Coversong Roads

domenica, novembre 01, 2009

Phantastisch 36, 4/2009

Interviews mit Patrick Rothfuss, Raymond Feist, Dan Wells, Dacre Stoker, Kathrin Lange. Die überlese ich mal. Ursula K. Le Guin, die am einundzwanzigsten Oktober achtzig Jahre alt wurde, bringt wieder das Thema auf, dass einige Verlage, sogar Autoren, sich davor scheuen SF SF zu nennen und macht das an einem Interview der New York Times mit dem Herausgeber der Romane J.G. Ballards fest, der dessen Romane als etwas anderes als Science Fiction ansieht.

Unter den Nachrufen gibt es den auf Charles N. Brown, den Herausgeber des SF-Nachrichtenmagazins „Locus“, das im Laufe der Zeit 29 Hugos bekommen hat. Ich hatte es auch einmal abonniert, nur hatte mich der Inhalt, u.a. ein Haufen von Buchbesprechungen, auf die Dauer gelangweilt.

Interessant war Horst Ilmers Artikel „Abschied von der Gutenberg-Galaxis?“, in dem es um die Urheberrechte von Autoren geht und um Googles Aktion, eine digitale Universalbibliothek zu erstellen. Ich bin gespannt, wie sich das auf unser Leseverhalten auswirken wird. Ich lese am liebsten auf Papier gedrucktes. Vielleicht werden jedoch in naher Zukunft Patienten mit Kindles im Wartezimmer eines Arztes zu sehen sein. Aber bei den Alten unseres Dorfes, die vielleicht einmal im Leben ein Buch in die Hand nehmen, ein Ding der Unmöglichkeit.

Jochen Adam schreibt über eine Buchreihe bei Heyne, die sich Vampiren, Werwölfen u.ä. widmet.

Es gibt einen Beitrag von Christian Endres über die Comic-Reihe Usagi Yojimbo.

Achim Schnurrer bringt unter „Klassiker der phantastischen Literatur“ den zweiten Teil des Porträts von Jean Paul.

Max Pechmann berichtet über SF-Filme, die sich an den Polen der Erde abspielten. She, Das Ding, Antarctic Journals, The last Winter, 30 Days of Night, Panik in New York, Doc Savage – der Mann aus Bronze.

Zum Schluss gibts noch einen Beitrag über den Waldgut Verlag. Darüber hinaus enthält die Ausgabe einige SF-Stories. Für den interessierten SF-Liebhaber ist sicher etwas dabei.

mercoledì, ottobre 28, 2009


Liverbirds


Die erste Mädchenband. Ich sah sie zigmal im Hamburger Starclub. nun ist die Sängerin mit 65 gestorben.

lunedì, ottobre 19, 2009

Russische Vernichtungsmaschine

In Wired News gibt es einen interessanten Artikel über eine russische Vernichtungsmaschine, die zu Zeiten Reagans installiert, bei einem Atomangriff einen automatischen Gegenschlag auslöst.

domenica, ottobre 18, 2009

SFCD Intern

So intern war das nicht, jedes Mitglied hat dieses Vereinsgeschwafel bekommen. Es geht um Druckkosten, verletzte Eitelkeiten, Wichtigtuerei und Spenden. Die übliche deutsche Vereinsmeierei also. Papierkorb.

Andromeda, Science Fiction Magazin 150

Es widmet sich der SF aus der ehemaligen DDR und insbesondere dem Stanislaw-Lem-Klub Dresden und den von seinen Mitglieder produzierten Stories. SF war und ist eben systemübergreifend. Mit Einschränkungen natürlich. In einem totalitären Staat wie die DDR durfte man einen diktatorischen Roboter sicher nicht Honnecker V 2.0 nennen.

Andromeda Nachrichten 227

Gut gemachtes Titelbild. Andro integriert das Programm zum Buchmesse Con 2009 und einen Rückblick auf den des Jahres 2008. Es gibt einen Bericht zum SFCD Con 2009. Die Ausgabe ist unübersichtlich, doch hat dies einen Vorteil, der einen dazu zwingt, sich den Inhalt genauer anzusehen. Für SF-Historiker ist sicher der Beitrag über die SF-Serie „Die Luftpiraten“ aus dem Jahr 1908 interessant. Wenn man sich fast durch die ganze Ausgabe durchgearbeitet hat, findet man auf Seite 159 das Inhaltsverzeichnis. Zum Glück habe ich die praktische Stichprobenforschung angewandt. Die üblichen Spalten wie Cinema, E-Games, Fanzines, Magazine usw bieten jedem, der Zeit, Lust und nichts besseres zu tun hat, sich die Beiträge reinzuziehen.

Asimov’s Science Fiction, December 2009

Was mir an der Ausgabe auffiel: Heroinen bestimmen in der Mehrzahl der Geschichten die Handlung. Es reflektiert den Zeitgeist. In „Angie´s Errand“ beschreibt Nick Wolven, wie Angie, die in einer kleinen Stadt lebt, nach dem Großen Krieg sich nach dem Tod ihrer Eltern mit ihren kleinen Geschwistern durchschlagen muss.

Durch die wirtschaftlichen Verhältnisse, das Verlangen nach Sicherheit und nach Liebe fühlt sich Angie genötigt, nach einem Mann Ausschau zu halten. Sie erzählt ihren Geschwistern, dass sie Besorgungen zu machen habe und sie mit einer Überraschung zurückkehren würde. Sie schaut sich nach ihrem Jugendfreund um, den sie ein paar Jahre nicht gesehen hat und erfährt, dass er in Kürze eine Frau heiraten wird, deren Vater die Handelsströme der Stadt kontrolliert. Später versucht ein fahrender Händler, der in die Stadt gekommen ist, Angie in einem verlassenen Haus zu verführen, doch als seine Brüder hinzukommen, läuft sie weg. Dann gibt es den schmerbäuchigen hamsterbackigen triefäugigen Lebensmittelhändler, der ihr und den Geschwistern das Blaue vom Himmel verspricht. So bleiben Angie als Überraschung für ihre Geschwister nur ein paar Süssigkeiten übrig.

Handlungen dieser Art können in jeder Zeit spielen, werden SF, wenn man den beendeten Krieg in der Zukunft spielen lässt. Vermutlich ist das zu wenig. Doch die seelische Verfassung Angie´s wurde so gezeichnet, dass man den kargen SF-Gehalt in Kauf nimmt. Angie misst sich an ihrer verstorbenen Mutter, die ihre Lover zu ihrem Vorteil ausnutzte. Da sie diesen Mut nicht aufbringt, zweifelt Angie an sich selbst, gewinnt aber im Verlauf der Geschichte an Kraft und der Leser bekommt den Eindruck, dass sie ihrer Mutter an nichts mehr nachsteht.

venerdì, ottobre 16, 2009

Kurztrip nach Hamburg

Mittwoch, 14.10.2009

Ich hänge auf dem Flughafen von Bologna herum und warte auf meinen Flug nach Köln. Danach soll es im Zug nach Hamburg weiter gehen. Mit Müh und Not hatte ich meinen Wrangler rückwärts einparken können, nach dem ich auf dem Platz hin und her, vor und zurück gefahren war, auf der Suche nach einer freien Stelle. Ein Nachbarwagen stand schräg und ich musste mich wie der Changeling aus Deep Space Nine aus meinem Wagen quälen.

Morgen besuche ich meine Mutter, kaufe Burlington Socken und am Freitag geht es wieder zurück. German Wings ist teurer geworden. Und sie nehmen noch dazu jeweils sechs Euro für eine Platzreservierung und pro aufgegebenes Gepäck. Es lohnt sich vielleicht wieder, nur zu fliegen, mit welcher Gesellschaft auch immer. Oder im Auto zu fahren. Mit meinem Opel Omega Jahrgang 1987 traue ich mich nicht mehr über die ganze Strecke. Vielleicht gibts im nächsten Jahr einen Insignia. Der Audi gefällt mir besser, nur Opels Service ist optimal. Sie fahren mich nach Haus, wenn ich dort meinen Wagen abgebe.

Jetzt sitze ich einem dieser Metallstühle auf dem Bahnsteig Köln/Bonn Airport, warte auf die nächste S-Bahn und friere mir den Arsch ab, obwohl es erst Oktober ist. Neben mir sitzt eine spiddelige junge Frau, deren Hose auf ihrem Hintern Falten wirft. Ich bin einfach SL-verwöhnt, lol.

So um ein Uhr Nachts kam ich im Hotel an. Zwölf Stunden unterwegs. Da hätte ich doch gleich nach Brasilien fahren können.

Am nächsten Tag fand ich auf der Hochbahnstation die Anzeige. „Wir feiern mit Lee Curtis seinen siebzigsten Geburtstag.“

Curtis war der der erste Sänger, den ich im Star Club gesehen hatte. Er fing immer mit „Extasy“ an. Er ist eine Legende. Unser Sänger, Wolf Rimmler, machte es ihm nach. „Extasy“ war auch unser erster Song.

Star Club, das goldene Rockzeitalter, wo wir stundenlang twisteten, wo Ali der Geschäftsführer mit Boxernase sich von der Bühne auf einen Unruhestifter auf der Tanzfläche hechtete und wir um die Blutlache herumtanzten. Wo die Nutten in fünf Wochen zehn Jahre älter aussahen. Wir dem Kellner 50 Pfennige in die Hand drückten, um vor dem Nebeneingang stehen zu können, ohne etwas trinken zu müssen. Wo Johnny Kidd seinen Degen in die Bühne rammte, Screaming Lord Such das Riesenherz aus einem Kadaver zog, die Beatles „Taste of Honey“ sangen, die Searchers „Don´t throw your Love away“, Jimy Hendrix mit der Zunge Gitarre spielte, Chubby Checker rief: „Is it a bird, is it a plane, no it is a twister“, „Theresa Brewer klagte „I´m lonely, so lonely“, Jerry Lee Lewis mit seinem Fuss die Klaviertasten entlang fuhr, Little Richard auf dem Klavier tanzte, sein Hemd zerriss und in die kreischende Menge warf. Also da war auch Lee Curtis zuhause. Sein siebzigster Geburtstag wird im Downtown-BluesClub Ende Oktober im Landhaus Walter Stadtpark Hamburg gefeiert. Rocker never die, they ohne fade away.

Freitag, 16.10.2009

So, bin schon wieder auf dem Heimweg und sitze bei einer Brezel und einer Tasse Kaffee (4.80 Euro) auf dem Flughafen Köln/Bonn. Meinen Slalom um die Rollstuhl- und Gehwagengeschwader habe ich absolviert. Im Frühjahr werde ich meine dreiundneunzigjährige Mutter wieder besuchen.

Es wurde lustig im IC von Hamburg nach Köln, als auf dem Bahnhof Münster aus unserem Wagen Nummer 6 der Wagen Nummer 7 wurde, dann eine Gruppe Reisende einfiel und unsere reservierten Sitze requirieren wollte. Eine Frau rief: „Die Bahn hat einen Fehler gemacht. Ich habe gesehen wie die Wagenummernschilder ausgetauscht wurden. Dies war vorher der Wagen Sechs und jetzt ist er Nummer Sieben. Wir bleiben hier sitzen.“ Jawoll, und das taten wir auch. Das war sicher eine Lehrerin. Wie ihr das Wort „Fehler“ so glatt über die Lippen ging. – Der Zugbegleiter, der zuvor auf unsere Sitze zeigte und sagte, die sind alle frei, er lief rot an und bugsierte die Neuankömmlinge in die erste Klasse.

Witzig war es auch mit der Uhr. Meine Mutter wollte eine neue Uhr. Die alte, sagte sie, ging nicht mehr. „Was für eine?“, fragte ich. „Ein Wecker.“

Da ich ohnehin auf Einkaufstour war, suchte ich in der Innenstadt nach einem Wecker und ging zu Wempe. „Haben Sie einen preiswerten Wecker?“

„Was verstehen Sie under preiswert?“, fragte die Dame. „So um die dreißig.“

Die Frau zog die Augenbraue hoch. „Haben wir nicht.“

Zu guter letzt fand ich einen Wecker im Kaufhof, einen Funkwecker. Mit zwanzig Euro war er ausgezeichnet. Ich bekam ihn für zehn, kaufte dafür noch Batterien, und führte ihn meiner Mutter vor.

„Also, die Batterie ist drinnen. Jetzt bewegen sich ganz schnell die Zeiger bis sie beide auf zwölf stehen. Danach stellt sich die Uhrzeit von selbst ein. Nur blieben die Zeiger auf drei Uhr stehen und rührten sich nicht mehr.

„Das ist ja komisch“, meinte meine Mutter. „Der tut nix.“

Sie hatte recht, er tat nix.

„Ich nehme die Batterie raus und setze sie nochmal ein.“

„Jetzt bewegen sie sich wieder“, sagte meine Mutter. „Auf die zwölf zu“, hoffte ich.

„Der bleibt jetzt auf der sieben stehen. Der tut wieder nix“, beobachtete meine Mutter. In der Tat, er war wieder stehen geblieben.

„Hum“, meinte ich. Es war abend und die Geschäfte hatten zu. Aber dann, deswegen war der Preis wohl so günstig, lol.

Wenn ich zu Hause bin, werde ich meine Mutter anrufen und ihr sagen, dass ich gut angekommen bin. Soll ich mich nach dem Wecker erkundigen? Nein. Sie wird es mir von selbst sagen.

Zu Hause angekommen und angerufen. Sie sagte nichts und ich sagte mir: „Keine schlafende Hunde wecken.“

lunedì, ottobre 12, 2009

Analog, Science Fiction and Facts, December 2009

Die Story von H.G. Stratmann “Wilderness where Paradise now” ist deswegen ungewöhnlich, weil Huston ein Paar auf die neue Marsexpedition geschickt hat. Nun, es sind seine Protagonisten, die in seinen Geschichten bizarre Abenteuer erleben. Die Verbindung zwischen ihnen und dem Kontrollcenter bricht ab. Die Protags Katerina und Martin finden auf dem Mars ein Artefakt, welches ihnen außergewöhnliche Kräfte verleiht. Während Martin sich daran macht, sie zu nutzen, scheut Katerina davor zurück. Martin versucht seine neuen Talente positiv anzuwenden, in dem er vom Mars aus Gebrechen auf der Erde heilt, dort alle Waffen zerstört. Doch bei seinem letzten Versuch, den Menschen ein sauberes Bewußtsein zu verleihen, schlägt das kollektive Bewußtsein der Erdmenschen zurück. Menschen auf der Erde beginnen, sich selbst zu vernichten. Martin versucht, in die Vergangenheit zu springen, um seinen verunglückten Versuch rückgängig zu machen.

Zum Schluss stellt sich heraus, dass überhaupt nichts geschehen ist, sonder dass Katerina Martin suggerierte, er würde alle diese Aktivitäten tatsächlich durchführen bis zu seinem fatalen Irrtum, um ihn darauf aufmerksam zu machen, dass es ratsamer sei, seine neuen Kräfte nicht einzusetzen.

mercoledì, ottobre 07, 2009

Interzone, Science Fiction & Fantasy # 224

Ich finde es toll, dass sich das britische SF-Magazin so lange gehalten hat. Nun, in Deutschland haben wir Andromeda, lol. Interzone Autoren sind zwar weniger bekannt, aber mit einigen Ausnahmen können sich ihre Geschichten sehen lassen. Z.B. „Sublimation Angels“ von Jason Sanford.

In einer Planetenkolonie wurden die Kolonisten von der Erde von mitgereisten künstlichen Intelligenzen in eine Rangordnung einsortiert, die sich an der Intelligenz von Kindern ausrichtete. Der unterste Rang arbeitete in der Jauchegrube, dem Abwasserbecken, in der mit Hilfe von Bakterien Humusboden erzeugt wurde und die für die Pflanzenaufzucht erforderliche Elektrizität.

Im Hintergrund der Story spielten Intelligenzen des Sonnensystems eine undurchschaubare Rolle. Technisch waren sie fortgeschrittener und setzten es am Ende durch, dass aufgrund einer Verschiebung des Planeten in eine für Menschen günstigere Umlaufbahn, die kalte Atmosphäre sich an die Bedürfnisse der Menschen anpasste.

Die Handlung selbst wurde von Kämpfen innerhalb der Rangordnung bestimmt, in der sich zum Schluss die Kinder des untersten Ranges gegen die künstlichen Intelligenzen durchsetzten.

Die Story ist spannend. Man sollte sich den Namen Jason Sanford merken.



Ich stelle meine Story vor, dich in Schreib-Lust für den Monat Oktober geschrieben habe. Das Thema war "Außerirdisch".

Luigi

Luigi Cassonetto lag auf dem ungemachten Bett, starrte an die Zimmerdecke, drehte sich auf die Seite mit Blick auf den mit leeren Bierflaschen zugemüllten Teppich, dachte an Mama und schlief ein. Der Fernseher lief. Ein Nachrichtensprecher berichtete, dass ein Raumschiff im Hochmoor von Hamburg-Lemsahl niedergegangen sei.

Am Morgen darauf bewunderte Luigi seinen Körper wie gewohnt vor dem Spiegel und rief: „Mama, Mama, wie hast du das nur hinbekommen?“ Im Bus reckten sich ihm Bildzeitungen mit der knalligen Überschrift entgegen: „Marsmenschen in Hamburg! Beginn einer Invasion?“

Luigi stieg an der nächsten Station aus, überquerte die Straße und betrat die Pizzeria seines Onkels. Dann griff er nach Wassereimer, Schrubber, Feudel. Später kam Onkel Carlo in das Lokal, ein kleiner Mann mit grauen Haaren, Walrossbart und einem traurigen Blick.„Raumschiff hin, Raumschiff her“, sagte er. „Pizza wird immer gegessen.“

Den Deutschkurs für Ausländer besuchte Luigi an seinem freien Donnerstag. Um die zwanzig Personen aus aller Herren Länder sprachen Frau Brinkmann nach: „Bitte nicht den Fahrer stören.“ Sie waren bei „Hasso, pass auf, da kommt ein Ball!“, als die Tür aufging, eine Frau in das Klassenzimmer huschte und sich neben Luigi setzte. Er schob ihr sein Buch zu und zeigte auf den nächsten Satz.

„Ich heiße Luigi“, raunte er, „und komme aus Italien.“ Neben ihm saß ein ätherisch aussehendes

bleiches Wesen mit einer schwarzen Haarpracht, die ihr über die Schultern fiel. Die Augen in ihrem schmalen Gesicht schienen unter dem Licht der Leuchtstofflampen violett zu sein. Luigi konnte seinen Blick nicht von ihr lösen, als sie ihn anlächelte. Mama, dachte er, Mama, das ist sie. Sie sahen ins Buch und sprachen wie aus einem Mund: „Das ist Nina. Sie geht über die Straße.“

Später lud er sie zu einer Pizza in Onkel Carlos Lokal ein und erzählte von seiner Mama. Er wusste nicht, was über sie gekommen war. Plötzlich hatte sie gemeint, er solle mit seinen zweiunddreißig Jahren etwas aus seinem Leben machen. Er war sicher, sein Vater steckte dahinter, der aus unerfindlichen Gründen nicht mochte, dass er, Luigi, etwas von Mamas Pension für sich abgezweigt hatte. So hat der Vater ihm ein Ticket gekauft und in den Zug nach Hamburg gesetzt. Nun arbeitete er in Onkel Carlos Pizzeria.

Erst jetzt fiel ihm auf, dass er die ganze Zeit Italienisch geredet hatte. „Entschuldigung“, sagte er: „Wie heißt du und woher kommst du?“ „Nina“, sagte sie, stand auf, beugte sich zu ihm hinab und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dann verschwand sie. Nina, dachte er. Wie die aus dem Buch.

Das Raumschiff flog nach einigen Tagen davon und ließ eine Kuppel zurück. Sie ragte neben den Hünengräbern empor und bestand aus einem von außen undurchsichtigen Material. Polizeibeamte hatten vergeblich versucht einzudringen. Sie ließen einen Wagen dort und machten sich wieder an das Tagesgeschäft.

Luigi fieberte dem nächsten freien Tag entgegen. Mama fing an zu weinen, als er am Telephon von Nina erzählte. „Luigi“, flehte sie. „Luigi, mach keinen Fehler. Stelle sie Onkel Carlo vor.“

Am Donnerstag Abend saßen sie wieder in der Klasse, sahen auf das Buch, dann lächelte sie und Luigi vergass alles andere um sich herum.

Später standen sie im Licht der Straßenlaterne. Nina zog ihn am Ärmel mit sich. Sie nahmen die S-Bahn, fuhren bis zur Endstation, dann schob sie ihn in einen Bus, der durch die Nacht zuckelte. Luigi blickte hinaus. Erleuchtete Fenster zogen wie ein unterbrochenes Band an ihm vorbei. Sie stiegen aus und gingen eine schmale Straße entlang. Das Plätschern eines Baches begleitete sie. Eine Viertelstunde waren sie noch unterwegs, bis die letzten Häuser hinter ihnen verschwunden waren. Knacken, Rauschen, Sprechfunkparolen wehten zu ihnen herüber. Luigi machte ein Polizeifahrzeug aus. Dann sah er die Kuppel, die sich gegen einen sternenbedeckten Horizont abhob. Die junge Frau ergriff Luigis Hand. Sie warteten, dass der Polizeiwagen seine Runde machte, rannten auf die Kuppel zu und durchquerten die Wand.

Dio mio, ein Alien! Wie hat sie das gemacht? Luigi zwang sich stillzustehen. Sie befanden sich in einem runden Saal. Sein Herz hämmerte. Vor ihm stand eine Zelle, mannshoch, aus einem schimmernden Metall, die Platz für mehrere Menschen bot. „Nina, wer bist du?“, fragte er.

„Chiedimi come mi sento. Luigi, io sono solo e ho bisogno di te!“ Er vernahm ihre Stimme in seinem Kopf. Telepathie in italiano! Mama mia! Verwirrt blickte er nach außen. Das Polizeifahrzeug hatte angehalten.

„Ich bin ...“ Sie schien nach Worten zu suchen. „Ich bin ein Beobachter.“ Bilder manifestierten sich in Luigis Hirn. In einem bewegte sich das Raumschiff von der Erde fort. In einem anderen sah er die Zelle, in der die Frau auftauchte.

„Das Raumschiff wurde vor über hunderttausend Jahren von meinem Planeten gestartet. Es fliegt ohne Besatzung. Findet es intelligentes Leben auf einem Planeten, hinterlässt es dort eine Beobachtungsstation und ich teleportiere von der zuvor erstellten dorthin.“

„Wieso das?“, staunte Luigi, „bleiben die anderen Stationen unbesetzt?

„Dort lebt eine Kopie, wie ich es bin“, erwiderte sie. „Mein Original befindet sich auf dem Heimatplaneten.“ Gefaxt, dachte Luigi benommen. Nina wurde durch das Universum gefaxt! Er sah sich nach einem Ausgang um und fand keinen, dann blickte er auf die Uhr. Wann fuhr der letzte Bus?

„Luigi, bleib bei mir! Ihr seid die erste humanoide Lebensform, die wir entdeckt haben und ihr seht aus wie wir! Luigi, wie lange habe ich auf dich gewartet.“

„Morgen muss ich arbeiten.“ Sie wird nicht kochen können. Was würde Mama dazu sagen?, fragte sich Luigi und erhob sich. „Wo ist der Ausgang?“

„Luigi, ich brauche, ich liebe dich“, flüsterte sie. „Doch wenn du nicht bei mir bleiben kannst...“ Nina ging in die Zelle hinein. „Dann werde ich auf meinen Heimatplaneten zurückkehren.“ Nina streckte die Arme nach ihm aus. „Küss mich zum Abschied.“

Luigi zögerte, ging zu Nina, umarmte sie und drückte seine Lippen auf ihren Mund. Nina zog ein beschriebenes Blatt hervor und gab es ihm.

„Eine Mitteilung an die Autoritäten dieses Planeten. Behalte es“, flüsterte sie ihm ins Ohr, und glitt aus der Zelle. Dann wurde ihm schwarz vor Augen.

Er kam wieder zu sich und erhob sich taumelnd. Nina stand vor ihm, griff nach dem Zettel und las ihn. Außerhalb der Kuppel war es noch immer dunkel. Dort schwammen riesenhafte Kraken herum. Saugnäpfe hefteten sich an die Kuppel.

„Wo sind wir?“ Luigi schluckte. Nina lächelte ihn an, als sie ihm das Papier zurückgab. Dann verlor er die Besinnung. Als er sich zum zweiten Mal aufrappelte und Nina den Brief zum zweiten Mal las, tanzten feuerrote Gestalten durch die Flammen, die von außen gegen die Kuppel brandeten. „Luigi?“, sagte sie und gab ihm das Papier zurück. Er wurde bewusstlos und fand sich wieder in einer anderen Station.

„Ich begleite dich ein Stück.“ Nina ergriff Luigis Hand und trat mit ihm ungesehen durch die Kuppelwand. Sie gingen den Bach entlang. Nina sagte: „Kopien von dir sind zu den meinen unterwegs.“

„Santo Cielo!“, rief Luigi, „und ganz ohne Telefon. Wir müssen Mama auch kopieren!“

An der Bushaltestelle umarmte Nina Luigi und küsste ihn, dann lief sie davon. Er hörte, wie sie rief: „Das nächste Mal gehen wir zu dir!“ Und Luigi dachte an die leeren Bierflaschen auf seinem Teppich, an Mama, während der Bus hinter den Häusern hervorkam.

martedì, ottobre 06, 2009

Neuer Fandom Observer

Neulich kam der Fandom Observer 244 heraus. Die Besprechung deutscher SF-Filme ruft Erinnerungen hervor. Ich nenne Raumschiff Orion, Fleisch, Welt am Draht. Aber besser fand ich noch die alten Schinken, die in Monster, Mumien, Mutationen im dritten Programm des NDR gezeigt worden waren.




lunedì, ottobre 05, 2009


Fantasy & Science Fiction, Oct/Nov 2009

Eine Dreihundert-Seiten-Ausgabe mit einem Titelbild, das denen Bonestells ähnlich ist. Lucius Shepard hat seine Novella “Halloween Town” dort untergebracht. Novella ist die längste Geschichteart der Story-Kategorie. Absteigend gibt es noch Novelet und Short-Story.

Wenn Shepard in einem Magazin auftaucht, weiß ich, seine Story ist die beste. So auch diesmal. Protag Clyde Ormoloo hat sich nach Halloween Town zurückgezogen. Die Stadt ist in eine tiefe Erdspalte eingebettet, von der aus der Himmel nur durch ein Loch sichtbar ist. In Halloween fand Ormoloo eine dunkle Umgebung. Sonnenlicht an der Oberfläche machte ihn emphatisch, ließ ihn zu klar denken. Das hatte ihn einige Verhältnisse mit Frauen gekostet, da er durch seine Fähigkeiten ständig etwas an ihnen auszusetzen hatte.

Sein neues Leben in Halloween unter künstlicher Beleuchtung, in einer Umgebung, in der Häuser wie Schwalbennester an Mauern klebten, ließ ihn zum Arbeiter in einer Walnußveredelungsanlage werden. Nüsse fielen durch das Loch in der Oberfläche zu ihnen herab, wurden in eine spezielle Harzmischung eingerührt, die Nüssen den charakteristischen Geschmack verliehen, die sie zum Exportschlager werden ließen.

Halloween wurde von Pet Nylund, einem gealterten Rock n´Roll Star beherrscht. Der Mann lebte im Süden der Stadt, in den der Zutritt nicht gestattet war. Zuwiderhandlungen wurden mit der „Tube“ bestraft, einer Röhre, in der ein Gefangener tagelang angekettet ausharren musste. Nach seiner Karriere hatte Nylund Mutagenics, eine Forschungsanstalt ins Leben gerufen, deren Mitarbeiter nach kurzer Zeit verschwunden waren. Über die Gründe gab es nur Gerüchte. Weiterhin wurde erzählt, dass im Mossbach, dem unterirdischen Strom, der durch die Stadt lief, seltsame Wesen schwammen, die von dem südlichen Teil der Stadt herüberkamen. Eines davon drang nachts in den Ort und ging auf Katzenfang. Ormoloo verliebte sich in Nylunds Freundin.

Am Schluss der Story, nach mehreren Frauenbekanntschaften, einen Aufenthalt in der Röhre, wurden Nylund, dessen Freundin und er von den Katzenräubern belagert, die sich als intelligente Spezies entpuppt. Nylund kommt um. Freunde befreien Ormoloo und die Frau, die sich aus Halloween zurückziehen und in der normalen Welt ein tristes Leben führen.

giovedì, ottobre 01, 2009

Asimov’s Science Fiction, October/November 2009

“Blood Dauber”, die Story von Ted Kosmatka und Michael Poore hat mir am besten gefallen. Es geht um den Zoowärter Bell, der zu seiner Verwunderung es mit Larven und deren Insekten zu tun bekommt, die von Generation zu Generation wachsen und sich in einem Schnellgang zu verschiedenen Arten differenzieren. Je nach, mit was sie gefüttert werden, entwickeln sie sich zu Pflanzen- oder zu Fleischfressern.

Seine ständig meckernde Frau macht ihm im Haus das Leben schwer und treibt ihn auf die Arbeit. Der einzige Platz, an dem er sich wohlfühlt, bis man ihm einen ehemaligen Sträfling als Hilfe zur Seite stellt. Bell versucht, dem Mann näher zu kommen. Es gelingt ihm fast, dann erscheint der Mann betrunken zur Arbeit und Bell muss ihn entlassen. Dieser zündet die Käfige an und wird zum Happy Ende von einem riesigen fleischfressenden Insekt, dem Blood Dauber, vertilgt.

Die Geschichte ist so geschrieben, dass man sich in Bell gut hineinversetzen kann, in seine häuslichen Probleme, in die an seinem Arbeitsplatz und die Autoren machen den Eindruck als hätten sie Zoologie Kenntnisse. Wer schriebe sonst über Coleopteras, Lepidopteras, Hymenopteras und Dipteras?

sabato, settembre 26, 2009

Surrogate,

In dem Film spielt Bruce Willis einmal als Operator und zum anderen als Surrogate in Szenarien der nahen Zukunft. Menschen haben sich zurückgezogen und lassen ihre Roboter-Doubles, die Surrogates, in das pulsierende Leben. Die Interaktion wird von diesen wahrgenommen.

mercoledì, settembre 23, 2009

Analog, Science Fiction and Fact, Nov 2009

Analog bleibt sich und seinem Gründer John W. Campbell jr treu. Nun, genau genommen dem Gründer von Astounding. Die Stories sind von Wissenschaftsenthusiasten verfasst. Es geht um die Umwandlung von Petroleum in Wasserstoff, es geht um einen Marsflug, es geht um einen Wettlauf mit der Zeit, Pflanzen und Tiere einer Kolonie auf einem fernen Planeten genießbar zu machen. Es hilft, sich in Biologie, Geologie, Astrophysik auszukennen. Ein Taschenmesser kann auch nicht schaden. Das sind dann McGyver ähnliche Stories im Weltraum. Campbell hätte an ihnen seine Freude gehabt.

lunedì, settembre 21, 2009

Joe Abercrombie

Vorgestern brachte mir meine Frau ein Päckchen. Es kam aus England und ich sagte: „Ah, die 3. Staffel von Dr. Who.“ Statt dessen waren es drei dicke Taschenbücher, die ich in einer Auslosung von „Interzone“ gewonnen hatte. Joe Abercrombies „The Blade itself“, „Before they are hanged“, „Last Argument of Kings”, bei Gollancz erschienen. Fantasy. Ich habe sie unter den Stapel von noch zu lesendem Material gelegt.

domenica, settembre 20, 2009

Quasi Quote 8, Sandra Bond, London

Da war doch noch eine Nummer in meinem Stapel. Mir fiel inzwischen auch ein, warum ich dieses Fanzine erhielt. Neben Bob Lichtman´s Trap Door wurde es als eines der besten angelsächsischen bezeichnet.

Sandra bespricht drei Bücher, von denen sie meint, dass sie woanders noch nicht reviewt worden waren. Mike Meara bringt einen Bericht vom NovaCon 2008 in Bentley, wo immer das ist. Taral schreibt einen Fake Speach als Fan Guest of Honour und Sandra beschreibt ein Phantasie-Gespräch mit Vincent Price. Dann wie immer Leserbriefe, das Belohnungssystem eines Fanzines.

sabato, settembre 19, 2009


Quasi Quote, Sandra Bond, London

Na endlich mal ein Fanzine. Esoterisch insofern, als ich die englischen Namen noch weniger kenne als deutsche. Englische Fans kannte ich noch von meiner NOVA-Zeit, als ich mich 1959 in einen Zug nach Hoek von Holland setzte und von dort mit der Fähre nach Harwich fuhr, dann Station in London machte, Allan Dodd in Hoddesdon, eine Party in Manchester, Don Allen in Gateshead und John Berry in Belfast besuchte. All das in einem Anzug, den ich nie gewechselt hatte. Ich sah aus wie jemand, der seinen Anzug nie gewechselt hatte, lol.

Ich, Bob Shaw, John Berry

Fanstories humoristischer Natur, wegen denen John Berry im Fandom bekannt wurde, haben sich bis heute erhalten. In dieser Ausgabe steht eine, aus der altbekannte Namen nur so herauskullern. Bob Shaw, Walt Willis, Forry Ackerman, Bruce Pelz. Legenden, die in Zeit, Raum und anderen Dimensionen erhalten bleiben.

Der größte Teil angelsächsischer Fanzines besteht aus LOCs, letters of comments, Leserbriefen also. Fanzines dieser Art werden kostenlos an Leserbriefschreiber versandt. Wieso habe ich es bekommen? Ich hatte glaube ich fünf Dollars rübergeschickt, oder waren es Euro? Diese Ausgabe wird wohl die letzte gewesen sein.

Postscripts. The A to Z of Fantastic Fiction. Special BSFA Members Sampler Edition.

Ein Magazin von PS Publishing, einem englischen Kleinverlag. Etwas größer als ein Taschenbuch, wurde eine Spezial-Ausgabe an die Mitglieder der BSFA verteilt. Gute Werbung.

Mehr Horror als SF. Ähnlich wie „Black Static“ von TTA-Press. Ich sehe Namen bekannter und weniger geläufiger Autoren: Stephen Baxter, Ray Bradbury, Ramsey Campbell, Peter Hamilton, Joe Hill, Stephen King, Paul McAuley, Lisa Tuttle, Gene Wolfe, Al Robertson.

Horror ist nicht einfach zu schreiben. Ich habe es versucht und es wurde nichts. Detailarbeit ist erforderlich bei Personen und Umfeldbeschreibungen. Die meisten Stories besitzen englisches Flavor. Ich mag das. „Footvote“ von Peter Hamilton gehört dazu. Und sie hat einen SF-Touch. Die Handlung spielt in der Zeit Tony Blairs und des Irak-Krieges.

Bradley Ethan Murrey hat ein Wormhole zum Planeten New Suffolk gebaut und lädt ein, innerhalb von zwei Jahren dort hin zu ziehen. Danach würde das Wormhole geschlossen. Murrey stellt neunundachtzig Punkte auf, wie Waffenverbot, Strafkolonien statt Gefängnis, kein metrisches System, Parteiverbot, Zugangsverbot für Tabloid Journalisten, EU-Bürokraten, Gewerkschaftsfunktionäre und KnöllchenVerteiler.

Vor diesem Hintergrund macht sich ein geschiedener Mann, der über das Wochenende die Kinder bei sich hat, mit ihnen und seiner Verlobten auf den Weg zum Wurmloch. Seine Ehefrau und ihre kämpferische Freundin kommen ebenfalls zum Sammelplatz, um gegen das Wormhole zu protestieren. Eine Art Honnecker-Syndrom, das ausbrach, als Einwohner der DDR über die offene Berliner Grenze in den Westen flüchteten.

Die Story endet damit, daß der Mann, nachdem seine Ex-Frau ihn, seine Kinder und Verlobte entdeckte, sie in seinen Wagen einsteigen lässt, um mit der Autokolonne in das Wurmloch hinein zu fahren.

martedì, settembre 15, 2009

Premiere Stargate Universe

Nach Stargate und Stargate Atlantis läuft in den U.S.A. Stargate Universe an. Weiteres in English bei Wired.

lunedì, settembre 14, 2009

Fandom Observer 243

Das Online Nachrichten Magazin bringt wieder eine bunte Mischung aus Fanzine-, Buch-, Film-, Comics- und Fernsehbesprechungen.

Apropos Fernsehserien: Ich besorgte mir die Staffeln 1,2,4 von Dr. Who und die dritte habe ich gerade bestellt. Sie stammen aus der in 2005 neu aufgelegten Serie. Wo bekommt man die älteren her? Dr. Who wurde ja schon 1963 ausgestrahlt. Ich erinnere mich noch an einige Episoden im dritten Programm des NDR.

Hugo Preisträger 2009

Auf dem diesjährigen WorldCon in Montreal wurden unter anderen folgende HUGOs vergeben:

Novel: Neil Gaiman: The Graveyard Book

Novella: Nancy Kress: The Erdmann Nexus

Novelette: Elizabeth Bear: Shoggoths in Bloom

Short Story Ted Chiang: Exhalation (siehe auch meine Notiz vom gleichen Tag)

2010 findet der WorldCon in Melbourne Australien statt, 2011 in Reno, NV, U.S.A.

Quelle: David Langford´s Ansible

BSFA Awards 2008, aus der Best Short Fiction Shortlist

Auch schon ein alter Hut. Habe einfach zu viele Interessen, alles rechtzeitig durchzuackern. Einige Stories aus der BSFA Shortlist. „Exhalation“ von Ted Chiang, „Crystal Nights“ von Greg Egan, „Little Lost Robot“ von Paul McAuley und „Evidence of Love in a Case of Abandonment“ von M. Rickert.

Chiang wurde der erste Preis auf dem Easter-Con in England im April zugesprochen. Ein fein gesponnenes Garn. Protag war ein Anatomie-Student, der nicht wusste, dass er und seine Mitbewohner Roboter waren, dass sie in einer künstlichen Hohlwelt lebten. Er kam einem Phänomen auf die Spur, das sich zuvor nie manifestiert hatte: Ein öffentlicher Herold machte ihn darauf aufmerksam. Als dieser wie gewöhnlich am Mittag des ersten Tages im neuen Jahr seine Verse rezitierte, fiel das Ende seiner Vorführung nicht mit dem Glockenschlag des Turmuhr zusammen. Dem Protag kam der Verdacht, es liege an ihnen und nicht an den Uhren, da diese Diskrepanz auch bei Turmuhren anderer Systeme aufgetreten war.

Er schloss sich ein und nahm seinen Kopf auseinander, Schraube für Schraube, Rad für Rad, Chip für Chip, in dem er sie auseinander schob, die Verbindungen aufrecht erhielt, um den Gedankenfluß nicht zu unterbrechen, und ihm wurde klar, dass die Atmosphäre sich innerhalb ihrer Hohlwelt verdichtete und ihre Denkprozesse verlangsamte, irreversibel und unaufhaltsam. - Chiang ist mehrfacher Preisträger (Hugo, Nebula).

Mir hatte M. Rickerts Story besser gefallen. Beklemmend. Ich las sie bereits in Fantasy & Science Fiction. Ich-Erzähler ist eine Tochter, deren Mutter das Weite gesucht hatte. Aus gutem Grund. Frauen, die abgetrieben haben, werden öffentlich von der Homeland Security exekutiert, der von Busch ins Leben gerufenen Sicherheitsorganisation.. Rickert beschreibt eine mögliche Zukunft, in der Republikaner und Abtreibungsgegner über einen längeren Zeitraum die Macht in den U.S.A. ausüben. Sie schildert die Seelennöte der Tochter, die sich zum einen zu den Exekutionen bekennt und ihnen mit ihrem Vater beiwohnt. Zum anderen vermisst sie ihre Mutter. Dieser Zwiespalt ist nicht aufzulösen.

venerdì, settembre 11, 2009

Focus, the British Science Fiction Association Magazin vor writers. Fiction Special.

Die Ausgabe enthält Stories der Sieger des Wettbewerbes zum fünfzigjährigen Bestehen der BSFA.

Die Top Story „Nestbuster“ von Roderick Gladwish hätte in jedem hochwertigen SF-Magazin Bestand.

Abraham, Frau und Sohn hatten sich nach dem großen Krieg auf einem dünnbesiedelten Planeten niedergelassen, weit von der nächsten Siedlung entfernt. Dann kam Doktor Chanti vom Gesundheitsministerium, das sich auf dem Planeten eines anderen Sonnensystems befindet, zu Besuch, um den Nestbuster Abraham und seine Familie zu untersuchen. Der Krieg war vorbei, doch die Nestbuster waren zur Legende geworden.

Neste glichen Bienenstöcken, in denen die Jungen der Feinde produziert wurden, denen Abraham und seine Kameraden im Krieg gegenüberstanden. Abrahams Team hatte dort eine Bombe abzulegen. Mit seinen Kameraden drang er dort ein. Ein anderes Team zündete später den Sprengkörper. Wieso lebte Abrahams Team noch, während andere Nestbuster nach dem Krieg Krankheiten, Unfällen, Morden, Selbstmorden oder dem Wahnsinn anheimgefallen waren? Das herauszufinden, war die Aufgabe Doktor Chantis. Abraham sagte, er lebe für seine Familie. Im Nest gab es einen Ort für den Ausschuss, für produzierte Kinder mit kleinen und großen Fehlern. Abrahams Sohn war einer von ihnen. Er hinkte.

„Es reicht“.

Der Essay von Matthias Matussek ist lesenswert. Er steht im SPIEGEL 37/2009 und ist allein schon des Spiegels Geld wert. Matussek bringt einige Dinge auf den Punkt, die in unserer Gesellschaft aus dem Ruder gelaufen sind. Hier ein Auszug:

´Die Abwrackprämie hat die Konsumenten einstweilen bei Laune gehalten. Mich erinnert das an die Wahlkämpfe, die ich in Peru oder Amazonien erlebt habe, wo den Hüttenbewohner vor dem Urnengang ein Sack Maniok und ein paar Flaschen Milch vor die Tür gestellt wurden, was ökologisch immerhin noch sinnvoller ist als ein Opel Corsar. Doch die großen Umbauthemen finden nicht statt.´

Jetzt noch etwas anderes. Ein SF-Fan ist jemand, der gern SF liest. Für einige von ihnen ist es Eskapismus, für andere Inspiration. Dies findet jedoch mehr auf technisch wissenschaftlicher Ebene statt, wie bei Bereichen wie Robotik, KI. Inspiration für Neuordnung gesellschaftlicher Bereiche kommt nicht zum Tragen, obwohl es einen Haufen von SF-Romanen gibt, die Gesellschaftsformen der Zukunft beschreiben. Wieso finden die keinen Platz in der politischen Auseinandersetzung? Weil Menschen nicht mitziehen würden? Veränderungen sind des Teufels? Denkbar. Besonders, wenn man den Widerstand der amerikanischen Republikaner verfolgt, die jeden Ansatz des Umbaus der dortigen Krankenversicherung zunichte machen wollen.

Doch gibt es erste Stimmen, welche die Weichspülung des Wahlkampfes in Deutschland kritisieren. Das Pendel wird in die andere Richtung schlagen, auch mit Hilfe des Internets.

SF-Fans sind Konsumenten, keine politischen Gestalter. Doch wäre es meiner Meinung nach sinnvoll, Gesellschaftssysteme der nahen Zukunft zu entwerfen und in das politische Gedankengut einzubringen. Das Internet wäre die geeignete Diskussionsplattform. Es sollte etwas geschehen. Die Lahmarschigkeit der Politik muss einer Dynamik weichen, welche Politik schneller auf die Probleme unserer Gesellschaft reagieren läßt.

Unter der italienischen Flagge

werde ich hin und wieder über Dinge berichten, die Ausländer wohl den Kopf schütteln lassen J

Napoli, Neapel. Schon immer eine Stadt, gegen die menschliche Logik vergeblich anbrandete. Gestern streikten dort die Busfahrer und ließen tausende von Passagieren stehen.. Warum? Plötzlich waren den Fahrern die Busse zu schmutzig und sie fürchteten sich mit dem Virus H1N1 anzustecken. Dabei würden die Fahrzeuge, wie die Busgesellschaft versicherte, jeden Tag gewaschen und desinfiziert. Das mag stimmen, oder auch nicht.

Es wird frisch bei uns.

Die Saison des Liegestuhls ist vorbei. Es ist 9:35 Uhr und wir haben zwanzig Grad. Der Himmel ist bewölkt und ich sitze auf der Terrasse. Habe allerhand Zeug zu lesen. Gestern übte ich an einem Sculptie Programm. Mein SL-Avatar Sandy besitzt zwei Schuhgeschäfte in Second Life. Es kommen Leute, aber keiner kauft. Die Konkurrenz ist zu mächtig. Man braucht einen langen Atem. Den habe ich. Prim-Schuhe sind nicht mehr wettbewerbsfähig. Vor Jahren wären sie ein Renner gewesen. Heute muss man skulpten können. Zuerst hatte ich es mit dem Program Rokuro versucht. Das ist jedoch nur für symmetrische Objekte geeignet, wie Schalen, Vasen, usw. Ich habe mir jetzt Wings 3D runtergeladen. Es wird noch etwas dauern, bevor ich weiß, wie damit Schuhe gemacht werden. Sie werden besser aussehen und ein weiterer Vorteil ist, der Schuh wird aus weniger Prims bestehen. Da die Anzahl von Prims, Primitives, aus denen Second Life besteht, von der Größe des Landpaketes abhängt, auf dem sie residieren, können mehr Sculptie Schuhe ausgestellt werden.

mercoledì, settembre 09, 2009

A Health-Care Trap for Small Business

Es stand in der letzten Business Week. Wird ein Mitarbeiter schwer krank, steigen Krankenversicherungsbeiträge bei Unternehmen bis zu fünfzig Mitarbeitern so stark an, daß die Firma es sich häufig nicht mehr leisten kann, diese Beiträge zu zahlen.

Obama wird seine Schwierigkeiten haben, diesen Murks zu beheben. Hier nun, was ich selbst dazu beisteuern kann: In amerikanischen Städten gibt es Walk-Ins, Praxen mit Allgemeinmedizinern, wo man ohne Voranmeldung reingehen kann. Das ist nicht schlecht. Doch geschieht es auch, dass deine Krankenversicherung nur mit bestimmten Ärzten vertraglich verbunden ist. Dann heißt es, im Internet nachsehen unter Stadt und Spezialfach. Co-Opting. Du selbst hast mit der Versicherung einen Vertrag abgeschlossen, bei dem du vereinbarst, bis zu welchem Beitrag du die Rechnung selbst bezahlst, bevor die Versicherung einspringt. Sagen wir, dreißig Dollar pro Besuch.

In der Apotheke gibt es auf Rezept keine abgepackten Medikamente. Du gibst dein Rezept ab, wartest eine halbe Stunde, während die Pillen abgezählt und in eine orangene Dose geschüttet werden. Über einen Lautsprecher hörst du deinen Namen, wenn sie fertig sind und du nimmst sie entgegen. Kostet auch noch mal dreißig bis fünfzig Dollar. Gut ist nun wieder, dass du nächstes Mal nicht wieder wegen eines neuen Rezeptes zum Arzt rennen muss. Mann kann die Apotheke wegen eines Refills anrufen. Die packt dein Medikament dann ab.

Im Emergency Room. Kommst du dort an, wirst du von hinten und vorn untersucht. Meistens sind es Contractors, also Leute, die keine Angestellten des Krankenhauses sind, sondern mit ihnen Verträge abgeschlossen haben. Radiologen zum Beispiel, die Nachts den Dienst versehen. In den Tagen darauf bekommst du gesalzene Rechnungen von verschiedenen Stellen. Laboranten, Radiologen, Hämatologen, Kardiologen usw.

Versicherungsbeiträge wurden in den letzten Jahren stark erhöht. Sie waren schon happig, als ich in den U.S.A. arbeitete. Jetzt sind sie so teuer wie eine Wohnungsmiete.

domenica, settembre 06, 2009


SF Writers on SF Films from Akira to Zardoz


Eine Special Edition der British Science Fiction Association,Summer 2009


Die Idee ist gut. Britische Sf-Autoren schreiben Film-Rezensionen. Ich fotografierte das Inhaltsverzeichnis. So erspare ich mir das Abkupfern mit der Hand.


sabato, settembre 05, 2009

Focus, the british Science Fiction Association Magazine for writers, Summer 2009

Als erstes werden Editoren von Kleinverlagen in “What are they thinking” hinterfragt, wie sie mit Manuskripten umgehen, die ihnen zugesandt werden.

Es gibt einen Rückblick auf die britische SF-Serie „Blake´s 7“.

Christopher Priest schreibt in seiner Kolumne „Masterclass“ über narrativen Sex und teilt diesen in

Kategorien ein wie Pornography, Obscenity, Indecency, Erotica.. Er bringt Beispiele, wie man über Sex in Geschichten, Romanen lieber nicht schreiben sollte und gibt die Empfehlung, wenn man es nicht kann, sich darauf zu beschränken zu schreiben: „Sie legten sich ins Bett und liebten sich.“

In „Tag, your it“, writing Speach gibt Gillian Rooke Ratschläge, was man anstelle von “sagte er”, “sagte sie” schreiben könnte.

Emma Hemmings gibt Tipps darüber, wie glaubhafte Charaktere beschrieben werden können und Martin McGrath stellt zwei Bücher vor, die bei der Entwicklung des Schreibstils helfen.

Italien: Anzahl von Morden in Familien übertrifft die der Kriminalität

Bin gerade aufgestanden, und schalte wie gewohnt den Fernseher an. Was sehe ich? Famiglia, crimini di casa.

Interview mit dem Presidente dei avocati, der Anwälte also. Er meint, es sei ein kulturelles Problem. Italienische Ehemänner können es einfach nicht verknusen, dass ihre Frau sie verläßt und einige greifen dann zum Küchenmesser. Jeden zweiten Tag gibt es in Italien einen Mord in der Familie. Und was interessant ist, überwiegend im Norden. Im Süden, wo mafiöse Strukturen vorherrschen und Familienbande dichter geknüpft sind, passiert es weniger.

venerdì, settembre 04, 2009

Focus, the british Science Fiction Association Magazine for writers.

Ich erinnere mich an Eschbachs Ratschläge für Autoren, die in „Phantastisch“ standen. Hier ist es ähnlich. Auch diese Tips sind brauchbar.

Martin McGrath überredet seinen Inneren Schweinehund und nimmt sich vor, jeden Tag 500 Wörter zu Papier zu bringen. Ich sollte das auch machen.

Nina Allan empfiehlt Autoren ein Notizbuch mitzunehmen, in denen sie ihre Ideen aufzeichnen.

Christopher Priest bringt einen Beitrag über die Beschreibung.

Gillian Rooke warnt vor Infodump. Mit anderen Worten, man sollte einen Leser nicht mit Erklärungen langweilen.

Martin McGrath gibt Rat, einen lahmen Anfang zu vermeiden, Zeit in ihn zu investieren und eine Geschichte mit knalligem Ende zu schreiben..

Jetse de Vries empfiehlt neuen Autoren SF-Cons zu besuchen, um Verbindungen mit Fans, Autoren und Verlagen zu knüpfen.

Insgesamt eine lehrreiche Ausgabe. Ich frage mich, welche SF-Autoren im SFCD sind. Andromeda würde es gut anstehen, jungen Autoren mit Ratschlägen zur Seite zu stehen.


Fritz Leiber

Im Spiegel Online vom 4. September steht ein interessanter Artikel über Fritz Leiber, der Phantasie, Horror und SF schrieb. In dem Artikel wird wenig Bezug auf SF genommen, doch wie auch immer, er war einer und hatte zahlreiche Hugos gewonnen.

giovedì, settembre 03, 2009

Vector, the Critical Journal of the British Science Fiction Association, Spring 2009

Das Hauptanliegen dieser Ausgabe ist die Besprechung von Büchern, Filmen, TV-Serien des vergangenen Jahres. Rezensenten geben Auskunft über die von ihnen besprochenen Bücher. Ich gehe darauf nicht ein, da ich so gut wie nichts über die Rezensionsobjekte weiß. Eine Ausnahme bildet Battlestar Galactica. Nur habe ich von meinem Tabakhändler gerade mal die ersten beiden DVDs bekommen.

Wo ich gerade bei DVDs bin. Ich beziehe außerdem Abbott and Costello, um mich hin und wieder schief lachen zu können; dann Sherlock Holmes mit Basil Rathbone. Vor zwei Tagen hatte ich bei Amazon die ersten beiden Staffeln von Dr. Who geordert. Dann kaufte ich Rex Stouts Nero Wolfe, nur bei der ersten Platte funktionierte der Ton nicht. Ich nehme an, alle Platten sind so. Die hatten wohl Affen als Qualitätskontrolle weil die billiger waren.

Eines der interessantesten besprochenen Bücher ist sicher Michael Houellebecqs „H.P. Lovecraft: Against the World, against Life“ mit einem Vorwort von Stephen King. Ich sollte es mir zulegen. Es erschien im Gollancz Verlag: ISBN 9780575084018.

Elastic Press, a Sampler. British Science Fiction Association. Special Edition, Autumn 2008

Mein Fundus ist schier unerschöpflich. Ich habe doch noch einige Magazine entdeckt.

Elastic Press ist Small Press, ein Kleinverlag, der über die BSFA in einer Broschüre drei SF-Stories zu lesen bereit stellt, die in Anthalogien veröffentlicht werden. Die Geschichten sind lesenswert. Am Anfang wird der Verleger interviewt. Na ja, das Übliche: Neuen Autoren, die ihren Weg nicht zu einem großen Verlag finden, eine Chance geben.

mercoledì, settembre 02, 2009


Neue Story von mir.

Ich reichte sie bei Schreib-Lust.de für September ein. Hier ist sie.

Tauziehen

Es war heiß. Die Luft über dem sandigen Platz flirrte unter der zwölf-Uhr Sonne. Mary stand mit einem geblümten Kleid vor ihrem Kuchenbuffet, Arme in die Hüften gestemmt, den Blick auf ihren Max gerichtet, der sich mit acht weiteren Kumpeln von der Müllabfuhr beim Tauziehen abrackerte.

Sommerfest der Müllmänner. Kinder kreischten. Orgelmusik wehte von dem Karussel herüber. Neun ausgesuchte Briefträger zogen am anderen Ende des Taues. Stämmige Burschen, deren Beinen man die Kilometer ansah, die sie zurückgelegt hatten.

Stiefel schrammten über die Linie hinweg. Max und seine Kollegen schlugen den Gegnern gönnerhaft auf die Schulter und luden sie auf ein Bier ein. Getränkestand und Kuchenbuffet wurden umlagert. Frauen zerteilten Kuchen auf Papptellern und und tauschten Neuigkeiten aus.

Von den kahlen Hängen löste sich eine Staubwolke, aus der ein Müllfahrzeug hervorkam. Es hielt auf den Platz zu und stoppte. Türen wurden aufgerissen. Aus der einen flog ein Mann und blieb bewegungslos auf dem Boden liegen. Aus der anderen kletterte etwas Metallenes. Eine humanoide Form. Klingte, klongte, klangte, als sie sich auf die Menschen zubewegte. Rotes Licht waberte in ihrem Kopf.

„In mir seht ihr das neue Müllmann-Modell.“ Karussellmusik verwehte, Gespräche verstummten. „Ab sofort wird das alte durch meine Kopien und mich abgelöst. “ Ein Roboter? Er ging auf den Wagen zu, näherte sich dem am Boden Liegenden und zog ihn am Kragen empor. Mary erkannte Frank Mosenbach, den Chef der Müllarbeitergewerkschaft. „Lohnfortzahlung,“ rief der Stahlmensch. „Frank hat sie für das alte Modell durchgesetzt.“ Er ließ ihn zu Boden fallen stieg in den Müll-Laster und fuhr davon.

Hitze kennt kein Erbarmen. Kein Windhauch stört sie. Menschen schienen gelähmt. Dann fassten sich zwei Männer, legten Franks Leiche in den Kofferraum ihres Autos und fuhren davon. Mary packte den Rest ihres Gebäcks sowie den Tisch in den Wagen und setzte sich hinein. Max kam dazu. Er schien schockgefroren.

„Nimm ein Stück Apfelkuchen“ Max blieb stumm. Schweigend fuhren sie eine Weile. Dann sagte er: „Heute Nacht hole ich mir den Müllwagen aus der Deponie und morgen fahre ich meine Tour.“

Mary ergriff seine Hand. „Ich gehe mit dir.“

Auf der Deponie standen die Fahrzeuge aufgereiht unter gelbem Natriumlicht. Dahinter zeichnete sich die dunkle Silhouette einer Baracke ab, dann die einer Trafostation.

„Die Baracke“, sagte Max. „Die Baracke ist neu.“ Max und Mary stiegen aus dem Fahrzeug. Das Licht des Mondes brach sich in dem Metalldach des Schuppens. Mary hörte ein Summen. Die Tür war unverschlossen. Sie traten ein. Es war dunkel, bis auf das rote Licht, das über den Köpfen der Roboter flimmerte. Marys Blick wanderte an ihrer Reihe entlang, heftete sich auf ein armdickes Kabel.

„Die Trafostation.“ Max suchte nach einem Schalter. „Sie lädt die Roboter auf.“

Mary schmiegte sich an ihren Mann. „Ziehen wir doch das Kabel aus der Wand.“ Es gelang ihnen nicht. „Da gibt es nur eines“, meinte Mary. Sie sahen sich an. Max nickte und zog das Handy hervor.

Mary, Max und weitere acht Müllmänner stemmten die Füße gegen den Boden. Das Kabel löste sich nicht von der Wand.

Mary, Max, acht weitere Müllmänner und neun Briefträger fielen mit dem Kabel zu Boden, standen auf und klopften sich gegenseitig auf die Schulter.

Auf dem Heimweg kam Mary und Max ein Polizeiwagen entgegen. Metallen blinkte der Fahrer unter dem Licht der Autolampen. Für den nächsten Tag war die Tour gesichert. Doch hatte der Kampf gerade erst begonnen.

Scientific American, December 2006

Neben den Artikeln listet die Zeitschrift 50 Technology Leaders des Jahres 2006 auf. Angela Belcher, über die ich vorher berichtet hatte, gehört zu ihnen. Die Frau hatte Viren wie das M13 mit Metallpartikeln verbunden und das Virus sich vermehren lassen. Ich habe mal nachgesehen, was sie heute macht. Ihr Unternehmen Cambrios Technologies gibt es noch. Es stellt das Beschichtungsmaterial ClearOhm aus Nanopartikeln her. Es enthält transparente Elektroden für Touch Screens und Flüssigkristall Displays.

Dann sehe ich Al Gore, Warren Buffet darunter. Der erste wurde für seinen Öko-Dokumentarfilm, der andere für seine Milliardenspende an die Bill und Melinda Gates Foundation prämiert.

„The Red Planet´s watery Past“. Hier wird aufgrund von Rovern durchgeführten Messungen berichtet, dass der Mars für ein Drittel seiner Historie ein erdähnliches Klima besaß und Wasser einen Teil seiner Oberfläche bedeckte.

Bei „Seeking the Neuralcode“ ging es um den Versuch, den Code des Gehirns an einem Beispiel zu entschlüsseln. Bartfühler von Ratten, deren Impulse vom Gehirn in Umgebungsbestimmungen umgewandelt werden können, wurden auf betroffene Neuronen überprüft. Ursprünglich nahm man an, dass es eine 1:1-Verbindung von Barthaaren zu Neuronen gäbe. Doch ist es ein dynamisches Ensemble, dessen aktive Neuronen fluktuieren.

Mit „Lucy´s Baby“ kommt in Äthopien ein 3,3 Millionen altes gut erhaltenes Babyskelett zutage, welches Aufschluss darüber gibt, wie sich die ersten Menschen fortbewegt haben. Aufrecht. Lange gebogene Finger lassen vermuten, dass sich erwachsene Artgenossen an Zweigen und Ästen hochgezogen haben. Interessant ist ebenfalls, dass zu einer bestimmten Zeit sich nur Segmente des Körpers fortentwickelt haben.

„Ultimate White Light“ kommt durch Senden eines einfarbigen Laserstrahls in Kristalle, Fiberoptik-Kabel usw. Zustande. Das farbige Licht zerfällt in ein Spektrum, dessen Summe weißes Licht ergibt, dass für Anwendungen wie Messen von Wellenlängen, Zeit; oder Boosting von Telekommunikationsgeschwindigkeit, Entdeckung chemischer Verunreinigungen und Bildgebung in der Medizin von Interesse ist.

„Cancer Clues from Pet Dogs“. Da ein Prozentsatz von Hunden unter den gleichen Krebsarten leidet wie die Menschen, geht man daran, an diesen Hunden klinische Tests durchzuführen bevor sie bei Menschen ausprobiert werden. Tests wurden vorher an Mäusen und Ratten durchgeführt, und hatten bei Menschen nicht die gleichen Ergebnisse gezeigt. Man hofft, dieses sei bei Hunden anders.

Der letzte Artikel behandelt das Messen. 117 Jahre steht nun schon das Kilo in der Nähe von Paris herum, im International Bureau of Weights and Measures. Es geht darum, das International System of Units (SI) mit noch genaueren Messungen an die Erfordernisse unserer Zeit anzupassen. 1983 z.B. wurde das Meter als die Länge eines Weges definiert, den Licht in 1/299.792.958 Sekunden im Vakuum zurücklegt.

sabato, agosto 29, 2009

Vector, the critical journal of the Britsh Science Fiction Association, Summer 2009

Ich lese Essays von Paul Kincaid, Tony Keen, Stephen Baxter.

Kincaid nimmt sich Robert Holdstocks Bücher vor und referiert, wie dieser die Zeit als oszillierend darstellt. Nun, Zeit ist ein seltsames Phänomen. Als Dimension ist sie nicht in Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft einteilbar. Sie ist einfach da und unser Gehirn sieht das anders. Wo habe ich bloß meinen Hirnverstärker gelassen?

Keen interviewt Hal Duncan, von dem ich auch noch nie etwas gehört habe. Das spricht wohl gegen mich. Danach vermittelt Keen in „Euripides Bound: Hal Duncan´s use of the Greek tragedy“, wie Duncan griechische, römische und andere Mythen mit seinen Texten verwebt.

Gwyneth Jones, eine britische SF-Ikone wird von Tanya Brown interviewt. Es geht um ihren Roman „Spirit“.

„First Impressions“ von Kari Sperring enthält Buchbesprechungen von Vector-Mitarbeitern.

Abigail Nussbaum behandelt die BBC Fernsehserie „Being Human“.

Andy Sawyer, der die gigantische SF-Bibliothek der Universität Liverpool verwaltet, bespricht das SF-Buch „De Bracy´s Drug“ von Volsted Gridban aus dem Jahr 1953.

Stephen Baxter macht sich Gedanken, wie Außerirdische, die auf der Erde landen, wohl mit Menschen umgehen würden.

martedì, agosto 25, 2009

Christopher Lee

wurde zum Ritter geschlagen. (Quelle: David Langfords Ansible)
Fandom Observer 242

bringt die wie gewohnt bunte Mischung an SF-Neuigkeiten. Perry Rhodans zweitausendfünfhundertste Ausgabe. Stolze Leistung oder lobenswertes Beharrungsvermögen der Leser. Ich sehe die üblichen Fanzinebesprechungen, eine Liste mit Gewinnern des Deutschen Kurt Laßwitz Preises 2009, Buchbesprechungen, Comics. Dann einen Bericht vom Garching-Con, der sich, wie ich herauslaß, mit Perry Rhodan befasste. Es folgt ein Bericht über die SF-Fernseh Serie "Die Mädchen aus dem Weltraum". Ein Rückblick auf alte Filme mit Harry Piel und Hans Albers.

domenica, agosto 23, 2009

You can observe a lot by watching

Das war einer der berühmten Yogi Berra-Sprüche. Ich las diesen in der Scientific American, die ich mir als nächstes vorgenommen habe und googelte. Yogi, 1925 geboren, war einer der besten Catcher der Mets, einem New Yorker Baseball team. Seine Sprüche sind legendär. Hier einige seiner bekanntesten.

I really didn't say everything I said.

It ain't over till it's over

90% of the game is half mental

Nobody goes there anymore. It's too crowded.

When you come to a fork in the road, take it

You can observe a lot by watching

Always go to other people's funerals, otherwise they won't go to yours.


Vector, The Critical Journal of the British Science Fiction Association, Winter 2008

Auch bei diesen Veröffentlichungen komme ich langsam auf den neuesten Stand. Eine weitere Ausgabe noch und ich bin auf der Höhe meiner Zeit J. Die vor mir liegende hat „War in SF“ zum Thema.

Stephen Baxter, der neben seinen SF-Romanen am laufenden Band Artikel produziert, befaßt sich in diesem Essay mit „H.G. Wells´s The War of the Worlds as a Controlling Metaphor for the Twentieth Century.“

James Holden behandelt in „The Menace of War: Einstein, Freud and SF“ einen kurzen Briefwechsel zwischen Einstein und Freud, der in den dreißiger Jahren durch das International Institute of Intellectual Cooperation zustande kam. Einstein warf die Frage auf: „This is the problem: Is there any way of delivering mankind from the menace of war?“ Freud gibt eine Antwort, dass eine internationale Institution das Beste sei, aber unter den gegebenen politischen Umständen nicht effizient wäre. Und das gilt noch heute.

Martin Mc Grath schreibt einen Essay über „After Heinlein: Politics in Scalzi´s Green Soldier Universe“. Es geht um die Kritik an Scalzi´s ersten Roman in diesem von ihm konstruierten Kosmos `Old man´s war´, in dem ihm faschistoide Tendenzen nachgesagt werden. Scalzi verteidigt sich mit dem Hinweis auf die nachfolgenden Bücher dieses Settings, die der Kritiker noch nicht hätte lesen können und ihn seine Meinung ändern ließen. Mc Grath bemüht sich, Differenzen zwischen Heinleins und Scalzis Büchern aufzuzeigen.

Nick Hubble beschreibt in „The Flowers of War“, wie Sarah Hall in ihrem Roman „The Carhullan Army“ den Weg einer Frau aus einer von Männern dominierten Gesellschaft in eine Gruppierung aufzeigt, die den Frauen ihre Würde und Selbstrespekt zurückgibt. Hier sind die Differenzen eindeutiger, in unserer Welt nicht mehr. Und das ist, so meine ich, viel interessanter.

Die Arbeiten, sowie die nachfolgenden Buchbesprechungen, sind vom gewohnten intellektuellen Kaliber.

sabato, agosto 22, 2009

Hier der erste "Avatar"-Trailer.

Ich finde, in Second Life sehe ich besser aus, lol.