Coversong Roads

mercoledì, settembre 06, 2006

Locus, the magazine of the Science Fiction & Fantasy Field

Das Magazin habe ich abbestellt. So nach einem Jahr habe ich es dann doch gemerkt: Ich gehöre nicht zur Zielgruppe. Bin eifriger Leser von SF-Short Stories aber kaufe zur Zeit keine SF-Bücher. In dieser Zeitschrift geht es jedoch hauptsächlich um den Büchermarkt.

In Stichworten halte ich einiges Interessantes der letzten Ausgaben, die ich noch nicht besprochen hatte, fest. Die Zeitschriften haben sich bei mir angesammelt, doch bevor ich sie zum Müll gebe, will ich wenigstens noch einen Blick hinein werfen.

Ausgabe Dezember 2005: 2005 World Fantasy Award

Life Achievement Tom Doherty, Carol Emshwiller
Novel Susanna Clarke: Jonathan Strange & Mr. Norrell
Novella Michael Shea: The Growlimb
Short Fiction Margo Lanagan: Singing my sister down
Anthology Acquainted with the Night
Dark Matter: Reading the Bones
Collection Margo Lanagan: Black Juice
Art John Picado

Interviewt wurde Robin Hobb, Fantasy Writer. Beim Lesen stoße ich wieder darauf, dass Fantasy-Autoren sich ihre Welten zusammen bauen müssen. Bei SF-Schreibern ist es nicht zwingend. Auch Magie, Zauberei, gehören zur Fantasy. Nur wann ist es Zauberei, wann Technologie? Technologie von heute wäre Zauberei im Mittelalter gewesen. “Any sufficiently advanced technology is magic”, meinte Arthur C. Clarke. Fernsehen kann es nicht sein. Das kennt inzwischen jeder Papua in Neu Guinea. Die Welt tut sich schwer, neuen Zauber hervor zu bringen.

In der Dezember-Ausgabe gibt es weiterhin ein Interview mit Paul McAuley. Ok, abgehakt.

Dann habe ich die Ausgabe vom April 2006 vor mir liegen, mit einem Nachruf auf Octavia E. Butler, von der ich nichts gelesen habe, oder? Vielleicht war eine ihrer Geschichten in Analog, Asimov’s oder F & SF und ich habe es vergessen.

Justina Robson wird interviewt. Dann gibt es unter Neuigkeiten einen Hinweis auf M. John Harrisons neuen Roman ‘Nova Swing’, der bald herauskommen wird. Kann ich ungelesen empfehlen. Harrison ist einer meiner Favoriten und einer der wenigen, dessen Bücher ich kaufe und lese.

Das Interview auf der letzten Seite ist mit Elisabeth Bear, wer auch immer das sein mag. Abgehakt, nächste Ausgabe. Ach so, es gab einen Hinweis auf die Annual Williamson Lectureship. Ich ziehe meinen Hut vor Jack Williamson, der mit seinen 98 Jahren noch quietschvergnügt SF schreibt. Locus brachte ein Foto von ihm und seiner Familie. Auf verblüffende Weise sehen sie sich alle ähnlich, sogar seine Enkelin.

Locus May 2006 brachte Essays über Young Adult Fiction.

Interviewt wurden Scott Westerfield, Kenneth Oppel. Es gab einen Nachruf auf Stanislaw Lem. Und dann was für eine Menge von Buchbesprechungen. Ich bewundere Leute, die Bücher rezensieren. Hunderte von Büchern zu lesen. Der hellste Wahnsinn. Bin ich doch froh, wenn ich pro Woche den Spiegel und die Business Week durch bekomme. Ursula K. Le Guinn schreibt ihren Essay ‘Thoughts on YA’. Die Frau ist populär, sie schreibt ausgezeichnet. Einige ihrer Geschichten kenne ich und mache mich ans Lesen. Es gibt noch einige andere Essays. Ich blättere drüber hinweg. Abschlussinterview ist das mit Holly Black.

Dann habe ich noch die Juni 2006 Ausgabe. ES gibt etwas über die Gewinner der Nebula-Awards.

Best Novel Joe Haldeman, Camouflage
Best Novella Kelly Link, Magic for Beginners
Best Novelette Kelly Link, The Faery Handbag
Best Short Story Carol Emshwiller, I live with you

Wir haben ein Interview mit Christopher Priest. Priest lebt in England und hat 1966 seine erste SF-Story veröffentlicht. Ich wohl auch, in unserem Fanzine Nova. Nur Priest ist jetzt SF-Autor und ich treibe mich in brasilienanischen Chaträumen herum.

SciFiPediaIn Anlehnung an Wikipedia hat der amerikanische Science Fiction Channel mit seiner Website SciFi.com eine Wiki-Datenbank eröffnet, in der Benutzer alles Mögliche über SF eintragen können. Es gibt die Kategorien Anime, Art, Audio, Comics, ET’s und Ufos, Fandom, Games, Internet, Literature, Movies, paranormal, Science, Toys und TV.

Ich lese ein Interview mit Betty Wollheim, die Tochter Donald A. Wollheims. Den kannte ich, habe ich ihn doch gelesen. Er war Herausgeber, Editor und Autor. In meiner Jugend, den goldenen SF-Jahren, als jede Woche ein Utopia Heft heraus kam. Betty gehört der DAW-Verlag. DAW kann nur Donald A Wollheim heißen, oder?
Ich überfliege ein Interview mit Jay Lake. Und das war es dann wohl, was Locus angeht.

lunedì, settembre 04, 2006

Fantasy & Science Fiction, Oct/Nov. 2006

Mir gefällt ‘Analog’ besser, eben weil ich lieber SF als Fantasy lese, doch gibt es auch in F & SF lesenswerte SF-Stories.

Die Geschichte Pop Squad von Paolo Bacigalupi ist starker Tobak. Keine Geschichte, die Eltern ihren Kindern vorlesen.
Protag ist ein Polizist, der mit seinen Kollegen Frauen und Kindern nachspürt und diese umbringt.Am Beispiel seiner Freundin Alice, einer Star-Violinistin, geht aus der Story hervor, wie sich Menschen mit einer Verjüngungsdroge ihr Leben verlängern, Fortpflanzung nicht erlaubt ist, da niemand mehr stirbt. Diejenigen, die es trotzdem tun, werden gejagt und beseitigt.

Dem Autoren hat vermutlich Chinas Ein-Kind Politik zur Geschichte inspiriert, obwohl es in China noch keine Verjüngungsdroge gibt. Bei der rasanten Entwicklung in China sind wir vielleicht weniger davon entfernt als wir ahnen.
Der neue Fandom Observer ist online.

Wer sich als SF-Fan ueber Fanzines, SF-Romane, Hoerspiele und SF-Filme informieren moechte, sollte sich dieses Online-Magazin ansehen.

giovedì, agosto 31, 2006

Analog Science Fiction and Fact, Sept. 2006

Zur Zeit lese ich eine Doppelausgabe von F & SF. Ich komme zu nichts anderem, als meine SF-Magazine aufzuarbeiten. Zu viele Zeit in brasilianischen Chaträumen vertrödelt. Doch erst einmal zur September-Ausgabe von Analog.

In seinem Editorial ‘Science, Journalism and Responsibility’ bezieht sich Stanley Schmidt auf eine Schlagzeile der Associated Press ‘All cloned Stem Cell Lines are Fakes, Investigative Panel says’! Was ist daran verkehrt? Auf den ersten Blick nichts. Nur, es war ein südkoreanisches Panel, dass in diesem Land angeblich geklonte Stammzellen untersuchte.
Schmidt fürchtet, dass irreführende Meldungen wie diese sich nachteilig auf die öffentliche Meinung auswirken könnten., was die Vervielfältigung von Stammzellen angeht. Ich kann das nicht nachvollziehen. Wen kümmert das? Führen wir uns doch vor Augen, welche Resultate die Forschung an Stammzellen bisher hervorgebracht hat. So gut wie keine. Bleibt doch für lange Zeit Wunschdenken auf Papier, Organe mit Stammzellen reparieren zu können. Sollte es einmal funktionieren, wird auf Teufel komm raus geklont werden. Ethische Fragen werden hinten an gestellt und AP-Meldungen wie die vorgenannte gar nicht zur Kenntnis genommen.

Diese Ausgabe enthält fünf lesenswerte Geschichten. Einige wissen, dass Geschichten nach ihrer Länge kategorisiert sind. In dieser Ausgabe gibt es eine Novella, Novelette und eine Short-Story. Die Benennung hängt von der Anzahl von Schriftzeichen ab.

Privatdetektiv Copley, frisch von seiner Frau getrennt, fianziell klamm, fürchtet, dass die in seinen Körper implantierten Nanos wirksam werden, sollte er seine Miete nicht bezahlen können. Er bekommt von seinem generösen Vermieter drei Extension-Pillen, die es ihm erlauben, Nanos für ein paar Tage außer Kraft zu setzen. Nanos sind Teil von Kreditvereinbarungen. Zahlt jemand seinen Kredit nicht pünktlich zurück, werden seine Nanos aktiv, verursachen Durchfall, Hautkrankheiten, Schlaflosigkeit, Narkolepsie und andere Störungen. Doch ist das nicht das Thema, denn die Rettung naht mit der Blondine Alex, aus dem Silikon Valley. Ihrer Firma, die sich mit Designer-Nanos beschäftigt, ist der Chefwissenschaftler davon gelaufen. Diesen aufzuspüren ist Copleys Aufgabe. Der Wissenschaftler war dabei gewesen, ein Nano zu entwickeln, das mit einem Händedruck übertragen, den Empfänger rot werden lässt, sollte er die Unwahrheit sagen. Kurz und gut, zum Schluss wird der Wissenschaftler gestellt und es kommt zu einem dramatischen Ende.

In deutschen Stories wird oft der Fehler begangen, dass der Erzähler den Hintergrund zur Handlung erklärt, in diesem Fall die Nanos, während er so eine glaubwürdige wie auch spannende Handlung außer acht lässt.

Den Artikel ‘The right Stuff, Materials for Aerospace and beyond’ war interessant und lehrreich. Kyle Kirklund vergleicht unterschiedliche Materialien wie Plastik und Metalle im Hinblick auf Anwendungen im Fahr- und Flugzeugbau. Legierungen, Komposite, die während der Anwendungen ihre Form ändern können, z.B. Flügel eines Flugzeuges während des Fluges.

martedì, agosto 29, 2006

Asimov’s Science Fiction, August 2006

Die Novelle von Brian Stableford ‘The Plurality of Worlds’ hat mir nicht gefallen.Sie spielt in England im achtzehnten oder neunzehnten Jahrhundert. Englische Ingenieure und Abenteurer besteigen ein Ätherschiff, mit dem sie zum Mond fliegen. Die Gruppe trifft auf allerlei Außerirdische, erleben mit ihnen einige Abenteurer und machen sich wieder auf den Heimweg. Es sieht so aus, als habe sich Stableford an Jules Verne orientiert. Der hätte damit leben können, dass der Weltraum aus Äther besteht, wir wissen es besser und Stableford hätte es auch besser wissen sollen.Hat er wohl auch, nur warum er dann diese Geschichte einreicht, ist mir ein Rätsel.

Sheila Williams berichtet über die Preisvergabe, die Gewinne, des Dell Magazine Awards für ‘Undergraduate Excellence in Science Fiction’. Man sieht, SF hat in den USA einen anderen Stellenwert. Zwar kann sie zur Trivialliteratur verkommen, doch verleiht sie der menschlichen Phantasie Flügel.

In Alexander Jablokovs Geschichte ‘Dead Man’ passiert ein Missgeschick während des Hochladens eines Bewusstseins in Silikon. Der Mann, dem das Bewusstsein entnommen worden war, hätte sterben müssen, tat es jedoch nicht. Ein Privatdetektiv wird von der Silikoneinheit beauftragt, ihren Vorgänger, das Original also, aufzuspüren und umzubringen. Klar, dass da etwas schief läuft.

lunedì, agosto 28, 2006

Asimov’s Science Fiction, July 2006

Die für mich beste Geschichte dieser Ausgabe kommt von Ian McDonald. ‘The Djinn’s Wife’ spielt in Indien. McDonald versteht es, Mythos, Religion und Realität miteinander so zu verweben, Science Fiction und Fantasy zu kombinieren, dass ein Genuss für den Leser dabei herauskommt. Desgleichen hat er mit der Story ‘The litte Goddess’ zustande gebracht. Sein Buch ‘River of Gods’ spielt ebenfals in Indien. Die Tänzerin Esha wird von der künstlichen Intelligenz eines benachbarten Landes angesprochen und umworben, das sich mit Awadh im Vorkriegszustand um Wasserrechte befindet. Die KI A.J. Rao kann seine Ausläufer in einen gut aussehenden jungen Mann konfigurieren, der mit Esha plaudert, während ein anderer Teil von ihm am Verhandlungstisch sitzt und seine diplomatischen Aktivitäten weiter führt. Um auf den Punkt zu kommen. Esha heiratet A.J. Rao. Die Hochzeit wird zu einem Medienereignis. Doch, wie wir alle ahnen, funktioniert die Heirat nicht. Eine künstliche Manifestation kann nicht mit Fleisch und Blut konkurrieren, und als Esha sich von ihrem Mann trennen will, wird dieser wahnsinnig. Es entwickelt sich ein Showdown zwischen ihm unjd dem Büro für Künstliche Intelligenz, Registrierung und Genehmigung. Ich will es nicht vertiefen und es bleibt bei meinem Hinweis, lest McDonald wenn ihr ein Buch oder eine Geschichte von ihm seht.
Robert Silverberg, Altmeister der SF, berichtet über eine Ausstellung von Dinosaurierfiguren, die 1851 zur Weltausstellung im Kristallpalast in London zur Schau gestellt worden waren und jetzt im Crystal Palace Park 20 Minuten mit dem Zug von London entfernt stehen.
Therese Littleton, eine der Kuratoren des Science Fiction Museums und Hall of Fame schreibt über ihren Arbeitstag. Das Museum steht in Seattle und ist mit dem Experience Music Project in einem von Frank Gehry entworfenen Gebäude untergebracht. Sponsor ist Paul Allen, Mitbegründer von Microsoft, Science Fiction Fan und Musikfreak. Neben unzähligen Artifakten steht Kapitän Kirks Sessel aus der Enterprise in dem Museum. Man sieht Weltraumwaffen, seltene Manuskripte, Filmszenarios, die gigantische Alien Queen,, Darth Vaders Helm, Paul Andersons Checkliste von 242 Geschichtsideen. Ausserdem Fanzines, welche die Geschichte des Science Fiction Fandoms reflektieren. Die neueste Ausstellung dreht sich um SETI (Search for Extraterrestial Intelligence). Es werden Lesungen und Vorträge gehalten. Im Laufe eines Jahres findet ein Science Fiction Short Film Festival statt.

mercoledì, agosto 23, 2006

Abgesehen davon,

dass ich mich in Ferrara haben impfen lassen, war ich in einem Reisebüro, um mir einen Katalog über Portugal zu besorgen. Es standen nur Touren mit Reisegruppen in dem Prospekt. Für mich bringt das nichts, ich werde dort zu wenig der portugiesischen Sprache ausgesetzt. Ich werde weiter suchen.
Stammtisch-Bote, Ausgabe 13, Juli 2006

Hope Schwagenscheidt aus Mülheim. Sein SF-Fanzine gräbt Beitrage aus alten Fanzines aus den 60er Jahren. Diesmal geht es um Berichte vom Niederrhein-Con 1963. Zu jener Zeit war ich Vorsitzender der Science Fiction Gemeinschaft Hamburg (SFGH). Wir hatten einen Stempel und ein eigenes literarisches SF-Fanzine ‘NOVA’, das wir mit der Schreibmaschine, Wachsmatrizen und einer Vervielfältigungsmaschine sowie Heftklammern erstellten. Wie wichtig hatten wir uns damals gefühlt. Doch das ist alles Schnee von gestern. Über das, was im Stammtischboten steht, kann ich nicht mehr lachen. Es ist einfach zu alt, zu lange her und daher langweilig.

Hope ist ein Pfundskerl, ein echter Sf-Fan-Oldtimer. Lassen wir ihm seine Rückwärtsschau. Hope organisiert die zweijährigen SF-Oldiecons, auf denen deutschsprachige SF-Autoren und SF-Fans der alten Garde in Unterwössen/Obb zusammen kommen. Wunderbare Natur.
Ich habe jetzt einen internationalen Impfpass.

Heute habe ich mich in Ferrara gegen Gelbfieber impfen lassen. Wenn ich noch Kontakt mit Estrela hätte, die als Lehrerin den Amazonas mit dem Boot entlang tuckert, würde ich mich auch gegen Malaria impfen lassen. Der Impfschutz hält 10 Jahre.
Rio de Janeiro unsicher? Das ist ja noch gar nichts, seht euch mal Neapel an.

Meine Freundin K., aufgeschreckt von meinem Vorhaben, ein paar Wochen nach Rio de Janeiro zu fahren, schickte mir Online-Zeitungsausschnitte wie “Japanische Reisegruppe überfallen und ausgeraubt.” Sicher, Touristen mussten ihr mitgeführtes Geld und ihren Schmuck unter vorgehaltenem Messer herausrücken.

Heute las ich in der Zeitung, “Scippi, a Napoli serve l’esercito” (Scippi, Neapel braucht das Militär). Wenn einer Frau die Handtasche von der Schulter oder aus der Hand gerissen wird, oder die Armbanduhr abgezogen wird, dann ist es ein Scippo. Im Juli gab es in Neapel 690 Überfälle dieser Art. 700 Polizisten wurden zusätzlich eingesetzt. Gestern riss ein Kokainsüchtiger 4 Frauen die Handtasche von der Schulter und verletzte sie dabei. Klar, wenn der Mann mit einem Motorroller heranfährt und mit der Handtasche weiterfährt, obwohl diese noch an der Frau hängt…. Neapels Bürgermeisterin Rosa Russa Jervolino meint: “In Catania gibt es das zehnfache an Überfällen, aber niemand redet darüber.”
Analog, Science Fiction and Fact, July/August 2006

In seinem Leitartikel “Wheat and Chaff” (Weizen und Spreu) schreibt Stanley Schmidt, dass selbst Genies, die in einem Bereich bahnbrechend waren, in einem anderen völlig daneben lagen. Dies sollte uns, so meinte Schmidt, nicht daran hindern, ihre Leistungen zu würdigen. Sir Isaac Newton, der mit seinem Buch ‘Principia Mathematica’ die Entwicklung von Mathematik, Physik und Kosmologie vorangetrieben hatte, widmete sich auch der Alchemie in der Hoffnung, Blei in Gold verwandeln zu können. Natürlich lag er hier völlig daneben.

Für mich war Brian Plantes ‘The Software Soul’ einer der besten Stories dieser Ausgabe.
Father Thomas Carpenter, einst Pfarrer der Saint Anselm Kirche, macht im virtuellen Gegenstück der Kirche weiter, während sein Körper auf dem Friedhof liegt. Father Thomas erkennt wie üblich einige Simulationen im Gottesdienst, die dort hineinprogrammiert sind, um dem Pfarrer das Gefühl zu geben, es seien einige Besucher anwesend. Dann gibt es Ann, eine vorprogrammierte Figur, die jeden seiner Gottesdienste besucht. Father Thomas ist sich sicher, dass sich hinter dem Avatar eine Person verbirgt.
An einem Sonntag sieht Father Thomas neben Ann einen Patrick und zwei Marys. Nach dem Gottesdienst verschwinden sie ohne ein Wort. Und einen weiteren Sonntag später schlüpft Ann in den Beichtstuhl. Sie wolle, so sagte sie, sich mit Gott versöhnen, sollte etwas passieren. Womit? Mit den Schiffen? Welchen Schiffen? Den Raumschiffen. Father Thomas hatte keine Ahnung. Das sei doch jeden Tag in den Fernsehnachrichten. Father Thomas besaß in seiner virtuellen Kirche kein Fernsehen. Mit jedem Sonntag wurde der Gottesdienst stärker besucht. An einem weiteren Sonntag sah er nur noch seine Simulationen, und dann kam eines Sonntages ein Alien.

John G. Cramer schreibt in seinem Wissenschaftsbeitrag ‘Planets of Binary Systems’ über Sonnensysteme, in denen eine Sonne um die andere herumwandert. Während noch vor Jahren ausgeschlossen wurde, dass dort Planeten existieren könnten, fand man inzwischen jupiterähnliche Gasplaneten in einigen binären Konstellationen.

Richard A. Lovett beschreibt die hin- und herwogende Debatte über Hotspots auf der Erde mit dem Titel ‘Messengers from the Earthcore?’ Lovett ist Physiker und SF-Autor. Es gibt eine Reihe von Physikern, die SF schreiben.
Am Beispiel von Hawaii, diesen Vulkaninseln, zeichnet Lovett ein Bild, in dem sich aus Hotspots Vulkane bilden. Die Erde besteht aus Kruste, Mantel und Kern. Im Mantel herrscht eine Temperatur von ca. 2000 °C, er ist in ständiger Bewegungen, ein kontinuierliches auf und ab. Es gibt Hotspots in der Kruste, Löcher, durch die das Magma an die Oberfläche dringt und Vulkane formt. Das ist die landläufige Meinung, die nun von einigen Geologen angegriffen wird.

domenica, agosto 20, 2006

Business Week, Special Double Issue, 8/21/2006, What makes a winner, the competition issue

Es geht natürlich um den Wirtschaftswettbewerb, um die Frage, wie gewinne ich ihn, vordergründig aber um die simple Frage, wie ich gewinne ich?
Als ich bei Reemtsma in der Organisationsabteilung arbeitete, hatten wir einen beinharten Boss, der uns in Gruppen aufteilte, uns Aufgaben stellte und gegeneinander antreten ließ. Die Lösungen hatten wir zu einem bestimmten Termin vorzutragen. Ich sagte meinen Kollegen, wir gehen eine Viertelstunde eher in den Konferenzraum und besetzen die Plätze um den Overhead-Projektor. Als die ersten Leute eintrudelten hatte unsere Gruppe schon eine Folie aufgelegt und gab den Projektor bis zur Mittagspause nicht mehr frei. Das war Wettbewerb. Eine linke Tour. Vielleicht waren die anderen Gruppen besser, nur sie kamen nicht mehr zum Zug, wir hatten ihnen die Zeit gestohlen. Obwohl der Boss ein fieser Knecht war, hatte er eine gute Seite. Er schickte uns auf eine Reihe von Seminaren, verschmolz die Organisation mit der Datenverarbeitung und verlangte, dass wir Organisatoren das Programmieren lernten. Wir hackten Cobol-Befehle in Lochkarten. So ging es los mit dem Programmieren. Das scheint heute altertümlich, aber vorher war es schlimmer. Es wurden Bitschalter an- und ausgeknipst.

Wettbewerb ist wichtig in der Arbeitswelt, wenn man nicht gerade Schraubendreher ist. Ich versuchte immer etwas besser zu sein als meine Kollegen. Gerade so aus der Normalität herauszuragen, dass ich interessanten Projekten zugeordnet wurde und als ich selbständig war, ich sofort einen neuen Job bekam, wenn ein Kontrakt abgelaufen war. Das klappte.

Im Wettbewerb geht es um Taktik zu verkaufen. Taktik kann ausschlaggebend sein, wenn die Qualifikation der Wettbewerbsteilnehmer gleich ist. Beherrschung von Verkaufstechnik und eine bessere Qualifikation sind optimal. Befriedigender ist es allemal durch Können zu gewinnen. Was heißt Können?Es kommt nicht von selbst. Kopf runter und lernen, darum geht es schließlich. Es gibt genügend Leute, die im Unterhemd am Fenster stehen und tagsüber auf die Straße sehen. Muss man dazu gehören?

In der Wettbewerbsausgabe schreibt Catherine Arnst: Alles dreht sich um den Fortbestand der Gene. Männchen kämpfen um Weibchen, Mütter um ihre Jungen. Das ist in uns fest verdrahtet. Wir sind auf der Welt um uns fortzupflanzen. Und wie der Name sagt. Die Pflanzen tun es auch (lach). Warum, frage ich mich, ist das so? 1975 erkannten die Psychologen Philipp Brickman und Donald T. Campbell, dass es für einen Menschen keinen absoluten Grad an Zufriedenheit gibt. Er will immer mehr. Testosteron, Adrenalin und Dopamin lassen uns einander die Schädel einschlagen oder treiben uns auf die Tribünen eines Sportplatzes, auf dem stellvertretend für uns Sportler um den Sieg kämpfen.

Wenn der Ruhestand beginnt setzt der Frust ein, man kann sich an keinen Kollegen mehr reiben. Aber es gibt Story-Wettbewerbe. Und wenn ich irgendwann bei meinen SF-Magazinen wieder auf dem Laufenden bin, werde ich erneut an diesen Wettbewerben teilnehmen.

So sehr ich SF mag,
so scheint mir aus heutiger Sicht absurd, Menschen in den Weltraum zu senden. Schließlich bauen sie bereits auf der Erde den allergrößten Mist.

venerdì, agosto 18, 2006

Google hat lt. Der Spiegel

900 Millionen $ an MySpace gezahlt, um deren Such- und Werbegeschäft organisieren zu können. Oder war es MySpace, die das Geld aufgewendet haben? Ich werde mich noch mal kundig machen. Wie auch immer, MySpace ist ein Internet-Sozialisierungsinstrument, ein Sammelbecken potentieller Freunde. Für junge Leute. Zig Millionen haben sich in MySpace eintragen lassen. Ich bin zwar ein alter Knochen, werde aber trotzdem mal reingehen. Was soll’s? Mehr als raus fliegen oder gelangweilt wieder von dannen ziehen kann man ja nicht..

Ich war schon einmal, wie ich hier berichtete, von einer brasilianischen Freundin ins Orkut eingeladen worden. Googles Antwort auf MySpace. Eine erfolglose. Orkut wird fast nur von Brasilianern benutzt und ist sich selbst überlassen. Google hat ein wöchentliches Brainstorming, in dem Mitarbeiter ihre Ideen vortragen und beurteilen lassen können. Filter ist Googles Marissa Mayer. Gibt die Frau Ideen frei, können sie umgesetzt werden. Die meisten floppen, zur Zeit ist nur das Anzeigengeschäft Googles Geldbringer, aber in Iterationen werden Flops, wenn sie richtig gezwickt und gezwackt werden, unter Umständen doch noch zu Profitmaschinen. Nur bei Orkut wurde nichts mehr verbessert. Es fehlt die Struktur. Schade. Man hätte etwas draus machen können.

Google hängt am Internet 2.0, user powered. Beispiel Wikipedia. Nur bei Wikipedia stimmen Aufgabe und Struktur, bei Orkut nicht. Es wurde Murks. Aus der letzten Business Week ging es nun klar hervor. Google garantiert Rupert Murdoch 900 Millionen Dollar aus Suchanzeigen, wenn MySpace genügend Internet-Verkehr ausweist. Murdoch ist, wie wir alle (oder auch nicht) wissen, Besitzer internationaler Fernsehketten, von Zeitungen usw. Medien-Zar.

giovedì, agosto 17, 2006

Saudade

Tenho saudade de você. Brasilianer sowie Portugiesen sagen ‘saudade’ sei ein Wort, dessen Bedeutung in keiner anderen Sprache existiere. Das stimmt nicht, meine ich wenigstens. Wir haben ‘Sehnsucht’ und ‘Heimweh’ dafür. Englischsprachige sagen ‘I miss you’. Italiener ‘mi manchi’. Und warum sollten Brasilianer und Portugiesen anders denken als wir. Ihre Emotionen sind ausgeprägter, sicher, sie sind voll Liebe, Leidenschaft und Eifersucht. Und mir eröffnet sich eine neue Dimension wenn meine Freundin K. mir schreibt, sie hätte ‘saudade de mim’, ich fehle ihr, wenn ich mal über acht Stunden nichts von mir hören lasse. Und wenn es länger als einen Tag dauert, dass ich ihr nicht schreibe oder im MSN mit ihr chatte, ruft sie mich aus Brasilien an. Ihre Stimme zittert und ich tröste sie. Meine Frau steht neben mir und ich lege auf. “Die sind da alle verrückt”, sage ich. Meine Frau ist beruhigt und verlässt den Raum. Ich greife zum Telefon. Das ist Saudade.

domenica, agosto 13, 2006

Ich mache zur Zeit meinen zweiten PC einsatzfähig. Gestern kaufte ich einen Monitor, Packard Bell 17 inches Flatscreen und eine drahtlose Tastatur von Logitech mit drahtloser Maus. Jetzt geht es darum den PC ans ADSL zu bekommen. Werde mir einen Router zulegen müssen. Außerdem will ich die Daten aus dem anderen PC rüberschieben. Der PC hat zwei 80 MG Festplatten. Dann muss ich noch zusehen, den PC zusätzlich an meinen Printer anzuschließen. Gibt also noch viel zu tun.

sabato, agosto 12, 2006

Fantasy and Science Fiction, July 2006

Terry Bisson schoss diesemal mit seiner Geschichte ‘Billy und das Einhorn’ den Vogel ab. Zum Lachen. Eines Tages fand Billy ein Einhorn. Da es für andere unsichtbar war, nahm er es zu sich nach Haus. Das Einhorn hilft Billy auf seine Weise. Billy kauft eine Zeitschrift und bezahlt sie mit einem Edelstein, den das Einhorn ausgeschieden hatte. Nur, als der Edelstein sich auflöst, will der Ladenbesitzer das Magazin zurück.
Beim nächsten Mittagessen sieht Billys Vater von der Zeitung auf: “Ladenbesitzer von einem Einhorn umgebracht.” “Ich dachte, dass sei nur Phantasie”, sagt die Mutter. “Es ist unsichtbar und hat ein scharfes Horn”, sagt Billy. Mit diesem Horn bringt das Tier alle um, die Billy zu nahe treten und Billys Vater liest am Mittagstisch die Meldungen vor.
Kennt jemand Kevin Rose?

“how this kid made 60 million $ in eighteen months”. So steht es wenigstens in der letzten Business Week. Kevin Rose ist Gründer von Digg.com. Gehört zu Internet 2.0. Mit anderen Worten: Benutzer gestalten das Internet. Wie bei Wikepedia zum Beispiel. Digg.com ist eine Website mit ‘User Power Content’. User, Benutzer also, graben (dig) die interessantesten Artikel aus und bewerten sie auf Digg.com. Einfach, nicht wahr? Und deshalb so wirksam. Digg.com hat um die 13.000 registrierte User und einen Kapitalwert von 200 Millionen Dollar aufgrund von Wagniskapital-Zuschüssen. Roses Anteil beträgt 60 Millionen $. Wie macht Digg.com Geld? Durch Anzeigen am Anfang der Webseite. “Von wegen 60 Millionen”, sagt Rose, “ich kann mir nicht mal ‘ne Couch fürs Wohnzimmer leisten.”
Andere Webseiten in diesem Artikel: www.facebook.com, www.slide.com, www.tfire.com,www.del.ici.ous.com, www.yelp.com, www.DailyCandy.com

giovedì, agosto 10, 2006

WiFI
Ich fläze mich im Liegestuhl, mache diese Eintragungen in eine Kladde. Es wird Zeit, dass ich mir einen WiFi-fähigen Laptop anschaffe, um meine Gedanken auf der Terasse direkt in den Blog schreiben zu können. Schließlich habe ich ADSL und damit einen potentiellen drahtlosen Internetanschluss.
Also, ich weiß nicht,

Wenn ich brasilianische Schlager höre, verstehe ich nur Bahnhof. Das Portugiesische, das ich schreibe, ist schon ganz ordentlich, was die Qualität angeht, und ich verstehe, was Brasilianer schreiben. Nur was nutzt das alles, wenn ich geprochenes Portugiesisch nicht verstehe.
Ein Beispiel: Dies (Buch) ist zu dünn. Geben Sie mir bitte eines mit mehr Blättern. – Auf portugiesisch: Este é demasiado fino, gostaria de um que tivesse mais folhas. Und ausgesprochen klingt das so: éshci é demasiadu finu goshtaria de um chi tivesse maish fogliash.
Wahrscheinlich werde ich, bevor ich nach Brasilien fliege, für zwei Wochen nach Portugal fahren um zu testen, ob ich die Leute verstehe. Wenn nicht, fahre ich so lange nach Portugal bis es klappt. Erst dann düse ich nach Brasilien. Der Weg nach Portugal ist einfach kürzer und das Lernen der Sprache daher ökonomischer.

martedì, agosto 08, 2006

Fantasy & Science Fiction June 2006

Herausragend ist die Novella dieser Ausgabe. Novella, eine lange Geschichte also. Laird Barrons ‘Hallucigenia’. Ich hatte eine ähnliche strukturierte Geschichte von ihm gelesen, in dem gleichen Magazin, ‘The Imago Sequence’. Ebenfalls eine Horrorstory. Der Mann ist gut. Die Stories lassen einen nicht los, sind Pageturner. Wenn es eine Schwäche gibt, dann ist es der Schluss der Story, der dem Leser ziemlich viel an Phantasie zumutet.
Wallace, einstiger Draufgänger, durch Grundstücksspekulationen reich, durch zu üppiges Essen fett geworden, stakst mit seiner jungen Frau durch eine verfallene Scheine, nachdem der Motor seines Bentleys in einer desolaten Farmeinöde den Geist aufgegeben hat.
Unter dem zerborstenen Dach der Scheune hängen Bienenstöcke, oder waren es Wespennester? Dann sahen sie wie Tentakeln eines riesigen Polypen aus. Licht, das durch das Dach brach, fiel auf ein totes Pferd. Helen sah es sich genauer an und wurde von dem Pferd mit dem Huf ins Gesicht getroffen.
Die Story ist sehr lang, daher nur noch kurz zum Schluss. Helen ist ein menschliches Wrack, das künstlich am Leben erhalten wird. Wallace geht auf Krücken. Langsam kommt man dahinter, um was es in der Geschichte geht.
Die ehemaligen Grundstückseigentümer, ein Vater, zwei Söhne, waren Physiker, welche einen Zugang zu einer anderen Dimension gefunden hatten. Es war der Alte, der an der Decke der Scheune hing und eine Brücke zur Dimension bildete. Die Söhne sind zu Ungeheuern mutiert und einer nimmt sich Wallace vor, der von dem Monster vertilgt, in der anderen Dimension wieder zu Helen findet.
Dies holzschnittartig als Zusammenfassung. Der Schreibstil Barrons, das Setting, die Charakterisierung der Handelnden, die Handlung selbst machen aus der Geschichte einen Lesegenuss. Der Mann ist um die 35 Jahre alt, so dass wir noch einiges von ihm zu lesen bekommen werden.

lunedì, agosto 07, 2006

Asimov’s Science Fiction June 2006

Sheila Williams erzählt in ihrem Leitartikel, wie sie zur Examenszeit in ihre alte Highschool eingeladen wurde, um Schülern Science Fiction näher zu bringen. Sie stelle eine SF-Story von 1958 vor, Rog Philips ‘The yellow Pill’. Obwohl in der Geschichte Raumfrachter und Weltraumpiraten der Venus vor kommen, haute die Story die Schüler nicht vom Hocker, und Sheila Williams wundert sich. Wieso? Seit 1958 wurden zig SF-Filme gezeigt und tausende von SF-Büchern geschrieben. Der Sense of Wonder, den Kinder beim Lesen von SF verspürten, hat sich aus dem Staub gemacht. SF holt keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Und dennoch mag ich und lese sie.
Robert Silverberg schreibt in seiner Kolumne ‘Reflections’ , warum er sich Sixtus the Sixth nennen würde, hätte man ihn zum Pabst auserkoren. Interessiert mich das? Silverberg hat Mühe, neue Ideen für seine Artikel zu entwickeln.
James Patrick Kelly berichtet in seiner Spalte ‘in the Net’ über podcasting.
Eine Geschichte dieser Ausgabe, die sich zu lesen lohnt ist Matthew Johnsons ‘The ninth part of desire’.
Naomi und Prospero Krankheit. Naomi hatte sie. Keine Empfindungen. Glück, Stolz, Eifersucht, Ernst, Ärger, Melancholie, Zufriedenheit. Sensationen, die Naomi abhanden gekommen waren. Raf, war es ihr Mann, ihr Freund, ihr Partner? Er arbeitete im Labor eines Chemiekonzerns mit Emotifiern, Emotionskreationen, übertragbar mit einem Dream Link, den man sich über die Kopf stülpte für 5 Minuten Gluck. Naomi war Emotionstester gewesen, besonders emphatisch und daher für künstliche Emotionen besonders empfänglich, auch für die Prospero Krankheit. Raf hat einen neuen Emotifier entwickelt, der seiner Firma nicht nur Millionengewinne versprach, sondern auch die Prospero Krankheit besiegen sollte. Raf holte Naomi in sein Labor und setzt ihr den Dream Link auf. Naomi wird lebhaft. “Ich habe einen Bärenhunger.” Raf: “Wie wäre es mit einem Hot Dog?” Naomi: “Hört sich gut an.” R: “Chinesisch?” N: “Lass uns dahin gehen.” R: “Pizza?” N: “Pizza ist perfekt.” R: “Wie wäre es, wenn wir aus dem Fenster sprängen.” N: “Lass uns das machen.” R: “Was würdest du gern unternehmen?” N: “Alles was es gibt.”
Und in Raf machte sich die Erkenntnis breit, dass er mit seinen Emotifiern am Ziel vorbei geschossen hatte.

sabato, agosto 05, 2006

Merda, jetzt habe ich sie schon weg geworfen,

doch das Interessante an der Business Week ist ... und dann stocke ich, der Satz würde zu kurz greifen. Die BW beziehe ich seit mehr als dreißig Jahren. Sie reflektierte Trends der Weltwirtschaft, Makro-, Mikroökonomie, Trends im Management, von Unternehmensformen (erinnern wir uns an die Konglomerate), Trends der Technik, der Wissenschaft. BW gab Auskunft über Managementliteratur, und das alles auf englisch. Das Abonnement hatte sich für mich bezahlt gemacht. Durch über BW angeeignete Englischkenntnisse war es mir möglich zehn Jahre in den USA zu wohnen und zu arbeiten. Diese Erfahrung kann mir niemand nehmen.

Die Titelstory ‘Queen of Pop’ handelt von Mary Minnick. Einst Kellnerin in einem Holiday Inn, ist sie nun Marketingdirektor bei Coca Cola. Dazwischen liegen Betriebswirtschaftsstudium und eine Karriere bei Coca Cola. Das Phantastische in den USA ist, du kannst in den USA zu Anfang einen dödeligen Job haben wie Hamburger-Flipper oder Hähnchenbrater, dann fällt dir ein, das kann ja wohl nicht alles sein, studierst an einem College und wirst gewahr, es gibt noch andere interessante Dinge in der Arbeitswelt und du legst dich ins Zeug. Plötzlich bist du Direktor bei Coca Cola. Minnick bringt Schwung in den stagnanten Laden, in dem es vorher um so lebenswichtige Fragen ging. Bringe ich ne ein-Literflasche auf den Markt? Minnick erweitert ständig die Produktpalette nach dem Motto, irgend etwas davon wird schon vom Publikum akzeptiert werden. Warum dieses Vorgehen zu guten Resultaten führt, macht Minnick an einem Spruch des alten Henry Ford deutlich: ‘Wenn ich den Verbraucher gefragt hätte, was er sich denn wünschte, würder der antworten: “Ein schnelleres Pferd.”

domenica, luglio 30, 2006

Analog Science Fiction and Fact, June 2006

Editor Stanley Schmidt ist Physiker, Wissenschaftler also. Wenn Leidenschaft für Wissenschaft und Science Fiction sich vereinen, sitzt er am richtigen Platz. Ich verstehe deshalb, wenn Schmidt sich in seinem Leitartikel über religiöse Windbeutel aufregt, die in den Schulen der Vereinigten Staaten von Kreativismos faseln und am liebsten verbieten würden, dass die Evolutionstheorie in den Schulen gelehrt wird. So hat jetzt das Kansas Board of Education darauf bestanden, Science, Wissenschaft also, neu zu definieren, indem die Wörter ‘natürliche Erklärung von Phänonemen’ daraus entfernt werden.
Ausgaben früher hatte sich Schmidt die Apotheker vorgenommen, welche es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnten, Verhütungsmittel zu verkaufen. Wenn es dann nun die einzige Apotheke vor Ort war, mussten Kunden u.U. 100 km weit zum nächsten Ort fahren um an Antibabypillen heran kommen.
Und das im fortschrittlichsten Land, in dem, wie es sich zeigt, die Menschen genau so bescheuert sind.
Von den Geschichten dieser Ausgabe stelle ich Richard A. Lovetts ‘Original Sin’ vor.Es geht um Sport, um das Laufen. Der junge Sportler Dylan sitzt mit dem Trainer zusammen in der Stube und trainiert mit einem Virtual Player. In dem Moment, in dem er sich den Empfänger über den Kopf stülpt und ihn einschaltet, übernimmt er die Rolle desjenigen, der den Hergang aufgenommen hat. Der Player ist auch Recorder. Der Ich-Erzähler und Trainer war es, der gelaufen war, den Lauf auf den Chip aufgenommen hatte, der jetzt in dem Abspielgerät des Sportlers steckt.
Um eine lange Story kurz zu machen. Der Trainer überlässt Dylan den Recorder, gibt ihm einen unbespielten Chip und ordnet an, dass Dylan seine Läufe registriert.
Ein Freund des Trainers, der die Geräte zusammen gebaut hatte, setzt einen Intensitätsregler ein, mit dem beim Abspielen die Intensität der Emotionen, der Schmerzen herauf- und herabgesetzt werden kann, und er schickt dem Trainer eine Anzahl der verbesserten Geräte.
Wochen später ruft er den Trainer wieder an und bittet diesen, alle Geräte zu zerstören. Regierungstypen hätten nach ihm gefragt, und es sei das Wort Folter gefallen.
Inzwischen braust Dylan in einem Coupè durch die Gegend, wird durch einen Unfall auf die Straße geschleudert und kommt mit dem Leben davon. Während seine beiden Freunde tot auf der Straße liegen, drückt er dem herbei gerufenen Trainer unauffällig einen Chip in die Hand.
Zu Haus steckt der Trainer den Chip in ein Abspielgerät, stellt die Intensität niedrig ein und erlebt Dylans Läufe. Dann müssen Dylan neue Ideen gekommen sein, der Trainer erlebt Dylans amoröse Abenteuer, dann muss er das Aufnahmegerät dem Fahrer des Coupès gegeben haben, der in wahnwitziger Geschwindigkeit durch die Gegen fährt. In dem Moment, in dem ein Reifen platzt, sich der Wagen überschlägt, schaltet der Trainer das Gerät aus und fragt sich, was geschehen würde, wenn er dem Fahrer virtuell in den Tod folgte.
Diese Frage wird in dem Moment geklärt, in dem diese Regierungstypen den Trainer festnehmen, in den Kofferraum eines Wagens stecken und mit ihm, zwei Abspielgeräten und Chips auf eine Waldlichtung fahren.
Die Männer testen das Gerät, indem sie vom Trainer duplizierte Chips abspielen. Die Schalter sind auf höchste Intensität festgeklebt. In der Virtuellen Welt sind die beiden Männer Läufer, Liebhaber und Autofahrer, bis es zum Unfall kommt. Danach sind sie tot.

venerdì, luglio 28, 2006

Brasilianerinnen sind warm-, gutherzig, leidenschaftlich und von Natur aus eifersüchtig. Sie lieben bis zur kalten Vergasung und wenn man seiner Namorada nicht alle zwei Sätze ein Emoticon mit Küssen über den Äther schickt, meinen sie, man hätte sich in eine Andere verliebt.
In Chaträumen Brasiliens steht die Höhe des Niveaus der Männer umgekehrt proportional zur Länge ihres Schwanzes. So jedenfalls sieht es aus oder wird ein Mann mit Grips sich einen Nick Homem 24cmCam zulegen? Möglich ist es, wenn er findet, dass Frauen mehr auf physische Attribute abfahren. Auf der anderen Seite, hat er damit nicht schon alle Frauen draußen vor gelassen, die auf intelligente Unterhaltung Wert legen? Also kann es mit seiner Intelligenz auch nicht so weit her sein.
T. zum Beispiel hatte Glück. Sie legt Wert auf Intelligenz und fand mich. Ich spielte DJ und machte Musik und T. Wollte wissen, wie dies funktioniert. Sie gab mir ihre E-mail Adresse. Ich erklärte es ihr in einer Message. Das war ein paar Tage her. Bis jetzt macht sie keine Musik. Ich glaube, das war ein Vorwand. Von Musik ist in unserer Korrespondenz keine Rede mehr.
T. ist Psychologin, wohnt und arbeitet im Inneren des Staates São Paulo. Die Konversation war intelligent und ich lernte einen Sack voller neuer Wörter. Ts Mutter ist deutschstämmig und hatte die alten deutschen Tugenden Fleiß, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Genauigkeit verinnerlicht. Damit hat sie T. das Lernen der deutschen Sprache vermiest.
Es ist doch so: In Deutschland wird man schief angesehen, wenn man Fehler macht. Diese Unart, nicht das Fehler machen, sondern das Meckern, das schief ansehen, hat Ts Mutter mit nach Brasilien genommen.
T. erzählte mir, das die Mutter ausgerastet sei, als T. ihr ihren schwarzen Freund vorgestellt hatte. Fröhliches Nebeneinanderleben der Rassen in Brasilien? Ha.

martedì, luglio 25, 2006

Vorgestern unterhielt ich mich mit Marcelo.

Marcelo ist ein Witwer von mehr als 70 Jahren und lebt in Recife im brasilianischen Staat Pernambuco. Ich lernte ihn vor einem halben Jahr im englischsprachigen Chatroom kennen und wir führten fast jeden Tag zehnminütige Gespräche, dann schlief die Konversation auch deswegen ein, weil ich mich dann im Freien aufhielt, wenn er im Netz war. Zu der Zeit hatte ich ein Dial-up Abo, mit dem ich zwar vierundzwanzig Stunden lang im Internet verweilen konnte, nur war die Bandbreite für eine Konversation mit Cam und Mikrofon nicht ausreichend. Der Ton stockte, oder das Bild und dann ging der Rechner in die Knie. Mit ADSL läuft es besser. Nun höre ich Marcelo portugiesisch sprechen und ich verstehe nur Bahnhof. Er redet etwas langsamer und ich bekomme wenigstens mit, worüber er sich mit mir unterhalten will. Und ich weiß schon jetzt, es wird einige Zeit dauern, bevor ich auf portugiesisch gesprochenes so gut verstehen werde wie ich Geschriebenes lesen kann.

domenica, luglio 23, 2006

Fantasy & Science Fiction, May 2006

Mit dieser Ausgabe habe ich den Mai bewältigt. So langsam nehme ich Fahrt auf. Auch konnte ich wieder einige gute Geschichten lesen. Ich nehme mir Albert E. Cowdreys ‘Imitation of Life’ vor.

In Wirklichkeit lebt er ja, doch gilt er als Imitation. Wer? Lehrer Ffrench-Dobbyn. Dann haben wir die Freundinnen Emma Smythe-Denby und ihre Freundin Milly Murphy in der Story. Reife Damen. Während Liebhaber bei Milly sich die Türklinke in die Hand geben, macht Emma sich seit längerer Zeit mit dem Gedanken vertraut, einen Lovebot anzuschaffen. Das Setting, also die Umgebung für die Story, ist eine von fünf Millionen kleinen Gemeinden, die sich auf der Erde gebildet haben, nachdem größere Städte als Hort von Umweltverschmutzung, Schund, Kriminalität, Kriege usw. ausgedient hatten und sich selbst überlassen worden waren.

Selbst die kleine Gemeinde ist dem Lehrer Martin Ffrench-Dobbyn nicht klein, nicht ruhig genug. So rebelliert und randaliert er mit einer Gruppe Gleichgesinnter in der Gemeinde-Versammlung und wird später von der Polizei gejagt.

Emma erhält einen Anruf ihrer Freundin Milly, sie habe Ffrench-Dobbyn vor seinen Verfolgern versteckt. Milly fragte Emma, ob diese den Lehrer nicht übernehmen wollte, da sie das Versteck für ihre Liebhaber benötigt.
Emma übernimmt den Lehrer und überzieht ihn mit der Plastikhaut, welche Lovebots so menschenähnlich aussehen lässt und bald hat sie Ffrench-Dobbyn so weit, dass der ganz in der Rolle eines Lovebots aufgeht.

sabato, luglio 22, 2006

Rückzug aus den Chaträumen Brasiliens?

Es wird langweilig, aber so langweilig auch wieder nicht. Dort gespielte Musik ist nicht mehr neu und Themen, die über die Musik hinausgehen heißen Sex, Sex, Sex. Langweilig, oder?
Man kann von außen in die Chaträume sehen, meine Namorada macht es zu Genüge. Sieht sie, dass ich mich mit anderen Frauen unterhalte, feuert sie vor Eifersucht e-mails auf mich ab. Vollkommen bescheuert. Zum ersten unterhalte ich mich nur, zum zweiten lebe ich ein paar tausend Kilometer entfernt. Diesmal ist es wieder so weit, dass sie nicht mehr mit mir kommunizieren will. Ich hoffe nur, sie bleibt bei ihrem Entschluss. Dann hätte ich freie Hand wieder mit jedem Konversation zu treiben, um mein Portugiesisch aufzubessern.

Inzwischen habe ich heraus gefunden: Brasilianerinnen sind sexuell zu allem bereit. Analverkehr und kräftige Schläge auf den Hintern gehören zum alltäglichen Repertoir. Aber sie sind auch nervtötend eifersüchtig und während dieser Momente wäre es sicher angenehmer, ein gutes Buch zu lesen. Und dann die Intrigen.
Zum Beispiel ändert Ks Freundin Chanel #5 ihren Nick in ###### ab und kommt in den Saal, in dem ich mit K, meiner Namorada, Musik mache. Im reservierten Bereich, zu dem nur zwei Personen Zugang haben erzählte sie K, dass diese bald wieder allein sein wird. Chanel wird damit Recht haben, aber K. wird dadurch am Boden zerstört. Ich sei, so meinte sie, ihre einzige große Liebe. Das war vor der letzten Eifersuchtsszene. Und K. verließ weinend den Chatraum.

Chanels virtueller Liebhaber hat sich inzwischen aus dem Staub gemacht. Vermutlich hat sie ihm eine Eifersuchtsszene nach der anderen gemacht. In dem Fall ist es in der Tat besser, sich unsichtbar zu machen. Im Internet geht es mit ein paar Klicks und das ist gut so. Man löscht die Mailadresse im MSN, den Hotmail-Kontakt und sorgt dafür, dass die Post des Expartners in der Mappe ‘ungewünschte Korrespondenz’ landet, die automatisch nach einigen Tagen gelöscht wird. Chaträume und das Internet haben eine eigene Dynamik. Zweisamkeit spielt sich virtuell ab und es gibt weitaus mehr Gelegenheiten sich mit anderen Personen zu unterhalten. Das gibt zu berechtigten und unberechtigten Eifersuchtsszenen Anlass.

Chanel hat ein neues Opfer gefunden, einen netten Mann, so wie sie meint. Nur ist sie sich nicht sicher, ob der Kerl auch treu und zuverlässig ist. So bat sie K. zu versuchen mit diesem Mann im Chatroo zu flirten, um ihn auf die Probe zu stellen. So etwas kann nur Frauen einfallen, oder?
37 Grad im Schatten, uffa.

Normalerweise fahren wir nur montags zum Supermarkt, um für die Woche einzukaufen. Doch kamen wir nicht mit dem Wasser aus. So fuhren wir gestern nach Cento, um beim Supermarkt Bennet für Nachschub zu sorgen. Die Gelegenheit benutzte ich mir ein Schreibheft anzuschaffen. Das liegt neben meinem Liegestuhl und ist damit gut für Gedanken, Notizen. Ich wünschte, ich könnte mich länger auf der Terrasse aufhalten, aber nach rund zwei Stunden bin ich von der Hitze so geschlaucht, dass ich ins Haus flüchte.

martedì, luglio 18, 2006

Asimov’s Science Fiction, Special Anniversay Double Issue, April/May 2006

Um was für ein Jubiläum es sich hier handelt, weiß ich nicht. In der Ausgabe selbst stand nichts darüber, oder haben meine Sinne mich im Stich gelassen? Wenn man jedoch die Nummer 363/364 zurückrechnet, kommt man auf ca. 30 Jahre.
Rund 240 Seiten lenkten mich von Brasiliens Chaträumen ab, und das ist gut so; denn von einer fortgesetzten Verbesserung meiner portugiesischen Sprachkenntnisse und der Sozialisierung mit Brasilianern abgesehen, sind die Themen in den Chaträumen dünn gesät. Wie ergattere ich einen virtuellen Partner? Auf dieses Thema läuft es hinaus.
Zurück zu Asimov’s mit seinen 12 Geschichten und 5 Gedichten. Sehr gut gefiel mir Constance Coopers Erstlingswerk ‘The King’s Tail’. Die Story ist schnell erzählt: Der König, ein Tigerwesen und Herrscher über seinesgleichen darbt in einem Verließ und beschäftigt sich damit, jeden Tag seine Giftzähne in den nachwachsenden Schwanz zu versenken, den ihm die Invasoren bei einem Fluchtversuch abgehackt hatten.
König und Volk, weitaus größer und kräftiger als die kleine Anzahl von Invasoren, waren Pazifisten, die sich nicht wehrten, als sie aus dem Nachbarreich heraus überfallen wurden.
Der König startet erneut einen Fluchtversuch, wird von den Invasoren erwischt. Sein Schwanz wird in aller Öffentlichkeit abgehackt und von den Invasoren verspeist.
Wenn wir daran denken, dass der König seinen Schwanz systematisch vergiftet hatte, lässt sich ausmalen, dass die Invasoren der Reihe nach tot umfallen.
Auf die anderen Geschichten und Gedichte einzugehen, erspare ich mir. Hier jedoch noch etwas interessantes. Norman Spinrad, profilierter SF-Autor gibt einen Roman als Shareware frei. Wer ihn auf seiner Webseite oder in einem Webzine veröffentlichen möchte wende sich an den Autor normanspinrad@compuserve.com. ER bekommt ihn aus RTF-Datei zugeschickt.

domenica, luglio 16, 2006

Zidane – Materazzi

Italiener sind Weltmeister im Fluchen, Champions der Schimpfwörter, nicht nur im Fußball.
Hurensohn, schick mir deine Schwester, dass dich der Krebs heimsucht sind für Italiener harmlose Sprüche, die sie im Zustand der Erregung von sich geben.
Zidane hatte offenbar keine Ahnung davon, sonst hätte er gelassener reagiert.
Taxistreik in Italien.

Hört, hört: Die neue Linksregierung unter Prodi versucht den Markt zu öffnen. Hier für den Zugang zum Taxiunternehmertum. Zur Zeit gibt es eine Art Numerus Clausus bei der zuständigen Kategorie, in anderen Worten, auch in Italien gibt es das überholte Gildensystem, in dem sich Bestehendes von Neuem abschottet.
Die Regierung versucht die Zugangsregel aufzuweichen und prompt streiken die Mitglieder der Taxiverbände, die Taxifahrer. Heute lese ich in der Zeitung ‘Quotidiano Nazione’ "Viaggi proibiti, Milano è in stato assedio". Auf deutsch: "Reisen verboten. Mailand im Belagerungszustand." Ist das Verbandssystem überholt? Hemmt es den Wettbewerb?
Wir hatten Regen. Nicht heute, nicht gestern, aber zwei Mal in den letzten dreißig Tagen. Heute ist es angenehm kühl, windig bei 28 Grad im Schatten. In dieser Frische könnte ich Bäume ausreißen. Ständige 35 Grad schlauchen auf die Dauer.

lunedì, luglio 10, 2006


hat Microsoft inzwischen als größte Hi-Tech Firma abgelöst. Googles Produkte sind keine Geldbringer bis auf die Ausnahme der Search-Maschine, mit deren Anzeigen Google den Profit einfährt.

Was ist mit den anderen Produkten?, fragt die Business Week vom 10. Juli und stellt fest, dass keines von ihnen einen ersten Platz einnimmt.

Google Talk, Google Maps, Google News, Blog Search, Google Finance, Froogle, Orkut und Gmail.
Google Maps wird von Map Quest in den Schatten gestellt, Google News konkurriert mit Yahoo News, Blog Search mit Technorati, Google Talk mit MSN, Google Finance mit Yahoo Finance. Die aufgezählten Google Produkte stehen hinter der Konkurrenz zurück. Froogle, die Einkaufssuchmaschine steht nur an achter Stelle und Orkut, Googles soziales Network wird nur von Brasilianern genutzt. Warum diese an Orkut einen Narren gefressen haben blieb mir schleierhaft. Ich wurde von einer Brasilianerin ins Orkut eingeladen, ging hinein, und ließ es nach ein paar Tagen hinter mir. So unstrukturiert, hätte man zig Stunden damit zubringen müssen, um das entsprechende Interessensgebiet und die Interessenten zu finden. Orkut besteht zum großen Teil aus Datenmüll.
Um aus diesen Produkten Profit zu gewinnen, dafür wird Google viel Zeit und gewaltige Manpower aufwenden müssen.

giovedì, luglio 06, 2006

Schreib-Lust,

Eine Internet-Seite für Leute, die gern Kurzgeschichten schreiben, und die sich ein modernes Gesicht zugelegt hat.

Bemerkenswert, dass sich die Seite schon fünf Jahre gehalten hat. Doch die Idee, jeden Monat über ein vorgegebenes Thema eine Kurzgeschichte zu schreiben, diese von Mitgliedern der Schreib-Lust Mailinglist kritisieren und zum Monatsschluss bewerten und bepunkten zu lassen, wäre ein gutes Business-Modell. Doch mit Anthologien, wie sie auch der Schreib-Lust Verlag herausbringt, kann man kein Geld verdienen. Hier zählt der Spaß am Schreiben. Sicher muss ich auch mal wieder ran. Doch bin ich zur Zeit im brasilianischen Chatraum 2 und mache Musik. Zu dumm ist, dass mir das auch Freude macht.
Fantasy & Science Fiction, March 2006

März-Ausgabe. Bin ich doch im Rückstand!
Die Geschichte ‘Shambhala’ von Alex Irvine erinnert mich an meine Story ‘Wer war Brian?’.
Virt nennt sich der virtuelle Raum für Aussteiger, Leute, die es sich aufgrund ihrer Verbindungen und finanzieller Resourcen leisten können, sich von ihren Körpern und der realen Welt zu verabschieden.
Doch dann gibt es Anzeichen, dass die virtuelle Welt degeneriert. Virt-Bewohnerin Shannon spürt plötzlich Schmerzen, im Virt ein Ding der Unmöglichkeit, dann fangen die Gebäude plötzlich an zu flimmern und Shannon macht sich auf den Weg, den Grund dafür herauszufinden.
Mike Chancey, Protag der realen Welt, versucht von dort aus eine Lösung zu finden.
Es gibt noch einige andere lesenswerte Stories, doch lasse ich es bei dieser.

Kathi Maio schreibt über animierte Filme, die auf traditionelle Weise ohne großen technischen Aufwand hergestellt worden sind. Ich wünschte, ich könnte mir alles auf DVD ansehen, doch ist die Zeit ein knappes Gut.

mercoledì, luglio 05, 2006

Der Spass ist vorbei.

Für Deutschland. Mein Nick in braslilianischen Chaträumen ist Klaus Italemão. Die freundlichen Leute dort gratulierten mir zum italienischen Sieg und ich musste ihnen erklären, dass ich vor dem Fernseher für Deutschland gegröhlt hatte. War das peinlich, ihnen so wie mir. Ihnen, weil sie mir zum italienischen Sieg gratuliert hatte und mir für Deutschlands Niederlage.
Bei mir im Dorf in der Po-Ebene sprachen mir die Leute ihr Beileid aus, legten ihre Hand auf meine Schulter und sagten, die deutsche Mannschaft habe sehr gut gespielt. Darin stimmte ich mit ihnen überein. Insgeheim hatte ich gehofft, sie würde es bis zum Elfmeterschießen unbeschadet überstehen. Es hat nicht geklappt.

Fandom Observer 205, Juli 2006

Das Online-Fanzine informiert deutsche Science Fiction, deren Fandom, Fanzines, Filme, Buecher, Conventions. Wer sich auf dem Laufenden halten moechte, dem sei diese Homepage empfohlen.

domenica, luglio 02, 2006


Parabens

Gloria, Herzlichen Glückwunsch, zur Übernahme des Vorsitzes des Rotary Clubs Balenario Camboriu, Santa Catarina, Brasilien

Was ist Rotary?

Rotary ist eine Organisation von Angehörigen aller Berufe, die sich weltweit vereinigt haben, um humanitäre Dienste zu leisten und sich für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen. Paul P. Harris gründete den ersten Dienstclub der Welt, den Rotary Club of Chicago, Illinois, am 23. Februar 1905. Der Name "Rotary" leitet sich aus der frühen Praxis ab, sich im Rotationssystem in den verschiedenen Büros der Mitglieder zu treffen.

venerdì, giugno 30, 2006

Analog Science Fiction and Facts, May 2006

Wir haben 33 Grad im Schatten, im Liegestuhl versuche ich geschmolzene Gedanken zu regenerieren, indem ich den Inhalt von Analog überfliege.
Stanley Schmidt meint im Leitartikel ‘Home, Venerable Home’, dass jedes Individuum dafür verantwortlich sein sollte, wo er sein Haus auf stellt und nicht von der Regierung erwarten könne, für eine falsche Entscheidung entschädigt zu werden.
Schmidt bezieht sich in seinem Beitrag auf die Flutkatastrophe von New Orleans, einer Stadt unterhalb des Meeresspiegels, deren Einwohner für die Bezahlung von Flutversicherungen Beihilfen vom Staat erhalten.
Edward M. Lerners vierteiliges Epos ‘A new order of things’ setzt ein Interstellarnet voraus, ein Internet auf galaktischer Ebene. Es lässt zu, dass auf Grund von Vorgaben aus der Weite des Kosmos künstliche Intelligenzen auf der Erde gebaut werden können, die dort ihren Heimatplaneten vertreten.
Vor diesem Hintergrund ergibt es sich, dass sich von einem dieser fremden Planeten ein interstellares Raumschiff auf den Weg zur Erde macht, und eine Gruppe von Menschen versucht den Grund dafür herauszufinden.
Es gibt noch einige gute Geschichten wie die von Harry Turtledove. T. Ist Spezialist für alternative History, einem Setting, in dem die Geschichte einen anderen Weg eingeschlagen hat.
Aus Sherlock Holmes wurde Athelstan Helm, aus Doc Watson Dr. James Walton, aus den U.S.A. die United States of Atlantis und England sowie das British Empire blieben so, wie sie waren.
Helms und Walton schippern nach Atlantis, um einige Morde aufzuklären, die der Kirche ‘The House of Universal Devotion’ zur Last gelegt werden.
Sie tun dies in typischer Sherlock Holmes Manier. Conan Doyle hätte seine Freude an dieser Story gehabt.
Mit ‘The terrestrial Search for Extraterrestrial Life’ geht Catherine Shaffer in ihrem Wissenschaftsartikel auf eine Reise, mit der sie die Leser an Lebewesen heranführt, die nicht wie wir vom Sauerstoff abhängen. Licht, Schwefel, Wasserstoff, Kohlenstoff. Es gibt Lebewesen, Pflanzen und Mikroben, die dies zum Leben brauchen. Ein Hinweis darauf, auf fremden Planeten muss es nicht unbedingt Sauerstoff sein, um Leben zu erhalten.
Inzwischen ist es aus zwischen K. und mir.
Versuchte ich mich mir ihr über etwas anderes zu unterhalten als über Sex, dann meinte sie, du willst mich nicht mehr. Und irgendwie hatte sie wohl recht. Das hält ja der größte Potenzbulle nicht aus, und der bin ich noch nicht mal (grins).

Ich habe es geschafft, dass sie mir den Laufpass gab. Ich glaube schon zum zweiten Mal. Heute morgen kam sie mir schon wieder hinterher geklötert. Ihr Mann sei im Koma und sie brauche zärtlichen Beistand. Stimmt sicher alles. Warum ihr Mann im Koma ist, darüber mache ich mir so meine Gedanken. Im MSN habe ich sie blockert. Schlimmstenfalls kann noch eine Hotmail-Message in meiner Inbox eintrudeln, ihre Freundinnen können mich im Chatraum 22 fertig machen. Ich brauche da ja nicht reinzugehen, oder?

mercoledì, giugno 28, 2006

Der Juni ist fast vorüber. Inzwischen bin ich 67 Jahre alt. Nicht zu fassen; und mit K. bin ich wieder zusammen, virtuell. Brasilianische Liebe ist heftig, auch im Internet. Sie idealisiert den Partner, formt ihn sich in Gedanken zurecht. K. lebt im brasilianischen Staat São Paulo irgendwo am Strand mit Pferden, Schäferhunden, Papageien, Schildkröten, Schlangen und einem 71 Jahre alten herzgeschädigten Ehemann, der nicht mit ihr redet. Aus welchem Grund? Keine Ahnung. K. ist eifersüchtig, sehr eifersüchtig. Sie sagt, sie liebe mich. Inzwischen waren wir wieder auseinander, ihrer verdammten Eifersucht wegen und ich frage mich, was soll der Quatsch, wir sind im Internet. Frauen sehen das anders. Heute musste K. ihren Mann ins Krankenhaus einer anderen Stadt einliefern. Noch ist sie nicht wieder aufgetaucht und ich mache mir Sorgen um sie.
Die Pflanzenflüsterer

Unter diesem Titel gibt es im ‘Spiegel’ 20/2006 einen Artikel übner sprechende Pflanzen. Kommunizierende ist wohl das geeignetere Wort. Im Max Plank Institut für chemische Ökologie fand man heraus, dass sich Pflanzen unterhalten, Insekten zu Hilfe rufen wenn sie geschädigt werden. Alles geschieht mit Hilfe von chemischen Botenstoffen.
Kulturpflanzen haben das Sprechen weitgehend verlernt; doch kann es anerzogen werden. Damit würde man Unsummen an Schädlingsbekämpfungsmitteln einsparen.
Applied Digital 2005 Annual Report

Es muss 1999 gewesen sein, als ich die Aktien kaufte. Aktien eines Unternehmens, das seinerzeit Internet-Lösungen installierte. Ich kaufte sie in den U.S.A., während ich dort als Programmierer arbeitete und Internet-Aktien in ungeahnte Höhen schossen. Und sie sind wie alle anderen den Bach runtergegangen. Während ich zu jener Zeit den Kurs meiner Aktien täglich beobachtete, wild kaufte, verkaufte, vergehen Monate, bevor ich wieder einen Blick auf das Trauerspiel werfe. Für Applied Digital z.B. hatte ich $ 3200 bezahlt, heute sind sie 51 Dollar wert. Toll was? Dennoch liebe ich diese Aktien und das Unternehmen. Es ist SF. Wer denkt nicht an Science Fiction, wenn er liest, dass der unter die Haut implantierte VeriChip als Patient-Info-System, als Hundemarkierung, zur Identifikation von Altersheiminsassen eingesetzt wird und werden soll. Die Verkäufe ziehen an und wir ziehen in eine Philipp K. Dick – Welt. Nach dem Internet-Crash wurden die Aktien zwei mal einem reversed stock split unterworfen. In anderen Worten, ich kaufte 200 Aktien, und inzwischen sind zwanzig daraus geworden. Und das mit diesem Wertverlust. Nun, da der implantierbare Identifikationschip langsam gesellschaftsfähig wird, rechne ich für die Zukunft mit einem Anziehen des Aktienkurses.

domenica, giugno 25, 2006

Fantasy & Science Fiction, April 2006-06-21

Schon nahe am Juli dran und ich lese April-Ausgaben. Science Fiction ist in diesem Magazin eher dünn. Zumindest diesen Monat. Was Fantasy angeht, finde ich ‘Moment of Joy before’ von Claudia o’ Keefe angenehm zu lesen. Angenehm: Kann man Dark Fantasy als angenehm empfinden? Ja.
Die Witwe Felice lebt mit Mutter und Tocher in Cherry Lick, einem öden Nest in den Appalachen Virginias. Im Fernsehen gibt es Meldungen über eine Krankheit, die der Geflügelseuche ähnelt, nach und nach die Staaten der USA befällt und deren Einwohner darin rafft. Wenn das Thema auch nichts Neues bietet, ist die Beschreibung der Mutter in ihren Aktionen und Nöten gelungen, dass es mir Spaß gemacht hat, die Geschichte bis zu Ende zu lesen. Das Phantastische dieser dunklen Geschichte ist, dass jeden Tag ein Fremder vor Felices Haus steht und sie in Gespräche verwickelt, an die sie sich hinterher nicht mehr erinnern kann. Und irgendwann kommt die Seuche auch zu ihr.

lunedì, giugno 19, 2006


Wir haben es geschafft nach Padua zu kommen. Gestern, an einem Sonntag. Ursprünglich hatten wir vor den Sonntag davor hin zu fahren und waren auch auf dem Weg gewesen. Ferrara Rovigo Padua, das war die Strecke. Wir mussten auf dem Wege zurück. Der Heilige Antonio war uns nicht günstig gesonnen, denn die Öldrucklampe flackerte in meinem alten Opel. Es musste ja, wie es sich meine Frau wünschte, die Limousine sein. Limousine, grins, ein alter Opel Omega 1987. Und wenn die Öldrucklampe blinkt, ist doch wohl alles möglich, oder? Wir fuhren mit 110 Stundenkilometern auf der Autobahn und die Lampe blinkte. Ich fuhr zur nächsten Tankstelle und kaufte eine Flasche Öl. Dann hatte ich den Ölmessstab in der Hand und stellte fest. Öl gab es genug. Warum kaufte ich das Öl und maß erst danach. Meine Logik hatte unter der Hitze stark gelitten. Der Mann von Opel sagte später, es muss wohl ein Kontakt sein. Bei zu niedrigem Öldruck hatte der sich der Motor von selbst blockert.

Daher fuhren wir gestern wieder los, Richtung Padua, zum Heiligen Antonio.
In Padua bei über 30 Grad fanden wir einen Parkplatz. Um einen künstlichen Teich waren die Stände von Andenkenhändlern aufgebaut. Nicht weit davon entfernt befand sich die Basilika. Kühler drinnen als draussen, voller Menschen, betend, staunend, kniend, in Schlangen stehend. Meine Frau und ich reihten uns ein und mir wurde schwummerig, als die Schlange millimeterweise vorwärtskroch. Die satten Stimmen des Chores wurden dünner, die des Messepriesters leiser und ich wusste, für mich war es an der Zeit nach draußen zu flüchten. Meine Frau schob sich in der Schlange auf den Sarkophag des Heiligen Antonius zu, während ich in der Hitze auf dem Platz vor der Kirche stand und dann auf einen Zeitungsstand zuging. Für diese Hitze hatte ich zuviel Blutdruckpillen geschluckt. Mit einer Zeitung bewaffnet setzte ich mich auf eine schattige Mauer. Gazzettino, Paduas Zeitung berichtete, dass am 17. September die Jagd auf Rebhühner, Lerchen, Amseln, Drosseln, Elstern, Eichelhäher, Stockenten beginnen kann. Meine Frau hatte es zum Sarkophag geschafft, kam abgekämpft aus der Kirche und wir stärkten uns in einer Bar.

Der Rückweg war wie verhext. Nach einer halben Stunde sah ich ein Schild, das uns sagte, wir seien auf dem Weg nach Rovigo. Plötzlich befanden wir uns auf einer Autobahneinfahrt. Was sollte ich dort? Ich kehrte um, befand mich wieder auf der Umgehungsstraße Richtung Trento, Vicenza, drehte wieder um und sah das Richtungsschild Rovigo wieder. Gesehene Gebäude zogen an uns vorbei. Schon sah ich mich wieder auf der Autobahneinfahrt. Verzweifelt bog ich auf die Straße nach Abano Terme und irrte eine halbe Studne lang fluchend durch den Kurort. Mein Blutdruck stieg an, sollte ich auf italienischen Straßen herum irren, wenn ich zu niedrigen Blutdruck hatte? Die Beschilderung dort ist konfus und ich frage mich, wieviel Benzin bei vernünftiger Beschilderung eingespart werden könnte.

domenica, giugno 18, 2006

Fan der deutschen, der italienischen und der brasilianischen Mannschaft. Das war ich. Nun steht das italienische Team ganz unten auf meiner Liste. Nach diesen miesen Fouls. Die können es einfach nicht lassen. Eles jogam sem graça, wie die Brasilianer sagen. Die Italiener spielen ohne Grazie, machen Fouls, haken nach. Maleducados. Merda, Mafiosi, wie meine Frau meint.

martedì, giugno 13, 2006

Als Geliebter tauge ich nichts,

zumindest nicht als virtueller. Nach einigen Wochen gingen mir K.s Liebesbeteuerungen auf die Nerven. Heute, an meinem 67. Geburtstag, war es dann soweit. K. feuerte sieben Voxcards auf mich ab. Je mehr ich davon las, desto höher stieg mein Blutdruck, und als ich mich bei K. im MSN bedankte und mit virtuellen Küssen zugepfeffert wurde, war ich auf hundertachtzig. K. merkte, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war und fragte, “kommunizierst du mit einer anderen?” “Mein Blutdruck”, antwortete ich, “der ist zu hoch, ich mach nen Powerwalk.”

Als ich zurück kam, las ich ihre e-mail. “Es ist besser, wenn ich nicht mehr mit dir rede”,schrieb sie, “auch wenn ich immens leiden werde.” Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass K. den Kontakt abbrach. “Ich ziehe mich für eine Weile aus dem Internet zurück”, schrieb ich zurück. Nach ein paar Stunden kam die Antwort. “Ich sterbe, wenn ich nichts mehr von dir lese.” Zeit für mich ins MSN zu gehen um K zu bedeuten. “Keine Karten mehr, keine Liebesbeteuerungen. Sie ersticken mich.” Das wars. Vorbei mit der virtuellen Liebschaft und ich atme freier.

giovedì, giugno 08, 2006

Fantasy & Science Fiction, February 2006

An dem Datum erkennt man, dass ich durch meine Aktivitäten in brasilianischen Chaträumen kaum Zeit zum Lesen meiner SF-Magazine finde, geschweige zum Schreiben von Stories. Ich werde versuchen, zwischen diesen Aktivitäten ein Gleichgewicht herzustellen.
Für mich waren die Stories zu sehr Fantasy, ich stehe mehr auf SF, obwohl Fantasy mehr gelesen wird. Heute las ich die Spiegel-Bestsellerliste, auf dem vierten Rang steht Iny Lorentz mit dem Fantasy-Roman ‘Das Vermächtnis der Wanderhure’. Bestsellerliste? Hält Frank Schätzing seinen “Schwarm” für einen SF-Roman? Das war doch wohl einer, oder? Ich sah Iny Lorentz auf dem letzten Oldie-Con in Bayern Unterwössen. Sie stellte ihre ‘Wanderhure’ vor.
Zurück zur Fantasy & Science Fiction. Die Story Gary W. Shockleys ‘The Cathedral of Universal Biodiversity’ ist keine harte SF, doch SF ist sie. Es geht um Theo, den Evangelisten der Church Of Prolific Life, die mit der Kathedrale auf Pantheon, einem Planeten in Tau Ceti eine ganze Kuppel in Anspruch nimmt, so lange das Terraforming noch nicht abgeschlossen ist. Theo treibt seine Forschungen voran, Untersuchungen über das, was im Universum lebt. Theoretische Forschungen, Gedankenexperimente. Dies machte ihn zum erwählten Rapräsentanten und Evangelisten der Kirche. Theos Gegenspielerin, Contessa Kimberly Messioner eignet sich nach und nach ein weiteres Stück der Kathedrale an und vertreibt Theo aus seinen Räumen. Dieser fühlt sich in seinen Forschungen beeinträchtigt, wenn er von der Contessa zu orgiastischen Parties eingeladen wird. Für mich klingt die Geschichte dürftig aus, wenn die Contessa in einem Moment der Verzweiflung zu Theo hoch klettert und seine Gedanken stört: “Wir sind allein im Weltraum, nicht wahr?”

martedì, giugno 06, 2006

Amore da vida.
Das bin ich. Kannst mal sehen, wer hätte das gedacht? K. ist wahnsinnig verliebt. In mich. Sie sitzt irgendwo im Bundesstaat São Paulo und züchtet Hunde. Wir lernten uns im brasilianischen Chatroom 22 kennen und wurden Freunde. K. sagte mir, sie sei glücklich verheiratet. Ich lese gerade das Spiegel-Gespräch mit Alice Schwarzer (der Spiegel 22-2006), in dem dise sagt: ‘Ich weiß noch, wie ich in München, im Arbeiterviertel Hasenberge, bei einer Frau im Wohnzimmer saß und sie mit dem Satz begann: ´Ja, Frau Schwarzer, ich bin glücklich, ich habe einen netten Mann.´ Das war für mich immer der alarmierendste Satz: ‘Ich bin glücklich.’ Da wusste ich: Bald wird es ganz furchtbar. Eine halbe Stunde später sagt dieselbe Frau: ‘Er schlägt mich. Aber was soll ich machen? Ich habe vier Kinder. Ich habe keinen Pfennig Geld, soll ich aus dem Fenster springen?’’ - Und K. meine brasilianische Freundin, 48 Jahre alt, erzählt mir, ihr Mann sei 71 Jahre alt und seit seiner Herzattacke redete er nicht mehr mit ihr. Wie aufgedreht quirlt sie im Chatroom, küsst mich mit Emoticons, macht heiße Musik und tanzt mit mir xx xx xx xx. Das geht von 21 bis 24 Uhr und ich falle vor Müdigkeit um. Gegen 6 Uhr morgens wecken mich die Katzen Fiordaliso und Lilo. Ich lasse sie raus und die Neugier zwingt mich in den Chatroom. Ein Uhr morgens in Brasilien und K.s Emoticon lacht, als sie mich sieht, mit drei anderen Frauen im Saal. Flor da Lis, Vivida e Sozinha, M-Eternity. Ich mache mit ihnen Musik im Saal (colar Midis), tanze mit allen xx xx xx xx im Chatroom 22, bis nur noch K und ich allein im Saal sind. K.s Emoticon gibt mir einen Kuss. Wir gehen in den Partnermodus, so dass niemand lesen kann, was wir schreiben, und verschwinden in der Intimität. Heute schreibe ich ihr, ich mach ‘ne Pause, ich bin erschöpft. Von der Zeitdifferenz, der Tanzerei, alle fünf Minuten schreiben zu müssen, wie sehr ich K. liebe. Uffa. Ich meine, es ist an der Zeit, mal wieder etwas anderes zu mache. Und ich frage mich, wie kann eine Frau aus dieser Entfernung jemanden lieben, mit dem sie nur im Internet kommuniziert, sogar, bevor die Webcams eingeschaltet wurden? K. eine kleiner weiblicher Knuddel und ich langer Kerl mit 66 Jahren. Heute sprach ich mit meinem Friseur über dieses Thema. Er meint, dass Frauen den Partner idealisieren und ihn zum Mann ihrer Träume machen. Isso = das ist es.

sabato, giugno 03, 2006


Es wird Zeit, dass das ADSL für unser Dorf aktiviert wird. Versprochen war es für den Anfang Mai, jetzt wird gesagt es käme Mitte Juni. Nur das Jahr wurde nicht genannt. Um portugiesisch sprechen zu können, muss man es tun. Mein Mikrofon ist an, nur mit dial-up funktionieren Mikrofon und Webcam nicht zusammen. Ich könnte mich mit Maria Cristina unterhalten, auch mit Gloria, mit Rita nicht, weil sie nur einen Computer auf der Arbeit unterhält. Wenn ich erst anfange, in Brasilien sprechen zu lernen, geht mir wertvolle Urlaubszeit verloren.

domenica, maggio 28, 2006


Analog, Science Fiction and Fact, April 2006
Stanley Schmidt schreibt in seinem Leitartikel über poison and hospitality. Ihm geht es darum, die Einengung von Definitionen wie ‘unbewohnbarer Planet’ aufzusprengen. Was heißt unbewohnbar? fragt er. Wir Menschen sehen es von unserer Warte aus, was schon an sich eine Einengung bedeutet.

Die Geschichten dieser Ausgabe haben mich nicht begeistert. Die einzige, zu der ich eine Bindung habe ist Stephen Baxters ‘The Lowland Expedition’. Diese macht sich in einer Welt auf den Weg, in der Menschen auf unterschiedlichen Ebenen leben. Je höher sie wohnen, desto schneller läuft die Zeit. Die Expedition begibt sich in die Lowlands und gelangt zu einer Stadt, die in der Nacht ihre Konfiguration verändert. Es zeigt sich, dass die Gebäude Raumschiffe sind, die nach und nach abheben. Die Expedition rettet sich im letzten Moment nach außen und sieht den Raumschiffen nach. Sie kann nicht mehr zurück. Dort wo ihre Mitglieder herkommen, läuft die Zeit schneller, die Menschen, die sie lieben sind tot. Die Expedition bleibt in den Lowlands und zieht weiter.