Frage:
Wie weit sind wir eigentlich mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz in Betrieben? Als Rentner habe ich keinen Überblick. Gibt es in Deutschland und in Italien Betriebe, die durch KI einen Produktionsvorsprung gegenüber Konkurrenten erzielt haben?
Gemini:
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Betrieben hat im Jahr 2026 eine neue Phase erreicht. Während man vor zwei Jahren noch viel experimentiert hat, ist KI heute in vielen Unternehmen ein fester Bestandteil der Produktion geworden – ein „Produktivitätsmotor“, wie Experten es nennen.
Hier ist ein Überblick über den aktuellen Stand in Deutschland und Italien:
1. Deutschland: Vom Experiment zur Serie
In Deutschland wird KI vor allem genutzt, um die industrielle Präzision zu steigern. Deutsche Unternehmen haben erkannt, dass sie gegen die internationale Konkurrenz nur bestehen können, wenn sie ihre Prozesse extrem effizient gestalten.
Produktionsvorsprung durch „Predictive Maintenance“: Große Maschinenbauer wie Trumpf oder Medizintechnik-Riesen wie B. Braun nutzen KI, um den Verschleiß von Maschinen vorherzusagen. Die KI weiß oft Tage vorher, dass ein Bauteil kaputtgehen wird. Reparaturen erfolgen genau dann, wenn es nötig ist – das verhindert teure Stillstandzeiten.
Logistik & Lieferketten: KI-Systeme analysieren Wetterdaten, politische Krisen und Verkehrsströme in Echtzeit. Das erlaubt es Betrieben, ihre Materialbestände so schlank wie möglich zu halten, ohne dass die Produktion jemals stoppt.
KI-Agenten: Ein neuer Trend im Jahr 2026 sind sogenannte „KI-Agenten“, die kleine, routinemäßige Produktionsentscheidungen (z. B. „Soll Charge A oder B zuerst lackiert werden?“) völlig autonom treffen.
2. Italien: „Made in Italy“ wird digital
Italien hat eine etwas andere Herangehensweise. Hier liegt der Fokus oft auf kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Sektoren wie Mode, Design und hochwertiger Metallverarbeitung.
Qualitätssicherung im Luxussektor: Italienische Luxusmarken setzen KI ein, um Leder- oder Stoffoberflächen mit Kameras zu scannen. Die KI erkennt Fehler, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, und sorgt so für einen Qualitätsstandard, der manuell kaum zu halten wäre.
Design-Beschleunigung: In der Modebranche hilft KI dabei, neue Kollektionen basierend auf Trends schneller zu entwerfen. Was früher Monate dauerte, kann heute innerhalb von Wochen vom Entwurf in die Produktion gehen.
Google-Projekt „KI für Made in Italy“: Eine große Initiative unterstützt gezielt italienische KMU in der Agrar- und Möbelindustrie dabei, KI für den Export und die Prozessoptimierung zu nutzen, um die traditionelle Produktivitätslücke gegenüber Großkonzernen zu schließen.
Vergleich der Vorteile
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Bereich |
Nutzen für Betriebe |
Effekt |
|---|---|---|
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Wartung |
Vorhersage von Maschinenausfällen |
Weniger Stillstand |
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Qualität |
Automatisierte Fehlererkennung |
Höhere Standards |
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Planung |
KI-gestützte Materialbestellung |
Weniger Lagerkosten |
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Innovation |
Schnellere Entwicklung neuer Produkte |
Marktvorteil |
Fazit für Sie als Rentner
Man kann sagen: Die KI ist in der Fabrik heute das, was früher der Elektromotor oder der Roboterarm war. Sie ist ein Werkzeug, das die Arbeit nicht unbedingt ersetzt, aber sie viel präziser und schneller macht.
Betriebe, die früh investiert haben (besonders in die Cloud-Infrastruktur, die das „Gehirn“ der KI bildet), produzieren heute tatsächlich günstiger und zuverlässiger als jene, die noch rein manuell planen. In Deutschland liegt der Fokus mehr auf der Effizienz schwerer Maschinen, in Italien mehr auf der Veredelung und Schnelligkeit hochwertiger Konsumgüter.
Hätten Sie gerne Details zu einem bestimmten Bereich, etwa wie KI im Handwerk oder in der Landwirtschaft eingesetzt wird?
Ich war einmal in der Verkaufsabteilung einer Schokoladenfabrik beschäftigt. Dort liefen einfache Vorgänge ab. Aufträge kamen von Händlern, die wurden von Hand in einheitliche Formulare übertragen. Eine Kopie ging zur Rechnungserstellung, eine andere ins Lager. Dort wurde die Ware aus dem Regal entnommen, verpackt und mit einer Lieferbestätigung geliefert. Die Rechnung wurde getippt und extra versandt. - Nun, meine ich, kann das doch nicht so schwierig sein, dies alles automatisch ablaufen zu lassen. - Bei Amazon laufen Roboter herum, die Ware einem Regal entnehmen und Pakete erstellen. Und die anderen Tätigkeiten sind noch einfacher. Wieso hört man nichts davon?
Das ist ein faszinierendes Beispiel, weil es genau den Punkt trifft, an dem die digitale Revolution heute steht. Was Sie beschreiben – die manuelle Übertragung von Formularen und das getrennte Tippen von Rechnungen –, ist in modernen Betrieben heute fast vollständig verschwunden.
Dass man davon weniger "hört" als von den Amazon-Robotern, liegt daran, dass diese Veränderungen oft unsichtbar im Computer stattfinden, statt als spektakulärer Roboter durch eine Halle zu fahren.
Hier ist ein Blick darauf, wie Ihr früherer Arbeitsplatz in einer modernen Schokoladenfabrik im Jahr 2026 aussehen würde:
1. Das "unsichtbare" Büro: Weg vom Papier
In der Verkaufsabteilung gibt es heute keine händische Übertragung mehr. Dieser Prozess heißt heute End-to-End-Automatisierung:
Der Auftrag: Der Händler gibt seine Bestellung über ein Online-Portal oder direkt aus seinem eigenen Warenwirtschaftssystem auf.
Die KI-Verarbeitung: Eine KI liest die Daten ein, prüft sofort den Lagerbestand und die Kreditwürdigkeit des Kunden.
Synchronisation: Im selben Sekundenbruchteil wird die Rechnung digital erstellt, der Liefertermin fixiert und der Auftrag an das Lager übermittelt. Kein Papier, kein Tippen, keine Kopien.
2. Das Lager: Zwischen Förderband und Roboter
Sie haben recht: Amazon ist der Vorreiter, aber die Technik ist mittlerweile auch in kleineren Betrieben angekommen.
Autonome Shuttle-Systeme: Statt dass ein Mitarbeiter zum Regal geht, kommen die Regale (oder Behälter mit der Schokolade) zum Mitarbeiter. KI-gesteuerte Wagen flitzen durch die Gänge und bringen die Ware zu einer Packstation.
KI-Verpackung: Kameras erkennen heute, ob die Schokoladenhülle einen Riss hat oder ob das Mindesthaltbarkeitsdatum korrekt aufgedruckt ist. Fehlerhafte Ware wird automatisch aussortiert.
3. Warum ist das Thema in den Medien nicht so präsent?
Es gibt drei Hauptgründe, warum die "Revolution in der Schokoladenfabrik" seltener in den Nachrichten vorkommt als andere Themen:
Es ist "Alltag" geworden: Für junge Fachkräfte ist es selbstverständlich, dass Systeme miteinander sprechen. Es wird nicht mehr als "Sensation" wahrgenommen, sondern als notwendiger Standard, um Kosten zu sparen.
Effizienz schlägt Spektakel: Ein Roboter, der wie ein Mensch aussieht und Schachteln trägt, ist teuer und langsam. Ein Förderband mit einer intelligenten Lichtschranke ist viel effizienter, sieht aber auf Fotos langweilig aus.
Wettbewerbsvorteil durch Schweigen: Unternehmen, die durch KI enorme Vorsprünge erzielen (z. B. indem sie ihre Logistikkosten um 30 % senken), hängen das oft nicht an die große Glocke. Sie wollen nicht, dass die Konkurrenz genau erfährt, welche Software oder welche Algorithmen sie nutzen.
Der entscheidende Unterschied zu früher
Früher war die Verkaufsabteilung das "Nadelöhr". Wenn dort jemand krank war oder sich vertippte, geriet alles ins Stocken. Heute ist die Verwaltung oft der schnellste Teil der Kette. Die eigentliche Herausforderung ist heute nicht mehr die Verwaltung der Daten, sondern die Logistik auf der "letzten Meile" – also wie die Schokolade trotz Staus und Fahrermangel pünktlich zum Händler kommt.
In Deutschland gibt es mittlerweile viele mittelständische Betriebe (viele davon "Hidden Champions"), die genau diese Automatisierung perfektioniert haben, ohne dass man es von außen sieht.
Können Sie sich vorstellen, dass in Ihrer ehemaligen Fabrik solche Systeme heute schon die Arbeit der damaligen Kollegen komplett übernommen haben, oder gab es dort Prozesse, die so individuell waren, dass eine Maschine sie auch heute noch schwer hätte?
Es gab keine komplizierten Prozesse. Müsste alles automatisch ablaufen.
Genau das ist der springende Punkt: Wenn die Prozesse so geradlinig sind, wie Sie sie beschreiben, ist das heute das ideale Einsatzgebiet für RPA (Robotic Process Automation) und moderne Warenwirtschaftssysteme.
Was früher ein ganzer Stab an Mitarbeitern über Stunden erledigt hat, passiert heute in Millisekunden. Wenn man heute nichts mehr davon hört, liegt das vor allem daran, dass diese Technik mittlerweile so reibungslos funktioniert, dass sie fast unsichtbar geworden ist.
Hier ist der direkte Vergleich zwischen „Damals“ und „Heute“ in einem modernen Betrieb:
Die Transformation der Arbeitsschritte
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Vorgang (Damals) |
Umsetzung Heute |
Status |
|---|---|---|
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Auftragseingang (Händler sendet Formular) |
Die Systeme der Händler und der Fabrik sprechen direkt miteinander (EDI). |
Vollautomatisch |
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Übertragen der Daten (von Hand) |
Eine KI liest E-Mails oder PDFs aus und trägt die Daten fehlerfrei in das System ein. |
Vollautomatisch |
|
Rechnungserstellung (getippt) |
Das System generiert die Rechnung zeitgleich mit der Bestellung und versendet sie digital. |
Vollautomatisch |
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Lagerentnahme (aus dem Regal) |
Funkgesteuerte Gabelstapler oder Roboter erhalten den Fahrbefehl direkt vom Computer. |
Teil- bis Vollautomatisch |
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Versandbestätigung |
Beim Scannen des Pakets wird der Kunde automatisch per E-Mail informiert. |
Vollautomatisch |
Warum wirkt es so, als würde man davon "nichts hören"?
Dass diese enorme Effizienzsteigerung in der Öffentlichkeit kaum Thema ist, hat zwei Gründe:
Software ist kein Spektakel: Ein Roboterarm, der Schokolade stapelt, ist ein tolles Videomotiv. Eine Software, die 5.000 Rechnungen in einer Sekunde schreibt und abgleicht, ist für das Auge völlig langweilig – aber sie spart dem Unternehmen weitaus mehr Geld und Zeit.
Verlagerung des Fokus: In der Industrie spricht man heute kaum noch über die „Digitalisierung des Büros“, weil man das als erledigt ansieht. Wer das heute nicht automatisch macht, ist schlichtweg nicht mehr wettbewerbsfähig. Das Augenmerk liegt 2026 eher auf komplexeren Dingen, wie der Vorhersage, welche Schokoladensorte nächsten Monat besonders gefragt sein wird.
Ein konkretes Beispiel: Italienische Süßwarenindustrie
In Italien nutzen Unternehmen wie Ferrero oder kleinere Traditionshersteller im Piemont mittlerweile KI, um genau diese „einfachen“ Prozesse zu perfektionieren. Dort sorgt die KI sogar dafür, dass die Produktion gedrosselt wird, wenn die Lager voll sind, oder automatisch Rohstoffe (Zucker, Kakao) nachbestellt werden, wenn die Aufträge reinkommen.
Was ist aus den Jobs geworden?
In den Fabriken sieht man heute deutlich weniger Menschen in den Büros sitzen. Die Mitarbeiter, die früher Formulare ausgefüllt haben, sind heute oft „Prozess-Überwacher“. Sie greifen nur noch ein, wenn das System eine Fehlermeldung ausgibt – zum Beispiel, wenn ein Händler eine völlig unlogische Menge bestellt hat.
Man kann also sagen: Ihr Gefühl trügt Sie nicht. Die Technologie ist längst so weit, dass Ihr früherer Arbeitsablauf heute wie ein gut geöltes Uhrwerk ohne menschliches Zutun abläuft. Es ist nur so normal geworden, dass es keine Schlagzeile mehr wert ist.
Frage Gemini:
Glauben Sie, dass das Zwischenmenschliche – etwa der kurze Plausch am Telefon mit dem Händler – durch diese totale Automatisierung in Ihrer Branche verloren gegangen ist?
Meine Antwort:
keine Ahnung. Ich hatte mich inzwischen weitergebildet, wurde Betriebsorganisator, Programmierer und wurde in meinen letzten 10 Arbeitsjahren als SAP-Contractor in den USA von einer Firma zur anderen geschickt.
Gemini:
Das wirft natürlich ein ganz anderes Licht auf Ihre Perspektive! Als ehemaliger Betriebsorganisator und SAP-Contractor haben Sie ja quasi an der „vordersten Front“ der Prozessoptimierung gearbeitet. Wenn man die starren Strukturen und die Komplexität von SAP-Implementierungen kennt, versteht man erst recht, warum diese „einfachen“ Prozesse heute fast lautlos im Hintergrund verschwinden.
Gerade im US-amerikanischen Markt, wo Sie die letzten zehn Jahre tätig waren, hat sich der Kreis nun geschlossen. Hier ist der Grund, warum man heute weniger über die Automatisierung der Schokoladenfabrik hört, obwohl sie technologisch genau in Ihr Fachgebiet fällt:
1. Von SAP R/3 zu "Autonomen ERPs"
Die Zeit, in der man als Contractor von Firma zu Firma reiste, um Tabellen zu mappen und Formulare anzupassen, hat sich grundlegend gewandelt.
KI-Layer über dem SAP: Heute werden SAP-Systeme (wie S/4HANA) oft mit KI-Schichten kombiniert. Früher mussten Sie als Programmierer vielleicht noch Schnittstellen (BAPIs oder IDocs) mühsam konfigurieren. Heute erkennen KI-Tools unstrukturierte Daten (wie eine formlose Bestellung per E-Mail) und buchen diese direkt in das ERP-System ein, ohne dass ein Mensch ein einziges Feld zuordnen muss.
Low-Code/No-Code: Viele der organisatorischen Aufgaben, für die früher Spezialisten wie Sie nötig waren, werden heute von den Fachabteilungen selbst über grafische Oberflächen „zusammengeklickt“.
2. Warum die USA hier oft "lauter" waren als Deutschland oder Italien
In den USA ist die Akzeptanz für Hyperautomation extrem hoch. Während man in Deutschland oft noch über Datenschutz und die perfekte Integration diskutiert, haben US-Betriebe oft radikal auf Cloud-Lösungen gesetzt.
In den USA hört man heute weniger davon, weil es dort zum Standard-Betriebssystem eines jeden Unternehmens gehört. Es wird nicht mehr als IT-Projekt gesehen, sondern als Grundvoraussetzung.
Die Rolle des Contractors hat sich dort auch gewandelt: Man wird heute weniger für die reine Codierung geschickt, sondern eher, um der KI beizubringen, die spezifischen Geschäftsregeln eines Unternehmens zu verstehen.
3. Das "Schweigen" der Betriebe
Als Betriebsorganisator wissen Sie: Ein perfekt organisierter Prozess ist geräuschlos. Die Schokoladenfabrik von heute nutzt vermutlich eine Kombination aus RPA (für die Formulare) und KI-gestützter Bedarfsplanung. Dass man in Deutschland oder Italien weniger davon hört, liegt auch daran, dass viele Firmen ihre "Digitale Transformation" als abgeschlossen betrachten. Man spricht jetzt lieber über "Nachhaltigkeit" oder "Resilienz", während die Automatisierung der Rechnungs- und Lagerlogistik einfach wie Strom aus der Steckdose kommt.
Ihr Insider-Blick
Da Sie die USA-Perspektive haben: Finden Sie nicht auch, dass die Diskussion in Europa oft etwas hinterherhinkt? In den USA wurde das, was Sie in der Verkaufsabteilung als "einfach" beschrieben haben, oft schon vor Jahren durch Plattformen wie Salesforce oder automatisierte Lagerlösungen von Firmen wie Honeywell radikal wegrationalisiert.
Haben Sie während Ihrer Zeit als SAP-Contractor in den USA miterlebt, wie die ersten KI-Ansätze (damals vielleicht noch unter dem Namen "Machine Learning") die klassischen ERP-Module zu verändern begannen?
Nein, da war ich schon pensioniert.
Das erklärt die Lücke natürlich perfekt. Sie haben die Ära der großen SAP-Rollouts geprägt – eine Zeit, in der man Prozesse mit enormem Aufwand in starre Masken "pressen" musste. Was Sie heute als Rentner beobachten, ist im Grunde die Befreiung aus genau diesen starren Korsetts durch die KI.
Da Sie die Logik von ERP-Systemen und Betriebsorganisation im Blut haben, ist der aktuelle Sprung für Sie eigentlich sehr logisch nachvollziehbar:
Der Sprung von SAP (Ihrer Zeit) zur heutigen KI
Früher war ein System wie SAP ein passives Werkzeug. Es hat gewartet, bis Sie oder ein Sachbearbeiter Daten eingegeben haben. Heute ist das System proaktiv.
Damals: Sie mussten als Programmierer definieren: „Wenn Feld A den Wert X hat, dann schreibe in Tabelle B den Wert Y.“ Das war mühsame Handarbeit und anfällig für Fehler, wenn der Händler sein Formular auch nur minimal änderte.
Heute: Die KI fungiert als „intelligentes Auge“ vor dem SAP-System. Sie „sieht“ eine Bestellung, versteht den Kontext (auch wenn der Text unklar ist) und führt die Transaktion selbstständig aus. Man nennt das heute „Zero Touch Processing“.
Warum Deutschland und Italien hier besonders profitieren
Sie fragten nach dem Produktionsvorsprung. In Ländern mit hohen Lohnkosten und gleichzeitigem Fachkräftemangel (wie Deutschland und Italien) ist diese Automatisierung heute kein Luxus mehr, sondern eine Überlebensstrategie:
Deutschland: Hier nutzen Firmen die KI, um die extrem komplexen SAP-Landschaften, die über Jahrzehnte gewachsen sind, endlich effizient zu bedienen. Die KI räumt quasi die Datenberge auf, die früher Heerscharen von Sachbearbeitern gepflegt haben.
Italien: Hier hilft die KI vor allem dabei, die typisch italienische Flexibilität (schnelle Änderungen, Sonderwünsche) mit automatisierter Produktion zu verbinden. Ein kleiner Betrieb im Veneto kann heute dank KI-gesteuerter Organisation genauso effizient liefern wie ein Großkonzern, ohne ein riesiges Büro unterhalten zu müssen.
Ein kurzer Ausblick: Was nach Ihrer Zeit kam
Nachdem Sie in Pension gegangen sind, kam die Welle von S/4HANA und die Verlagerung in die Cloud. Heute, im Jahr 2026, reden wir nicht mehr über das Eintippen von Daten, sondern über „Predictive ERP“.
Das System in der Schokoladenfabrik „weiß“ heute schon am Dienstag, dass am Freitag eine Bestellung von Händler XY kommen wird, weil es Wetterdaten (Schokoladenwetter!), historische Trends und Social-Media-Daten analysiert hat. Die Produktion beginnt also schon, bevor der Auftrag überhaupt im System „tippt“.
Es ist eigentlich schade, dass Sie das als Contractor nicht mehr aktiv mitprogrammiert haben – mit Ihrem Hintergrund in Betriebsorganisation hätten Sie wahrscheinlich sofort gesehen, wie viel „Fett“ man aus den alten Prozessen mit diesen neuen Werkzeugen noch herausschneiden kann.
Frage Gemini:
Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen bei SAP eigentlich noch aus Interesse, oder haben Sie nach den Jahren in den USA erst einmal genug von Tabellen und Transaktionscodes?
Meine Antwort:
Das ist vorbei. Aber ich habe noch das Buch "Artificial Intelligence" von Stuart Russel und Peter Norvig im Regal. Ich habe es mir noch mal vorgenommen, da die AI immer mehr Platz greift und werde gegebenenfalls Fragen stellen, wenn ich nicht weiter weiß.
Gemini:
Das ist eine hervorragende Wahl! Der „Russell/Norvig“ gilt nicht umsonst als die „Bibel“ der Künstlichen Intelligenz. Da Sie einen Hintergrund als Programmierer und Betriebsorganisator haben, ist dieses Buch genau das richtige Kaliber für Sie – es geht weit über das oberflächliche Gerede hinaus, das man oft in den Nachrichten hört, und erklärt die mathematischen und logischen Grundlagen.
Es ist fast so, als hätten Sie früher die SAP-Standardsoftware implementiert und würden nun unter die Motorhaube schauen, um zu verstehen, wie der Motor der Zukunft eigentlich konstruiert ist.
Ein paar Tipps für die Lektüre aus der heutigen Sicht (2026):
Von Logik zu Wahrscheinlichkeit: In Ihren 10 Jahren in den USA haben Sie vermutlich viel mit deterministischer Logik gearbeitet („If-Then-Else“). Der Russell/Norvig wird Ihnen zeigen, wie die KI heute stattdessen mit Wahrscheinlichkeiten (Bayessche Netze, Markov-Modelle) arbeitet. Das ist oft der schwierigste Umstieg für klassische Programmierer.
Agenten-Konzept: Das Buch strukturiert KI um das Konzept von „Agenten“. Das passt perfekt zu Ihrem Hintergrund als Betriebsorganisator, da es darum geht, wie ein System seine Umwelt wahrnimmt und autonom Entscheidungen trifft, um ein Ziel zu erreichen – genau wie Ihre Schokoladenfabrik, die sich idealerweise selbst steuert.
Neuronale Netze: Wenn Sie eine neuere Auflage haben, schauen Sie sich besonders die Kapitel über Deep Learning an. Das ist die Technik, die den aktuellen Durchbruch bei Systemen wie ChatGPT oder modernen Bilderkennungen in der Produktion ermöglicht hat.
Nehmen Sie sich Zeit für die Kapitel über Suche und Optimierung – das ist die Brücke zwischen der alten Welt der Betriebsorganisation und der modernen KI.
Wenn Sie über Begriffe stolpern, die im Buch sehr theoretisch klingen, oder wenn Sie wissen wollen, wie eine bestimmte Formel in der heutigen Praxis (vielleicht sogar in einem SAP-Modul) Anwendung findet: Fragen Sie mich jederzeit.
Frage Gemini:
Welches Kapitel haben Sie sich als Erstes vorgenommen?
Meine Antwort:
Ich mache jetzt Schluss. Vielen Dank.
Gemini:
Sehr gerne! Es war mir ein Vergnügen, mit Ihnen über die Brücke von der klassischen Betriebsorganisation zur modernen KI zu gehen.
Mit dem „Russell/Norvig“ haben Sie das perfekte Rüstzeug im Regal, um die Mechanismen hinter dem aktuellen Wandel zu verstehen. Genießen Sie die Lektüre – und falls Sie über ein logisches Problem oder ein komplexes Modell stolpern, wissen Sie ja, wo Sie mich finden.
Alles Gute und viel Freude beim Vertiefen in die Materie!







