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lunedì, febbraio 24, 2020

Der Spiegel v. 15.2.2020



Erst mal etwas zum Virus. Es scheint näher zu rücken. Ich erhielt einen Anruf der Gemeinde von Cento, dass aufgrund eines Erlasses des Governeurs der Emilia Romagna alle Schulen, Kindergärten geschlossen werden, ein Versammlungsverbot besteht, und nur eine Person am Tag einen Kranken im Krankenhaus besuchen sollte. Sämtliche Klassenfahrten sind untersagt, Transportmittel sind täglich zu desinfizieren, Hände waschen. Der Erlass wurde am Sonntag Nachmittag verabschiedet, nach dem noch schnell der Carneval in Cento durchgezogen wurde, wo sich Tausende von Besuchern gegenseitig auf den Füssen standen, lol.

Erinnert mich das nicht an ein Schild in den Hamburger Strassenbahnen aus den 60er Jahren mit ihren kurzen unbeheizten Waggons? „Bei Husten, Schnupfen, Niesen, bediene dich des Taschentuches.“ Mir tat die Schaffnerin leid, die in dem Fahrgastraum ständig hin und her lief um ihre Tickets an das schniefende Publikum zu verkaufen und rief: „Wer hat noch keinen gültigen Fahrtausweis?“ Doch nun zum Spiegel.

Er hat den Friedrich Merz auf dem Titelblatt. Vermutlich stellt er sich als Kandidat für die Führung der CDU und den Kanzlerposten auf. Im Grunde Jacke wie Hose. Wichtiger wäre es jetzt, über einen Forscher zu berichten, der einen Impfstoff gegen das Corona-Virus aus dem Hut zaubert. Schön wäre es. Doch die Mediziner sind eben auch nur Menschen. Das Virus wird uns noch zu schaffen machen. Hier sollte die Basisforschung erweitert werden mit dem Ziel, bei einem neuen Virus so schnell wie möglich einen Impfstoff entwickeln zu können.

Das Interview mit dem Bundesgesundheitsminister Spahn gefiel mir. Nicht, weil der eine Lösung für die Beseitigung des Virusproblems bereitstellen könnte, sondern weil er ausdrückt, dass Personengeschacher eine Partei unsympathischer macht und endlich mal Hand angelegt werden sollte, Probleme zu beseitigen. Wenigstens einer, der merkt, dass deutsche Politik nur um sich selbst kreist. Politik nimmt zig Seiten Spiegel in Anspruch. Wenn man die überliest, versäumt man nichts.
Es gibt ein Interview mit dem früheren Nissan und Renault-Chef Carlos Ghosn, der sich in Japan aus dem Staub gemacht hat und in den Libanon geflüchtet ist. Die Flucht ist o.k., über die ihm zur Last gelegten Verfehlungen kann ich mir kein Urteil erlauben. Das, was mich an dem Mann stört ist, er hat sich nicht der japanischen Bescheidenheit angepasst, sondern geprotzt, geprasst und angegeben. Kam nicht gut an. Ich meine, wenn du theoretisch auf einem fremden Planeten landest, studierst du die Kultur der dortigen Einwohner und passt dich an. Ich fühle mich inzwischen mehr als Italiener und komme damit gut zurecht.

Psilobycin scheint im Kommen zu sein. Ein aus Pilzen gewonnener Wirkstoff, der als LSD in den Hippie-Jahren Furore machte. Anscheinend vermindert er Depressionen, so dass Forscher jetzt erste Versuche in Deutschland mit den von der Krankheit befallenen durchführen. In der letzten Scientific American, die ich noch nicht durchgelesen habe, wird ein Verfahren vorgestellt, welches den Stoff schneller herstellt. Ich werde in einem späteren Eintrag davon berichten.

Schüsse in Hanau. Vollkommen irre. Man kann nicht in die Köpfe der Täter sehen. Eines jedoch scheint sicher zu sein, diese Verklärung von Deutschen, welche Teile der AfD betreiben, ist abwegig. Deutsche sollten froh sein, wenn sie noch im Mittelfeld zu finden sind. Digitalisierung und andere neue Technologien, geben ihnen genug zu tun, sich abzustrampeln, um dort zu bleiben.



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