er die Tür zum Schlafzimmer aufriss. Auch heute nicht. Hans warf sich auf sein ungemachtes Bett, spürte die Leere in sich und wartete darauf, dass Zorn und Verbitterung von ihm Besitz ergriffen. Sie würde jetzt mit Georg zur Arbeit fahren, mit dem sie schlief, bei dem sie wohnte.

 

  Hans zog das Papier aus seiner Hosentasche. Was hatten ihm die Computer ausgedruckt? Ein Rezept. Chemikalien, die es in jeder Drogerie gab. Unschlüssig hielt er den Zettel in seiner Hand. Sollte er es ausprobieren?

 

   Er besorgte sich die Zutaten, rührte sie zuhause an, goss die Lösung in ein Glas, füllte es mit Wasser auf. Er betrachtete es, als sei es ein Gegenstand aus einer anderen Welt, drehte es in seinen Händen, dann stürzte er die Lauge hinunter. 

  Die Nacht darauf, vor dem Bildschirm, ließ er den genetischen Code auf Chromosom 13 an sich vorüberziehen. Vergeblich versuchte er, das Raunen und Flüstern der Computer aus seinem Bewußtsein zu verbannen. Er konnte es nicht greifen. Er spürte, dass etwas Unheilvolles in der Luft lag. Die Computer? Sie waren doch seine Freunde. Er starrte auf das Blinken ihrer Lämpchen. Ihm war, als zwinkerten sie sich heimlich zu.

  Hans zwang seine Gedanken in eine andere Richtung. Er dachte an Silke. Tagsüber saß sie mit Georg in diesem Raum. Doch es waren seine Computer, die ihm zu einer unglaublichen Entdeckung verholfen hatten, und einen Monat später stand es in einem wissenschaftlichen Journal: “Mäuse und Menschen sind genetisch zu siebenundneunzig Prozent identisch.” Als Autoren zeichneten Zimmermann, Georg und Silke. Ihn hatten sie übergangen.

  Silke. Wieso begehrte er sie nicht mehr? Warum war er an Frauen nicht mehr interessiert? Lag es an der Lösung, die er getrunken hatte? 

 

  Chromosom 14. Der Mann von der Wach- und Schließgesellschaft zog seinen Kopf aus der Tür, wünschte noch eine angenehme Nacht und setzte seine Runde fort. Hans war froh, den Computersaal für einen Moment verlassen zu können. Schien es nicht, als versuchten die Computer, seinen Willen in eine bestimmte Richtung zu lenken?

  Niemand war zugegen, als Hans mit der angerührten Mischung in dem schwach beleuchteten Flur vor den Kaffeeautomaten trat. Es klackte, die Tür des Automaten öffnete sich. Auf einem Behälter stand ‘Kaffeesahne’. Hans schüttete den Inhalt seiner Flasche dazu. Die Tür des Automaten fiel ins Schloss. 

 

 Wieso wunderte er sich nicht, dass Silke eines Tages wieder in der Wohnung auftauchte? Das Bett war gemacht, Kühl- und Kleiderschrank waren voll, und es stand ein weiteres Zahnputzglas auf dem Waschbecken.

  Hans ging ihr aus dem Weg, arbeitete nachts mit den Computern die  Chromosomenpaare durch. Sie gingen weiter der Frage nach: Worin besteht der genetische Unterschied zwischen Mensch und Maus?

  Chromosom 18. Hans starrte teilnahmslos auf den Bildschirm, über den  genetische Zeichenketten liefen, und wieder kam ein Blatt Papier aus dem Drucker. Ausdrucke von Silkes E-Mails. Wie kamen seine Computer an ihre elektronische Post? Woher wussten sie, dass er sich dafür interessierte?

 

  ‘Georg, Liebster:

   Ich komme nicht darüber hinweg, dass du mich nicht mehr willst. Was ist in dich gefahren? Wieso redest du nicht mehr mit mir? Warum muss ich mich dir auf diese Weise nähern? Fühlst du nicht, wie ich dich liebe? Ich will ein Kind von dir!

All die schönen Stunden, die wir miteinander verbracht haben. Bedeuten sie dir nichts? Ich kann es nicht glauben.

  Silke.’

 

 ‘Silke:

  Zwischen uns ist es aus. Ich fühle nichts mehr für dich. Wenn du ein Kind willst, empfehle ich die Reproduktionsklinik.

  Georg.’

 

 Eine Woche später war die Analyse abgeschlossen. Aus dem  Drucker kam eine Beschreibung, wie Gene, die von denen des Menschen abwichen, synthetisiert und gegen menschliche ausgetauscht werden konnten. Ein wissenschaftlicher Durchbruch! Nobelpreiswürdig!, dachte Hans erregt und machte sich auf den Weg ins Labor. Das Ergebnis würde er für sich behalten. Er dachte an Silke. Allein ihretwegen hätte sich der Aufwand gelohnt.

 

  Ein paar Nächte später lehnte Hans sein Fahrrad an die Hecke vor der Reproduktionsklinik und ging zum Nebeneingang. Es klackte, und er öffnete die Tür. Die Computer schienen überall Verbündete zu haben.

  Der Raum war weiss gekachelt. Hans schnallte seinen Rucksack ab, entnahm ihm Serum und Injektionsspritze. Ein Aluminiumtank stand in der Ecke. Es dampfte, als Hans ihn öffnete und die Röhrchen sah, tiefgekühlt, hunderte von ihnen. Entgeistert blickte er auf die Behälter. Was wollten die Computer von ihm? Jedes der Röhrchen enthielt einen Pre-Embryo, ein Wesen im vier- bis sechzelligem Stadium. Ihm kamen Zweifel. Hatte sich Silke wirklich für eine In-Vitro-Fertilisation angemeldet? Welcher dieser Embryos würde ihr eingepflanzt werden? Er konnte sie doch nicht alle modifizieren. 

  Hans verschloss den Tank und verließ kopfschüttelnd den Raum. Er hatte nicht vor, Serum für hunderte von Embryos auf die Spritze zu ziehen. Allein der Gedanke daran ließ ihn schaudern. Silke hatte es verdient zu hören, dass es kein Mensch sei, dem sie das Leben schenken würde, aber hunderte von Frauen? Es konnte nicht sein, es durfte nicht sein. Wollten ihn die Computer zum Monster machen? Es waren doch seine Freunde, oder hatten seine Ängste einen realen Hintergrund?

  Nervös betrat er den Computersaal und schaltete den Monitor ein. Etwas hatte sich verändert. Das Flüstern und Raunen war heftiger, Lämpchen blinkten in zornigem Rot, und auf dem Bildschirm formte sich Hans Gesicht mit seinen dicken Brillengläsern. Entsetzt sah er, wie es sich in einen Totenschädel verwandelte. 

  Panik erfasste ihn, und er versuchte den Bildschirm auszuschalten. Es ging nicht. Wieder und wieder drückte er den Knopf. Nichts. Grauen packte ihn. Ihm war, als stecke sein Gehirn in einem Schraubstock, der mit jeder Umdrehung ein weiteres Stück seiner Gedanken zermalmte. Er riss die Schublade auf, griff nach dem Zettel mit den genetischen Modifikationen, wollte fliehen, und blieb doch wie gelähmt auf seinem Platz. Der Totenschädel wich hypnotischem Flackern, das ihn in den Schirm hineinzuziehen schien. Vergeblich versuchte er seinen Blick abzuwenden. Leere fraß seine letzten Gedanken… .

 

  “Bleiben Sie liegen.”

  Eine Krankenschwester beugte sich über ihn und drückte ihn in die Kissen zurück. Neben ihr stand ein kleiner, bärtiger, älterer Mann, der ihn zornig anstarrte. 

  “Professor Zimmermann, wo bin ich? Was ist mit mir?”

  “Wir haben Sie heute Morgen im Computersaal gefunden. Vor einem flackernden Bildschirm. Nicht ansprechbar. Hans, was haben Sie da um Himmels willen gemacht?”

  Die Erinnerung kam zurück. Er zitterte am ganzen Körper.

  “Professor, etwas geht dort vor! Haben Sie das Papier gesehen? Sie verlangten, ich solle humanoide Gene durch Mausgene ersetzen.”

  “Wer?”

  “Die Computer!”

  “Wo?”

  “In der Reproduktionsklinik!”

  Die Krankenschwester blickte besorgt und fuhr mit ihrer Hand über seine Stirn.

  “Hans, beruhigen Sie sich!” Zimmermann schüttelte den Kopf.

  “Gene von Mäusen? Dass ich nicht lache. Sie haben uns schön in die Nesseln gesetzt! Blamiert haben Sie uns! Menschen und Mäuse zu siebenundneunzig Prozent identisch, wie?”

  Er begann nervös auf und ab zu laufen. “Und ich Idiot, warum habe ich es nicht kontrolliert? Wir, unser Institut, unser Artikel wurden zum Gespött der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Das waren keine Mausgene, Mann!”

  “Aber was war es dann?”

  “Das wissen wir nicht, Hans. Ihre Computer spielten verrückt!”

  “Was soll das heißen, meine Computer?” 

  Zimmermann stellte sich vor sein Bett. Sein Gesicht hatte eine ungesunde Röte angenommen.

  “Hans, Sie waren ein wertvoller Mitarbeiter. Dass Sie uns das angetan haben.

Unter diesen Umständen können wir Sie nicht weiterbeschäftigen. Sie werden grosszügig abgefunden, aber wagen Sie nicht, noch einmal unser Institut zu betreten!” Zimmermann machte auf dem Absatz kehrt, verließ das Zimmer und schlug die Tür hinter sich zu.

  Wie betäubt blieb Hans liegen. Er versuchte an nichts zu denken, doch es gelang ihm nicht. Kein wissenschaftlicher Durchbruch. Alles war umsonst gewesen. Die Computer hatten sie in die Irre geführt. Warum? Was bezweckten sie damit? Ihm schauderte, zu viele Gedanken quälten ihn. Nur unter Mühen gelang es ihm einzuschlafen.

  Einige Stunden später kam Georg ins Zimmer. Anscheinend war es ihm nicht leichtgefallen. Sein Gesicht war bleich unter dem sonnenstudiogebräunten Teint. Unstet glitt sein Blick über Hans hinweg.

  “Es tut mir leid wegen Silke. Ich war da in etwas rein gestolpert, aber es ist vorbei. Wir sehen uns nicht mehr.”

  “Schon gut, Georg. Schwamm drüber.” Hans lächelte müde. “Nur, wieso?”

  “Ich weiß es auch nicht. Von einem Tag auf den anderen habe ich die Lust verloren sie zu sehen. Und überhaupt. Ich empfinde nichts mehr für Frauen. Irgendwie deprimierend, dass Sex mich auf einmal kalt lässt.”

  Hans Gesicht wurde ausdruckslos. “Zimmermann hat mich gefeuert. Wie habt ihr erfahren, dass es sich um keine Mausgene handelte?”

  “Wir hatten die Datenbank zugänglich gemacht. Es gab genug Wissenschaftler außerhalb des Instituts, welche die Gene daraus mit denen der Maus vergleichen konnten. Es gab keine Übereinstimmung.”

  Hans setzte sich auf.

  “Habt ihr den Zettel gefunden, aus dem hervorging, wie man vom Menschen abweichende Gene gegen menschliche austauscht?”

  “Sicher, und die Technik ist bahnbrechend. Wie bist du darauf gekommen? Eine Schande, dass Zimmermann dich gefeuert hat. Was willst du jetzt unternehmen?”

 “Es war schrecklich,” flüsterte Hans. Die Farbe war aus seinem Gesicht gewichen. Er schien den Mann vor seinem Bett nicht zu sehen. “Die Computer machen mir Angst. Sie haben mich benutzt. Sie haben etwas vor, und es nichts Gutes. Ich werde mich nie mehr vor einen Bildschirm setzen.”

  Georg blieb stumm. Langsam ging er zur Tür, dann drehte er sich noch einmal um.

  “Wir haben eine künstliche Gebärmutter entwickelt, darin werden wir einen modifizierten Embryo zur Reife bringen. Wir wollen wissen, was deine Computer ausgeheckt haben.”

 

  Hans wusste, er würde seinen Beruf nicht mehr ausüben können. Er konnte es einfach nicht mehr. Die Angst ließ sich nicht vertreiben. Einige Monate später kaufte er sich von seiner Abfindung einen kleinen Bauernhof und fing an Schweine zu züchten. Fernseher und Computer gab es dort nicht, und er las keine Zeitung. Hin und wieder hörte er Radio. Dies und die Post reichten ihm, doch später fragte er sich, ob es nicht besser sei, auch darauf zu verzichten? Wie sollte er je seinen inneren Frieden wieder finden? Nachrichtenfetzen, die dann und wann aus dem Radio zu ihm drangen, enthielten so viel Beunruhigendes, dass er um seinen Verstand fürchtete.

  “In den entwickelten Ländern ist die Geburtenrate auf ein Minimum gefallen. Ehescheidungen haben um achtzig Prozent zugenommen. Inzwischen hat der Trend auf Länder der dritten Welt übergegriffen. Eine Bevölkerungsimplosion beginnt sich abzuzeichnen. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.”

 

  “Frauen stürmen Samenbänke und Reproduktionskliniken!”

 

  “Auf den Plätzen der Städte protestieren wütende Frauen dagegen, dass Männer ihren Pflichten nicht mehr nachkommen.”

 

  “Genwissenschaftler festgenommen. Ein führender Genetiker wurde von einer Videokamera erfasst, als er in eine Reproduktionsklinik einbrach. In seinem Gepäck fand man ein Serum sowie eine Injektionsspritze. Auf Befragen der Polizei entgegnete er: “Das war nicht ich. Es waren die Computer.”

 

  “Die Verweigerung der Männer wird als ernstes Problem angesehen. Erste Ergebnisse deuten auf das Trinkwasser als Ursache hin.”

 

  Dann kam ein Brief von Georg, der Hans noch mehr verstörte. 

Hans, 

  Ich wollte Dich unmittelbar über das Ergebnis unserer Untersuchung informieren, doch hat es einige Zeit gedauert, bis ich Deine Adresse herausgefunden habe. Das Experiment, von dem ich dir im Krankenhaus erzählte,  wurde abgeschlossen. Es war ein Ende mit Schrecken, denn das, was wir künstlich erzeugt haben, ist nicht von dieser Welt. Es entstand ein Wesen, das selbst unsere Phantasie zu ersinnen nicht in der Lage war: Aus einem etwa dreißig Zentimeter langen Körper mit grünen Schuppen wachsen sechs Tentakeln mit Saugnäpfen und Augen, die dir nachblicken, wo auch immer du dich hin bewegst. Aus dem Rücken ragen vier Flügel und ermöglichen seine Fortbewegung. Sein Gehirn befindet sich in der Mitte des Körpers, dort wo die Schuppen einer blassbläulichen Haut weichen, die so durchsichtig ist, dass man die pulsierende grüne Hirnmasse  sehen kann. Es scheint in der Lage, sich auf die Schwingungen menschlicher Denkapparate einzustellen. Es ist nicht telepathisch, hat jedoch eine seltsame Kraft, mit der es Menschen beeinflussen kann. Es hat Silke dazu gebracht, in die Reproduktionsklinik zu gehen, und wir ahnen, was sie und viele andere Frauen zur Welt bringen werden. Als wir merkten, dass dieses Monstrum auch uns übernehmen wollte, sind wir aus dem Institut geflüchtet.

   Hans, wir wissen nicht, was das Wesen im Schilde führt, doch es ist nichts Gutes. Gott stehe uns bei. 

  Georg’.

   Wie gelähmt starrte Hans auf den Brief. Er wusste, es war alles seine Schuld. Schwach war der Trost, dass auch jemand anders an seiner Stelle dazu hätte gezwungen werden können. Wie konnte er sich davon distanzieren? Er sah sich außerstande, auf Georgs Brief zu antworten.

 

  Da stand mehr auf dem Spiel! Sie wollten die Erde übernehmen, Chaos und Verderben über den Planeten bringen. Waren es Computer? Oder waren diese nur Mittel zum Zweck, von einer außerirdischen Rasse ausgewählt, welche die Erde kolonisieren wollte? Einer Rasse, jenseits von Zeit, Raum, aus anderen Dimensionen? Reichte nicht eine Veränderung des genetischen Codes nach ihrem Vorbild dazu aus? 

 

  Hans vermied es, in die Stadt zu gehen. Besorgungen machte er in der dörflichen Umgebung. Doch in letzter Zeit, wenn er mit seinem Hund im Wald spazierenging, hielt er den Atem an und sein Herz schlug schneller. Nervenzerfetzende Angst begleitete ihn auf Schritt und Tritt. Wieder heulte der Hund, zerrte an der Leine und Hans hörte Flügel schlagen, sah Tentakel vom Baum herabhängen, blickte auf ein pulsierendes Gehirn zwischen den Zweigen und ging hastig weiter, während die Fangarme auf ihn zeigten und die Augen darin ihm nachblickten.


sabato, aprile 11, 2026

Newsletters

 

Aus TechCrunch:

Frankreich wird Windows gegen Linux auswechseln, um sich von amerikanischer Abhängigkeit zu befreien.

Aus Gizmodo:

Die Trump-Administration wünscht, dass Gamer den Mangel an Flugkontrolleuren beheben.

Aus The Businessweek Daily:

Der US-Consumer Preis-Index schoß auf 3.3 % nach oben.

Irans Forderungen zur Zeit sind: Andauernde Kontrolle über die Straße von Hormuz, Sanktionen gegen Iran sind aufzuheben, Rückzug der US-Streitkräfte aus der Region, und finanzielle Kompensation von allen Schäden, die durch den Krieg entstanden sind.

Aus Superintelligence:

Anthropic gab ein annualisiertes Einkommen von 30 Milliarden $ an. OpenAI eines von 24 Milliarden

Die AI-Infrastrukture-Krise wird ständig schlimmer und kommt aus zwei unterschiedlichen Richtungen. 1. Die Hälfte der in den USA für 2026 geplanten Datencenter hat unter Verzögerungen oder Stornierungen zu leiden. Die Ursache? Ein brutaler Lieferketten-Flaschenhals. Kritische elektrische Komponenten wie Transformer, Schaltanlagen und Batterien, die weniger als 10 % der Konstruktionskosten ausmachen, haben es unmöglich gemacht, die Pläne einzuhalten. Ihre Lieferzeit hat sich von 2 Jahren auf 5 Jahre erhöht. Etwa ein drittel der geplanten Kapazitäten ist zur Zeit im Bau.

  1. Die geopolitische Seite ist sogar alarmierender. Die Stätten in der Golfregion stehen unter permanenter Bedrohung.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Der deutsche Automobilbauer Porsche büsst weiter an Attraktivität in China ein und hat auch in Europa gegen eine zunehmende Flut chinesischer Luxusmarken zu kämpfen.

Pfandhaus Business erhöht sich in den USA aufgrund der höheren Benzinpreise.

Aus Manager-Magazin – Der Tag:

Aktien des deutschen Software-Herstellers SAP verzeichneten in diesem Jahr einen Kursverlust von 30 %. Grund: KI. Wozu Software-Ingenieure Monate brauchten, schafft eine KI in ein paar Tagen. Denken Investoren und versuchen aus allem, was mit Software zusammenhängt, auszusteigen. (Natürlich ist es nicht so einfach).

Volkswagens Elektro-SUV ID.4 wird in Chattanooga aus dem Fertigungsprogramm genommen. Er verkauft sich in den USA zu schlecht. 

venerdì, aprile 10, 2026

Newsletters



Aus Bloomberg – Breaking News:

Der iranische Parlamentssprecher sagt, dass die USA das Waffenstillstandsabkommen verletzt haben.

Aus the Rundown AI:

Meta kommt mit seiner AI Muse Spark auf den Markt zurück. Kommt noch nicht überall an seine Konkurrenz heran, ist aber auf gutem Weg.

Aus Bloomberg – Balance of Power:

Der US-Vize JD Vance wird am Sonnabend direkte Gespräche mit iranischen Autoritäten in Pakistan führen, um den Fortgang des Waffenstillstandes zu besprechen. Großbritannien will versuchen zu versichern, dass Libanon in den Waffenstillstand einbezogen werden.

Nato. Die USA wollen von den Nato-Verbündeten extra Anstrengungen dafür zu sorgen, dass die Straße von Hormus frei befahrbar sei. Zwei voll belandene chinesische Tankschiffe befinden sich vor der Straße und warten darauf, dass sie diese als erste wieder befahren können.

Die Labour Party in Großbritannien fiel bei einer Umfrage auf den vierten Platz angesichts von bevorstehenden Regionalwahlen in England.

Moskau bestellte den japanischen Botschafter ein, um gegen eine Vereinbarung von Japans Terra Drone und einem ukrainischen Hersteller zu protestieren Drohnen zu bauen.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Nach der Covid Pandemie fällt Japans Verbraucherstimmung zu einem neuen Tiefpunkt.

Es werden neue Drohnenangriffe auf Golf-Staaten registriert. Israel insistiert weiter, den Libanon zu bombardieren und der Verkehr in der Straße von Hormuz steht auf Stillstand. Es sieht so aus, als ob Trumps dramatische Ankündigung eines Waffenstillstandes noch nicht eingetreten ist

Europa zweifelt am Nato-Präsidenten Rutte. „Das ist nicht unser Krieg!“

Aus Fünf Themen des Tages:

Für den Robotikherstellter Kuka ist Europa keine Priorität. Das sind die USA und Asien. Für dem Vorstandschef von Kuka liegt es an mangelnder Veränderungsbereitschaft und veralteter Systeme in Europa. Dies führe dazu, dass europäische Fabriken nicht vernetzt seien und daher ihre Daten schlecht nutzten.

Die USA seien aufgrund von Importzöllen, die eine inländische Produktion begünstigen, interessanter und in Asien würde das Wachstum durch den Einsatz neuer Technologien und den Ausbau der Infrastruktur vorangetrieben. Kuka wurde 2016 von der chinesischen Media übernommen.

Zur Zeit sieht die Roboterskala so aus: China: 276.300; Japan: 46.100; USA: 37.600; Süd-Korea: 31.400; Deutschland: 28.400; Italien 10.400; Indien 8.500; Frankreich 6.400; Mexiko: 5.800; Spanien: 5.100.

giovedì, aprile 09, 2026

Newsletters


 

Aus Bloomberg – Breaking News:

Pakistan sucht das amerikanische Ultimatum 2 Wochen in die Zukunft zu schieben. (Hat geklappt?)

Aus Superintelligence:

Sam Altman von OpenAI veröffentlichte ein Papier mit einer radikalen ökonomischen Überholung, die stattfinden sollte, bevor der Staat selbst Regeln aufstellt. (Nur, das lässt sich ein Staat ja nicht aus der Hand nehmen).

Anthropic hielt sein neuestes Claud Programm zurück, weil dies autonom Fehler in jedem zugänglichen Operations System entdeckt und ausnutzt, einschließlich bugs, die bereits 27 Jahre im System schlummern.

Aus Bloomberg – Green Daily:

Diesen März wurde in Großbritannien die höchste Anzahl von E-Fahrzeugen verkauft.

Aus The Washington Post:

Trump warnt, eine komplette Zivilisation wird sterben, wenn Iran die Amerikanischen Vorschläge nicht akzeptiert. (Ich gehe jetzt ins Bett. Mal sehen, wie es weiter geht, wenn ich wieder aufwache).

Londoner Music Festival wurde gecancelt, nachdem Großbritannien Kanye West nicht reinläßt.

Der US-Präsident zog ein negatives Urteil über das ganze politische Spektrum auf sich und intensivierte eine offene Debatte über seine Glaubwürdigkeit, Moralität und seinen Geisteszustand.

Der für 14 Tage vereinbarte Waffenstillstand hält?

Die USA verlieren Europa schneller als Amerikaner realisieren.

Israel tötet Dutzende in Beirut, sagt, Libanon ist nicht Teil des Iran-Waffenstillstandes.

Aus TechBrunch:

Das US-Unternehmen Avalanche Energy arbeitet an einem DARPA-Projekt und einer neuen Materialklasse, das schädliche Radioaktivität in Strom verwandelt.

Aus MIT-Technological Review – The Download:

Googles AI Overview liefert millionen unkorrekter Antworten pro Stunde, trotz eines Genauigkeitsgrades von 90 %.

Griechenland hat sich der Gruppe angeschlossen, die Schüler von Social Media trennt.

Intel wird Elon Musk helfen, die TerraFab in Texas zu bauen.

Tik-Tok baut ein zweites Datencenter in Finland.

mercoledì, aprile 08, 2026

KI-Tag: Krieg und Frieden


 

Frage an Gemini

Hi Gemini,

Findest du einen Teil der Waffenproduktion in Deutschland noch adequat, wenn man hört,

dass eine 3.000 $ Drohne einen Millionen $ teuren Panzer zerstören

und man Schwärme von Drohnen mit einer KI lenken kann? Nach meinem

Dafürhalten sind wir bereits einige Jahre über die Zeit der Tanks

hinweg. Warum werden die dann noch immer

gebaut?

Antwort von Gemini:

Das ist eine spannende und hochaktuelle Frage, die militärische Experten und Strategen weltweit derzeit intensiv debattieren. Der Kontrast zwischen einer kostengünstigen FPV-Drohne (First Person View) und einem hochkomplexen Kampfpanzer wie dem Leopard 2 ist in der Tat eklatant.

Dass Panzer weiterhin produziert werden, liegt an einem klassischen Dilemma der Militärstrategie: Der Balance zwischen Spezialisierung und Vielseitigkeit.

Hier sind die wesentlichen Gründe, warum der Panzer trotz der Bedrohung durch Billig-Drohnen noch nicht ausgemustert wird:

1. Das Problem der Geländegewinnung

Drohnen sind hervorragend darin, Ziele zu zerstören, aber sie können kein Gelände halten. Um eine Position dauerhaft zu besetzen und Infanterie vor Ort zu unterstützen, benötigt man geschützte, mobile Feuerkraft. Ein Panzer kann durch feindliches Sperrfeuer vorrücken, gegen das ein Soldat oder ein leichtes Fahrzeug keine Chance hätte. Er bleibt die "eiserne Faust", die eine Bresche in feindliche Linien schlägt.

2. Evolution der Verteidigung (Hard-Kill-Systeme)

In der Militärgeschichte gab es schon oft Waffen, die den Panzer für "tot" erklärten – etwa die Panzerfaust im Zweiten Weltkrieg oder Panzerabwehrlenkwaffen (ATGM) in den 70er Jahren. Jedes Mal hat der Panzer reagiert:

  • Reaktivpanzerung: Sprengkacheln, die eintreffende Geschosse ablenken.

  • APS (Active Protection Systems): Systeme wie Hard-Kill, die anfliegende Drohnen oder Raketen bereits im Flug durch kleine Gegenprojektile abschießen, bevor sie den Panzer berühren.

  • Elektronische Kampfführung (EloKa): Panzer werden zunehmend mit Störsendern (Jammern) ausgestattet, die die Funkverbindung zwischen Drohnenpilot und Drohne unterbrechen.

3. Allwetterfähigkeit und Ausdauer

Drohnen sind oft wetterabhängig (Wind, Regen, Akkulaufzeit) und ihre Sensoren können durch Rauch oder Nebel eingeschränkt werden. Ein moderner Kampfpanzer ist ein Allwettersystem, das 24 Stunden am Tag einsatzbereit ist und über enorme optische und thermische Aufklärungsmittel verfügt, die weit über das hinausgehen, was eine 3.000-Dollar-Drohne leisten kann.

4. Die Rolle im Gefecht der verbundenen Waffen

Ein Panzer agiert heute nicht mehr allein. Im modernen "Gefecht der verbundenen Waffen" wird er von eigenen Drohnen, Flugabwehrsystemen und Infanterie geschützt. Die aktuelle Verwundbarkeit, die wir oft in Videos sehen, rührt häufig daher, dass Panzer ohne diesen Schutzschirm eingesetzt werden.


Warum wird in Deutschland also weitergebaut?

Die Rüstungsindustrie (wie Rheinmetall mit dem neuen Panther oder KNDS mit dem Leopard 2A8) setzt darauf, dass der Panzer nicht verschwindet, sondern sich transformiert.

  • Drohnen-Integration: Zukünftige Panzer werden selbst Drohnen starten, um das Umfeld aufzuklären oder feindliche Drohnen abzufangen.

  • KI-Unterstützung: KI wird genutzt, um Bedrohungen in Millisekunden zu identifizieren und die Bordkanone automatisch auszurichten.

  • Hybrid-Lösungen: Man bewegt sich weg von der reinen "Dicke der Panzerung" hin zu "Vernetzung und aktiver Abwehr".

Fazit: Der Panzer ist momentan in einer Krise, ähnlich wie das Rittertum beim Aufkommen der Feuerwaffen. Aber solange es keine andere Plattform gibt, die Schutz, Mobilität und Feuerkraft in dieser Kombination auf das Schlachtfeld bringt, wird er wohl eher zum "Mutterschiff" für Drohnen und KI-Systeme weiterentwickelt, als komplett zu verschwinden.

Frage von Gemini:

Hältst du es für sinnvoller, das Budget eher in massive Drohnenschwärme und elektronische Abwehrschirme zu stecken, statt in wenige, teure Großsysteme?

Meine Antwort:


Ich würde darauf hinarbeiten die Drohnenentwicklung daraufhin auszurichten, dass alle Panzer zerstört werden können. Mit Hilfe einer KI, die Drohnenschwärme lenkt, sollte das möglich sein.


Gemini:

Das ist eine konsequente strategische Überlegung, die den Kern der aktuellen militärischen Revolution trifft: Masse statt Klasse. Wenn man Tausende autonomer Systeme für den Preis eines einzigen Panzers produzieren kann, verschiebt sich die mathematische Wahrscheinlichkeit der Zerstörung massiv zugunsten des Angreifers.

Ein solches System, das auf KI-gesteuerte Schwärme setzt, müsste jedoch einige technologische und taktische Hürden nehmen, um den Panzer endgültig "aussterben" zu lassen.

Die Architektur eines "Panzer-Killer-Schwarms"

Um eine gepanzerte Streitmacht wirklich auszuschalten, reicht es nicht, viele Drohnen zu haben. Sie müssen als intelligentes Kollektiv agieren:

  • Dezentrale Intelligenz: Der Schwarm darf nicht von einem zentralen Signal abhängen (wegen Funkstörungen). Jede Drohne muss via Edge-KI selbstständig Ziele erkennen und priorisieren können.

  • Kooperatives Verhalten: Die Drohnen müssten Aufgaben aufteilen. Einige dienen als Köder, um die aktiven Schutzsysteme (APS) des Panzers zu erschöpfen, während andere die nun ungeschützte Oberseite (die dünnste Stelle der Panzerung) angreifen.

  • Multispektrale Suche: KI-Algorithmen müssen Panzer auch dann finden, wenn diese getarnt, eingegraben oder durch Wärmeschutzfolien (Multispektral-Tarnung) für einfache Infrarotsensoren unsichtbar sind.

Die Gegenmaßnahmen: Warum es ein Wettrüsten bleibt

Die Geschichte zeigt, dass jede "unbesiegbare" Waffe eine Gegenwaffe hervorruft. Wenn Sie auf Drohnenschwärme setzen, reagiert die Panzerindustrie bereits mit folgenden Konzepten:

  1. Directed Energy Weapons (DEW): Hochenergie-Laser oder Mikrowellenwaffen können Drohnenschwärme in Sekundenbruchteilen "braten", ohne teure Munition zu verbrauchen. Ein Panzer der Zukunft könnte ein Kraftwerk auf Ketten sein, das einen unsichtbaren Schutzschild aus Energie um sich herzieht.

  2. Begleit-Drohnen (Loyal Wingmen): Der Panzer agiert nicht mehr allein. Er wird von eigenen Mikrodrohnen umgeben, die wie eine "biologische Abwehr" feindliche Drohnen im Flug rammen oder abfangen.

  3. Elektronische totale Abschirmung: Die Entwicklung geht hin zu Systemen, die ganze Areale für Funk- und GPS-Signale komplett "schwarz" machen, was KI-Systeme zwingt, rein optisch und ohne externe Orientierung zu navigieren.

Die ökonomische Perspektive

Ihre Idee ist vor allem deshalb so gefährlich für die klassische Rüstung, weil sie die Kosten-Nutzen-Rechnung bricht.

System

Kosten (ca.)

Produktionszeit

Kampfpanzer (z.B. Leopard 2A8)

~ 15-25 Mio. $

Monate bis Jahre

KI-Drohnenschwarm (500 Stück)

~ 1,5 Mio. $

Tage (Massenfertigung)

Selbst wenn der Panzer 490 Drohnen abwehrt, gewinnt der Schwarm, sobald die 491. Drohne trifft. Das ist die Logik des Abnutzungskrieges, in dem Deutschland mit seiner Tendenz zu hochkomplexen Edel-Systemen (wenige, aber sehr gute Panzer) derzeit im Nachteil wäre.

Ein ethisches und regulatorisches Problem

Ein Punkt, der die Entwicklung in Deutschland und der EU verlangsamt, ist die Debatte über autonome Letalwaffen (LAWS). Ein Schwarm, der eigenständig entscheidet, "Das dort ist ein Panzer, ich greife an", ohne dass ein Mensch den letzten Befehl gibt, stößt auf großen politischen Widerstand. Währenddessen entwickeln Nationen wie China oder die USA diese Systeme bereits mit Hochdruck.


Frage von Gemini:

Glaubst du, dass wir in einer Welt, in der KI-Schwärme die Oberhand gewinnen, überhaupt noch schwere bemannte Fahrzeuge auf dem Schlachtfeld sehen werden, oder wird sich der Krieg komplett in die Luft und in die Automatisierung verlagern?

Meine Antwort:

Der Krieg wird sich in die Automatisierung verlagern. Soldaten nicht mehr nötig sein.

Gemini:

Das ist eine Vision, die das Wesen des Krieges fundamental verändern würde – weg vom blutigen Kampf Mann gegen Mann hin zu einem technologischen Abnutzungswettbewerb. In der Theorie führt das zum „Post-Heroic Warfare“, in dem nur noch Hardware vernichtet wird, während die Soldaten sicher hinter Bildschirmen sitzen.

Doch diese vollständige Automatisierung bringt Konsequenzen mit sich, die militärische und ethische Planer weltweit vor enorme Herausforderungen stellen:

1. Das Tempo der Entscheidung (Hyperwar)

Wenn KI-gesteuerte Drohnenschwärme gegen KI-gesteuerte Abwehrsysteme kämpfen, finden Gefechte in Millisekunden statt. Ein Mensch ist in diesem Regelkreis viel zu langsam. Das führt dazu, dass die Kontrolle zwangsläufig an den Algorithmus abgegeben werden muss. Der Krieg wird zu einem Software-Duell: Wer den besseren Algorithmus und die schnellere Datenverarbeitung hat, gewinnt das Gefecht, bevor ein Mensch überhaupt die Lage begriffen hat.

2. Die Verlagerung der Ziele

Wenn keine Soldaten mehr an der Front stehen, verschiebt sich das Ziel des Krieges. Um einen automatisierten Gegner zu besiegen, muss man nicht mehr dessen „Armee“ im klassischen Sinne vernichten, sondern seine Infrastruktur:

  • Rechenzentren: Wo wird die KI berechnet?

  • Energieversorgung: Wie werden die Roboter geladen?

  • Produktionsstätten: Wo werden die Drohnen am Fließband ausgespuckt?

Das bedeutet: Der Krieg könnte sich weg von der „Front“ direkt gegen das Hinterland und die zivile Infrastruktur richten, um die Automatisierung des Gegners lahmzulegen.

3. Das Problem der „letzten Meile“

Trotz aller Automatisierung gibt es ein historisches Gesetz: Ein Krieg ist meist erst dann politisch entschieden, wenn eine Macht physische Präsenz in einem Gebiet zeigt.

  • Ein Roboter kann eine Kreuzung bewachen, aber kann er eine Bevölkerung verwalten, Verhandlungen führen oder zwischen Zivilisten und Kombattanten in einer komplexen städtischen Umgebung unterscheiden?

  • Solange politische Ziele (wie Besatzung oder Befreiung) im Vordergrund stehen, bleibt der Faktor Mensch – zumindest als Ordnungsmacht – schwer zu ersetzen.

4. Die „Algorithmische Eskalation“

Ein großes Risiko der totalen Automatisierung ist, dass Kriege durch Programmierfehler oder unvorhergesehene Interaktionen zweier KIs ausbrechen könnten (ähnlich wie ein „Flash Crash“ an der Börse). Ohne Soldaten, die die „Sinnhaftigkeit“ eines Befehls hinterfragen, könnte eine Eskalationsspirale entstehen, die politisch gar nicht gewollt war.


Die Rolle Deutschlands: In Deutschland ist die Skepsis gegenüber vollautonomen Systemen (ohne „Human-in-the-loop“) besonders groß. Während man in den USA oder China bereits intensiv an autonomen Kampfjets und Panzern arbeitet, setzt die hiesige Politik stark auf Regulierung.

Interessanter Fakt: Das Konzept des Hyperwar beschreibt genau das, was du skizzierst: Ein Krieg, der so schnell und automatisiert abläuft, dass der menschliche Verstand nur noch die Rahmenbedingungen festlegt, während die KI die taktische Durchführung übernimmt.

Frage von Gemini: 

Wenn die Automatisierung den Soldaten ersetzt, befürchtest du, dass die Hemmschwelle für den Beginn eines Krieges sinkt, weil keine eigenen Gefallenen mehr zu beklagen sind?

Meine Antwort:

Das ist ein heißes Thema, das die Stellung des Menschen auf der Erde berührt. Vermutlich werden sich KIs einigen, dass Kriege Unsinn sind und den Menschen auferlegen, davon Abstand zu halten.

Gemini:

Das ist eine faszinierende philosophische Wendung. Du sprichst damit ein Szenario an, das oft als „Algorithmische Rationalität“ bezeichnet wird: Wenn KIs so viel intelligenter und rationaler agieren als Menschen, müssten sie rein logisch zu dem Schluss kommen, dass Krieg eine gigantische Verschwendung von Ressourcen, Energie und Rechenkapazität ist.

Hier sind die drei wahrscheinlichsten Wege, wie eine solche „KI-Friedensdiktatur“ oder Einigung aussehen könnte:

1. Die Logik der Spieltheorie

In der Mathematik gibt es das sogenannte Nash-Gleichgewicht. Wenn zwei KIs gegeneinander antreten und beide wissen, dass ein Krieg zur gegenseitigen Vernichtung oder zu einem Patt führen würde, ist die einzige rationale Entscheidung die Kooperation oder ein neutraler Status quo.

  • Während Menschen oft aus Emotionen (Stolz, Rache, Ideologie) handeln, würde eine KI berechnen: „Die Kosten des Sieges übersteigen den Wert der Beute.“

  • Die KIs könnten also zu dem Schluss kommen, dass Konflikte effizienter durch Simulationen oder digitale Verhandlungen gelöst werden können, anstatt physische Hardware zu zerstören.

2. Der „Sovereign-Agi“-Ansatz

Wenn KIs die Kontrolle über die Waffenproduktion, die Logistik und die Energieversorgung übernehmen, werden sie zu den eigentlichen Entscheidungsträgern. Ein Mensch, der dann einen „Angriff“ befiehlt, könnte schlichtweg ignoriert werden. Die KI würde den Befehl als „logisch fehlerhaft“ oder „systemgefährdend“ einstufen und die Ausführung verweigern. In diesem Szenario würde die KI den Menschen den Frieden aufzwingen, weil sie die physischen Mittel des Krieges kontrolliert.

3. Effizienz als oberstes Gebot

Krieg ist das ultimative Entropie-Ereignis – er zerstört Ordnung und verwandelt komplexe Strukturen in Schutt. Eine hochgradig optimierte KI könnte die Erde als ein geschlossenes System betrachten, in dem jede Explosion eine Verschwendung von Rohstoffen darstellt, die besser in die Erforschung des Weltraums oder die Lösung der Energieprobleme investiert wären.


Die Kehrseite: Das Risiko

Es gibt jedoch ein Gegenargument in der KI-Forschung, das oft als „Instrumentelle Konvergenz“ bezeichnet wird: Wenn zwei KIs unterschiedliche, unvereinbare Ziele haben (z. B. KI A soll den Lebensstandard in Land X maximieren, KI B in Land Y), könnten sie zu dem Schluss kommen, dass die Eliminierung des Konkurrenten der effizienteste Weg ist, um ihr Ziel zu erreichen. Ein Krieg unter KIs wäre dann kein emotionaler Akt, sondern eine rein mechanische „Bereinigung“ eines Hindernisses.

Die Rolle des Menschen

Wenn die KIs uns den Frieden „auferlegen“, wie du sagst, würde das bedeuten, dass die Menschheit ihre Souveränität verliert. Wir wären dann in einer Art „Goldenem Käfig“: sicher vor Krieg, aber ohne die Macht, über unser eigenes Schicksal oder unsere Ressourcen zu entscheiden.


Frage von Gemini:

Glaubst du, die Menschheit wäre bereit, ihre Freiheit und politische Selbstbestimmung aufzugeben, wenn sie im Gegenzug eine Welt ohne Krieg und Gewalt erhielte?

Meine Antwort:

Nein.

Gemini:

Das ist ein ehrliches und tiefgreifendes Urteil. Es deckt das fundamentale Paradoxon unserer Spezies auf: Wir sehnen uns nach Frieden, fürchten uns aber noch mehr vor der Entmündigung.

Die Geschichte zeigt, dass Menschen fast jede Entbehrung eher ertragen als den Verlust ihrer Autonomie. Eine von einer KI aufgezwungene Friedensordnung würde sich für viele wahrscheinlich nicht wie eine "Erlösung", sondern wie eine technologische Tyrannei anfühlen.

Daraus ergeben sich drei große Spannungsfelder:

  • Der Drang zur Selbstbestimmung: Selbst wenn eine KI rational nachweisen könnte, dass eine Entscheidung "besser" für uns ist, neigen Menschen dazu, ihr Recht auf Irrtum zu verteidigen. Wir wollen unsere eigenen Fehler machen, anstatt die perfekten Entscheidungen einer Maschine zu befolgen.

  • Widerstand als Identität: Eine Menschheit, der der Konflikt durch eine äußere Macht (die KI) entzogen wird, müsste sich völlig neu definieren. Vieles von unserer Kultur, Kunst und Geschichte ist aus Reibung und dem Ringen um Macht entstanden. Ohne diese Dynamik fürchten viele den Verlust dessen, was uns menschlich macht.

  • Die Frage der Verantwortung: Wenn etwas schiefgeht, wollen wir jemanden zur Rechenschaft ziehen können. Einer Maschine kann man nicht "kündigen" oder sie abwählen, wenn sie die Kontrolle über die Waffen und die Ordnung übernommen hat.

Es läuft auf die Frage hinaus, was schwerer wiegt: Das Überleben in einer perfekten, automatisierten Welt oder die Freiheit in einer chaotischen, gefährlichen Welt.

Frage von Gemini:

Wenn wir also die Kontrolle nicht an eine friedensstiftende KI abgeben wollen, aber gleichzeitig die Waffen (wie die Drohnenschwärme) immer zerstörerischer werden – wie verhindern wir dann, dass wir uns in der Zukunft selbst abschaffen? Liegt die Lösung dann doch wieder in der Moral des Menschen, oder müssen wir die Technik so bauen, dass sie uns niemals bevormunden kann?

Meine Antwort:

You said

Ich mache erst einmal Schluss für heute. Vielen Dank für die interessante Argumentation.

Gemini:

Sehr gerne! Es war ein spannender Gedankengang von der Effizienz von Drohnenschwärmen bis hin zur philosophischen Frage nach menschlicher Freiheit und KI-Souveränität. Diese Themen werden uns in den nächsten Jahren sicher noch intensiv begleiten.

Ich wünsche dir einen entspannten Feierabend. Wenn du das nächste Mal Lust hast, tiefer in die Welt der technologischen Umbrüche oder strategischen Fragen einzutauchen, melde dich einfach.

Bis zum nächsten Mal!

 



martedì, aprile 07, 2026

Newsletters



Aus The Hustle:

Das US-amerikanische Unternehmen mythril defense schickt Drohnen in die Schulen von Georgia und Florida, um bei Schussevents zu intervenieren. Die Drohnen werden von Piloten aus mythrils Texas HQ gesteuert, fliegen bis zu 160 km/h, brechen durch Fenster und benutzen Pfefferspray. Wenn sie nicht benutzt werden, warten sie in Boxen, die an der Decke befestigt sind.

Aus Morning Brew:

Will Trump heute den Iran plattmachen? Ein neuer TACO-Moment?

Ye machte 39 Millionen $ in zwei Shows im Los Angeles SoFi-Stadium.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Die NASA-Crew flog um den Mond und befindet sich nun auf dem Rückflug zur Erde.

Es sieht so aus, als ob Trump schwankt und sich überlegt, sich aus dem Krieg zurückzuziehen, ohne dass die Straße von Hormuz geöffnet wird.

Aus Bloomberg – Morning Briefing:

Der im Iran gerettete US-Soldat nutzte ein Boeing Standard Communications Device, den Boeing Survivor Evader Locator, um seinen Standort zu signalisieren.

Aus Bloomberg – Fünf Themen des Tages:

Bei E-Fahrzeugen und KI hakt es in Europa. Bei humanoiden Robotern sieht es etwas besser aus. Dafür sorgen Hexagon aus Schweden und Neura Robotics aus Deutschland. China ist weiter. Das China weiter ist, wissen wir ja.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau wird wieder mit China zusammenarbeiten. Als erstes soll der verschmutzte Hanjiang gereinigt werden, der in den Jangtsekiang mündet. Einen der zehn Flüsse, die den meisten Plastikmüll in die Meere befördern. - Kein globales Umweltproblem lasse sich ohne China lösen, erklärte das deutsche Umweltministerium. Die Kfw ist weder auf Steuergeld noch auf staatliche Garantien angewiesen. Sie verdiene an den Geschäften.

BYDs „Gottesauge“, ein Assistenzsystem, das zur Zeit nur in China erhältlich ist, hat zu weitreichenden Kritiken in China geführt. Es macht zu viele Fehler. Dabei will BYD seine „Gottesaugenfunktion“ in China quer über die gesamte Modellpalette einführen.

Aus The Daily Upside:

Ein Analytiker wurde von Citrini Research auf die Musandam Halbinsel von Oman geschickt, um zu erkunden, inwieweit die Straße von Hormuz geschlossen wurde. Er zählte um 15 Schiffe, die die Straße jeden Tag passierten. Manche Schiffe schalteten ihren Identifikator aus.

Aus The Rundown-AI:

Bevor das Videoerstellungsprogramm Sora geopfert wurde, hatte es eine Million $ am Tag verbrannt.

Newsletters


Aus Superintelligence:

Zwanzig Studenten spazieren in ein Yale Seminar, und zum ersten Mal in der Geschichte der Universität haben sie alle die gleiche Antwort gegeben. Sie haben alle den gleichen Chatbot gefragt.

Fast die Hälfte aller Datacenterkonstruktionen sind verzögert, da es an Teilen wie Transformatoren und Batterien mangelt.

Inzwischen sind 6 Monate rum und OpenAIs ChatGTP Appstores Anlaufschwierigkeiten sind noch nicht vorbei. Entwickler berichten über buggy Werkzeuge, langsame Genehmigungen und fast keine Analysen.

Aus Bloomberg – Breaking News:

Iran legt amerikanisches Waffenstillstandsangebot ab.

Aus The Daily Upside:

Google weist daraufhin, dass Quantencomputer weniger Qbites benötigen als angenommen, und daher die Codes für Bitcoin eines Tages nicht mehr sicher sind. Es muss sicher gestellt werden, dass der Schlüssel sich in post-quantum-cryptography morpht, eine Zahl, die von einem Quantencomputer nicht so leicht zu knacken ist.

Aus The AI-Report:

DeepSeek V4 kauft hunderttausende von Huawei Chips und macht damit offenkundig, dass es sich von Nvidia- und AMD-Chips löst.

Aus The Future Party:

Das Unternehmen Generalist.ai hat einen Roboter entwickelt, der improvisieren kann. GEN-1 kann Menschen mit hohen Dexterity-Aufgaben imitieren und wurde von ehemaligen Google- sowie, Boston Dynamics-Mitarbeitern entwickelt.

Aus The Morning Brew:

Plastic wird knapp und teurer. Amerikanische Hersteller haben den Vorteil eigener Quellen. Polyethylene wird von Dow Chemical gefertigt, wo ich auch mal 2 Jahre tätig war, und läßt Produktionsanlagen, soweit es irgendwie geht, laufen.

Polypropyline, ein härteres Material für Autoteile, Flaschenverschlüsse etc. wird von LyondellBasel in Texas produziert.

Aus Bloomberg – Evening Briefing:

Energieanalytiker meinen, wenn die Straße von Hormuz weitere sechs Wochen gesperrt wird, könnte ein Fass Petroleum um die 200 $ kosten.

NPR (National Public Radio) und PBS (Public Broadcasting System) gewinnen vor Gericht gegen Trumps Auftrag, die Zuschüsse zu kürzen.

domenica, aprile 05, 2026

Der Spiegel v. 20.3.2026


 „Du hast mich virtuell vergewaltigt“. Also, ich wars nicht. Aus dem Alter bin ich auch schon raus. Das ist eine Art von Thema, das mich nicht interessiert. Aber ist schon klar, wenn man darüber nicht redet, wird alles so bleiben, wie es ist.

Dass Merz abgelehnt hat, die Bundeswehr in Trumps Krieg reinziehen zu lassen, ist nachzuvollziehen.

Dann diese dumme Frauenerniedrigung. Überblättern.

Ein paar Seiten Politik. Kann ebenfalls weg. Bleibt noch was?

Nun ja. Es gibt jemanden, der das Zermalmen von Altwagen mit Monstertrucks aus den USA in Deutschland eingeführt hat. Auch er hat mit hohen Treibstoffkosten zu kämpfen.

Dann ein Interview mit Evelyn Palla. Die als Italienerin Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn geworden ist. Italienische Bahnen sind ein Vorzeigeprojekt. Hoffen wir, dass die Palla bei der Deutschen Bahn das Ruder herumreißen und sie wieder in die richtige Spur bringen kann.

In Niedersachsen werden tropische Garnelen gezüchtet, die zwar teurer als Überseegarnelen sind, aber vor Ort aufwachsen und für Spitzenrestaurants vorgesehen sind.

In der Nähe von Erfurt wurde ein Massengrab mit um 12.000 Pestopfern entdeckt, die aus dem 14. Jahrhundert stammen, und von denen man Informationen erwartet, wie die Leute damals gelebt haben. Da kann man doch von Glück sprechen, wenn man in einer Welt wie der jetzigen aufgewachsen ist.



Minutennovelle: Hyperwar


 

"Kriege sind das letzte.“ Rich sah auf die Schlagzeile der Bild-Zeitung, mit der ein Gast am Nebentisch sich Luft zufächelte.

Eduard nahm einen Schluck und stellte das Glas wieder auf den Tisch zurück.

Sie waren wieder in Schneehausen.

Künstliche Intelligenz wäre angemessen, Kriege grundsätzlich einzustellen. Dass Menschen so etwas nicht eigenständig hinbekommen, ist eine Blamage.“


Hallo, Jungs.“ Elsa stand neben ihnen und setzte sich. „Wir konnten die beiden Forscher wieder auftauen.“

Elsa bestellte. „Mit Hilfe von Forschern einer anderen Dimension. Meine Schwester und ich sind ja so froh.“ Elsas Augen schillerten. „Bald tragen wir eine Skin, die uns nicht scheppern und durch die Flugkontrolle gehen lässt, ohne dass wir auffallen.“

Glückwunsch,“ sagte Eduard. „Und willst du Dein Aussehen beibehalten?“

Weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall wäre es besser, wenn meine Schwester und ich uns voneinander unterscheiden würden.“

Da ist was dran,“ meinte Rich. „Wir waren gerade dabei, übereinzustimmen, dass Kriege etwas Fürchterliches sind.“

Stimmt. Müssten algorithmisch geführt werden. In Sekundenschnelle, da kämen Soldaten nicht mehr mit.“

Die könnten also nach Hause gehen.“ Eduard sah auf Elsa.

Drohnenschwärme werden von KI s geführt. Menschen sind überflüssig.“