Coversong Roads

martedì, agosto 13, 2013

Fantasy & Science Fiction, July/Aug 2013


 
Fantasy & Science Fiction, July/Aug 2013

Von Science Fiction sehe ich nicht viel und die Ausgabe ist 250 Seiten stark. Die SF war etwas abartig.

Ein Chirurg entführt Patienten, die auf eine Gallensteinoperation vorbereitet werden, in eine andere Dimension, entfernt die Steine ohne zu schneiden und transportiert die Patienten wieder zurück. Die Steine werden als Delikatesse weiterverkauft.

Die kürzeste Story „Half a Conversation, overheard while inside an enormous sentient Slug“ von Oliver Buckram hat mir am besten gefallen. Der Butler, eine Riesenschnecke, wird wegen des Mordes an Lord Ash verhört. Der Butler hat ein Alibi, er befand sich zum Zeitpunkt des Mordes mit Mrs. Moncrieff in der Küche, denn zum Abwaschen benutzt er sein Verdauungssystem. Das Geschirr kommt am Ende blank und glänzend aus seinem After.

Der Butler erzählt dem Inspektor etwas über den miserablen Charakter von Lord Ash. Auch Lady Ash, die der kürzlich heiratete, litt darunter. Nach dem Schuss fanden Mrs. Moncrieff und der Butler Lady Ash über dem Leichnam ihres Gatten mit einem Gewehr in der Hand.

Der Leser bekommt heraus, dass Lady Ash, nicht wie die Schnecke andeutet, danach Selbstmord beging, sondern sich in ihren Gedärmen verbarg, um mit ihr die Heimreise mit der „Empress of Rigel“ anzutreten.

sabato, agosto 10, 2013

Hanford


Hanford, ein Wahnsinnsprojekt.

Ich las gerade mal wieder etwas über Hanford in der „Business Week“.

Und YAYYYY; 2002 schrieb ich schon mal eine Kurzgeschichte darüber. War ich gut oder wie oder was?

1944 – 1989 wurden dort 74.000 Tonnen Plutonium hergestellt. 450 Milliarden Gallonen (1 Gallone = 4 Liter) industrieller und radioaktiver Abfälle in den Boden versenkt.

177 Tanks befinden sich unter der Erde mit Chemikalien und radioaktiven Flüssigkeiten. 66 davon sind zerborsten. Der Artikel, den ich las, beschreibt die Arbeit eines Unternehmens, das Atomreaktoren, Aufbereitungsanlagen dort zerlegen und dekontaminieren soll. Eine Jahrhundertarbeit.
 
Und hier nun meine Story.

Hanford

“Also, ich meine, ein fünfzig Kilo schwerer Lachs ist schon was, worüber man schreiben kann.”
Ted MacLannon hielt inne und wartete auf Bobs Reaktion, doch der blickte der Kellnerin nach. Resigniert griff MacLannon nach seinem Bier.
“Und wenn zwei solcher Viecher in einer Woche gefangen werden, ist es was, worüber man schreiben muss. Bob, hörst du überhaupt zu? Nun sind aber fünf von ihnen an Land gezogen worden. Also, ich fühle mich verpflichtet, der Sache auf den Grund zu gehen. Was meinst du?”
“Wie? Äh, ja, da hast du Recht.”
Die Kellnerin war verschwunden. Sie blickten durch das Fenster auf die vom Nieselregen verschleierte Strasse und hingen ihren Gedanken nach.
“Also,” MacLannon erhob sich und legte ein paar Dollar auf den Tisch. “Also, ich meine, ich sollte einen dieser Angler aufsuchen. Du kannst mitkommen, wenn du willst.”
“Wie? Mitkommen? Ich sage nur eines: Hanford.” Bob blickte bedeutungsvoll auf MacLannon, dann kam die Kellnerin wieder von den Tischen zurück.
“Ted, ich glaube, es geht nicht. Ich habe zu viel um die Ohren.”
MacLannon grinste. Die Frau war verheiratet.
“Möchtest du wohl, was?” Dann stand er auf der Strasse.

Er nahm die 82 und fuhr in südöstliche Richtung, auf Richland zu. Der graue Pontiac glitt durch das herbstlich trübe Wetter. Grau auch der Himmel, dann der Regen, die eintönig gerade Strecke. MacLannons Gedanken wanderten. ‘Ich sage nur eines: Hanford’, hatte Bob gemeint.

Der Mann hiess Tom Haynes.
“Also, von der Seattle Times sind Sie? Das was ich Ihnen jetzt zeige, ist kein Anglerlatein.” Der vierschrötige Mann deutete auf ein grosses Foto an der Wand. MacLannon trat dichter heran. Auf dem Bild hielt der Angler lachend einen Riesenlachs in den Armen.
“Herzlichen Glückwunsch zum Fang,” meinte MacLannon und griff nach seiner Kamera.
“Lassen Sie mich ein Foto machen, von Ihnen, dem Foto mit Ihnen und dem Fisch. Das bringen wir im Lokalteil. Wo haben Sie ihn erwischt?”
“Im Columbia River, unterhalb des Bonneville Staudamms. Es war ein Quinnat.
Er schaffte es nicht über die Fischtreppe.”
“Hanford. Was meinen Sie?”
Der Angler zuckte mit den Schultern. “Kann sein, meine Frau und ich haben ihn trotzdem gegessen. Der Nächste wird ausgestopft und kommt an die Wand, da können Sie Gift drauf nehmen.”
“Vielleicht reicht schon eine Besuchertour, ” meinte MacLannon, verabschiedete sich und ging.
“Wenn ihr Leute aus der Stadt jetzt zur Halloweenzeit an Riesenkürbissen interessiert seid, dann fahrt zu Ben!,” brüllte Haynes hinter ihm her und zeigte die Strasse entlang.
“Der wohnt zwanzig Meilen weiter. Ihr könnt ihn nicht verfehlen. Der Einzige, der da noch lebt!”
Bevor MacLannon fragen konnte, was mit den anderen sei, war Haynes in seinem Haus verschwunden.

Fünf Jahre bleibt der Quinnat-Lachs im Pazifik, dann kehrt er zurück, wandert seinen Fluss hoch um zu laichen, dort, wo er einstmals aus dem Ei schlüpfte. Der Columbia River fliesst zweiundachtzig Kilometer durch Hanford.

Gelbrötliche Riesenkürbisse, grösser als Medizinbälle, farbige Tupfen auf dunkelbraunen Äckern. MacLannon spähte angestrengt durch den Regen. Ein Haus tauchte aus dem Dunst, und er hielt an. Der Vorgarten war verwildert, das Gras nicht gemäht. MacLannon stieg aus, ging zum Eingang und klopfte. Keine Antwort. Die Tür war angelehnt, Staub lag auf den Möbeln. Hier wohnte schon seit längerer Zeit niemand mehr. Muller stand auf dem Namensschild. Er ging um das Haus herum. Ein Husky lag auf dem Boden, alle Viere von sich gestreckt, abgemagert, tot. Dunkelbraune Flecken durchsetzten sein hellgraues Fell.

MacLannon fuhr weiter. Ihm war nicht wohl. Er sah eine heruntergekommene Holzhütte und einen Schuppen, davor einen alten Traktor mit Anhänger, einen Pick-Up, zwei Männer in Regenmänteln. Sie holten Kürbisse aus dem Anhänger und luden sie um. Einer von ihnen stieg in den Laster und fuhr davon. Der andere, ein kahlköpfiger, blasser Mann, humpelte auf MacLannons Wagen zu. MacLannon liess die Scheibe herab.

“Sind Sie Ben? MacLannon von der Seattle Times. Tom Haynes schickt mich zu Ihnen. Er meint, Sie hätten die grössten Kürbisse hier in der Gegend. Wie kommt das?”
“Weil sonst niemand mehr in der Gegend ist, um Kürbisse anzubauen,” antwortete der Mann mürrisch.
MacLannon kletterte aus dem Wagen und vertrat sich die Beine. Er sah, wie Wasser vom Dach rieselte und sich in einer Pfütze sammelte.
“Wo sind Ihre Nachbarn hin?”
“Weiss nicht. Wolln Sie nen Kürbis?” Der Mann zwang sein Gesicht zu grinsen. “Halloween. Halloween Kürbis.”
“Was ist mit der Familie Muller?”
“Weiss nicht. Wolln Sie nen Kürbis?”
“Passt nicht in meinen Kofferraum.” Er hörte das Miauen einer Katze und blickte nach oben. Sie kauerte auf dem Dach des Schuppens, sah ihn an, sprang auf den Anhänger, von dort auf den Boden. Vollkommen durchnässt, kaum war ihr graues Fell zu erkennen, strich sie um MacLannons Beine und schnurrte. Vital, und doch nur ein Bündel aus Haut und Knochen mit dunkelbraunen Flecken.
“Was hat sie denn?”
“Roxy ist krank. Manchmal ist sie tagelang weg, dann muss ich sie suchen gehen. Ich bin wohl auch krank, immer so müde.”
“Ben, Sie bringen sie besser zum Tierarzt.”
“Ich kann hier nicht weg. Die würden mich mitnehmen. Sie beobachten mich.”
“Wer?”
“Die Ausserirdischen.”
“Ausserirdische?”
MacLannon ging zu seinem Wagen und holte Zettel und Bleistift hervor.
“Ben, malen Sie mal auf, wie die aussehen.”
Regen tropfte auf das Papier. MacLannon beobachtete verblüfft, wie schnell Ben Figuren auf das Blatt brachte. Figuren ohne Gesicht, Figuren in Raumanzügen.
“Ben, wenn Sie hier nicht weg können, wovon leben Sie denn?”
“Von meinem Gemüse. Es wächst sehr gut, kommen Sie, und ich hab auch einen Brunnen.”
Ben ging voran. Rötliche Karotten ragten zwanzig Zentimeter aus der Erde und bildeten mit ihren Trieben eine Barriere, hinter der Salatköpfe so gross wie Fussbälle heranwuchsen. Dahinter bildeten sich faustdicke Erbsen- und Bohnenschoten in dichtem Rankwerk, durch das gelbe Gurkenblüten leuchteten.
“Wie machen Sie das, Ben?”
“Ich rede mit ihnen, den Pflanzen. Aber es ist die Erde. Sie meint es gut mit mir. Ich will hier auch nicht weg.”
“Und Ben, die Familie Muller, die wollte doch sicher auch nicht weg.”
Ben trat von einem Bein aufs andere. Er starrte auf den Boden, auf das Wasser, das aus der Regenrinne schoss, auf die Pfütze, die sich ihren Füssen näherte, dann blickte er auf MacLannon. Seine Augen schienen ohne Leben.
“Sie waren tot. Ich habe gesehen, wie sie sie mitgenommen haben. Den Jack, die Stacy, und die beiden Kinder.”
“Wer?”
“Die Ausserirdischen.”

Als MacLannon die Strasse zurückfuhr, sah er ein Hinweisschild. ‘Hanford Besucher-Zentrum’. Er bog ab.
Eine junge Frau füllte einen Prospekt-Ständer. MacLannon blieb unschlüssig stehen und sah ihr zu. Es war alles so schrecklich normal. Warum fühlte er sich so beklommen? Rechts vom Empfangstresen standen zwanzig leere Sessel, wie in einem Kino aufgereiht. Er trat näher heran, sah eine Leinwand, ein Schild, einen Knopf. MacLannon las: ‘Virtuelle Tour. Bitte drücken.’
“Willkommen in Hanford,” säuselte eine Frauenstimme, “folgen Sie uns auf unserer Virtuellen Tour.”
Auf der Leinwand erschien eine Landkarte mit 21 durchnumerierten Arealen. 
“Hanford umfasst 1450 Quadratkilometer Steppe und Sand mit Salbeisträuchern
am Columbia River im Südosten des Staates Washington. Das Gebiet wird vom Energieministerium, dem Nachfolger der Atom Energie Kommission, verwaltet.
Als Plutonium Produktionsstätte spielte Hanford über mehr als vierzig Jahre eine wichtige Rolle in der Nuklearverteidigung unserer Nation, beginnend mit dem Manhattan Projekt der Vierziger Jahre. Heute ist es Schauplatz der grössten Atommüllentsorgungsinitiative.”
Atomreaktoren, Plutoniumaufbereitungscanyons, Trainingsplätze, Wissenschaftliche Versuchsanstalten auf der Leinwand und Erklärungen aus unsichtbaren Lautsprechern. Der Film stellte einen stillgelegten Reaktoren nach dem anderen mit seinen technischen Daten vor, und MacLannon schlief in seinem Sessel ein.

“Wachen Sie auf, Sir, ich muss jetzt schliessen.”
Jemand rüttelte ihn aus dem Schlaf. Die Angestellte des Besucher-Zentrums lächelte freundlich. “Kann ich noch etwas für Sie tun, Sir?”
“Wie heissen Sie, schöne Frau? Wie wäre es mit einer Privatführung?”
“Lorie. Führungen werden durch unser qualifiziertes Personal durchgeführt, mein Herr. Nächsten Donnerstag habe ich noch Plätze frei. Darf ich Sie eintragen?”
“Ich weiss nicht. Ist das nicht gefährlich?”
“Keineswegs, Sir. Verstrahlte Gebiete werden weiträumig umfahren.”
MacLannon liess sich von Lorie die Tour sowie die verseuchten Gebiete auf der Karte zeigen, steckte den Plan in die Jackentasche und verabschiedete sich.

Einige Tage dauerte es, dann kam der Geigerzähler mit der Post. MacLannon fuhr wieder los. Die Kürbisfelder tauchten auf. Er liess seinen Wagen bei Ben stehen, schnallte das Messinstrument an seinen Gürtel, nahm seine Kamera, und gemeinsam gingen sie an den Warnschildern vorbei in das Areal. Niemand hinderte sie daran.
“Ben, wo hat sich Roxy meistens aufgehalten?”
“Auf dem Berg.” Ben zeigte auf das vor ihnen liegende Plateau. Sie gingen darauf zu. Der Geigerzähler fing an zu klacken.
“Wir laufen besser,” meinte MacLannon. “Sollten uns nicht zu lange der Strahlung aussetzen.” Er rannte los, dann drehte er sich zu Ben um. Der humpelte, so schnell er konnte, hinter ihm her. Der Geigerzähler ratterte immer schneller, je mehr sie sich der Anhöhe näherten. Nicht gut, dachte MacLannon und lief keuchend den Abhang hoch. Er wandte sich um, sah, dass Ben Mühe hatte, ihm zu folgen und rief ihm zu: “Laufen Sie zurück, Ben. Ich mache allein weiter. Noch eines: Wo sind die Ausserirdischen hergekommen?”
“Von dort.” Ben zeigte nach rechts. MacLannon wandte sich um. Hinter einigen Krüppelkiefern ragte ein flaches, weisses Gebäude hervor.
MacLannon rannte weiter, blickte kurz zurück, sah wie Ben humpelnd zwischen den Sträuchern verschwand. Motorengeräusche drangen durch das Rauschen des Regens. Er wandte sich um, lief ihnen entgegen, dann hechtete er hinter einen Felsen, als er den Laster sah, der sich die Anhöhe hochquälte. Er hatte riesige Glasklötze geladen.
MacLannon zückte seine Kamera und knipste, bevor der Wagen in einem gigantischen Stollen verschwand. Der Geigerzähler klackte ohne Unterbrechung. MacLannon rannte über die Fläche des Plateaus. Die Strahlung liess nach, als er den Abhang hinablief und sich dem weissen Gebäude näherte.
‘Verglasungsanstalt’. MacLannon passierte das Schild vor dem Eingang und ging hinein. Im Flur war niemand. Er öffnete die erste Tür. Der Raum war leer, bis auf einige Strahlenschutzanzüge an der Wand. MacLannon zog seine Schuhe von den Füssen, den Geigerzähler vom Gürtel, nahm einen Anzug vom Haken und schlüpfte hinein. Er trat in den Flur. Als er die nächste Tür öffnete, spürte er einen heftigen Schlag auf dem Kopf, dann wurde es dunkel um ihn.

Es rüttelte heftig, als er wieder zu sich kam. Einige Sekunden blieb er mit geschlossenen Augen stehen. Stehen? MacLannon erschrak und riss die Augen auf, versuchte sich zu bewegen. Etwas hinderte ihn daran, und das Atmen fiel ihm schwer. Panik befiel ihn, als die Landschaft wie unter Glas an ihm vorüberzog. Unter Glas? Er stand in einem Glasblock, zwischen anderen gleicher Grösse, auf der Ladefläche eines Lasters, der dem Plateau entgegenholperte. Wie lange reichte die Luft? Er versuchte, sich an den Hals zu fassen. Es ging nicht! Ihm wurde schwarz vor Augen, und er fiel in ein bodenloses Loch.

Dunkelheit umgab ihn, als er wieder erwachte. Nicht ganz, die Blöcke strahlten ein schwach bläuliches Leuchten aus. Die Erinnerung kam zurück. Er versuchte sich zu bewegen. Ohne Erfolg, er steckte in dem Glasblock! Das Blut dröhnte in seinen Ohren. Sein Kopf schmerzte. Wo befand er sich? In einer Atommülldeponie? Das Leuchten, war es radioaktiver Zerfall von Cesium 137 und Strontium 90 im Wasser? Hatte er nicht so etwas gelesen?
MacLannon blickte genauer hin. Das Blut gefror in seinen Adern. Bläulich leuchtende Kadaver! Sie befanden sich in Glasblöcken, genau wie er! Standen um ihn herum, wie eine Armee entseelter Zombies, doch sie waren ohne Leben! Bestand der menschliche Körper nicht zum grössten Teil aus Wasser? Das Grauen schnürte sein Innerstes zusammen. Er schloss die Augen, wollte das schreckliche Bild verdrängen, doch sah er weiter ihre eingefallenen Gesichter. Sie waren auf ihn gerichtet, als ob sie dachten: ‘Bald bist du einer von uns.’
Er atmete flach. Wieso konnte er es überhaupt noch? Ein dumpfes Geräusch. MacLannon drehte die Augen nach oben. Roxy! Die Katze stand über ihm. Wie von Ferne hörte er ihr Miauen.
MacLannon schloss die Augen, versuchte seinen Atem anzuhalten und an nichts zu denken. Es klopfte. Wieviel Zeit war vergangen? Halluzinierte er? Ben stand vor ihm und rief ihm etwas zu, dann verschwand er wieder.
Heftige Schläge weckten MacLannon wieder auf. Das Glas zerbrach unter Hammerschlägen, MacLannon schnappte nach Luft und fiel zu Boden. Mit letzter Kraft griff er zur Kamera, die neben ihm lag und blieb einige Minuten liegen, dann richtete er sich auf, fotografierte mit zitternder Hand die Leichen um sie herum.
“Das ist Muller mit seiner Familie, und dort sind die anderen Nachbarn.” Bens Stimme bebte, als er auf ein paar leuchtende Glasblöcke zeigte. Ein Mann, eine Frau, zwei Kinder. Dann zehn weitere Leichen in Glascontainern.
Ben blickte MacLannon an. “Ich habe Angst, aber ich gehe nicht von zu Hause weg.”
“Mir fehlen die Worte!” MacLannon schluckte, er brachte nichts mehr hervor. Seine Augen fuellten sich mit Tränen. Mühsam erhob er sich, er wankte. Ben und MacLannon stützten sich gegenseitig, als sie den Stollen verliessen. Es dauerte eine Ewigkeit, bevor sie die Hütte erreichten.
“Du weisst nichts, Ben. Hast nichts gesehen, nichts gehört. Sie werden dir nichts tun.” MacLannons Stimme war heiser geworden. Er schnaufte, als er in seinen Wagen stieg.
“Ich habe dies hier,” er hielt seine Kamera hoch und fuhr nach Seattle zurück.

Als MacLannon am nächsten Morgen die Redaktion aufsuchte, fühlte er sich, als habe er nächtelang nicht geschlafen.
Er trat ohne anzuklopfen in das Büro seines Chefs und hielt sich an der Tür fest.
“Was ist, Ted. Fühlen Sie sich nicht wohl? Sie sehen bleich aus.”
“Hanford hat Leichen im Stollen, Boss,” fluesterte MacLannon heiser. “In Glascontainern. Ich habe es aufgenommen.”
Er hielt seine Kamera hoch.
“Mann, lassen Sie das Material sofort entwickeln.”
“Tut mir leid, Ted.” Der Mann vom Labor schüttelte bedauernd den Kopf.
“Der Film ist geschwärzt, es ist nichts zu erkennen.”
Die Strahlung! Es war alles umsonst! MacLannon wurde übel, er musste sich setzen. Er stützte seinen Kopf in beide Hände und starrte vor sich hin. Konnte er so leicht aufgeben? Sie hatten sie gesehen, Ben und er. Bens Nachbarn, als Leichen, als Kadaver, aus sich heraus leuchtend. Das musste an die Öffentlichkeit.

“Sheriff, Sie müssen mir glauben. Hanford hat Leichen eingeglast, sie stecken in Glascontainern. So glauben Sie mir doch. Ich kann es Ihnen zeigen, und ich bin nicht der Einzige, der das gesehen hat.”
“Nun gut, ich habe von dem neuen Verglasungsprozess gehört. Und ich wünschte, wir könnten den gesamten menschlichen Abfall auf diese Art beseitigen.” Der Sheriff lachte meckernd. “Aber das, was Sie jetzt erzählen. Mann, Sie müssen einen über den Durst getrunken haben. Doch gehen wir der Sache nach. Sind wir nun bürgerfreundlich oder was?” Er winkte einen Polizisten herbei.
Sie fuhren zu Bens Hütte. Die Tür war unverschlossen, von Ben keine Spur. War er auf der Suche nach Roxy? Die lag auf dem Dach und sah auf die beiden Männer herab.
MacLannon führte den Polizisten zur Verglasungsanstalt. Dort gaben ihnen freundliche Leute zwei Strahlenschutzanzüge und geleiteten sie in den Stollen.
“Fehlanzeige. Mann, wo sind denn Ihre Leichen? Sie haben halluziniert.” Der Polizist schüttelte den Kopf. Das bläuliche Leuchten rührte vom Cesium 137 und Strontium 90 im Wasserbad, das durch Glascontainer strahlte.

“Ted, gehen Sie nach Hause und machen ein paar Wochen Urlaub. Sie sollten ausspannen,” meinte sein Boss.
Besser so, dachte MacLannon, als er in seiner Wohnung sass. Ihm ging es nicht gut. Bald fand er jeden Morgen immer mehr Haare in seinem Kamm. Deprimiert stellte er fest, die Mission, die hinter seinem Reporterberuf stand, war ihm abhanden gekommen. Wahrheit, Lüge, Recht, Unrecht, was interessierte noch? Täglich wurde er schwächer, apathischer, und als MacLannon sich mit letzter Kraft aufmachte, Ben zu besuchen, war er so kahl wie dieser; doch Ben war nicht mehr da.
MacLannon blieb in dessen Hütte. Roxy hatte sieben Leben. Mit müden Augen sah er, wie sie, trotz ihres schäbigen, zerfressenen Felles, nichts von ihrer Energie verloren hatte, und sie liess ihn nicht allein. Sie begleitete ihn, wenn er die Kürbisse vom Feld holte, um diese an ignorante Seelen zu verkaufen.
Er ernährte sich von dem Riesengemüse, trank Wasser aus dem Brunnen, während Roxy Mäuse herbeischleppte und sie MacLannon zeigte. Heute war ein besonderer Tag. Stolz legte Roxy ihm eine Maus mit zwei Köpfen vor die Füsse.








venerdì, agosto 09, 2013

Interzone 247

 
Interzone 247, July/August 2013

Dem britischen Sf-Magazin sind die britischen Autoren ausgegangen. Diese Ausgabe enthält Stories von mir unbekannten amerikanischen. Sie sind nicht berauschend, aber auch nicht schlecht. „Just as 
good“ von Jacob A. Boyd ist eine davon.

Man kennt die kleinen Holzhäuser, in denen die meisten US-Amerikaner wohnen, zumindest vom Fernsehen. Die mit vielen dysfunktionalen Familien und herumliegenden Schießprügeln. Bei der aus der Story hat sich der Vater verflüchtigt und die Mutter mit zwei Töchtern zurück gelassen. Dann steht auf einmal „The Exchange“ mit Roger, dem Exchange-Boten vor der Tür. „The Exchange“, der Tauscher, eine bärenähnliche Gestalt, sucht ein Möbelstück aus, das er mitnehmen will. Dafür lässt es ein fremdes im Haus zurück. Ein Austausch. Tage später wird die Mutter ausgetauscht. Monate später ist die Protag, die älteste Tochter dran. Warum die Exchange so etwas machen und woher sie kommen, wird nicht erklärt. Vielleicht ganz gut so; denn eine Erklärung in der Geschichte hätte deren Spannung sicher zerstört, die sich bis zum Ende aufgebaut hat.

Zu NSA unplugged

Ich lasse meine Story "NSA unplugged" am Schreibwettbewerb der Schreib-Lust teilnehmen.

Dort befinden sich einige Experten, die besser Deutsch können als ich. Ich verlerne die Sprache langsam durch meinen langjährigen Auslandsaufenthalt. Aber es geht noch. Das meiste, was mir von den Kommentatoren im Forum um die Ohren gehauen wurde (na ja, so schlimm war es auch wieder nicht), waren Flüchtigkeitsfehler. Aber ich schrieb Krawatte mit v und Karnickel ohne r. So langsam geht's los :-).

Ich habe die Story im Blog gegen eine verbesserte ausgetauscht.

lunedì, agosto 05, 2013

Phantastisch 3/2013


Phantastisch 3/2013

Das Vorwort startet mit „Liebe Freunde des phantastischen Genres“. Bin ich doch gar nicht. Trotzdem bringt „Phantastisch“ auch einige Beiträge, die mich interessieren. Und es ist ja nicht alles Fantasy, das dort besprochen wird. Horst Illmer zum Beispiel berichtet auch über SF-Hörbücher. Nicht dass ich mir welche zulege. Ich habe genug mit portugiesischen Vokabeln zu kämpfen, aber darum geht es ja auch gar nicht.

Es gibt Interviews mit Oliver Plaschka, Steven Brust, Andrea Bottlinger und Edward Lee. Dann über Fantasy von David Falk, Steven Brusts Vlad Taltos Serie, Wild-West Horror von Joe R. Lansdale, den Autoren Lavie Tidhar, Comics „Dames in the Atomic Age“. Sonja Stöhr zum Grimm Jahr. Die Gebrüder Grimm hatten vor 200 Jahren ihre „Kinder- und Hausmärchen“ herausgebracht. Und was ich interessant fand, war der erste Teil eines Essays von Achim Schnurrers „Schlaraffenland: Die Wegbeschreibung. Ein kurzer kultur- und ideengeschichtlicher Streifzug von der Antike bis heute“. Stark, habe eine Menge dazugelernt. Allein wegen dieses Beitrages lohnt es sich, „Phantastisch“ zu beziehen. Und das Abo für vier Ausgaben ist preiswert.

Es gibt etwas über den Phantasten-Stammtisch, den ein Phantastik-Reporter besucht, um heraus zu bekommen, warum es der deutschen Phantastik nicht besonders gut geht. Es gibt ein Gespräch mit den Stammtischlern Joachim Körber, Tim Lemke, Jens Schumacher, Christian Humberg. Ein paar Punkte tauchen auf, an die man als Autor denken sollte. „Self Publishing“ ist gut und schön, nur es gibt keinen Vorschuss. Es sei denn, man moved Geld von seiner linken in seine rechte Hosentasche, lol. Und warum SF in Deutschland auch nicht berauschend viel Leser findet, meint Körber: „Weil Zukunft für uns Gegenwartsmenschen nichts mehr ist, mit dem wir große Hoffnungen verbinden.“

Ist ja was dran. Liegt aber auch an der Globalisierung, an den Medien. Wenn in Bangla Desch eine Fabrik zusammen kracht, zieht sich das hin bis zum Textilverkäufer. Früher wäre es eine knappe Randnotiz gewesen. Auch in Europa wird zu viel Mist gebaut. Zumindest in den südlichen Ländern. Das hat Rückwirkungen auf alle möglichen Länder. Die Verknüpfungen sind enger geworden.

Auch, wenn man das in unserer Zeit in Europa für nicht gut hält. Die USA, China und Länder wie Russland, Singapur kümmern sich einen Dreck darum, was die anderen von ihnen halten und haben es dadurch einfacher. Ein Schuss Arroganz hilft, lol.

Horst Illmer bringt einen Nachruf auf Jack Vance. Ich kann mich daran erinnern, in jungen Jahren auch etwas von ihm gelesen zu haben. Ich kenne Romane und Stories von fast allen SF-Autoren, die damals populär waren. Ich machte meine Lehre in den Büros einer Bahnhofsbuchhandlung mit Filialen und dem angeschlossenen Großhandel. Wir führten Fawcett, Signet, Ace Taschenbücher aus den U.S.A ein, um sie in den Buchhandlungen zu verkaufen. Ich bekam 30 % Personalrabatt drauf und verkaufte sie über mein Nachrichtenzine „Goshoboyoboy“ weiter. Waren noch Zeiten....

Zum Schluss gibt’s noch einen Artikel über Ray Harryhausen und Gerry Anderson. Puppet-Master fürs Kino und fürs Fernsehen.

NSA unplugged

Mal wieder eine Story verzapft. Hier ist sie:

NSA unplugged

Klaus Eylmann

“A1, A3 bis B6”. Der Mann hinter der Theke ließ sich beim Gläser putzen nicht stören. „Einer dieser Zugangscodes muss in Ihrer Personalakte verzeichnet sein, damit Sie bei der NSA überhaupt was einsehen können.“

„Ich bin nur auf der Durchreise, hätte mich jedoch interessiert, da mal einen Blick rein zu werfen. Der Bau sieht ja wie ein Borg-Raumschiff aus.“
„Ja, ja, die Borg. Resistance is futile. Es gibt gewisse Ähnlichkeiten.“ Der Wirt stellte das letzte Glas ins Bord. Eine junge Frau in Shorts setzte ihr Tablett auf die Theke. „Pitcher und fünf Gläser.“
„Haben die Besichtigungen?“, fragte ich.
„Einen Tag der offenen Tür“. Der Mann öffnete den Zapfhahn und ließ Bier laufen. “Der ist aber erst in zwei Monaten.“

Hinter mir klackerten Billardkugeln. „Sind Sie von der Army?“ Ein schmächtiger Mann setzte sich neben mich.“
„Nee, auf der Durchreise. Und Sie?“
„Geschäftsreisender.“ Er stellte einen kleinen braunen abgewetzten Koffer ab. „Zwei Bier“, sagte er dem Wirt, nahm den Koffer, hob ihn auf die Theke und öffnete ihn. Die Frau zog mit Tablett, gefülltem Pitcher und den Gläsern ab.
„Hier in Fort Mead gibt es elftausend Armeeangehörige und Sie sind keiner. Na so was.“ Der Mann grinste. Glaubte der mir nicht? „Übrigens, ich heiße Smith, John Smith“.
„Angenehm. Hans Meier aus Deutschland“, erwiderte ich.
„Das, was Sie hier sehen...“ Der Wirt beugte sich über den Koffer, grinste und machte sich wieder daran Biere einzuschenken. „Wissen Sie, dass wir hier ein Oktoberfest haben?“, rief er herüber.
„Mit Originalkapellen aus Bavary“, fügte er hinzu.
„Das, was Sie hier sehen, ist ein ADE 651. Erfunden von Wade Quattlebaum in South Carolina.“ In dem Koffer befanden sich, eingelassen in dunkles Styropor, ein schwarzer Apparat mit Handgriff, eine Stabantenne, eine Box mit Pappstücken im Kreditkartenformat.
„Es ist ein Quadro Tracker Positive Molecular Locator. Ursprünglich war es ein Golfball Detector.
Golfbälle fliegen ja oft irgendwo hin, wo man sie nicht wiederfindet.“ Der Mann schien Feuer und Flamme. Er zog eine der Pappkarten aus der Box.
„Diese Suchkarte enthält einen programmierten Chip und Moleküle des gesuchten Objekts. Wenn ich, sehen Sie wie ich es jetzt mache.“ Smith schraubte die Antenne auf den Apparat, umfasste den Griff und streckte den Arm aus. „Also, wenn ich den Apparat in meiner Hand einschalte. Einfach so. Die Antenne würde in die Richtung zeigen, in der der Golfball liegt.“
„Wow,“ rief ich und langte nach dem Bier.
„Und“, fuhr Smith fort, „das gilt auch für Marihuana, Kokain, Heroin, Munition und Dynamit sowie für Personen. Im Irak haben wir Tausende verkauft. Dort arbeitet jeder Kontrollposten mit einem ADE 651.“
„Und jetzt wollen Sie die NSA damit ausrüsten?“, fragte ich.
„Verloren gegangene Daten können wir damit nicht aufspüren. Noch nicht.“ Smith bestellte ein weiteres Bier. „Es fällt mir schwer, nicht über das Gerät zu reden. Und was machen Sie hier?“
Das fragte ich mich auch. Ich bin von Natur aus neugierig, aber ohne Zugangscodes hatte ich keinen Zutritt in das Innerste der NSA.
„Ich mache Urlaub und dachte mir, fahr doch mal nach Forth Mead, wo die NSA sitzt. So etwas haben wir in Deutschland in dieser Größenordnung nicht.“
„Ja,“ strahlte Smith. „Das gibt es nur bei uns, in God´s own Country.“ Smith klappte seinen Koffer zu, trank sein Bier aus. „Vielleicht sehen wir uns noch mal hier.“ Dann zog er ab.

„Den hat's erwischt,“ meinte der Wirt. „Ein harmloser Irrer. Das Gerät hat noch nie funktioniert, und trotzdem gibt es einige, die von seiner Wirksamkeit überzeugt sind. So wie Quattlebaum und Smith. Ich habe darüber gelesen. Die sind derart von der Funktion überzeugt, dass es Selbsthypnose gleicht. Man nennt es Ideomotor Effekt.“

Ford Mead befindet sich im Bundesstaat Maryland. Dort sind 11000 Soldaten stationiert. 29000 Zivilangestellte arbeiten für das Militär. Und ich hänge in der „Northern Lounge“ herum, wenn ich nicht gerade beim Angeln bin.

„Was gefangen?“
„Ein paar Barsche.“
Der Wirt nickte zufrieden, als ob er sie geangelt hätte. Dafür gab es sicher auch eine psychologische Erklärung. Dann kam ich mit einem Mann ins Gespräch. Der war schon etwas älter. Sagen wir mal, so um die fünfzig. Nach einigen Bieren rückte er sich seine Brille zurecht und meinte: „Ich bin für Tischtelefone zuständig.“ Wieder so ein Spinner, dachte ich mir und ließ in brabbeln. „Hören Sie? Für Tischtelefone!“ Er wurde lauter. Der Wirt strich heran.
„Ruhig, Dude, wenn Sie keinen Ärger haben wollen.“
Der Mann mit der Brille drehte sich um, dann sagte er leise. „Das mit dem Aufspüren von Terroristen ist doch nur vorgeschoben. Die NSA wurde von Silicon Valley unterwandert, von Google, Facebook, Oracle und wie sie alle heißen.“
„Und die werden von Aliens beherrscht“, warf ich ein. Der Wirt grinste.
„Weiß nicht“. Der Mann griff fahrig nach seiner Krawatte, leerte sein Glas, knallte es auf die Theke und orderte eine neue Flasche. „Also Tischtelefone befinden sich in Tanzlokalen und sind zum Anmachen da.“
„Und die NSA zeichnet Gespräche auf wie „Hallo Süsse, wie wärs mit uns beiden?“. Wenn er das bestätigt, renne ich schreiend aus dem Lokal, dachte ich.
„Es wird alles aufgezeichnet. Einfach alles. Wir wollen gläserne Menschen.“ Der Mann sah zur Uhr. „Ich muss los.“ Er rutschte vom Hocker, dann drehte er sich noch einmal um und rief: „Data Mining! Big Data!“ Er verschwand. Ich goß mir den Inhalt seiner Flasche ins Glas und sah den Billardspielern zu.

Dann kam sie. Sah aus wie Jessica Rabbit und mir wurde heiß. Wie aus dem Cartoon entsprungen, doch aus Fleisch und Blut. Sie setzte sich neben mich, bestellte einen Orangensaft. Ihr hautfarbenes eng anliegendes Kleid schien durchsichtig. Eine Parfumwolke legte sich über die Theke und mir schmeckte das Bier nicht mehr. Ich starrte in den Spiegel hinter den Flaschen. Unsere Blicke trafen
sich.

„Ein Wagen der NSA.“ Der Wirt deutete mit dem Kopf zum Fenster. Ich drehte mich um. Einer der Vans ohne Aufschrift, die man vom Fernsehen kennt. Die Frau zog einen Zettel aus ihrem Täschchen. Der Wirt reichte ihr einen Schreiber. Er schien es gewohnt zu sein.
„Mein Mann ist eifersüchtig.“ Die Hand der Frau zitterte, als sie fortfuhr zu schreiben. „Ihm gehört die NSA: Er lässt mich überwachen. Seine Leute hören mit.“ Der Wirt schob mir einen Schreibblock rüber. Ich griff nach meinem Kuli und schrieb: „Was? Das Karnickel Roger? Gehört die NSA nicht dem Staat?“
„Mein Mann ist General Quattlebaum.“ Unsere Schreiber flogen über das Papier.
„Hat der nicht den Golfball Detektor erfunden?“
„Genau der. Jetzt ist er General der NSA, die dazu da ist, mich zu überwachen.“
„Die hört doch Millionen von Amerikanern und Ausländern ab.“
„Das ist doch nur vorgetäuscht, damit es nicht so auffällt.“
Wow, dachte ich. Weiß das auch die amerikanische Regierung? Ich beschrieb einen Zettel und schob ihn dem Wirt zu.
Er kritzelte seine Antwort: „Jedes Haus in Fort Mead hat einen abhörsicheren Raum: Die Besenkammer.“ Er langte hinter sich, drückte mir einen Schlüssel in die Hand und zeigte auf eine Tür neben der Theke.
Ich rutschte vom Hocker, zeigte Jessica den Schlüssel, ergriff ihre Hand.























 









domenica, agosto 04, 2013

Scientific American, August 2013


Scientific American, August 2013

„Perchance to prune“. Ist ja bekannt, dass unser Gehirn, auch wenn wir schlafen, recht beschäftigt ist. Ich sage mal, das ist so ähnlich, wenn die Festplatte unseres PC noch herumrödelt und die Daten in die Folge für schnelle Zugriffe bringt. Erst einmal führt das Gehirn während des Schlafs seine Aktivitäten auf Basisfunktionen zurück, da es nicht 24 Stunden lang die Energie verbrauchen kann, die es tagsüber benötigt. Bei den Aufräumarbeiten läßt es die neuronalen Verbindungen sausen, die zum Beispiel bei spielerischem Datteln auf der Gitarre entstanden sind. Damit wird das Gehirn für neues Lernen am nächsten Tag fit gemacht. Es verstärkt außerdem Erinnerungen.

„What is real?“ Tja. Meinard Kuhlmann, Philosophie Professor und Physiker an der Bielefelder Universität, meint, im Grunde gar nichts, lol. Vielleicht das Verhältnis, in dem Partikel und Felder zueinander stehen. In diesem Aufsatz wird behauptet, Partikel sind keine kleinen, runden, subatomaren Kügelchen. In der Quantenphysik, weiß man gar nicht, wo sie sich gerade aufhalten. Klar, wenn sie nicht da sind. Oder man hat ein Partikel in der Küche lokalisiert. Ein Nachbar sieht es über das ganze Universum verteilt. Ich meine, wenn er die Fähigkeiten dafür besitzt. Und was ist mit dem Vakuum? Jemand sieht dort nichts, ein anderer sieht es voller Partikel. OK, sagt jemand. Partikel sind nicht mess- und prüfbar. Aber mit Feldern ist es anders. Für jede Partikelart gibt es eine Feldart. Eine Quantenfeldart, durch mathematische Ausdrücke definiert.

Sagen wir es mal so. Wenn man in die Quantenphysik einsteigt, ist nichts so wie es ist. Und wie es ist, weiß man nicht. Das mathematische Konstrukt, das einem Quantenfeld zugeordnet ist, der sogenannte State Vektor, umfasst den ganzen Kosmos. Das, was man erfassen kann, sind nicht die Dinge an sich, sondern die Relationen, wie sie zueinander stehen.

OK. Ich verlasse dieses Gebiet. Es wird zu paradox. Viele Forscher werden dieses Gebiet nicht betreten, wenn die Einheiten nicht messbar sind. Sie werden sich mit realeren Dingen beschäftigen.

Philosophen stochern gern mit der Stange im Nebel herum.

Der größte Teil dieser Ausgabe befasst sich mit „Learning in the Digital Age“. Also online. Hochinteressant. Ich selbst bin zu alt, mich da voll reinzuhängen. Aber die Massive Open Online Courses, die MOOCs, helfen, Wissen abzurunden. Auch wenn meine keine Punkte (Credits) dafür bekommt, die man bei konventionellen Universitäten anrechnen lassen könnte. Für Jugendliche in Entwicklungsländern bringt es den Vorteil, dass sie nicht nur auf ihre Schulen angewiesen sind, deren Lehrer unter Umständen nicht qualifiziert sind. Sie können sich online ihr Wissen anreichern.

Im Hinblick auf Big Data, den Gläsernen Menschen, hat Online Learning den Vorteil, dass die Begleitung des Schülers nicht durch einen Lehrer vorgenommen werden muss, sondern, dass ein Computer ausreicht. Mit jedem Schritt, den der Schüler unternimmt, findet der Computer heraus, welchen Fortschritt der Schüler erzielt hat.

So wie wir das bei Google sehen, das Vorlieben der Online-Searcher herausbekommt, in dem es die Klicks registriert und entsprechend Anzeigen auf den Bildschirm bringt, können beim Online-Lernen interessierte Unternehmen einen Schüler ansprechen, der bei Mathe oder Ingenieurwesen gute Ergebnisse bei Online Tests erzielt. Derjenige, der abspringt, oder dessen Ergebnisse mau sind, kommt in die Hofkolonne, lol.

Halten wir fest. Lernen befindet sich im Umbruch. Es wird digitalisiert. Zig Firmen haben Lernprogramme entwickelt oder arbeiten daran. Ich selbst rufe hin und wieder die Khan Academy auf. Englischkenntnisse helfen.

„Why Exercise works Magic“. Das hätte ich auch ohne diesen Artikel sagen können. Bewegung, Berwegung, Bewegung. Aber hier wird es noch einmal schön erklärt. Bewegung hält Nervensystem,

Immunsystem, das Endokrine System (Hormonausschüttung), Muskeln, Knochen in Schuss. Eigenartig, dass hier nichts vom Herz-Kreislaufsystem steht. Aber das versteht sich von selbst.

Dann das LDL-Cholesterol. Das ist die schlimme Form. Bei Bewegung werden die Moleküle größer und gleiten durch die Blutgefäße, während kleine Moleküle bei Couch Kartoffeln zu Hause sind. Diese flitschen im Zickzack durch die Adern und prallen gegen deren Wände mit nachteiligen Folgen.

Wir haben bis zu 37 Grad im Schatten, so mache ich meinen Powerwalk gegen 6.30 morgens. Es hilft, wieder zu einer ertragbaren Form zurückzufinden. So gegen 18:00 fahre ich noch mal eine halbe Stunde mit dem Rad

Bewegung hilft, den Glukose-Level niedrig zu halten. Nur herumsitzen bringt eben nichts. Dazu lese ich gerade einen Artikel über Berberfrauen in Marokko, die den ganzen Tag für vier US-Dollar auf dem Hintern sitzen und Nüsse knacken. Ein Liter des Öls, das aus den Nüssen des Argan-Baumes gewonnen wird, kostet am Ende 400 US-Dollar. Es wird für Haarprodukte und Gesichtscremes von L´Oreal und Unilever verwandt. Die Frauen werden sicher nicht zur Aerobik angehalten. Schon allein, weil sie sich im muslemischen Umfeld befinden, und dann 4 Dollars pro Tag. Eine Sauerei, die mal wieder zeigt, wie es um Gerechtigkeit auf der Erde bestellt ist.

„Raising the Wreck“. Das Wrack ist die „Costa Cordalis“, mit der Kapitän mal eben lässig ein paar Felsen der italienischen Insel Giglio gerammt hatte, als er sich mit einer Dame beschäftigte und in Folge 32 Passagiere ums Leben gekommen sind. Der Prozess ist noch im Gange. Ein gekentertes Kreuzfahrtschiff. Normalerweise werden gekenterte Schiffe, so wird berichtet, zur Explosion gebracht und versenkt. Dies hier soll aufgerichtet werden, da die Bewohner der Insel im anderen Falle ein Auslaufen von Treibstoff befürchten, der nicht abgepumpt werden konnte.

Bergungsgruppen arbeiten mit Schleppern, Kränen, Seilen, um das Schiff auf eine stählerne Unterwasser-Plattform zu setzen und in die Gerade zu bringen. Am Ende der Operation soll es weggeschleppt werden.

„The Surprising Origins of Life´s Complexity“. Dieser Artikel zeigt mir, dass es Forscher gibt, die Gedöns um Dinge machen, die sich einem interessierten Laien erschließen, ohne das großartige Forschungen angestellt zu werden brauchen. Nach der Darwinschen Evolutionstheorie probiert die Natur bei Lebewesen alles Mögliche aus. Was dem Fortbestand der Rasse hilft, bleibt bestehen. Diejenigen, welche durch die neuen Entwicklungen eingehen, haben Pech gehabt. Nun gibt es Forscher, die meinen, es gibt bei Lebewesen einen Drang zur Komplexität, ohne dass man Darwin bemühen muss. Zum Beispiel, wenn die Komplexität neutral ist. Also dem Lebewesen weder Vorteile noch Nachteile bringt. Toll. Das Gesetz heißt „Zero Force Evolutionary Law“.

„How to swim in Molasses.“ Amerikaner werden dicker. Nicht alle, aber so um die 60 Prozent haben Übergewicht. Kein Wunder. Sie lieben Süssigkeiten. Habe ich selbst erlebt. Die Zuckergusstorten kann man vergessen. Und dieser Ahornsirup auf Pfannkuchen ist ja auch nicht ohne. 1919 krachte ein fünfstöckiger Sirup-Silo nördlich von Boston zusammen, tötete 21 und verletzte 150 Personen. Acht millionen Liter flossen auf die Straßen. Die Leute hatten Schwierigkeiten, sich aus der Melasse zu befreien.

In diesem Artikel nun wird beschrieben, wie sich Bakterien und andere Kleinstlebewesen durchs Wasser bewegen, das es für sie genau so schwierig ist wie für die Menschen im Sirup. Dabei setzen die Kleinstkreaturen unterschiedliche Werkzeuge ein.

Protozoans wie Paramecias, Einzeller also, benutzen Celias, haarähnliche Filamente, zum Rudern. Ich erspare mir zu beschreiben, wie sie rudern, nur so viel: Sie kommen vorwärts. Von den Bazillen benutzt Escherichia coli peitschenähnliche Proteinprotuberanzen, Flagella genannt. Statt Ruderbewegungen führen sie Korkenzieher ähnliche Bewegungen aus und treiben sich dadurch an. Die Spiroplasma Mikrobe hingegen dreht sich wie eine Telefonschnur, die sich in sich selbst krümmt. Dann das Bakterium Myxococcus Xanthus. Seine Zelle besitzt Proteinketten, die den Einzeller wie Panzerketten vorwärtstreiben. Der Pseudomonas aeruginosa, stößt Haar ähnliche Ausläufer nach vorn, verankert diese und schleudert sich nach Slingshotmanier in Richtung Ausläufer. Und letztendlich unser Helicobacter Pylorie, auf den wir bei Magenspiegelungen untersucht werden. Er verdünnt das Element, in dem er sich befindet und erleichtert dadurch sein Vorankommen.

So, das wars. Wieder 37 Grad im Schatten. Irgendwie merke ich das jetzt doch und flüchte ins Haus, prüfe den Text noch mal auf Fehler, dann kommt er in den Blog.

sabato, luglio 27, 2013

Shoplifter in Japan


Es ist ja kein Geheimnis, dass westliche Staaten vergreisen.  (Sieht man ja an mir, lol)
 
Ich meine westlich im politischen Sinne, denn Japan macht den Vorreiter, und das was sich dort abspielt, wird vermutlich auch auf Länder in Europa zukommen. Auf die U.S.A wohl weniger; denn dort halten Latinos das Gleichgewicht.

In Japan kommen viele Pensionäre nicht mit ihrem Geld aus und eine erhebliche Anzahl holt sich gratis aus den Läden, was sie benötigt. Um 50.000 Ältere begingen 2012 kriminelle Handlungen. Davon 60 Prozent Ladendiebstähle. Da Pensionen weiter gekürzt werden, müssen die betagten Personen an ihre Ersparnisse. Und wenn die aufgebraucht sind? Bleibt nur der Weg in die Kriminalität. 2035 wird ein Drittel der japanischen Bevölkerung aus Alten bestehen.

Auf den Staat kommen erhebliche Kosten zu, wenn es darum geht, Gefängnisse mit Fahrstühlen, Rollstuhlrampen und Treppengeländern auszustatten.

Bei uns in Italien liegt die Durchschnittspension bei 881 Euro. Das ist auch nicht gerade berauschend. Dann stelle man sich vor: Sohn ist ohne Arbeit und Enkel ebenfalls. Das einzig Postive ist, dass die meisten Italiener ein Haus besitzen. Übrigens: Die Daten über Japan habe ich aus der „Business Week“.




martedì, luglio 23, 2013

Asimov´s August 2013


Heute Morgen, es ist Dienstag,
 
 musste ich einen neuen Anrufbeantworter konfigurieren. Der alte war ausgefallen. Und dann funktionierte der Router nicht mehr. Nach endloser Fummelei, Stecker entfernen, wieder reinstecken warf ich die Disk an. Der Router wurde konfiguiert und das Internet flutscht wieder.
 

Asimov´s Science Fiction, August 2013

Robert Silverberg schreibt in seiner Kolumne „Reflections“ über Clifford D. Simak. Er lebte von 1904 bis 1988. Wenn er Zeitungen der Gegenwart lesen würde, wäre er noch pessimistischer als er ohnehin war. In seinen City-Stories drückte er seine negative Bewertung der Welt mit deren Bevölkerung von Hunden und Robotern aus, welche die Nachfolge der Menschen angetreten hatten.
Es gab sie auch auf deutsch. Ich kann mich schwach an die Geschichten erinnern.

Die Themen der Geschichten sind abgelutscht: Parallelwelten, Übernahme einer Person, und diplomatische und militärische Verwicklungen. Kristine Kathryn Rusch hat mit „The Application if Hope“ eine Story verfasst, die sicher von ihr in einem Buch verwurstet werden wird. Man merkt so etwas. Sie hat kein vernünftiges Ende. Man spürt, die Handlung wird in einer anderen Geschichte fortgesetzt.

In den goldenen 60er SF-Jahren hatten die Stories Pfiff. Man wartete mit Spannung darauf, wie sie endeten. Man denke nur an die Geschichten von Robert Sheckley. Ich habe gerade einen Roman von ihm auf italienisch erwischt. Oder an die Story, wo in der Vergangenheit bei den Dinosauriern ein Schmetterling vom Touristen totgetrampelt wurde und diese bei Rückkehr in die Gegenwart feststellten, dass sie einen anderen Präsidenten hatten.

In den Geschichten unserer Zeit sind die Handlungen oft lahm und der Sense of Wonder bleibt auch deswegen fern, weil man schon so viel SF gelesen hat und Überraschungen am Ende rar geworden sind.








domenica, luglio 21, 2013

Analog, September 2013


Analog, Science Fiction and Fact, September 2013

Da soll noch einer sagen, SF-Autoren hätten keine Ideen. Hier etwas zu Kenneth Schneyers Story
„Life of the Author plus Seventy“.

Der Protag und Ich-Erzähler Eric Weiss findet einen guten Job bei der Firma Catskill Features. Er arbeitet im Creative Cartoon Department. Davor hat er ein paar Kurzgeschichten und seinen Roman „Harriman´s Loophole“ verkauft. Für seinen Roman hat Weiss einen Vorschuss von 14.000 Dollar erhalten, den er bei der Neighbourhood Bank anlegte. Um sich ein Bild darüber zu machen, wie oft sein Roman gelesen wurde, suchte er die Öffentliche Bücherhalle in seinem Ort auf und lieh sich seinen Roman aus.

Von seinem neuen Arbeitgeber erhält Weiss einen Arbeitsvertrag, in dem verklausuliert steht, dass er das Copyright auf alles geschriebene behalten wird, Erträge aus Lizenzen jedoch Catskill zugute kommen. Darüber hinaus würde Weiss in Hibernation versetzt, wenn er so verunglückte oder erkrankte, dass er nicht mehr lange zu leben hätte oder er nur 90 Prozent seiner statistisch ermittelten Lebensspanne erreichen würde. Dadurch würden das Copyright und damit die Lizensvergaben nicht verfallen.

Sechs Jahre später erhält er einen Brief von der öffentlichen Bücherhalle, dass er „Harriman´s Loophole“ noch nicht zurückgegeben und er eine Gebür incl. Verspätungszuschläge von 102.400 Dollars zu entrichten habe.

Nach etlichen fruchtlosen Briefwechseln mit J3, der künstlichen Intelligenz der Bücherhalle, lässt Weiss sich einfrieren in der Gewißheit, dass J3 auf diese Weise nicht an sein Geld heran kommt. Nur, die ebenfalls ihr Geld nicht an die Bürokratie verschwenden wollen, bekamen mit, was Weiss machte und ließen sich ebenfalls einfrieren. Ein Gesetz, welches diesen Trick verbot, wurde erlassen, und als Weiss aufgeweckt wurde, bekam er eine Mahnung von J5. Die Künstliche Intelligenz hatte sich weiter entwickelt. Der zu zahlende Betrag betrug nun 3.072.000 Dollars. In dem neuen Gesetz gibt es ein Schlupfloch. Wenn man krank wird und sich aus diesem Grund einfrieren läßt, gilt die neue Klausel in dem Gesetz nicht. Weiß schleicht sich in eine Isolierstation und steckt sich dort an. Danach läßt er sich wieder einfrieren. Als er aufwacht, ist die Krankheit heilbar, J7 auf dem Markt, der ihm sagt, dass Weiß nun Schulden in Höhe von 76.466.558,00 Dollar habe.

Weiss wird gewahr, dass sein Konto auf der Neihbourhood Bank einen ähnlich hohen Betrag ausweist. Der stammt von seinem Vorschuss, den er nicht angerührt hatte. Weiss bezahlt seine Gebühr.

Ich fand die Verbindung von Leihgebühr, Copyright, Künstlicher Intelligenz in Bücherhalle interessant.

giovedì, luglio 18, 2013

Andromeda Nachrichten 242


Andromeda Nachrichten 242

Klasse Titelbild und schön bunt auf den ersten Seiten. Wie ich sehe, findet der SFCD-JahresCon 2014 am 18.-20. Juli in Schwerin statt. Im Osten Deutschlands war ich mal als Kind während des Krieges, als meine Mutter mit Akkordeon den Soldaten auf der Bühne Matrosenlieder vorgesungen hat. Meine Tanten haben zu der Zeit da auch rumgetanzt, in einer Munitionsfabrik gewerkelt und waren Funkerinnen in einem Fliegerhorst, während meine Oma mit einem Sparkassentransporter Geld von Filiale zu Filiale transportierte. Soll keiner sagen, unsere Familie sei nicht aktiv gewesen, lol.

Zwei Persönlichkeiten, die sich über das deutsche SF-Fandom hinaus für die SF im deutschsprachigen Raum stark gemacht haben, werden vorgestellt: Helmuth W. Mommers und Wolfgang Jeschke. Dazwischen sehe ich einen Hinweis auf den MucCon, den SFCD-JahresCon dieses Jahr am 25.-27.10 in Garching. Ich meine, da ist der Flughafen, oder? Dann könnte man da mal kurz von Bologna rüber jumpen. Ich werde das checken.

Birgit Fischer berichtet über eine „Tolkiens Welt“ in Otzberg. Nun mit Tolkien habe ich nichts am Hut. Sehr interessant hingegen fand ich den Bericht Nina Horvaths über den EuroCon in Kiew. Der Hindernisparcour, den sie dort durchlaufen hat, kam sehr schön rüber. Ich meine, das macht so einen Besuch spannender, wenn man herumeiern muss. Das fand ich auch in den USA so gut, wo ich mich auch ständig neu kalibrieren musste.

Jürgen Lautner erzählt von der Ausstellung „Science Fiction in Deutschland“ aus dem Haus der Geschichte in Bonn. Stark, dass er fast alle SF-Veranstaltungen besucht. Nun, diese Ausstellung kam bei ihm nicht gut weg. Lautner bemängelt, dass nichts über die Szene, die sich auf den Cons abspielt gesagt wurde, nichts über AndromedaNachrichten. Es sei nur eine mickrige Ecke in dem großen Bau für die Ausstellung reserviert worden. Aber auf der anderen Seit ist SF in Deutschland im Vergleich zu anderen Literaturgattungen und auch intellektuell unterbelichtet. Artikel über SF, die es in die Feuilletons bekannter deutscher Zeitungen schaffen, findet man nicht. Bringt jedoch nichts zu klagen. Gut finde ich, dass der SFCD in Facebook aktiv ist. Es macht Spaß zu sehen, dass der Club über dieses Medium Resonanz findet.

Lautner besuchte noch einige Rollenspiel Conventions, darunter Steampunk. Diese Dampfmaschinen SF hat auch ihren besonderen Reiz. Kann ich nachvollziehen. Neben den üblichen Sparten läuft Birgit Fischer mit ihren Beiträgen zu großer Form auf. Sie berichtet über den Rodgauer Literaturkreis, der sich mit den Werken der Autorin Ju Honisch befasste, dann gibt es von ihr etwas über „Star Trek und den SFCD“. Im Kinofoyer, als „Into Darkness“ lief, gab es allerhand Exponate, die vom SFCD ausgestellt wurden, zu besichtigen mit Hinweis auf den SFCD. Klasse Aktion.

Alles in allem, eine interessante Ausgabe, welche die gewachsene Dynamik des SFCD reflektiert.




mercoledì, luglio 17, 2013

Ixquick

Ixquick

Im vorletzten Spiegel, der erst gestern bei mir eintraf, gab es einen Hinweis auf Ixquick, eine Suchmaschine, die ohne Cookies arbeitet und die IP-Adresse nicht an alle möglichen und unmöglichen Werber weitergibt. Und mein Name, der in der Versenkung verschwindet, wenn ich mich nicht aufraffe neue Stories zu schreiben, kommt im Vergleich zu Chrome häufiger vor. Dabei hat mich noch keiner singen gehört, lol. Vielleicht sollte ich mal ein Video reinstellen, aber dazu brauchte ich erst mal ne Kamera, die mich jünger macht. Wieso gibt es das eigentlich noch nicht?

martedì, luglio 16, 2013

Atlas Shrugged


Das Buch „Atlas Shrugged“ habe ich durch.

Es hat sogar ein Happy End und besitzt SF-Elemente.

Die Besprechung werde ich im Laufe dieses Jahres posten. Ist doch allerhand Stoff, über den man sich auslassen kann. Daher wird es noch dauern.

sabato, luglio 13, 2013

NSA schleicht sich ein

NSA Code in Android.

Interessant. NSA, die National Security Agency hat Code mit Kenntnis von Google den neuesten Android Versionen hinzugefügt, um Android vor Hackern zu schützen (hehe). Der Code kann wie der übrige auf http://source.android.com eingesehen werden. Die Version läuft auf Sonys Xperia Z, HTCs One und Samsung Electronics Galaxy S4.

mercoledì, luglio 10, 2013

5-Minuten Novelle Hippocampus

Eine weitere meiner berüchtigten 5-Minuten Novellen:

Hippocampus

“Herr Gottlieb, wie geht es Ihnen?”

“Ich weiß nicht, Herr Doktor. Doch ich fühle mich ganz wohl. Sie wollten aus meinem Gehirn, dem Hippocampus, ein Stück rausschneiden. Haben Sie das gemacht und gehen meine epileptischen Anfälle nun weg?”

“Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, Herr Gottlieb. Die Operation ist gut verlaufen.”

Gottlieb dachte nach. Ein Brummer flog wiederholt gegen das Fenster. Der Arzt sah nervös auf seine Uhr.
“Ist noch irgendetwas, Herr Gottlieb?”
“Herr Doktor. Sie wollten aus meinem Gehirn, dem Hippocampus, ein Stück rausschneiden. Haben Sie das gemacht und gehen meine epileptischen Anfälle nun weg?”
“Sagte ich doch gerade. Sie sind geheilt. Und jetzt schlafen Sie erst mal.”

Gottlieb legte sich ins Bett zurück, während sich seine Frau zu ihm setzte und seine Hand hielt.
 
“Lisa. Ich wollte den Doktor noch fragen. Er wollte aus meinem Gehirn, dem Hippocampus, ein Stück rausschneiden. Hat er das gemacht und gehen meine epileptischen Anfälle nun weg?”




domenica, luglio 07, 2013

5-Minuten Novelle Durchbruch


Da ich im Moment nichts anderes zu posten habe, präsentiere ich eine meiner berüchtigten Minuten-Novellen. Ta-daaaa:


Klaus Eylmann


Durchbruch

“Mergentheimer!” Der sah hoch. Dr. Stillers Gesicht war so ausdruckslos, wie es dessen Falten zuließen. “Ich hatte Sie doch gestern darum gebeten, Ihren Platz auszuräumen und zu gehen.” Stiller nickte dem Sicherheitsbeamten zu. “Tom, Doktor Mergentheimer wurde fristlos gekündigt. Der Mann hat genug Institutsgelder verschleudert. Sorgen Sie dafür, dass ich diesen Menschen nicht mehr sehe, wenn ich in einer Viertelstunde wieder komme.”

Die Äffin Viola hüpfte über die Labortische, sprang auf einen Schrank.

“Tom.” Mergentheimer reckte seinen Hals und sah zu dem Mann hoch, der sich den Kragen unter der Uniform lockerte und von einem Bein aufs andere trat.

“Tom, lassen Sie mich wenigstens die Viertelstunde weitermachen.”

“In Ordnung, Doktor. Aber bevor Dr. Stiller hier auftaucht, sind Sie draußen.”

Mergentheimer deutete auf zwei Bilder auf dem Tisch. Schwarze Kleckse auf weißem Papier?
“Tom, sehen Sie. Ein Klecks hat Rundungen, der andere Zacken. “Nun sage ich zwei Wörter: Bouba, Kiki. Welches Wort passt zu welchem Klecks?”

Tom kratzte sich am Kopf. “Also, ich würde sagen. Bouba ist der runde, Kiki der kantige.”

Mergentheimer nickte aufgeregt. “Sie gehören zu den achtundneunzig Prozent, die das so sehen. So hat sich Sprache entwickelt. Sensorische Areale unseres Gehirns, vor allem der Gyrus Angularis, sie sind mit dem Sprachzentrum verbunden und assoziieren ‘Bouba’ mit einer runden, weichen Form und ‘Kiki’ mit einer kantigen, scharfen. Menschen fingen an, auf diese Weise Wörter zu bilden. Und Tom”, Mergentheimer zeigte auf Viola, die sie vom Schrank herab beobachtete. “Das Affenhirn besitzt die gleiche Struktur, die wir in jener Zeit hatten. ”

“Viola”, rief Mergentheimer und streckte ihr die Bilder entgegen. “Bouba! Kiki! – Viola!”, Mergentheimers Stimme wurde schrill. “Was ist Bouba!, Was ist Kiki? Nun sag schon.”

“Doktor.” Toms Gesicht legte sich in mitleidige Falten. “Affen können nicht sprechen.”

“Aber sie kann doch mit der Hand darauf deuten. Viola, Bouba! Kiki!” Viola sah von einem zum anderen.

“Und sie versteht auch nicht, was Sie sagen.” Tom schnallte seinen Waffengürtel ab und legte ihn auf den Tisch.

“Ich geh mal austreten. Wenn ich wiederkomme, muss ich Sie vor die Tür setzen.”

“Bouba! Kiki!” Viola starrte auf den kleinen Mann, der sich kopfschüttelnd hinsetzte. Dann griff Mergentheimer nach Toms Pistolengurt, zog die Waffe hervor und legte sie vor sich auf den Tisch. Aus Violas Perspektive sah sie eher kantig aus, dachte er und zeigte mit dem Finger darauf: “Viola, Kiki!”

Wie ein Blitz sprang die Äffin vom Schrank, griff nach der Pistole, zielte auf Mergentheimers Kopf und drückte ab.

Als Tom ins Labor zurückkehrte, lag Mergentheimer auf dem Boden und hörte, dass Viola einen zweiten Schuss abfeuerte. Er sah, wie die Äffin die Pistole an ihrem Fell abwischte. Dann beugte sie sich zu Mergentheimer hinab. Erstaunen war das Letzte, was dessen Bewusstsein ausfüllte, als Viola ihm die Pistole in die erkaltende Hand drückte, ihre Zähne fletschte und grunzte: “Bang-bang.” Dann sprang Viola auf den Schrank zurück und sagte kein Wort. Und das blieb auch so.

venerdì, luglio 05, 2013

Atlas Shrugged

Ziemlich heiß heute: 30 Grad und viel zu posten habe ich nicht.

Ich habe wieder Ayn Rands „Atlas Shrugged“ vor mir liegen mit 1070 eng bedruckten Seiten. Ein Wahnsinnsbuch. Kann ich jedem empfehlen. Ich bin jetzt bei Seite 409, habe also noch mächtig zu ackern. Es lohnt sich. Das Buch enthält so viel Interessantes, dass ich eine mehrjährige Doktorarbeit drüber schreiben könnte. Auf jeden Fall wird es ein Research Paper, obwohl meine akademische Ausbildung zum Dipl. Betriebswirt in den 70er Jahren doch recht mager war und ich vermutlich die Universitätsbibliothek von Ferrara aufsuchen müsste. Auf jeden Fall wäre es eine interessante Aufgabe, meine Gedanken über den Inhalt des Buches vorzustellen.


mercoledì, luglio 03, 2013

heute gelesen

Von der Leyen Kanzlerin!!

Nachdem ich eine Spiegel-Notiz gelesen habe, meine ich, Von der Leyen sollte Kanzlerin werden, wenn Mutti keinen Bock mehr darauf hat. Alle anderen sind doch Nulpen.

Setting: Amerikanische Botschaft in Berlin. Anlass: Henry Kissingers 90. Geburtstag. Kissinger wollte nun von den Gästen wissen, wie sie die Lage in Syrien einschätzen und welches für sie die Top-Prioritäten in der Weltpolitik seien.

Von der Leyen meldet sich: „Unser wichtigstes Problem ist die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.“ Kissinger meint sich verhört zu haben. Von der Leyen wiederholt es. Andere Gäste, darunter Gesundheitsminister Bahr und andere Bundestagsabgeordnete schienen peinlich berührt.

Warum eigentlich? Sie hat doch Recht. Ob sich die Syrier die Köpfe einschlagen ist doch irrelevant. Brauchen sie ja nicht. Jugendarbeitslosigkeit ist vertrackter, systemisch, Wirklichkeit gewordene SF,

länderübergreifend. Dort, wo Unternehmen vom internationalen Wettbewerb abgehängt wurden, bekommen sie kein Bein mehr an die Erde. Lohnt doch nicht, dass alle Aluminiumleitern herstellen. Irgendeiner ist eben der billigste. Die anderen nehmen keine Jugendlichen auf, wenn sie vor der Pleite stehen. Und Klempner will kein Jugendlicher werden. Geopolitsche Fragen, wie sie Kissinger durch den Kopf gehen, schrumpfen unter der Wucht der Wirtschaftskrise in südeuropäischen und arabischen Staaten zu Randnotizen.

Global Financial Insight.

Der Name eines Prospekts, den ich heute aus den U.S.A bekam. Wahrscheinlich dachten sie, ich sei ein Mover and Shaker, weil ich die „Business Week“ beziehe. Wenn die wüßten, dass ich – hallelujah – dieses Jahr 3 € mehr an Pension bekomme, hätten sie mir wohl nichts geschickt.

Wie auch immer. Sie hatten einen heißen Tipp: „Innovative Technology Company Invents Real
„Star Trek“ Medical Scanner that diagnoses Patient Health in Seconds“.

Ohne Blutabnahme zeigt er im Moment - noch gar nix. Aber bald soll es losgehen und kauft Aktien Leute, das wird ein Blockbuster. Wir kennen doch den Tri-Corder aus Star Trek. In diesem Fall hält man das Gerät gegen die Haut und auf dem Handy erscheint, also im Moment noch nix. Aber später, lol. Das Gerät heißt Biozoom und kann natürlich gegoogelt werden.

Habe ich gemacht. Von Bloomberg gibt es eine Notiz mit Grafik. Die Aktie schoss in die Höhe. Nun ist der Handel ausgesetzt. Und keiner weiß warum. Im Prospekt steht, dass das Gerät einen Lichtstrahl benutzt um Antioxydant Level, Vitamine und Cytochrom Oxydase zu messen.

Die „Scientific American“ schrieb ja einmal, das mit den Antioxydanten ist sowieso alles Quatsch. Würmer, die zuviel davon hatten, lebten genau so lang wie die anderen. Das erinnert mich an die New Economy des Jahres 2000, wo alle möglichen und unmöglichen Aktien gepusht wurden und dann mit einem Wimmern in sich zusammen fielen.

Fandomobserver

Fandom Observer 289

Ich lese eine Besprechung der letzten Phantastisch-Ausgabe. Die hatten wir hier schon.. Es werden die Kurt-Lasswitz Preisträger bekannt gegeben. Bester deutschsprachiger Roman: Dietmar Dath: Pulsarnacht. Beste deutschsprachige SF-Erzählung: Klaus N. Frick: Im Käfig. Bestes ausländisches Werk zur SF: Ted Chiang: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. Etwas sperrig, der Titel. Aber was solls.

Ich lese einen Nachruf auf Ray Harryhausen, etwas über Alfonz, den Comic Reporter. Ein Beitrag über „Evil Dead, wie man hirnlosen Splatter als Comic verkauft“. Dann kommen weitere Film- und Buchbesprechungen.




martedì, luglio 02, 2013

Scientific American, July 2013

 
Scientific American, July 2013

„The Dawn of distant Skies“. 1995 und 1996 wurden die ersten Exoplaneten entdeckt. Die Helligkeit ihrer Sterne, die sie umkreisen fluktuiert. Indiz für die Existenz eines Planeten, den man selbt nicht sehen kann. Bis 2020 sollen eine Reihe von Satelliten-Fernrohren „, Terrestrial Planet Finder Interferometer“ genannt, diese Planeten unter die Lupe nehmen, wenn die USA nicht inzwischen pleite sind. Ein weiteres Indiz ist der Wobble-Effekt, die Auswirkung der Gravitation der Sterne, um die Planeten kreisen. Sterne mit Planeten wackeln. Wenn Licht der Sonne die Atmosphäre eines Planeten durchdringt, kann man die Wellenlänge bestimmen. Elemente geben unterschiedliche Wellenlängen ab. Auf diese Weise entdeckte man Sodium, Methan, Kohlendioxyd, Kohlenmonoxyd, Wasser in der Atmosphäre von Exoplaneten.

Eine große Anzahl sind Jupiter ähnliche Gasplaneten, dann gibt es sogenannte Super-Erden, zwei bis 10 mal so massiv wie unser Planet.

Interessante Anmerkungen: Es gibt Wasserplaneten. Aber das stand schon in einer meiner Stories, lol. Dann Planeten aus Kohlenstoff, Diamantplaneten. Was habe ich sonst noch gelernt? Saturn und Jupiter weisen Temperatur-Umkehrungen auf. Je höher man kommt, desto heißer wird es.

Astronomen haben die Atmosphäre von rund 50 Exoplaneten analysiert. Sie nehmen an, daß sie in naher Zukunft Planeten finden werden, deren Atmosphäre der der Erde gleicht.

„Once blind and now they see“. Ein indischer Augenarzt, der in den USA studierte, versucht Blinden in Indien zu helfen. Von denen gibt es dort um die 400 000. Sie sind arm und leben nicht lange. 40 Prozent der Blinden kann eine Behandlung und/oder Operation helfen, das Sehvermögen zu erlangen. Je jünger die Patienten sind, desto schneller sehen sie. Das Gehirn muß die Verbindungen schalten. Im jüngeren Alter geht es rascher. Zuerst sehen alle nicht ein vollständiges Objekt, sondern nur deren Teile, und daher können sie das Objekt nicht bestimmen. Später erkennen sie es für eine Zeit, wenn es sich bewegt, aber nicht, wenn es statisch ist.

Der Autor erhielt einen Zuschuss vom amerikanischen National Health Institute NIH und konnte sein Projekt in einer indischen Augenklinik durchziehen.

„Greenhouse Goo“

Tja, Teersand in Alberta. Wäre doch ein schöner Text für einen romantischen Song. Alberta ist eine kanadische Provinz, reichlich mit dem Zeug ausgestattet. Man muss nur das Bitumen davon trennen, ein teerartiges Öl, welches in konventionelles Rohöl raffiniert werden kann. In 2012 hat Alberta Öl mit einem Wert von 55 Milliarden Dollar exportiert. Hauptsächlich in die USA. Um das Bitumen zu extrahieren und zu raffinieren, wird mehr Energie verbraucht als bei der herkömmlichen Rohölgewinnung. Klimaschützer laufen Sturm und versuchen die geplante Pipeline Keystone SL, die das Öl bis nach Texas befördern soll, zu stoppen. Die amerikanische Regierung hat sich eine Entscheidung darüber vorbehalten. In Alberta gibt es genügend Jobs. Ich könnte da wohl für 100.000 Bucks im Jahr als Truckdriver anfangen, würde ich mich 20 Jahre jünger machen, lol. Sie fahren dort die Caterpillar 797Fs, welche 400 metrische Tonnen Teersand transportieren können. Wahnsinnsgefährte.

Das Bitumen wird durch heißen Wasserdampf getrennt. Die Erhitzung geht mit der Erzeugung von Kohlendioxyd einher, das zur Klimaerwärmung beiträgt. Aber dafür gibt es reichlich Öl, was als Treibstoff verwendet wird und dann Kohlendioxyd erzeugt, das zur Klimaerwärmung beiträgt. Nun ja. Immer noch besser als ein starkes Erdbeben. Zur Zeit rummst es in Italien in der Toskana.

Den nächsten Beitrag kann ich schnell abhandeln. „When Animals mourn“. Wenn Tiere trauern. Ich meine, das ist ja nichts neues. Es gibt doch mehr als genug Berichte über Hunde, die ihrem Herrchen nachtrauern. Nun hat eine Anthropologin herausgefunden, dass auch Delphine, Elefanten, Enten, Affen, Katzen das gleiche Verhalten an den Tag legen und von ihren Artgenossen getröstet werden.

„A Nobel Gathering“. In Lindau am Bodensee kommen jedes Jahr Nobelpreisträger eines bestimmten Studienfaches zusammen. In diesem Jahr sind es Chemiker. In der Schule habe ich mich nie für Chemie interessiert. Deshalb habe ich die Auszüge aus Artikeln, welche von Nobelpreisträgern verfasst worden waren, auch nur diagonal gelesen. Es ging mit Madame Curie los, die ihren Beitrag 1908 veröffentlichte und 1911 den Nobelpreis erhielt und hörte mit Ahmed H. Zewahl auf, der über „Filming the Invisible“ im August 2010 veröffentlichte und den Nobelpreis 1999 bekam.

„The diabolical Genius of an ancient Scourge“. Tuberkulose. In dem Gebiet kenne ich mich ja etwas aus. 2011 erkrankten 9 Millionen Menschen, von denen 1,4 Millionen starben. Man fand inzwischen heraus, dass es 6 Familien dieses Bacillus gibt. Einige verhalten sich still. Nisten sich im Menschen ein und werden durch das Immunsystem in Schach gehalten. Andere, besonders der Peking-Typ verhalten sich aggressiv und tödlich. Die Pharmaceutik hinkt hinter der Entwicklung her und hat gegen die nun zum Vorschein gekommenen Mikroben noch kein adequates Mittel. Man beschränkt sich auf Ratschläge wie Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen, die unterernährt sind und daher ein schwaches Immunsystem besitzen.

Dann gibt es Forscher, die sagen, man solle das Immunsystem nicht stimulieren, da die weißen Blutkörperchen Löcher in der Lunge erzeugen, in denen die Tuberkelbazillen eingekesselt und gefangengehalten werden. Dieser Artikel zeigt, dass an diesem Gebiet Chaotiker arbeiten, denen man kein Gehör schenken sollte. Zum Glück machen das die Ärzte auch nicht. Die haben ihre Protokolle und arbeiten sie ab. Und das ist auch gut so.

„Walls of Water“. Mitten im Meer gibt es Transportbarrieren, Wände aus Wasser. Auf einer Seite fließt es in eine Richtung, auf der anderen in die entgegengesetzte. Das ist der Grund, warum das Bohrunglück von Deepwater Horizon in Lousiana weniger Schaden angerichtet hat als ursprünglich angenommen worden war. Transportbarrieren wurden von einem Mathematiker „Langrangian coherent structures“ genannt. Das läßt mich an den Langrangschen Punkt denken, wo die Schwerkraft von Erde, Mond und Sonne auf Null fällt und wo ein Objekt wie eine Raumstation platziert werden kann, ohne dass es abwandert. So etwas ähnliches passiert auch im Meer. Es gibt dort Punkte, wo entweder Wasser angezogen oder abgestoßen wird. Diese Strukturen sind Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Nun gibt es Computermodelle für turbulente Flüssigkeiten und Lagrangsche Strukturen. Sie werden sich auch für Wettervorhersagen und die Berechnung vom Verhalten des Blutflusses nutzen lassen können.

Dann noch etwas. Auch im „Scientific American“ gab es etwas über tragbare Computer. Meines Erachtens ist es reine Spielerei wenn es nicht über das Messen von Herzfrequenz und Körpertemperatur hinausgeht. Das ist analog zur Entdeckung der Künstlichen Intelligenz, die in den 60ern hochgejubelt und dann in sich zusammen gefallen ist. Oder denken wir an die Kernfusion im Tauchsieder, lol.