Coversong Roads

venerdì, gennaio 29, 2010

Im letzten “Der Spiegel” 4/2010

stand ein interessantes Interview. Jaron Lanier, Computer Pionier, dem die Schattenseiten des Internet aufgefallen waren, macht sich Gedanken über dessen weitere Entwicklung und die Akzeptanz desselben. Ich zitiere mal kurz: Spiegel: „Aber Wikipedia ist ja nicht die einzige Quelle.“ --- Lanier: „... sie könnte es aber irgendwann werden. Stellen Sie sich vor: wir schaffen Bücher ganz ab und arbeiten nur noch mit Software Systemen, die Informationen zu digitalem Brei verquirlen. Dann könnten wir eine Welt kriegen, in der es nur noch so etwas wie Wikipedia gibt. Am Ende haben wir nur noch ein einziges Buch für die ganze Menschheit – eine Art heilige Schrift, ähnlich wie die Bibel, geschrieben von Autoren, die irgendwann in Vergessenheit geraten und dadurch überhöht werden können. Es entsteht der Eindruck des Übernatürlichen. Wenn es da ein Buch gibt, das keiner geschrieben hat, dann muss es Gott geschrieben haben.“ Zitat Ende.

Interzone Science Fiction and Fantasy, Jan/Feb 2010

Eine Möglichkeit herauszufinden, welche Story einem am besten gefallen hat ist, das Magazin nach dem Lesen ein paar Tage später noch einmal durchzublättern, um zu sehen, welche Geschichte am stärksten in der Erinnerung hängen geblieben waren. Erinnerung und Geschmack sind bei Stories zwar nicht immer, doch sehr oft kongruent. Bei Jason Sanfords „Into the Depths of illuminated Seas“ habe ich keine Zweifel. Fantasy schlägt hier SF.

Amber Tolester wohnt in einer kleinen Stadt am Meer und besitzt die erschreckende Eigenschaft, dass auf der Haut ihres Körpers die Namen der Seeleute zu sehen sind, die im Meer umkommen werden. Wenn immer ein Schiff im Hafen einläuft, wird sie von den Seeleuten gepriesen, die trotz jener makabren Ankündigung wieder an Land gehen konnten. Die anderen waren ohnehin nicht mehr imstande etwas zu sagen.

Im Mittelstück der Story geht es um einen Seefahrer, der sich als Pirat mit jenen Seeleuten auf den Meeren durchschlägt, die auf anderen Schiffen wegen ihrer düsteren Prognose keinen Job mehr bekommen hatten.

Amber macht sich daran, mit einem ihr geschenkten Schiff den Piraten zur Strecke zu bringen. Ihre Mannschaft und sie werden überwältigt. Amber überzeugt die Crew des Piraten, dass sie deren Schicksal abwenden kann. Diese überwältigt ihren Kapitän, läßt sich von Amber an Land bringen und von ihr das Versprechen abnehmen, dass sie nie wieder aufs Meer fahren würden. Amber hängt den Piraten an der Rah auf und kehrt heim. Sie geht als Frau in die Legende ein, die als weiblicher Kapitän unzähligen Seeleuten das Leben rettete.

Es gibt eine Reihe von Buchbesprechungen. Unter anderem von Colin Harveys „Winter Song“, das mir von der BSFA zugeschickt worden war. Ich habe sicher noch um die dreißig Bücher zu lesen, dutzende „Scientific Americans“. Genug zu tun, aus dem Vierundzwanzigstunden Tag einen von achtundvierzig zu machen. Wenn ich nur nicht hin und wieder einschlafen würde lol.

In Mutant Popcorn bespricht Nick Lowe folgende Filme: The Box, 2012, Ponyo, Where the wild Things are, Cold Souls, Fantastic Mr. Fox, New Moon, Cirque du Freak: The Vampire´s Assistant, The fourth Kind, Planet 51, A Christmas Carol.

giovedì, gennaio 28, 2010

Fantasy & Science Fiction, December 2009

F & SF gibt es schon einundsechzig Jahre. Als junger Spund kaufte ich sie jeden Monat in der Stilke-Buchhandlung am Hamburger Hauptbahnhof. Im Grunde hat sich nicht viel geändert. Der Hauptbahnhof, das Magazin und ich sind etwas älter geworden. Das wars dann schon. Auf dem Bahnhof stehen nach wie vor Züge, ich lese nach wie vor SF, und das Magazin bringt wie immer Stories, welche die Phantasie des Lesers beflügeln. Wie „Illusions of Tranquility“ von Brendan DuBois zum Beispiel.

Eva, eine junge Frau, auf dem Mond geboren, wird von den Autoritäten der Kolonie dazu aufgerufen, sich um einen betuchten Erdtouristen zu kümmern, der im Hyatt-Hotel abestiegen ist. Es gelingt ihr, ihm das gefälschte Exemplar der Mondflagge von 1969 zu verkaufen. Mit Tricks wie diesen bessert die stets klamme Kolonie ihre Finanzen auf und sichert ihr Fortbestehen.

Dies erschließt sich dem Leser erst am Schluss der Story. Gekonnt und fesselnd geschrieben. DuBois hat damit seine erste SF-Story in einem professionellen SF-Magazin veröffentlichen können. Es wäre wünschenswert, mehr von ihm zu lesen. Sein Handwerk hat er beim Schreiben von Mystery und Thriller-Romanen erlernt.

martedì, gennaio 26, 2010

giovedì, gennaio 21, 2010

Vector, The Critical Journal of the British Science Fiction Association, Autumn 2009

Eine Special Edition, J.G. Ballard gewidmet, der am 19. April letzten Jahres gestorben ist. Neben Buchbesprechungen gibt es Essays über Ballard, seine Bücher und Filme. Ich lernte, da ich mich nicht erinnern kann, etwas von ihm gelesen zu haben, dass er nicht an Handlungen im Weltraum, sondern am „Inner Space“, dem inneren Raum interessiert war. Was spielt sich im Bewußtsein eines Menschen ab, der sich in einer außergewöhnlichen Situation befindet?

James Pardey geht in „Landscape from a Dream: How the Art of David Pelham captured the Essence of J.G. Ballard´s early Fiction.” Pelham liebte den Surrealismus, Ballard ebenfalls. Wie aus dem Bild ersichtlich, ist es hier ein halb versunkenes Auto, Ikone einer bereits der Vergangenheit anheim gefallenen Zukunft.

Jonathan McCalmont behandelt Ballards Filme „The Atrocity Exhibition“ (2000), “Crash” (1971),
Im letzteren spielt Ballard mit. Crash wurde 1996 wieder aufgelegt. Mit dem Film „Empire of the Sun“ (1987), in dem Spielberg Regisseur war, wurde Ballard über die SF hinaus bekannt.

Essays wie die vorgenannten sind einige Nummern besser, als Artikel im SFCDs „Andromeda“. Einfach aus dem Grunde, weil hier Facetten von Ballards Werken aufgehellt werden, die sich dem Leser von selbst nicht erschlossen hätten Das setzt intellektuelle Qualität voraus. Am Beispiel Lara Buckertons „J.G. Ballard´s Concrete: Thought on High Rise and Concrete Island”, ließe es sich erklären. Sie nennt es Brutalism, in den Romanen High Rise und Concrete Island beschriebenen Betonhochburgen und deren in ihnen sich entfaltenden Begebenheiten. Buckerton bringt es fertig, diesen Kontext in über neun eng beschriebenen DIN A4 Seiten aufrecht zu erhalten. Nun, DIN A4 ähnlich, da in England andere Masseinheiten gelten.

Ian Watson interviewt den spanischen Autoren José Carlos Somoza.
Abigail Nussbaum bespricht die zweite Serie von „Ashes to Ashes“.
Stephen Baxter beschreibt in „Resonances #57“ die Wandlung von H.G. Wells während des ersten Weltkrieges, der ihn von einem Proponenten zum Opponenten morphte.

sabato, gennaio 16, 2010

Andromeda Nachrichten 228

Dieser Ausgabe liegt ein achtzehn Seiten starkes Heft bei. „sfcd:intern“ Von dem üblichen Vereinskram wie Kassenbericht, Budget, Ein- und Austritte abgesehen, gab es einen Auszug aus dem SFCD-Forum im Internet, in dem über die Auflösung des Science Fiction Clubs Deutschland nachgedacht wurde. Aber so leicht ist der Club nicht totzukriegen. Und es gab mal wieder mehr Ein- als Austritte. Das ist doch schon mal was.

Das Clubzine Andromeda sieht sehr gut aus. Die Spartenredakteure geben sich alle Mühe, die Seiten zu füllen. Sie tragen keine Schuld daran, dass ich das meiste nicht lese. Buchbesprechungen zum Beispiel. Ich habe noch die drei Schinken ungelesen im Regal, die ich bei Interzone gewonnen hatte. Dann bekam ich noch ein weiteres Taschenbuch von der British Science Fiction Associaton, und zwar Colin Harveys „Wintersong“. Sparten sind: Fantasy, Literatour, Cinema, eGames, Maddrax, Rhodan, Science, Nachrufe, Sekundär, Hörbar, Magazine, Fanzines, National, Interview, Autoren. Reichlich Stoff, über 125 DIN A4 Seiten verteilt.

Mafiöse Strukturen

durchziehen Italien wie ein Lymphsystem. Das rückte am Beispiel des Protestes der Zugereisten aus der Dritten Welt wieder in unser Bewusstsein und lässt Bella Italia unschön aussehen. Der englischsprachige Beitrag auf Digg, der es in die Top Ten der gelesenen Artikel geschafft hat, lässt Amis, die an Sole Mio denken, wenn ihnen Italien in den Sinn kommt, die unappetitliche Seite des Landes sehen.

giovedì, gennaio 14, 2010

Fandom Observer 247

FO sieht selbst als Internetausgabe aus, als sei es auf Hochglanzpapier hergestellt. Es enthält Verlagsanzeigen und dokumentiert auf diese Art, dass es eines der am meistgelesenen deutschen Online SF-Fanzines ist.

Es gibt einen Beitrag über das Druckkostenzuschussunwesen. Ein typisch deutsches Wort, das man auf der Zunge zergehen lassen muss. Druckkostenzuschussunwesen. Hehe. Aber Unwesen bleibt Unwesen, wenn Verlage nicht bei Lesern sondern bei Autoren auf ihre Kosten kommen wollen. Diese Autoren wollen unbedingt veröffentlicht werden und bezahlen dafür. Ist das nun bescheuert, oder nicht?

Günter Freunek berichtet über den im FO bereits erwähnten Freizeitpark in Brandenburg darüber, dass auf dem Areal nun Ferienhäuser gebaut werden sollen. Reichlich weltlich, wie ich meine.

In dem Artikel „Das Ende von Gutenberg?“ werden E-Books behandelt. Der Film „New Moon“ wird besprochen, sich an „2010“ erinnert. Es gibt noch einige Besprechungen von anderen Filmen, Büchern, einen Con-Kalender.

Die Artikel sind ausführlich und die Redakteure haben sich mit ihren Recherchen ins Zeug gelegt.

Stammtisch-Bote 19

Diesmal auch im Internet. Das Titelbild mit den nackten Schönheiten ist schon mal gut. Dann wird zum 8. SF-Oldie-Kon in Wetzlar eingeladen, der vom 14. bis 16. Mai in Wetzlar stattfinden soll. Ich werde versuchen mit meinem Pick-Up dahinzudüsen.

Neben witzigen Wortspielen mit Inge gibt es Nachrufe auf Lothar Heinecke, der 1964 verstorben war. Heinecke war deutscher Herausgeber des amerikanischen SF-Magazins „Galaxy“, das uns neben Astounding SF, Asimov´s, Fantasy & Science Fiction sowie Amazing Stories SF nahegebracht hatte und aus dem wir für unser damaliges Fanzine „NOVA“ ein Umschlagbild abgekupfert hatten.

Widukind Swafhard, unser guter alter Hope, schwadroniert und räsoniert über Hunde, Kneipen, Pils, Walter Ernsting, Wolf Detlef Rohr, Karl Herbert Scheer, Hugo Gernsback, dem er abspricht, den Terminus Science Fiction erfunden zu haben. Äh, nun, granteln muss schön sein, lol. Aber alles in allem, ist es doch schön, dass es den Stammtisch-Boten gibt.

Der Spiegel, 4.1.2010

Das war der dritte aus dem Haufen, den ich nach der Eiszeit zugeschickt bekam. Interessant war der Artikel „Die Schöpfung im Labor“. Stoff für SF-Stories oder –Romane. Alles kann daraus entstehen. Hier ein Zitat: „Medikamente zum Nulltarif, sauberes Benzin und rechnende Organismen. Materialien, die sich selbst reparieren und Bakterien, die Treibhausgase in Baustoff verwandeln.“

Ich bin sicher nicht der Einzige, der vom Straßenbelag träumt, der sich selbst repariert, wenn mir die Radkappen vom Auto scheppern. Und ich finde es gut, dass es Leute gibt, die daran drehen, wieder Grundlagen für eine epochale Entwicklung zu schaffen. Ist nur schade, dass alles so lange dauert. Aber wenn man an den Zeitraum denkt, den die Natur für die Entstehung von Leben benötigte, dann stehen wir ja gar nicht so schlecht da.

giovedì, gennaio 07, 2010

Scientific American, January 2007

Heute erhielt ich einen Haufen Post, der drei Wochen liegengeblieben war. Sicher war das Wetter daran schuld. Auch eine „Scientific American“ war dabei. Die vom Januar 2010. Drei Jahre habe ich aufzuholen.

Jeffrey D. Sachs schreibt über vernachlässigte tropische Krankheiten, die unzählige Menschen in Afrika dahinraffen. Diese könnten behandelt werden, denn Medikamente dagegen sind vorhanden, wenn nur die Distribution an die Armen klappen würde. Wer hat schon von den Wurminfektionen Bookworm (Bücherwurm, auch ich war einer), trichuriasis, ascariasis, schistosomiasis, dracunculiasis, onchocerciasis und lymphatic filariasis, von leishmaniasis, trypanosomiasis und der Chagas´disease gehört?

Sachs empfiehlt westlichen Regierungen, erhöhte Beiträge gegen diese Krankheiten auf Kosten von geplanten Waffenlieferungen zu leisten.

Der Artikel „What is a Planet?“ berichtet darüber, wie Pluto seinen Planeten-Status verloren hat. Er umkreist die Sonne mit anderen Himmelskörpern im Kuiper Gürtel. Im August 2006 wurde die Eigenschaft eines Planeten so definiert, dass er einen Stern umkreist, groß genug ist um rund zu sein und benachbarte Himmelskörper aus seinem Bereich verdrängt hat. Das ist beim Pluto nicht der Fall.

In „Is Ethanol for the long Haul?“ wird dargelegt, dass die Produktion von Ethanol aus Getreide teurer ist, als der Ertrag beim Autofahren. In Brasilien, wo Ethanol aus Zuckerrohr mit geringen Lohnkosten erzeugt wird, sieht es anders aus.

„The Power of Riboswitches.“ Tja Riboswitches. Schalter also, als eine neue Klasse von Molekülen der RNA entdeckt. RNA steuerte Leben, bevor die Natur DNA entwickelte und übt jetzt Funktionen aus, die noch nicht alle verstanden wurden. Riboschalter steuern Entwicklung und Funktion von Bakterien. Forscher wollen herausfinden, ob das Verständnis von Riboschaltern für Medikamente zur Bekämpfung von Bakterien eingesetzt werden kann.

Bill Gates sieht Roboter in jedem Haushalt und zieht bei der Beschreibung ihrer Entwicklung Parallelen zu der Entwicklung von Computern, an der er persönlich mitgearbeitet hat.

In „Evolved for Cancer“ wird behauptet, dass die von Darwin entdeckte Natürliche Auslese nur limitierten Schutz gegen die Entstehung von Krebs leistet, in einigen Fällen sogar dessen Entstehung begünstigt.

„Mississippi´s curious Origins“ werden damit erklärt, dass Nordamerika einst über einen Hot Spot geglitten war, über eine besonders heiße Stelle im Erdmantel. Dadurch blähten sich Landmassen auf, und fielen in dem Moment zusammen, nachdem sie den Hot Spot hinter sich gelassen hatten.

Die entstandenen Vertiefungen haben zur Entstehung des Mississippi beigetragen.

sabato, dicembre 26, 2009

Frohe Weihnacht an alle Blog-Leser

Oldies only fade away. Kamen einige Weihnachtswünsche von SF-Oldies in meiner In-Box an. Unter anderem von unserem Nasa-Delegierten Jesco von Puttkamer. Ist doch stark, in welche Institutionen Oldies eingedrungen sind, lol.

Asimov’s Science Fiction, January 2010

Die Stories dieser Ausgabe haben mich nicht vom Hocker gerissen. DVDs mit Dr. Who sind spannender. Geoffrey A. Landis, der bei MIT Visiting Professor of Astronautics war und jetzt wieder bei der NASA forscht, hat mit „Marya and the Pirate“ eine Story geschrieben, die in den Bereich der SF gehört, in der der Weltraum noch eine Rolle spielt. Selten, und deshalb schon mal gut. Ein Außenposten-Rebell fliegt mit einem motorlosen Raumgleiter einen Frachter an, der Wasser geladen hat. Er will das Wasser entwenden und mit einer Weltraumschleuder zu dem Außenposten katapultieren. Die Physik ist interessant, die Handlung banal. Captain des Raumfrachters, eine junge Frau, verliebt sich in den Rebellen. Das Paar überwindet technische Hindernisse und verspricht am Schluss, sich wieder zu sehen.

Dann Robert Reed mit „The Good Hand“. Er zeichnet ein Bild, das nur dem Hirn eines Amis entspringen kann. Amerikaner greifen in Algier ein französisches Forschungsinstitut an. Die Franzosen halten einen US-Handlungsreisenden, den Protag, fest. Am Ende lassen sie ihn ziehen Die Handlung ist absurd, obwohl ein paar US-Senatoren alles zuzutrauen ist. Franzosen sind Amis suspekt, da die keine Lust haben, englisch zu sprechen und Amis nicht daran interessiert sind, französch zu lernen. Die Animosität gilt für beide Seiten. Amis sind in den Augen der Franzosen besserwisserische Kulturbanausen. Das hängt davon ab, so meine ich, wo man sich in den USA aufhält und mit wem man spricht. Doch je weiter man in das Zentrum der USA eindringt, und sich zum Beispiel in Arkansas aufhält, desto mehr Männer trifft man, die nur das amerikanische Pendant von „Wild und Hund“ oder „Fisch und Fang“ lesen und nicht wissen wo sich auf dem Globus Frankreich befindet. Dabei ist gegen Angeln nichts einzuwenden. Ich lese dann, zum Beispiel Asimov´s.

domenica, dicembre 20, 2009

Analog Science Fiction and Fact, Jan/Feb 2010

Obwohl ich Hard SF, wie sie in Analog geboten wird, am liebsten mag, lädt sie jedoch zum Querlesen ein. Technische Einzelheiten, oder Schilderungen, welche Hebel umgelegt werden, um zum Ziel zu kommen, ziehen eine Story über Gebühr in die Länge. H.G. Stratmanns „Thus spake the Aliens“ ist so ein Fall. In einer vorangegangenen Story des gleichen Autoren landet ein Paar auf dem Mars und wird von unsichtbaren Aliens mit übernatürlichen Kräften ausgestattet. Die Frau setzt alles daran, ihren Partner auszutricksen, weil sie fürchtet, er würde seine Macht zum Nachteil der Menschheit benutzen. Das wird ihr von den Aliens übel angekreidet und sie setzen den Mars auf eine andere Umlaufbahn und einen Kollisionskurs zur Erde.

In der neuen Story nun versuchen die beiden mit den Aliens in Verbindung zu treten, um das Unheil abzuwenden. Sie entdecken einen neuen Artifakt und nun sieht es aus wie in Jack Williamsons Romanen. Sie werden von einem Artifakt in den nächsten geschleudert, in andere Zeitzonen und Galaxien und landen eine Reihe von Seiten später wieder dort, wo sie am Anfang standen.

Mars und Erde sind gerettet. War ohnehin nur ein Test, und die Erdbevölkerung wird in die kosmische Gemeinschaft aufgenommen. Stratmann hat vierundzwanzig Seiten daraus gemacht. Ich meine, zwei hätten ausgereicht. Hm, sagen wir mal zehn, lol.

Analog hat auch schon 80 Jahre auf dem Buckel, rechnet man Astounding mit ein. Man sieht, der SF gehen die Ideen nicht aus.

Ben Bova ist fast genau so alt. In seinem Beitrag berichtet er, wie er zum Redakteur Analogs wurde und diesen Job machte, bis er sich wieder auf das Schreiben zurückzog und die Stelle 1978 an den Physiklehrer Stanley Schmidt übergab, der Analog noch immer durch SF-Gewässer steuert.

Richard A. Lovett schreibt diesmal in seinem Beitrag „Making Unrealty ring true: Writer´s Tricks to bring Stories to Life“, 1. Schreibe über das, was du weißt, 2. Weiß was es ist, was du weißt, 3. Benutze Einzelheiten, Details in deiner Geschichte, 4. Beschreibe Details aus deiner Erfahrung oder aus der Erfahrung anderer, 5. Sammle Infos, du weißt nie, wozu du sie einmal benötigst.

Das ist, so meine Meinung, sicher nicht verkehrt. Nur wenn der Mann so viel mehr weiß und das Wissen vor dem Leser ausbreitet, sollte es verständlich sein. Und damit haben einige Physiker-SF-Autoren hin und wieder Schwierigkeiten.

Wir haben zehn Zentimeter Schnee.

Das ist selten bei uns, es ist arschkalt und von einer globalen Erderwärmung merke ich nichts. Wie dem auch sei, in Kopenhagen haben sie ja auch nichts auf die Reihe gebracht. Wir sollten uns nichts vormachen. Nie bekommen wir etwas unter einen Hut. Wir sind nur höherentwickelte Tiere. Irgendwann werden Maschinen und Computer Ordnung in den Sauhaufen bringen.

domenica, dicembre 13, 2009

Fandom Observer 246

Zitiert aus der Friedrichsdorfer Woche. Es geht um ein paar Perry Rhodan Fans, die dem ersten Stadtrat von Friedrichsdorf eine Mappe mit Unterschriften überreicht haben. Sie wollten damit erreichen, dass eine Straße nach Karl-Herbert Scheer benannt wird. Autor Scheer, 1991 verstorben, auch Handgranaten Herbert genannt, da er in der deutschen SF Probleme mit Waffengewalt löste, war Vorsitzender der Stellaris Science Fiction Interessen Gemeinschaft und Perry Rhodan Autor. Neben Walter Ernsting war er eine der populärsten deutschen SF-Persönlichkeiten der damaligen Szene.

Das weitere wie üblich und aktuell: Film-, Fernseh-, Buch-, Comicbesprechungen.

giovedì, dicembre 10, 2009

Scientific American, June 2005

Ich hechle hinter den Ausgaben her und kann nicht behaupten, dass ich mich langweile. Linden Labs hat mir den Account von Klaus Lubitsch disabled. Hoffentlich bekomme ich heute eine Nachricht für den Grund. Der Avie hat doch in SL nur seinen Joint geraucht und sich am Sea Breeze Strand rumgelümmelt.

Zurück zur Ausgabe. Auch wenn sie ein paar Jahre alt ist, interessant ist sie trotzdem. Zu jener Zeit hatten die Redakteure Bush auf dem Kieker. Von der Industrie unabhängige Wissenschaft war nicht wohlgelitten. Er mochte die, welche Waffen modernisierte, Ausbeute von Petroleum erhöhte. Das brachte Steuern, die er in sinnlosen Kriegen verpulvern konnte. Wallstreet hat ihm dabei kräftig unter die Arme gegriffen und Millionen Menschen ärmer gemacht.

Ein Artikel behandelt „Suspended Animation“. Also Stasis, wie wir sie aus SF-Stories kennen. Obwohl Mäuse und Würmer in Stasis versetzt wurden, und man auf größere Tiere übergehen wollte, ist für Menschen noch nicht viel dabei herumgekommen und ich habe keine Lust, das Verfahren zu erläutern. Nur so viel: Hydrogensulfit, Schwefelwasserstoff spielt eine entscheidende Rolle dabei.

Interessant war auch der Artikel „Inconstant Constants“. Schon aus dem Grund, weil er offenlegte, dass sich Wissenschaftler für bizarre Themen erwärmen können und jahrelang die Frage zu beantworten versuchen: Wieso haben sich physikalische Konstanten im Laufe der Jahrmillionen verändert? Konstanten wie Lichtgeschwindigkeit, Newtons Gravitation, die Masse eines Elektrons etc. Die Antwort darauf schwebt im Raum. Und warum sind die Konstanten so wie sie sind? Keiner weiß es. Man nimmt an, dass Konstanten in Parallelwelten eine andere Qualität haben. Ändern sich die Konstanten, ändert sich die Natur selbst?

Ein weitere Artikel behandelt die Sprachausgabe von Computern. Auch hier ist das Optimum noch nicht erreicht. Im Flughafen von Atlanta verkehrt eine führerlose Bahn, deren knarzende Robotstimme von einer Frauenstimme abgelöst wurde. Warten wir auf HAL. Bei der Entwicklung geht es um Betonung, Pausen, Übergänge, Lautstärke. Kann nur vorgestanzt sein. Bis es soweit ist, dass Computer wissen, wann sie die Betonung ändern müssen, wird noch etwas dauern. Webseiten zu dem Thema:

http://www.research.ibm.com/tts/

http://www.speechtechmag.com/

“Obesity, an overblown Epidemy?” Der Autor meint, Übergewicht ist nicht so gefährlich wie behauptet wird. Vielmehr wird Furcht erzeugt und der Schlankmacherindustrie Beistand geleistet. Er stellt Statistiken gegenüber, von denen einige aussagen, dass etwas Übergewicht bei älteren Menschen lebensverlängernd sein kann. Soll ich mir nun eine Wampe anessen?

„Making cold Antimatter“. Antimaterie, auch ein Begriff in SF. Träfe ein Gramm Antimaterie auf Materie gleichen Gewichts, würde Energie der Größenordnung von 40 Kilotons TNT freigesetzt, die ein Jahr fast 5000 Haushalte versorgen könnte. Nur hat bisher noch niemand Antimaterie in der Natur entdeckt. In Teilchenbeschleunigern kann sie jedoch erzeugt werden. Antiwasserstoffatome, zu deren Erzeugung Positronen und Antiprotonen benötigt werden. Als Quelle dafür wird Sodium 22 verwandt, das pro Sekunde 200 Trillionen Positronen freisetzt. Das sind Zahlen. Mit 550 Kilo-ElektronenVolt, gleich einer Temperatur von sechs Milliarden Grad Celsius. Es geht darum, Positronen so zu verlangsamen, dass sie sich der Geschwindigkeit von Antiprotonen angleichen. Im Universum herrscht ein Ungleichgewicht zugunsten normaler Materie. Wie das zustande gekommen ist, entzieht sich bisher jeder Erklärung.

Es gibt noch zwei weitere Artikel. „The Morning of the modern Mind“ und „Doubt in their Product“. Im ersten geht es um die Zeit, in der Menschen einen Intelligenzschub bekamen. Neue Erkenntnisse belegen, dass es nicht erst, wie vorher angenommen, vor 45000 Jahren, sondern schon viel früher passierte. Ich merke da nicht viel von, lol. Irgendwann sollte mal ein neuer Schub kommen, sonst haben uns in ein paar Jahrzehnten die Maschinen überholt.

Der zweite Artikel beschreibt, wie es der Industrie gelungen ist, wissenschaftliche Untersuchung von Produkten durch Gegenuntersuchungen in Zweifel zu ziehen. Das ist besonders bei Medikamenten der Fall. In der Tabakindustrie hatte es auch am Anfang funktioniert; doch wurden Fakten, die gegen das Nikotin sprachen, übermächtig. Es klappte auch nicht bei den Brustimplantaten. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen. Doch war es besonders unter der Bush-Administration der Industrie gelungen, Untersuchungen zu ihrem Vorteil auszulegen und den Zeitraum zumindest zu strecken, wenn es darum ging, schädliche Medikamente zu vertreiben. Denken wir an das Schmerzmittel Viox.

martedì, dicembre 08, 2009

Christopher Lee wurde am 30. Oktober von Prince Charles zum Ritter geschlagen

Am 26. November wurde Frederik Pohl 90 Jahre alt.

Quelle: David Langfords Ansible

domenica, dicembre 06, 2009

Interzone 225, Dec. 2009

Conlin Harvey’s “The Killing Streets” ist Dark SF. Typisch Interzone. Thom ist mit Marian verheiratet. Er ist arbeitslos, sie arbeitet in irgendeiner anonymen Behörde. Im Boden unter Straßen und Gebäuden leben Snarks, aus einem Labor entflohene Biowaffen. Unvorhersehbar tauchen sie auf, ziehen Menschen zu sich hinab, schälen Anzüge und Kleider von ihren Leibern und fressen sie. Thoms Geliebte Liv ist kinderreich und arbeitslos. Mary drängt Thom, dass er seine Zeit zur Pflege seiner kranken Tante verwendet. Er stellt fest, sie hat die Black Tongue Pest, die seit einiger Zeit in der Stadt grassiert. Bald macht sich die Pest auch bei ihm bemerkbar. Er stoppt Marian auf der Straße. Sie selbst wurde von ihrer Behörde geimpft, hat es zugelassen, dass er sich ansteckte, um die Krankheit auf seine Geliebte zu übertragen. Tom bittet um das Impfserum, dass sie ihm nicht geben will. Er hält sie fest und trampelt auf dem Boden herum, um die Snarks anzulocken. Marian bricht in Panik aus und verspricht ihm das Serum für eine Person. Er entläßt sie, nachdem sie ihm versprochen hat, Liv das Serum zu geben, und Thom wartet, dass ihn die Snarks in die Erde zerren.

Wie man sieht. Keine Raumschiffe, keine weiteren Himmelskörper, aber Drama, Spannung, von Menschen verschuldetes düsteres Erdszenario.

Die Story „Here we are, falling through Shadows“ ist ähnlich. Auch hier wird eine Stadt heimgesucht. Hier durch Rippers, die aus einer anderen Dimension auftauchen und Opfer in ihren Körpern integrieren. In „Funny Pages“ hingegen wirken mit Super-Power ausgestattete Cartoon Character, die sich gegenseitig bekämpfen. Dann die Dark Fantasy „Bone Island“, in der zwei Hexen aufeinander treffen und Unruhe in dem einst so friedlichen Eiland auslösen.

Nick Lowes Filmbesprechungen „Mutant Popcorn“ sind für Nichtengländer und Nichtintellektuelle wie mich schwer zu verstehen. Was hat er nun gemeint?, frage ich mich bisweilen. Man sieht, die Zielgruppe von Interzone ist weit gespannt. Manche können sich wohl einen Reim aus den Rezensionen machen. Ich versuche dahinterzukommen. Oft vergeblich. Kein großer Nachteil, da die Stories selbst Anreiz genug sind, das Abo fortzusetzen.