Coversong Roads

giovedì, luglio 06, 2006

Schreib-Lust,

Eine Internet-Seite für Leute, die gern Kurzgeschichten schreiben, und die sich ein modernes Gesicht zugelegt hat.

Bemerkenswert, dass sich die Seite schon fünf Jahre gehalten hat. Doch die Idee, jeden Monat über ein vorgegebenes Thema eine Kurzgeschichte zu schreiben, diese von Mitgliedern der Schreib-Lust Mailinglist kritisieren und zum Monatsschluss bewerten und bepunkten zu lassen, wäre ein gutes Business-Modell. Doch mit Anthologien, wie sie auch der Schreib-Lust Verlag herausbringt, kann man kein Geld verdienen. Hier zählt der Spaß am Schreiben. Sicher muss ich auch mal wieder ran. Doch bin ich zur Zeit im brasilianischen Chatraum 2 und mache Musik. Zu dumm ist, dass mir das auch Freude macht.
Fantasy & Science Fiction, March 2006

März-Ausgabe. Bin ich doch im Rückstand!
Die Geschichte ‘Shambhala’ von Alex Irvine erinnert mich an meine Story ‘Wer war Brian?’.
Virt nennt sich der virtuelle Raum für Aussteiger, Leute, die es sich aufgrund ihrer Verbindungen und finanzieller Resourcen leisten können, sich von ihren Körpern und der realen Welt zu verabschieden.
Doch dann gibt es Anzeichen, dass die virtuelle Welt degeneriert. Virt-Bewohnerin Shannon spürt plötzlich Schmerzen, im Virt ein Ding der Unmöglichkeit, dann fangen die Gebäude plötzlich an zu flimmern und Shannon macht sich auf den Weg, den Grund dafür herauszufinden.
Mike Chancey, Protag der realen Welt, versucht von dort aus eine Lösung zu finden.
Es gibt noch einige andere lesenswerte Stories, doch lasse ich es bei dieser.

Kathi Maio schreibt über animierte Filme, die auf traditionelle Weise ohne großen technischen Aufwand hergestellt worden sind. Ich wünschte, ich könnte mir alles auf DVD ansehen, doch ist die Zeit ein knappes Gut.

mercoledì, luglio 05, 2006

Der Spass ist vorbei.

Für Deutschland. Mein Nick in braslilianischen Chaträumen ist Klaus Italemão. Die freundlichen Leute dort gratulierten mir zum italienischen Sieg und ich musste ihnen erklären, dass ich vor dem Fernseher für Deutschland gegröhlt hatte. War das peinlich, ihnen so wie mir. Ihnen, weil sie mir zum italienischen Sieg gratuliert hatte und mir für Deutschlands Niederlage.
Bei mir im Dorf in der Po-Ebene sprachen mir die Leute ihr Beileid aus, legten ihre Hand auf meine Schulter und sagten, die deutsche Mannschaft habe sehr gut gespielt. Darin stimmte ich mit ihnen überein. Insgeheim hatte ich gehofft, sie würde es bis zum Elfmeterschießen unbeschadet überstehen. Es hat nicht geklappt.

Fandom Observer 205, Juli 2006

Das Online-Fanzine informiert deutsche Science Fiction, deren Fandom, Fanzines, Filme, Buecher, Conventions. Wer sich auf dem Laufenden halten moechte, dem sei diese Homepage empfohlen.

domenica, luglio 02, 2006


Parabens

Gloria, Herzlichen Glückwunsch, zur Übernahme des Vorsitzes des Rotary Clubs Balenario Camboriu, Santa Catarina, Brasilien

Was ist Rotary?

Rotary ist eine Organisation von Angehörigen aller Berufe, die sich weltweit vereinigt haben, um humanitäre Dienste zu leisten und sich für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen. Paul P. Harris gründete den ersten Dienstclub der Welt, den Rotary Club of Chicago, Illinois, am 23. Februar 1905. Der Name "Rotary" leitet sich aus der frühen Praxis ab, sich im Rotationssystem in den verschiedenen Büros der Mitglieder zu treffen.

venerdì, giugno 30, 2006

Analog Science Fiction and Facts, May 2006

Wir haben 33 Grad im Schatten, im Liegestuhl versuche ich geschmolzene Gedanken zu regenerieren, indem ich den Inhalt von Analog überfliege.
Stanley Schmidt meint im Leitartikel ‘Home, Venerable Home’, dass jedes Individuum dafür verantwortlich sein sollte, wo er sein Haus auf stellt und nicht von der Regierung erwarten könne, für eine falsche Entscheidung entschädigt zu werden.
Schmidt bezieht sich in seinem Beitrag auf die Flutkatastrophe von New Orleans, einer Stadt unterhalb des Meeresspiegels, deren Einwohner für die Bezahlung von Flutversicherungen Beihilfen vom Staat erhalten.
Edward M. Lerners vierteiliges Epos ‘A new order of things’ setzt ein Interstellarnet voraus, ein Internet auf galaktischer Ebene. Es lässt zu, dass auf Grund von Vorgaben aus der Weite des Kosmos künstliche Intelligenzen auf der Erde gebaut werden können, die dort ihren Heimatplaneten vertreten.
Vor diesem Hintergrund ergibt es sich, dass sich von einem dieser fremden Planeten ein interstellares Raumschiff auf den Weg zur Erde macht, und eine Gruppe von Menschen versucht den Grund dafür herauszufinden.
Es gibt noch einige gute Geschichten wie die von Harry Turtledove. T. Ist Spezialist für alternative History, einem Setting, in dem die Geschichte einen anderen Weg eingeschlagen hat.
Aus Sherlock Holmes wurde Athelstan Helm, aus Doc Watson Dr. James Walton, aus den U.S.A. die United States of Atlantis und England sowie das British Empire blieben so, wie sie waren.
Helms und Walton schippern nach Atlantis, um einige Morde aufzuklären, die der Kirche ‘The House of Universal Devotion’ zur Last gelegt werden.
Sie tun dies in typischer Sherlock Holmes Manier. Conan Doyle hätte seine Freude an dieser Story gehabt.
Mit ‘The terrestrial Search for Extraterrestrial Life’ geht Catherine Shaffer in ihrem Wissenschaftsartikel auf eine Reise, mit der sie die Leser an Lebewesen heranführt, die nicht wie wir vom Sauerstoff abhängen. Licht, Schwefel, Wasserstoff, Kohlenstoff. Es gibt Lebewesen, Pflanzen und Mikroben, die dies zum Leben brauchen. Ein Hinweis darauf, auf fremden Planeten muss es nicht unbedingt Sauerstoff sein, um Leben zu erhalten.
Inzwischen ist es aus zwischen K. und mir.
Versuchte ich mich mir ihr über etwas anderes zu unterhalten als über Sex, dann meinte sie, du willst mich nicht mehr. Und irgendwie hatte sie wohl recht. Das hält ja der größte Potenzbulle nicht aus, und der bin ich noch nicht mal (grins).

Ich habe es geschafft, dass sie mir den Laufpass gab. Ich glaube schon zum zweiten Mal. Heute morgen kam sie mir schon wieder hinterher geklötert. Ihr Mann sei im Koma und sie brauche zärtlichen Beistand. Stimmt sicher alles. Warum ihr Mann im Koma ist, darüber mache ich mir so meine Gedanken. Im MSN habe ich sie blockert. Schlimmstenfalls kann noch eine Hotmail-Message in meiner Inbox eintrudeln, ihre Freundinnen können mich im Chatraum 22 fertig machen. Ich brauche da ja nicht reinzugehen, oder?

mercoledì, giugno 28, 2006

Der Juni ist fast vorüber. Inzwischen bin ich 67 Jahre alt. Nicht zu fassen; und mit K. bin ich wieder zusammen, virtuell. Brasilianische Liebe ist heftig, auch im Internet. Sie idealisiert den Partner, formt ihn sich in Gedanken zurecht. K. lebt im brasilianischen Staat São Paulo irgendwo am Strand mit Pferden, Schäferhunden, Papageien, Schildkröten, Schlangen und einem 71 Jahre alten herzgeschädigten Ehemann, der nicht mit ihr redet. Aus welchem Grund? Keine Ahnung. K. ist eifersüchtig, sehr eifersüchtig. Sie sagt, sie liebe mich. Inzwischen waren wir wieder auseinander, ihrer verdammten Eifersucht wegen und ich frage mich, was soll der Quatsch, wir sind im Internet. Frauen sehen das anders. Heute musste K. ihren Mann ins Krankenhaus einer anderen Stadt einliefern. Noch ist sie nicht wieder aufgetaucht und ich mache mir Sorgen um sie.
Die Pflanzenflüsterer

Unter diesem Titel gibt es im ‘Spiegel’ 20/2006 einen Artikel übner sprechende Pflanzen. Kommunizierende ist wohl das geeignetere Wort. Im Max Plank Institut für chemische Ökologie fand man heraus, dass sich Pflanzen unterhalten, Insekten zu Hilfe rufen wenn sie geschädigt werden. Alles geschieht mit Hilfe von chemischen Botenstoffen.
Kulturpflanzen haben das Sprechen weitgehend verlernt; doch kann es anerzogen werden. Damit würde man Unsummen an Schädlingsbekämpfungsmitteln einsparen.
Applied Digital 2005 Annual Report

Es muss 1999 gewesen sein, als ich die Aktien kaufte. Aktien eines Unternehmens, das seinerzeit Internet-Lösungen installierte. Ich kaufte sie in den U.S.A., während ich dort als Programmierer arbeitete und Internet-Aktien in ungeahnte Höhen schossen. Und sie sind wie alle anderen den Bach runtergegangen. Während ich zu jener Zeit den Kurs meiner Aktien täglich beobachtete, wild kaufte, verkaufte, vergehen Monate, bevor ich wieder einen Blick auf das Trauerspiel werfe. Für Applied Digital z.B. hatte ich $ 3200 bezahlt, heute sind sie 51 Dollar wert. Toll was? Dennoch liebe ich diese Aktien und das Unternehmen. Es ist SF. Wer denkt nicht an Science Fiction, wenn er liest, dass der unter die Haut implantierte VeriChip als Patient-Info-System, als Hundemarkierung, zur Identifikation von Altersheiminsassen eingesetzt wird und werden soll. Die Verkäufe ziehen an und wir ziehen in eine Philipp K. Dick – Welt. Nach dem Internet-Crash wurden die Aktien zwei mal einem reversed stock split unterworfen. In anderen Worten, ich kaufte 200 Aktien, und inzwischen sind zwanzig daraus geworden. Und das mit diesem Wertverlust. Nun, da der implantierbare Identifikationschip langsam gesellschaftsfähig wird, rechne ich für die Zukunft mit einem Anziehen des Aktienkurses.

domenica, giugno 25, 2006

Fantasy & Science Fiction, April 2006-06-21

Schon nahe am Juli dran und ich lese April-Ausgaben. Science Fiction ist in diesem Magazin eher dünn. Zumindest diesen Monat. Was Fantasy angeht, finde ich ‘Moment of Joy before’ von Claudia o’ Keefe angenehm zu lesen. Angenehm: Kann man Dark Fantasy als angenehm empfinden? Ja.
Die Witwe Felice lebt mit Mutter und Tocher in Cherry Lick, einem öden Nest in den Appalachen Virginias. Im Fernsehen gibt es Meldungen über eine Krankheit, die der Geflügelseuche ähnelt, nach und nach die Staaten der USA befällt und deren Einwohner darin rafft. Wenn das Thema auch nichts Neues bietet, ist die Beschreibung der Mutter in ihren Aktionen und Nöten gelungen, dass es mir Spaß gemacht hat, die Geschichte bis zu Ende zu lesen. Das Phantastische dieser dunklen Geschichte ist, dass jeden Tag ein Fremder vor Felices Haus steht und sie in Gespräche verwickelt, an die sie sich hinterher nicht mehr erinnern kann. Und irgendwann kommt die Seuche auch zu ihr.

lunedì, giugno 19, 2006


Wir haben es geschafft nach Padua zu kommen. Gestern, an einem Sonntag. Ursprünglich hatten wir vor den Sonntag davor hin zu fahren und waren auch auf dem Weg gewesen. Ferrara Rovigo Padua, das war die Strecke. Wir mussten auf dem Wege zurück. Der Heilige Antonio war uns nicht günstig gesonnen, denn die Öldrucklampe flackerte in meinem alten Opel. Es musste ja, wie es sich meine Frau wünschte, die Limousine sein. Limousine, grins, ein alter Opel Omega 1987. Und wenn die Öldrucklampe blinkt, ist doch wohl alles möglich, oder? Wir fuhren mit 110 Stundenkilometern auf der Autobahn und die Lampe blinkte. Ich fuhr zur nächsten Tankstelle und kaufte eine Flasche Öl. Dann hatte ich den Ölmessstab in der Hand und stellte fest. Öl gab es genug. Warum kaufte ich das Öl und maß erst danach. Meine Logik hatte unter der Hitze stark gelitten. Der Mann von Opel sagte später, es muss wohl ein Kontakt sein. Bei zu niedrigem Öldruck hatte der sich der Motor von selbst blockert.

Daher fuhren wir gestern wieder los, Richtung Padua, zum Heiligen Antonio.
In Padua bei über 30 Grad fanden wir einen Parkplatz. Um einen künstlichen Teich waren die Stände von Andenkenhändlern aufgebaut. Nicht weit davon entfernt befand sich die Basilika. Kühler drinnen als draussen, voller Menschen, betend, staunend, kniend, in Schlangen stehend. Meine Frau und ich reihten uns ein und mir wurde schwummerig, als die Schlange millimeterweise vorwärtskroch. Die satten Stimmen des Chores wurden dünner, die des Messepriesters leiser und ich wusste, für mich war es an der Zeit nach draußen zu flüchten. Meine Frau schob sich in der Schlange auf den Sarkophag des Heiligen Antonius zu, während ich in der Hitze auf dem Platz vor der Kirche stand und dann auf einen Zeitungsstand zuging. Für diese Hitze hatte ich zuviel Blutdruckpillen geschluckt. Mit einer Zeitung bewaffnet setzte ich mich auf eine schattige Mauer. Gazzettino, Paduas Zeitung berichtete, dass am 17. September die Jagd auf Rebhühner, Lerchen, Amseln, Drosseln, Elstern, Eichelhäher, Stockenten beginnen kann. Meine Frau hatte es zum Sarkophag geschafft, kam abgekämpft aus der Kirche und wir stärkten uns in einer Bar.

Der Rückweg war wie verhext. Nach einer halben Stunde sah ich ein Schild, das uns sagte, wir seien auf dem Weg nach Rovigo. Plötzlich befanden wir uns auf einer Autobahneinfahrt. Was sollte ich dort? Ich kehrte um, befand mich wieder auf der Umgehungsstraße Richtung Trento, Vicenza, drehte wieder um und sah das Richtungsschild Rovigo wieder. Gesehene Gebäude zogen an uns vorbei. Schon sah ich mich wieder auf der Autobahneinfahrt. Verzweifelt bog ich auf die Straße nach Abano Terme und irrte eine halbe Studne lang fluchend durch den Kurort. Mein Blutdruck stieg an, sollte ich auf italienischen Straßen herum irren, wenn ich zu niedrigen Blutdruck hatte? Die Beschilderung dort ist konfus und ich frage mich, wieviel Benzin bei vernünftiger Beschilderung eingespart werden könnte.

domenica, giugno 18, 2006

Fan der deutschen, der italienischen und der brasilianischen Mannschaft. Das war ich. Nun steht das italienische Team ganz unten auf meiner Liste. Nach diesen miesen Fouls. Die können es einfach nicht lassen. Eles jogam sem graça, wie die Brasilianer sagen. Die Italiener spielen ohne Grazie, machen Fouls, haken nach. Maleducados. Merda, Mafiosi, wie meine Frau meint.

martedì, giugno 13, 2006

Als Geliebter tauge ich nichts,

zumindest nicht als virtueller. Nach einigen Wochen gingen mir K.s Liebesbeteuerungen auf die Nerven. Heute, an meinem 67. Geburtstag, war es dann soweit. K. feuerte sieben Voxcards auf mich ab. Je mehr ich davon las, desto höher stieg mein Blutdruck, und als ich mich bei K. im MSN bedankte und mit virtuellen Küssen zugepfeffert wurde, war ich auf hundertachtzig. K. merkte, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war und fragte, “kommunizierst du mit einer anderen?” “Mein Blutdruck”, antwortete ich, “der ist zu hoch, ich mach nen Powerwalk.”

Als ich zurück kam, las ich ihre e-mail. “Es ist besser, wenn ich nicht mehr mit dir rede”,schrieb sie, “auch wenn ich immens leiden werde.” Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass K. den Kontakt abbrach. “Ich ziehe mich für eine Weile aus dem Internet zurück”, schrieb ich zurück. Nach ein paar Stunden kam die Antwort. “Ich sterbe, wenn ich nichts mehr von dir lese.” Zeit für mich ins MSN zu gehen um K zu bedeuten. “Keine Karten mehr, keine Liebesbeteuerungen. Sie ersticken mich.” Das wars. Vorbei mit der virtuellen Liebschaft und ich atme freier.

giovedì, giugno 08, 2006

Fantasy & Science Fiction, February 2006

An dem Datum erkennt man, dass ich durch meine Aktivitäten in brasilianischen Chaträumen kaum Zeit zum Lesen meiner SF-Magazine finde, geschweige zum Schreiben von Stories. Ich werde versuchen, zwischen diesen Aktivitäten ein Gleichgewicht herzustellen.
Für mich waren die Stories zu sehr Fantasy, ich stehe mehr auf SF, obwohl Fantasy mehr gelesen wird. Heute las ich die Spiegel-Bestsellerliste, auf dem vierten Rang steht Iny Lorentz mit dem Fantasy-Roman ‘Das Vermächtnis der Wanderhure’. Bestsellerliste? Hält Frank Schätzing seinen “Schwarm” für einen SF-Roman? Das war doch wohl einer, oder? Ich sah Iny Lorentz auf dem letzten Oldie-Con in Bayern Unterwössen. Sie stellte ihre ‘Wanderhure’ vor.
Zurück zur Fantasy & Science Fiction. Die Story Gary W. Shockleys ‘The Cathedral of Universal Biodiversity’ ist keine harte SF, doch SF ist sie. Es geht um Theo, den Evangelisten der Church Of Prolific Life, die mit der Kathedrale auf Pantheon, einem Planeten in Tau Ceti eine ganze Kuppel in Anspruch nimmt, so lange das Terraforming noch nicht abgeschlossen ist. Theo treibt seine Forschungen voran, Untersuchungen über das, was im Universum lebt. Theoretische Forschungen, Gedankenexperimente. Dies machte ihn zum erwählten Rapräsentanten und Evangelisten der Kirche. Theos Gegenspielerin, Contessa Kimberly Messioner eignet sich nach und nach ein weiteres Stück der Kathedrale an und vertreibt Theo aus seinen Räumen. Dieser fühlt sich in seinen Forschungen beeinträchtigt, wenn er von der Contessa zu orgiastischen Parties eingeladen wird. Für mich klingt die Geschichte dürftig aus, wenn die Contessa in einem Moment der Verzweiflung zu Theo hoch klettert und seine Gedanken stört: “Wir sind allein im Weltraum, nicht wahr?”

martedì, giugno 06, 2006

Amore da vida.
Das bin ich. Kannst mal sehen, wer hätte das gedacht? K. ist wahnsinnig verliebt. In mich. Sie sitzt irgendwo im Bundesstaat São Paulo und züchtet Hunde. Wir lernten uns im brasilianischen Chatroom 22 kennen und wurden Freunde. K. sagte mir, sie sei glücklich verheiratet. Ich lese gerade das Spiegel-Gespräch mit Alice Schwarzer (der Spiegel 22-2006), in dem dise sagt: ‘Ich weiß noch, wie ich in München, im Arbeiterviertel Hasenberge, bei einer Frau im Wohnzimmer saß und sie mit dem Satz begann: ´Ja, Frau Schwarzer, ich bin glücklich, ich habe einen netten Mann.´ Das war für mich immer der alarmierendste Satz: ‘Ich bin glücklich.’ Da wusste ich: Bald wird es ganz furchtbar. Eine halbe Stunde später sagt dieselbe Frau: ‘Er schlägt mich. Aber was soll ich machen? Ich habe vier Kinder. Ich habe keinen Pfennig Geld, soll ich aus dem Fenster springen?’’ - Und K. meine brasilianische Freundin, 48 Jahre alt, erzählt mir, ihr Mann sei 71 Jahre alt und seit seiner Herzattacke redete er nicht mehr mit ihr. Wie aufgedreht quirlt sie im Chatroom, küsst mich mit Emoticons, macht heiße Musik und tanzt mit mir xx xx xx xx. Das geht von 21 bis 24 Uhr und ich falle vor Müdigkeit um. Gegen 6 Uhr morgens wecken mich die Katzen Fiordaliso und Lilo. Ich lasse sie raus und die Neugier zwingt mich in den Chatroom. Ein Uhr morgens in Brasilien und K.s Emoticon lacht, als sie mich sieht, mit drei anderen Frauen im Saal. Flor da Lis, Vivida e Sozinha, M-Eternity. Ich mache mit ihnen Musik im Saal (colar Midis), tanze mit allen xx xx xx xx im Chatroom 22, bis nur noch K und ich allein im Saal sind. K.s Emoticon gibt mir einen Kuss. Wir gehen in den Partnermodus, so dass niemand lesen kann, was wir schreiben, und verschwinden in der Intimität. Heute schreibe ich ihr, ich mach ‘ne Pause, ich bin erschöpft. Von der Zeitdifferenz, der Tanzerei, alle fünf Minuten schreiben zu müssen, wie sehr ich K. liebe. Uffa. Ich meine, es ist an der Zeit, mal wieder etwas anderes zu mache. Und ich frage mich, wie kann eine Frau aus dieser Entfernung jemanden lieben, mit dem sie nur im Internet kommuniziert, sogar, bevor die Webcams eingeschaltet wurden? K. eine kleiner weiblicher Knuddel und ich langer Kerl mit 66 Jahren. Heute sprach ich mit meinem Friseur über dieses Thema. Er meint, dass Frauen den Partner idealisieren und ihn zum Mann ihrer Träume machen. Isso = das ist es.

sabato, giugno 03, 2006


Es wird Zeit, dass das ADSL für unser Dorf aktiviert wird. Versprochen war es für den Anfang Mai, jetzt wird gesagt es käme Mitte Juni. Nur das Jahr wurde nicht genannt. Um portugiesisch sprechen zu können, muss man es tun. Mein Mikrofon ist an, nur mit dial-up funktionieren Mikrofon und Webcam nicht zusammen. Ich könnte mich mit Maria Cristina unterhalten, auch mit Gloria, mit Rita nicht, weil sie nur einen Computer auf der Arbeit unterhält. Wenn ich erst anfange, in Brasilien sprechen zu lernen, geht mir wertvolle Urlaubszeit verloren.

domenica, maggio 28, 2006


Analog, Science Fiction and Fact, April 2006
Stanley Schmidt schreibt in seinem Leitartikel über poison and hospitality. Ihm geht es darum, die Einengung von Definitionen wie ‘unbewohnbarer Planet’ aufzusprengen. Was heißt unbewohnbar? fragt er. Wir Menschen sehen es von unserer Warte aus, was schon an sich eine Einengung bedeutet.

Die Geschichten dieser Ausgabe haben mich nicht begeistert. Die einzige, zu der ich eine Bindung habe ist Stephen Baxters ‘The Lowland Expedition’. Diese macht sich in einer Welt auf den Weg, in der Menschen auf unterschiedlichen Ebenen leben. Je höher sie wohnen, desto schneller läuft die Zeit. Die Expedition begibt sich in die Lowlands und gelangt zu einer Stadt, die in der Nacht ihre Konfiguration verändert. Es zeigt sich, dass die Gebäude Raumschiffe sind, die nach und nach abheben. Die Expedition rettet sich im letzten Moment nach außen und sieht den Raumschiffen nach. Sie kann nicht mehr zurück. Dort wo ihre Mitglieder herkommen, läuft die Zeit schneller, die Menschen, die sie lieben sind tot. Die Expedition bleibt in den Lowlands und zieht weiter.

domenica, maggio 21, 2006

Mit dem Titel ‘Adler des Geistes’

bezieht sich der Spiegel (20/2006) auf Philosophen der Aufklärung Voltaire, Diderot, Rosseau, Kant, denen neben anderen eine Ausstellung in Paris gewidmet ist.
Die Ausstellung läuft in der französischen Nationalbibliothek unter dem Titel ‘Aufklärung! Ein Erbe für morgen’ und der Artikel von Romain Leick darüber lässt einen darüber nachsinnen, was seit dem Beginn der Aufklärung auf der Erde schief gelaufen ist.
Aufklärung wurde von Kant wie folgt definiert: ‘Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.”
All das war schon im 18. Jahrhundert bekannt. Was haben wir inzwischen erreicht? Sind wir aufkgeklärt und in der Lage den Verstand ohne Anleitung zu benutzen?

giovedì, maggio 18, 2006

Deutscher Science Fiction Preis

Nominierungen 2006

Roman:

Baier, Michael R.Coruum – Volume 1(Verlag Michael Baier)
Jeschke, WolfgangDas Cusanus-Spiel(Droemer-Knaur)
Lehr, Thomas42(Aufbau Verlag)
Marrak, MichaelMorphogenesis(Bastei-Lübbe)
Strübing, VolkerDas Paradies am Rande der Stadt(yedermann)


Kurzgeschichte:

Erler, RainerAn e-star is born(in “Die Legende von Eden” – Visionen 2; Shayol Verlag)
Haubold, Frank W.Die Legende von Eden(in “Die Legende von Eden” – Visionen 2; Shayol Verlag)
Hebben, FrankMemories(in c’t 8/2005)
Iwoleit, Michael K.Psyhack(in nova 8; Verlag Nummer 1)
Iwoleit, Michael K.Planck/Zeit(in “Die Legende von Eden” – Visionen 2/ Shayol Verlag)
Jänchen, HeidrunElisa(in c’t 14 und 15/2005)

Küper, ThorstenSpiegelbild des Teufels(in “Die Legende von Eden” / Visionen 2; Shayol Verlag)
Küper, ThorstenWarten auf Kogai(in nova 7, Verlag Nummer 1)
Andromeda Nachrichten 210

Die Leute vom Science Fiction Club Deutschland (SFCD) haben Mühe, sich auf das Internet umzustellen. Anscheinend klappt es nicht, die Homepage mit Beiträgen zu füttern. Andromeda selbst hat seine Sparten wie Literatour, Cinema, Reisswolf, Perry Rhodan, Fantasy, Games, Fanzines, Cons und Stammtische, Science. Ich erspare mir, näher darauf einzugehen mit Ausnahme der in ‘Games’ aufgelisteten Computerspiele. Die mit Spielspaß 90% empfohlenen Spiele sind: Ankh, Black & White, Fable: The lost chapters, Peter Jackson’s King Kong, X Reunion. Zwei von Armin Rößler im Wurdack Verlag herausgebene Taschenbücher wurden besprochen. Golem und Goethe sowie Überschuss. SF-Stories natürlich. Ich finde es prima, dass Leuten, die SF-Stories schreiben, die Möglichkeit gegeben wird, ihre Geschichten vorzustellen.
Second Life, über 200.000 Personen führen ein zweites Leben im Internet. Sie bauen, machen Geschäfte, lernen sich kennen, lieben, gründen Familien, bekommen Kinder, werden alt. Alles Virtuell. Leserbriefe auf einen Artikel in einer der letzten Business Weeks über Second Life geben Einblick darüber, wie die virtuelle Welt immer mehr in unser Privatleben eindringt. Ein Leser schreibt, wie seine zwanzigjährige Ehe zu Bruch ging, als seine Frau sich in einen virtuellen Second Life-Residenten verliebte. Eine andere Frau schreibt, wie sie in Second Life mit ihrem Freund eine Familie gründet und dort Kinder bekommt.
Mir persönlich reicht es schon, wenn ich mit meinen virtuellen brasilianischen Freunden in den Chaträumen Musik mache oder mit meiner virtuellen Freundin Rita Gedanken austausche, in denen wir beide hoffen, dass Virtualität Wirklichkeit wird.

domenica, maggio 07, 2006

Puxa, nossa, portugiesische Donnerwetter

kommen mir über die Lippen und fließen in meine Tastatur, wenn ich mir die Fotos einiger meiner brasilianischen Freundinnen im MSN ansehen. Maria aus Fortaleza in ihrer Prallheit ist eine Bombe, die ich voller Lust im Bett explodieren ließe. Nur, sie hat sich in einen Italiener verliebt, dann schreckte er vor ihrer Schönheit zurück. Er flog ohne sich von ihr zu verabschieden nach Italien zurück. Nun betet er sie von dort aus an und macht ihr den Hof, will wieder zu ihr. Wenn er nicht kommt, dann komme ich.
Dann Mayssa, die jeden Tag im Cybercafé einen Europäer sucht. Sie fängt an, langweilig zu werden, ihr fällt nichts anderes ein als zu sagen, dass ich in ihrem Herzen wohne und sie in mich verliebt sei. Wenn sie das jeden Tag in die Tasten hämmert und ihr nichts weiteres einfällt, dann wird sie wohl bei niemandem eine Chance haben.
Und Irannaair, ebenfalls aus Fortalezza, eine melancholisch sensible Spinne, die in ihrem Haus darauf wartet geliebt zu werden, dass ich mich melde, dass ich zu ihr fahre. Sie schickte mir eines ihrer Liebesgedichte. Ich melde mich nicht, mehr, und sie wartet.
Und heute morgen in der Frühe trieb mich Angela aus Rio de Janeiro im Chatsaal 4 auf, während ich mit Theresa Musik machte, nachdem sie auf mich vergebens im Saal 9 gewartet hatte. Theresa, die ich heute kennenlernte wohnt ebenfalls in Rio. Eine hoffnuglslos romantische Frau, die Richard Kleydermanns Musik im Chatsaal ablädt. Über meine Einladung mit ihr in Rio einen romantischen Spaziergang am Strand unter Sternen zu machen, war sie entzückt. Wie ich denn ihre Musik fände, fragte sie. Sie meine den Kleydermann, der im Saal vor sich hinklimperte. ´Toll´, antwortete ich. Was hätte ich auch sonst sagen sollen? ´Ist es nicht seltsam´, fragte sie, ´dass es Menschen gitbt, die obwohl so weit voneinander entfernt, die gleiche Musik lieben und die gleichen Gedanken haben?´
Und zu Angela. ´Was machst du in diesem Saa?, bändelst du mit einer anderen Frau an?´ Eifersucht im Internet. Das hat mir noch gefehlt. Ich beschloss, unsere virtuelle Beziehung zu rekonfigurieren. Obwohl, wenn ich diesen Italiener bei meiner Sexbombe in Fortalezza erwische..................

domenica, aprile 30, 2006

Asimov’s Science Fiction, March 2006

Sieben Geschichten und the coolest thing of all war die Story ‘The kewlest thing of all’ von David Ira Cleary. Bis auf den Schluss, der die Story im Dämmerlicht der Verständnislosigkeit zurück ließ. Es geht um modische Accessoirs, die sich Personen in den Körper transplantieren lassen. Bonny Brood arbeitet für Terrance, dem Guro der Kewlest Bewegung. Sie soll Katelyn Sayed dazu überreden, sich mit dem neuesten Zubehör auszustatten, kostenlos. Mit Cellphones (Handys) auf den Handflächen, Fernsehempfang auf den Armen. Kurz und gut, einen digitalisierten Körper zu bekommen. Warum das alles, was steckt dahinter? Ich habe es nicht verstanden. Belassen wir es dabei. Der Schluss ist dürftig, doch bis dahin ist ein langer Weg und der Leser identifiziert sich zunehmend mit dem Protag, der Demütigungen aller Art auf sich nimmt, um im Trend zu liegen.

lunedì, aprile 24, 2006

So schön es wäre wieder eine Kurzgeschichte zu schreiben;

in Brasiliens Chaträumen ist es interessanter.

Vorgestern führte Maristella aus Manaus am Amazonas ihre Webcam vor. Einmal im Monat fährt sie fünf Stunden mit dem Bus und zwei Stunden auf dem Amazonas zu dem kleinen Dorf, in dem sie Kindern von 6 bis 14 Jahren das Lesen und Schreiben bei bringt. Sie hat den Kontrakt für ein Jahr. Fünf Tage pro Monat bleibt sie in Manaus, diesem Millionen Moloch von einer Stadt mitten in Amazonien. Und Vorgestern sah ich sie live mit ihrer Familie, Marsmenschen gleich, deren Form in Ungewissheit verschwamm. Brillen glühten in rötlichem Licht und Maristella sagte mir, die Webcam sei sehr alt. Ich glaubte es ihr. Ich fühlte mich unter ihrem Mikroskop. Meine Sony Webcam bringt mich gestochen scharf in ihr Heim und ich sehe nun diese verschwommenen Marsgestalten. Ist das gerecht?

Dann Marineide, Negra Gata aus Curitiba. Ich frage nach ihrem Namorado, auf deutsch Liebhaber und Marineide kann nicht an sich halten. “Er hat aufgelegt, einfach aufgelegt als ich anrief.” “Seine Frau stand wohl neben ihm”, meinte ich. Gestern versprach sie mir eine ‘noite de amour’. Nun gut, erst mal dahin kommen.

martedì, aprile 18, 2006

Analog, Science Fiction and Fact, March 2006

Editor Stanley Schmidt schreibt über logische Durchgängigkeit eines Plots und zieht dazu die amerikanische Fernsehserie ‘House’ heran. Gregory House ist eine Krankenhausarzt, der mit Kriminalfällen konfrontiert, diese auf seine Weise löst. Irgendwo habe ich eine Folge gesehen. Da ich nicht viel auf Fernsehen gebe, kann ich nicht sagen, ob Schmidt mit seinen Behauptungen richtig liegt.

In John Barnes ‘The little white Nerves went last’ gibt es ein Wiedersehen mit seinen Figuren. Nur, wenn einige Monate zwischen den Stories liegen und der Autor voraussetzt, dass der Leser noch weiß, was sich in der vorhergehenden abgespielt hat, dann läuft er mit seiner Geschichte auf. In seinem wissenschaftlichen Beitrag ‘Worlds enough’ berichtet Joel Davis von den Schwierigkeiten, unser Sonnensystem gegen die Himmelskörper abzugrenzen, die mit dem Pluto im Kuiper Belt um die Sonne kreisen. Von Objekten wie Charon, Sedua, Quaor usw. Von den Stories hat mich keine von Hocker gehauen.

lunedì, aprile 17, 2006

Disc Jockey im Chatsaal Nummer 18

Und zwar im brasilianischen. Es geht mit Midis, jenen kleinen Musikdateien, die mit Mikrosofts Mediaplayer abgespielt werden koennen. Mit paste, oder colar, wie es auf portugiesisch heißt, kann man den URL eines Schlagers, der auf einer Midi-Website steht, in das Eingabefeld des Chatraumes stellen. Ich probierte es in einem leeren Saal aus und es funktionierte nicht. Was war da los? Die Info holte ich mir in dem Saal, in dem Pornofotos gezeigt wurden. Da stand es. Eckige Klammern um den Pfad. In meinem Fall [http:// .mid]. Dann lief es, ich hörte meine Musik und besuchte einen vollbesetzten Saal für Leute über 50 Jahre. Ein paar Damen machten Musik und ich reihte mich in die Liste ein. Flor perfumada, Morena gostosa, Klaus, anjo de noite. Und ich war Diskjockey.

Zur Zeit stelle ich mir eine Midiliste mit einigen Fetzern zusammen.

Eines Abends, es war bei mir so gegen 23 Uhr, in Brasilien 18, und ich machte im Saal 18 Musik, sagte Luisa, dass sie nun beten wollten. Die Damen machten eine Gebetsliste. Jede daraus trug eine Zeile aus dem Vaterunser vor und ich machte mich davon.

venerdì, aprile 14, 2006


ADSL in Sicht.

Das Modem habe ich schon. Ende April wird bei uns auf dem Land die asynchroneous digital subscriber line (ADSL) aktiviert. Hoffentlich. Ich brauche dafür einen zusätzlichen USB Slot, kaufte mir einen Hub, und prompt blieb Windows stehen. OK, es ist noch Windows 98, second edition. Irgendwann muss ich wohl doch auf XP umsteigen, obwohl es nächsten Januar das neue Operations System Vista von Windows geben soll. Schon mehrere Male von Windows hinausgezögert. Microsoft wurde unbeweglich.


YouTube

Eine Website, auf der Interessenten ihre Videos vorstellen können. Unglaublich, lt. Business Week zeigt sie um die 30 Millionen Videos pro Tag.

Berlusconi out

Es sieht so aus als habe die Linke in Italien gewonnen. Die gleichen grauen Gesichter, welche vor fünf Jahren abgewählt worden waren. Berlusconi, ein vitaler Clown, hat seine Regierung immerhin über die Legislaturperiode gebracht. Nun kommt Prodi an die Reihe. Ich bezweifle, dass er die nächsten fünf Jahre durchsteht.

sabato, aprile 08, 2006


Stanislaw Lem RIP

84 Jahre ist er alt geworden und nun gestorben. Ich habe den SF-Roman ‘Fiasko’ von ihm. Sein Buch ‘Solaris’ wurde zwei Mal verfilmt. Lt. Spiegel Nr. 14 meinte er, ‘diese Welt setzt sich zum großen Teil aus Verrückten und Idioten zusammen und unser Schicksal hängt weitgehend von diesen Idioten ab’. Recht hat er.

venerdì, aprile 07, 2006

Verpennter Flug nach Hamburg.

Wollte zum 90. Geburtstag meiner Mutter nach Hamburg fliegen. Dann stand ich in Bologna vor einem leeren Flughafenschalter der KLM. Die Alitalia Dame sagte mir, er sei schon geschlossen. Ohne Bordkarte kam ich nicht zum Flugzeug. Also zurueck nach Haus.Als ich auf dem Flughafenparkplatz in den Wagen stieg fiel mir auf, dass ich das Licht im Wagen hatte brennen lassen. Flug verpasst aber volle Batterie. Das tröstete mich.
Meinen brasilianischen Chatparterinnen erzählte ich, ich wäre bis zum Sonntag nicht erreichbar, ich sei in Deutschland. Nun bin ich nach wie vor in Italien, wäre erreichbar und lasse bis Montag nichts von mir hören.

sabato, aprile 01, 2006

Unter dem Titel ‘Are you what you post?’

berichtete die Business Week vom 27. März, wie Personal Chefs Google benutzen, um die Persönlichkeit eines Bewerbers zu überprüfen. Alles was man im Blogs, in Social Networks wie ‘MySpace’, oder überhaupt im Internet unter seinem Namen postet, kann gegen einen verwandt werden. Wenn es mit den Angaben in der Bewerbung nicht übereinstimmt, wenn jemand schwadroniert, dass er bei der Arbeit im Internet chattet, wird er nicht berücksichtigt, bzw. Gefeuert. Also Leute, wenn Ihr nicht unter einem Nick oder Avatar postet und euer Internet-Doppelgänger anders auftritt ist als Ihr, denkt daran ‘Feind hört mit’.

venerdì, marzo 31, 2006

Vor zwei Tagen brach der Frühling über uns herein.

Rasen mähen, Garten umgraben, plötzlich musste ich ran, und das bei meiner Muskelzerrung, die ich mir im Fitnessclub hinzugezogen hatte. 30 Tage Pause, was wird aus meiner Strandfigur? Zum Glück reicht es noch zum Radfahren,.... und zum Umgraben. Inzwischen schält sich so etwas wie eine Reiseroute für Brasilien heraus. Doch Flexibilität ist angesagt, denn die Namen, die Anzahl, der Standort meiner brasilianischen Chat-Partnerin wechselt von Tag zu Tag.
Maysa hatte nur einen Tag ausgesetzt. Nach wie vor mag sie meine Komplimente. Ihrem Franzosen traut sie nicht über den Weg. Wieder hat sie einen Italiener, einen einen Pfundskerl, so schreibt sie. Ich sei jedoch noch immer ihr Favorit. Dann könne er ihren Busen und damit mein Kopfkissen ja noch weiter vergrößern, meinte ich. Maysa lachte.
Ich sagte ihr zu, bei meinem Friseur für sie Reklame zu machen. Sie will doch einen Italiener heiraten. Gesagt, getan. Ich hinterließ ein Dutzend von Maysas hotmailadressen. Sollte sich jemand für sie interessieren: maysaregina_5@hotmail.com Flexibilität ist alles. Ich tippe im MSN auf drei Kanälen. Mit Krankenschwester Beth betreibe ich virtuellen Sex, mit Eline diskutiere ich über die Armut in Brasilien, und Mareide erzählt mir, dass ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat. Ich setze meine virtuellen Körperteile für die Völkerverständigung ein: offenes Ohr, starke Schulter, strammer Schwanz in Parallelverarbeitung.

sabato, marzo 25, 2006

Mayssa oder eine kurze Telenovela

Mayssa aus Paulo Afonso in Bahia, Brasilien, so um die 25 Jahre alt. Ich lernte sie im brasilianischen Chat-Room von UOL kennen. ‘Oi, tudo bem?’ ‘Tudo, vocé tc de onde?’ ‘Que idade’?
Da wird es mulmig. 66, bin pensioniert, verheiratet und bin hier um portugiesisch zu ueben. Die meisten jungen Frauen springen dann ab, Mayssa blieb. Dann wollte sie mich heiraten. Ging nicht, bin ich doch schon. Verheiratet. Dann wollte sie zu mir ziehen. Geht auch nicht. Das Haus gehört meiner Frau.

Wir stiegen um auf MSN, chatteten weiter und schalteten unsere Webcams ein. Mayssa sieht gut aus. Kurze Haare, gelbes T-Shirt mit der brasilianischen Flagge auf der strammen Brust und ein süßes Lächeln. Sie saß im Cyber-Café und bat mich dann um Rat, während die Emoticons in Form von Küssen, Blumen, Sternen und Herzen zwischen uns hin und her flogen. Sie habe einen Italiener kennen gelernt, der sie heiraten wollte. Sollte sie zu ihm hin fahren. Ich sagte ja, mach das. – Den Tag darauf war es ein Franzose. Ende April wollte er sie vom Flughafen abholen, solle sie dahin fliegen? Ich sagte ja, mach das.

Abends war Mayssa mit einem kleinen Kind zu sehen. ‘Sie ist blond, ist meine Nichte’. Nach zehn Minuten war die Kleine Mayssas Tochter. Dann tauchte ein kleiner dunkelhaariger Junge auf. ‘Er hat dunkelbraune Haare, ist mein Neffe’. Ich fragte nicht weiter. Mayssa fing an zu weinen. ‘Der Franzose ist wütend auf mich.’ ‘Warum’, fragte ich. ‘Weiß ich nicht. Er will mich erst Ende Oktober vom Flughafen abholen.’ Schon ist ein Tag vergangen, ohne dass ich Mayssa gesehen habe. Sie fehlt mir.
Meinen Orkut-Account habe ich gelöscht.

War nichts für mich. Flach, fade und schlecht organisiert. Von außen ist Orkut attraktiver als von innen, so meine ich. Er erhält seinen Reiz, dass man nur durch die Einladung eines Mitglieds dort hinein kommt. Je mehr Freund man einlädt, desto größer das persönliche Netz. Aber der persönliche Nutzen? Es gibt Communities, Gemeinschaften also, in die man sich eintragen kann, sagen wir mal von ‘Led Zeppelin’ bis ‘warum liebe ich one-night stands?’ Klicke ich die Kategorie ‘Kultur’ an bekomme ich wieder ‘Led Zeppelin’ und die ‘one-night stands’ präsentiert. Was soll das, fragte ich mich und löschte meinen account.

martedì, marzo 21, 2006

Es begann mit Senhora X,

mit wem endet es? – Sprachen lernen gefällt mir, so steht es in meinem Profil. Den Spanisch-Kurs nehme ich in Ferrara und vor gut einem halben Jahr versuchte ich diesen durch eine Mitgliedschaft in der Yahoo-Mailing List Cervantes zu komplementieren. So weit so gut. Die Liste hat um die 1800 Mitglieder, um die 40 davon sind aktiv. Mit Namen, Alter und Wohnsitz stellte ich mich dort vor und die guten Seelen boten an, mir bei jedweden Fragen zur spanischen Sprache zu helfen. Dann erhielt ich eine Privatmail von Senhora X, die sich anbot meine Freundin zu werden. Jetzt habe ich über zwanzig. Natürlich alle virtuell. Senhora X schrieb ein derart schlechtes spanisch, dass ich mir vor nahm, portugiesisch zu lernen. Jetzt schreibe ich es besser als spanisch. So viel zum Spanisch Kurs.
Gestern lud mich Simone in den

sabato, marzo 18, 2006

CIA ändert Wikipedia-Einträge

Lt. Business Week (March 13, 2006) wurden CIA-Agenten dabei erwischt, Wikipedia-Einträge über Bill Clinton zu ändern. “Er ist dümmer als seine republikanischen Vorgänger”. Der Eintrag stammt von einem CIA-Computer. Geschichte wird auch vom Justice Department, dem Marine Corp und der Navy in Wikipedia umgeschrieben.Noch keine Orwellschen Zustände. Weiß ist noch nicht schwarz, 2 + 2 noch nicht 5. Warten wir es ab.

lunedì, marzo 13, 2006


Bubba und Kikki

Als ich im letzten Spiegel (10/2006) das Spiegel Gespräch “Zellen zum Gedankenlesen” mit Vilayanur Ramachandran las, fand ich die Wörter Bubba und Kikki. Ich fand sie wieder, denn vor mehr als einem Jahr las ich sie im Scientific American, in Ramachandrans Artikel über die Entwicklung der Intelligenz und Sprache unserer menschlichen Vorfahren. Ich machte damals eine kleine Story daraus. Hier ist sie:

Durchbruch

“Mergentheimer!” Der sah hoch. Dr. Stillers Gesicht war so ausdruckslos, wie es dessen Falten zuließen. “Ich hatte Sie doch gestern darum gebeten, Ihren Platz auszuräumen und zu gehen.” Stiller nickte dem Sicherheitsbeamten zu. “Tom, Doktor Mergentheimer wurde fristlos gekündigt. Der Mann hat genug Institutsgelder verschleudert. Sorgen Sie dafür, dass ich diesen Menschen nicht mehr sehe, wenn ich in einer Viertelstunde wieder komme.”
Die Äffin Viola hüpfte über die Labortische, sprang auf einen Schrank. “Tom.” Mergentheimer reckte seinen Hals und sah zu dem Mann hoch, der sich den Kragen unter der Uniform lockerte und von einem Bein aufs andere trat. “Tom, lassen Sie mich wenigstens die Viertelstunde weitermachen.” “In Ordnung, Doktor. Aber bevor Dr. Stiller hier auftaucht, sind Sie draußen.” Mergentheimer deutete auf zwei Bilder auf dem Tisch. Schwarze Kleckse auf weißem Papier? “Tom, sehen Sie. Ein Klecks hat Rundungen, der andere Zacken. “Nun sage ich zwei Wörter: Bubba, Kiki. Welches Wort passt zu welchem Klecks?” Tom kratzte sich am Kopf. “Also, ich würde sagen. Bubba ist der runde, Kiki der kantige.” Mergentheimer nickte aufgeregt. “Sie gehören zu den achtundneunzig Prozent, die das so sehen. So hat sich Sprache entwickelt. Sensorische Areale unseres Gehirns, vor allem der Gyrus Angularis, sie sind mit dem Sprachzentrum verbunden und assoziieren ‘Bubba’ mit einer runden, weichen Form und ‘Kiki’ mit einer kantigen, scharfen. Menschen fingen an, auf diese Weise Wörter zu bilden. Und Tom”, Mergentheimer zeigte auf Viola, die sie vom Schrank herab beobachtete. “Das Affenhirn besitzt die gleiche Struktur, die wir in jener Zeit hatten. ” “Viola”, rief Mergentheimer und streckte ihr die Bilder entgegen. “Bubba! Kiki! – Viola!”, Mergentheimers Stimme wurde schrill. “Was ist Bubba!, Was ist Kiki? Nun sag schon.” “Doktor.” Toms Gesicht legte sich in mitleidige Falten. “Affen können nicht sprechen.” “Aber sie kann doch mit der Hand darauf deuten. Viola, Bubba! Kiki!” Viola sah von einem zum anderen. “Und sie versteht auch nicht, was Sie sagen.” Tom schnallte seinen Waffengürtel ab und legte ihn auf den Tisch. “Ich geh mal austreten. Wenn ich wiederkomme, muss ich Sie vor die Tür setzen.” “Bubba! Kiki!” Viola starrte auf den kleinen Mann, der sich kopfschüttelnd hinsetzte. Dann griff Mergentheimer nach Toms Pistolengurt, zog die Waffe hervor und legte sie vor sich auf den Tisch. Aus Violas Perspektive sah sie eher kantig aus, dachte er und zeigte mit dem Finger darauf: “Viola, Bubba, Kiki!” Wie ein Blitz sprang die Äffin vom Schrank, griff nach der Pistole, zielte auf Mergentheimers Kopf und drückte ab. Als Tom ins Labor zurückkehrte, lag Mergentheimer auf dem Boden und hörte, dass Viola einen zweiten Schuss abfeuerte. Er sah, wie die Äffin die Pistole an ihrem Fell abwischte. Dann beugte sie sich zu Mergentheimer hinab. Erstaunen war das Letzte, was dessen Bewusstsein ausfüllte, als Viola ihm die Pistole in die erkaltende Hand drückte, ihre Zähne fletschte und grunzte: “Bang-bang.” Dann sprang Viola auf den Schrank zurück und sagte kein Wort. Und das blieb auch so.

venerdì, marzo 10, 2006


Konvergenz der Armut

Das was Che Guevara auf den Kriegsfahrt getrieben hatte wurde von Walter Salles mit dem Titel ‘The Motorcycle diary’ verfilmt. Interpreten sind: Gael García Bernal, Rodrigo De la Serna, Mía Maestro - Es geht um Einträge Ches während seiner 6200 km langen Motorradfahrt, die er mit einem Freund von Argentinien nach Venezuela unternahm.
Wir sahen den Film in dem italienischen Kulturzirkel, der von der Mittelschule de Pisis für Ausländer eingerichtet worden war. Armut, Ausbeutung waren es, die Che während seiner Fahrt überall in Lateinamerika sah, die ihn an die Seite Fidel Castros und später in die Wälder Boliviens getrieben hatte, wo er getötet wurde.
Letzten Donnerstag fuhr ich nach Ferrara, wo der Film in der Bibliothek Rodari besprochen wurde. Die Handlung war glaubhaft, warum auch nicht, basierte sie doch auf Ches Tagebüchern. Die sich eine Woche den Film mit mir zusammen angesehen hatten, waren um die zehn Personen. Zur Durchsprache waren nur drei erschienen. Nun denn, die Handlung des Filmes spielte in den 60ern.
Was die Konvergenz der Armut betrifft, so stieß ich in der letzten Ausgabe des Spiegels auf den Beitrag, der unter dem Titel ‘Armes Deutschland’ schildert, wie Arbeitslose aus Schöneberg in der Ausgabestelle der Evangelischen Philippus-Nathanael-Kirchengemeinde Carepakete aus Kenia entgegennehmen. Schon toll, was die Politik aus Deutschland gemacht hat.

lunedì, marzo 06, 2006

Interzone, Britain’s longest running Science Fiction Magazine

Stimmt. Dies ist Ausgabe 202 auf Hochglanzpapier und farbig.
Mein Favorit unter den Stories war F. Gwynplaine MacIntyres ‘Sundowner Sheila’. Protag ist Bodger. Er schaufelt Löcher und Gräben an einem Platz auf einem Planeten unter einer ständigen Mittagssonne. Bodger wurde für diese Tätigkeit aus Leichent5eilen von Kriminellen konstruiert, und in seinem Hirn gibt es widersprüchliche Ansichten, aus dem Bewusstsein unterschiedlicher Toter.
Dann kommt Sheila mit ihren Gehirnuploads aus dem Ort. Upgrades für Bodgers Hirn, aber auch für das von Dicko, Bodgers Supervisor. Sheila geht mit Dicko, auch einem zusammengebauten Humanoiden, ein Verhältnis ein. Das sieht Bodger nicht gern und er bringt Dicko um, während er sein Gehirn mit Dickos Hirninhalt und dem Upload bestückt. Bodger und Dicko in einem Kopf. Und dann kehrt Sheila zurück. Sollte ich noch weiter erzählen?
In seiner Filmkolumne ‘Mutant Popcorn’ schreibt Nick Lowe über folgende Filme:The Brothers Grimm, Sky High, Ghost in the Shell 2: Innocence.
Was Computerspiele angeht, soll Myst V in den Läden sein. Ich muss mal wieder alle Myst durchspielen, die ich habe. Ich meine, es seien 4. Einige liefen nicht unter Myst wie z.B. Riven.
In Sarah Ash’s Mangazone werden Tsubasa: Reservoir Chronicle Vol. 1-7 undXxxHolic Vol. 1-6 besprochen.
John Clute nimmt sich folgende Bücher vor: Alexander Irvines The Narrows, The Life of Riley und Terry Bissons Dear Abby, Greetings und Numbers don’t lie. Es gibt einen Sack weiterer Buchbesprechungen, die ich mir aufzuzählen verkneife.
Fazit, unter den Stories gibt es einige, die das Geld für Interzone wert sind.

venerdì, marzo 03, 2006

Chatroom auf Sparflamme

Nachdem ich mich in meiner exuberanten Art in brasilianischen Chatrooms tummelte, habe ich diese Episode wohl zum größten Teil hinter mir. Zum Schluss hatte ich in meiner MSN-Liste so viele Personen, dass ich die Übersicht verlor, wenn sich eine von ihnen meldete. Eine wollte virtuellen Sex, eine andere mir helfen, portugiesisch zu lernen, weil ich sie an ihren Vater erinnerte, eine andere wollte eine Kind von mir. Das war diejenige, der ich am ersten Tag noch erzählte, ich sei vierzig Jahre alt. Das habe ich mir nachher abgeschminkt, weil es einfach nichts brachte, die Frauen in die Irre zu führen.

Heute habe ich reinen Tisch gemacht. Im MSN alle Personen aus dem Verzeichnis geloescht. Die mit mir chatten wollen, melden sich ohnehin, und die anderen sind Kartei-Leichen. Ach so. Und einer Oma aus dem Staat São Paulo helfe ich, dass sie bei der Kurie von Lucca in Italien die Geburtsurkunden ihres Grossvaters beglaubigen lassen kann. Ich sprach mit dem Bischof, der Telefonzentrale und dem Kanzler der Kurie. Der Vorgang ist noch nicht abgeschlossen, ich bin jedoch guter Dinge.

Und das alles geht nur, weil der Telecom Italia jetzt eine Flat-Rate für meine Dial-Up Telefongebühren bezahle. ADSL haben wir immer noch nicht. Jedoch, dass ich den ganzen Tag das Internet im Abo benutzen kann, ist doch schon ein Fortschritt.

lunedì, febbraio 20, 2006

Nachbarn

Patty, die Schäferhündin meines Schwagers hatte drei Junge geworfen. Eines davon war zu schwach, um allein zu den Zitzen der Mutter zu finden, so machte sich meine Frau daran ihm zu helfen dahin zu kommen. Auch des Nachts.
Es war so um zwei Uhr nachts, ich lag in tiefem Schlaf, als hinter meiner Frau die Tür des Hundezwingers ins Schloss fiel. Und fürchterlich muss der Lärm gewesen sein, den sie geschlagen hatte, nachts um zwei, von dem ich nichts mit bekam. Allein der Nachbar, denn er rief die Frau meines Schwagers an. “Etwas rummst da in Ihrem Garten, ich bekomme kein Auge zu.” Und mein Schwager begab sich zu seinen Hunden, sah meine Frau und befreite sie aus dem Zwinger.
Um den Nachbarn freundlich zu stimmen und für die gestörte Nachtruhe zu entschädigen, machten sich am Morgen darauf mein Schwager und meine Frau mit einer toten Ente und einem Kuchen auf den Weg. Und damit nahm das Unheil seinen Lauf; denn am nächsten Abend standen der Nachbar und seine Frau mit einem Tablett von Schmalzgebäck vor unserer Tür.
Meine Frau verbrachte eine schlaflose Nacht mit der Überlegung, wie sie diese Schuld ausgleichen konnte und am nächsten Tag fing sie an Frapees zu backen.
War der Nachbar damit zufrieden, wurde die Schuld ausreichend getilgt? Ich weiß es nicht. Während meine Frau die Fernsehabenteuer des jungen Supermanns in ‘Smallville’ verfolgt und ich diesen Eintrag schreibe, läutet die Türglocke.

sabato, febbraio 18, 2006

Phantastisch 1/2006

Horst Illmer berichtet über Neuerscheinungen phantastischer und SF-Literatur auf dem deutschen Markt.
In seinem Beitrag ‘Werkstattnotizen’ schreibt Andreas Eschbach darüber, wie ein Autor mit freier Zeit umgeht: Mit Schreiben von Notizen: ‘Gedanken, Beobachtungen, Tagebuchnotizen, Informationen, Wortspielen, Sätzen, die ihm gefallen, ungewöhnliche Namen, Ideen, Ideen zu Ideen, Variationen von Ideen’. Soweit Eschbach. – Auch daran sehe ich, dass ich kein Autor bin. Denn ich hänge in einem brasilianischen Chatroom, schreibe simple, portugiesische Sätze in der Hoffnung, dass sie einmal komplizierter werden.
Matita Lang und Horst Illmer berichten über die ‘Wetzlarer Tage der Phantastik’.
Dirk von den Boom und Carsten Kuhr interviewen Lois McMaster Bujold.
Ulrich Bode schreibt über den Autoren Pieere Bordage.
Thomas Harbach interviewet den Filmregisseur Rainer Erler.
Unter ‘Meister der phantastischen Literatur’ zeichnet Achim Schnurrer ein Portrait von Leo Perutz. Olaf Funke spricht mit dem Comic-Autoren Uli Oesterle.
Thomas Harbach interviewt SF-Autoren Spider Robinson.
Nicole Rensmann interviewt Christoph Marzi und zum Schluss gibt Götz Roderer in seinem Wissenschaftsbeitrag Auskunft über Luca, den ‘Last universal common ancestor’.

Wie immer ist Phantastisch eine Ausgabe, die ihre Leser auf über sechzig Seiten intelligent unterhält. Hier die Webseite.

mercoledì, febbraio 15, 2006

Schreib-Lust Print, Jahrgang 2 - Ausgabe 4

Man muss es Andreas Schröter lassen, der Mann engagiert sich. Nicht nur, dass er eine erfolgreiche Webseite aufgebaut hat, in der sich jeden Monat bis zu vierzig Personen am Wettbewerb zu einem gestellten Thema beteiligen. Er gibt auch Bücher heraus. Zwar langsam, weil es kein Zuschussgeschäft sein soll, und die Kosten erst wieder hereinkommen müssen, bevor ein weiteres Buch aufgelegt wird.
Um die Aktivitäten abzurunden gibt es Schreib-Lust Print, die vierteiljährlich erscheinende Literaturzeitschrift. Es werden die drei besten aus einem Monatswettbewerb hervorgegangenen Geschichten abgedruckt. In der Februar Ausgabe war ich mit ‘Jetzt ist er da’ vertreten. Die nächsten Ausgaben wird es nichts. Ich schreibe zur Zeit nur Messages im Internet, auf spanisch und portugiesisch. Als Anfänger. Zum Schreiben von Geschichten komme ich nicht. Vielleicht klappt’s wieder in einem Jahr.
Über die Geschichten hinaus gibt es Artikel wie Sissi meets Schreib-Lust, Die Angst des Autors vor dem Schreiben, Nobelpreis für Literatur, Hilfe, wie finde ich einen Charakter, Vier neue Bücher, Tipps, Tipps, Tipps. Die mail-adresse für ein Abo ist postmaster@schreib-lust.de.
Asimov’s Science Fiction, January 2006

Editor Sheila Williams berichtet vom SF-WorldCon in Glasgow. Diese Berichte fangen an zu langweilen. Himmer, die Convention fand letzten August statt und jetzt ist Februar. Robert Silverberg befasst sich in seiner Kolumne ‘Reflections’ mit futuristischer Küche. Anscheinend gehen auch ihm die Themen aus. Von den Geschichten gefiel mir die von Allen M. Steele: ‘World without End, Amen’.
Ein Mann mietet ein Hotelzimmer, geht auf den Balkon und springt, obwohl Alfred ihm davon abrät, in ein Sicherheitsnetz. Später sitzt er beim Psychiater. Wer ist der Mann, wer ist Alfred? Der Mann beim Psychiater ist Dr. Lawrence Kaufman, Alfreds Schöpfer. Alfred, von Kaufman in einem Netzwerk unter Verschluss gehalten, ist nunmehr allgegenwärtig, von einem Hacker in das Öffentliche Netz entlassen. Kaufman hielt Reden, warnte, dass Alfred sich gegen die Menschen wenden würde. Doch es kam anders. Alfred hält die Erde am Laufen. Er regelt alles, was es zu regeln gibt. Wieso hatte Kaufman sich so irren können. Er fiel in Depressionen und sitzt wieder einmal beim Psychiater.
Es weitere gute Geschichten in dieser Ausgabe. Doch von einer zu erzählen reicht mir.

domenica, febbraio 12, 2006

Vector, The critical Journal of the Britsh Science Fiction Association Jan/Febr 2006

Science Fiction teilt sich in diverse Untergruppen, die, wenn sie neu sind, von angelsächsischen Autoren zu Movements hochstilisiert werden. New Weird, und nun Mundane SF.
Vector druckte das ‘Mundane Manifesto’, aus dem hervorgeht, wie sich einige SF-Autoren die ‘weltliche SF’ vorstellen. Ohne außerstellare Raumfahrt, ohne Aliens, ohne Zeitreisen, ohne Dinge also, die es nach heutigem Ermessen nicht gibt. Themen sollten die Zukunft auf der Erde behandeln. Und nur die.
So ist es also, so meine ich, wenn man der Phantasie einen Riegel vorschiebt. Die Leute werden wohl unter sich bleiben. Hier die Titel von zwei in Vektor empfohlenen Büchern:

Gardner Dozois (ed) – The Year’s Best Science Fiction Twenty-second Annual Collection.
Steven Erikson: Fishing with Grandma Matchie

martedì, febbraio 07, 2006

Matrix, News and Reviews for the British Science Fiction Association, Jan/Febr. 2006

Ist das Nachrichtenmagazin der BSFA, dünner als Andromeda Nachrichten und interessanter. Die Gewissheit, dass man sich nicht wie bei Andromeda durch einen Wust von Seiten mit uninteressantem Inhalt hindurch fressen muss, lässt einen froh gestimmt in den Inhalt tauchen. Beiträge wie den von Stephen Baxter, einem englischen SF-Autoren, der sich in seinem Artikel auf kosmische Interventionen bezieht, halten das Interesse wach. In diesem Falle handelt es sich um Zusammenstöße der Erde mit anderen Himmelskörpern, so wie sie in zahlreichen SF-Romanen und –Filmen geschildert worden waren.
Matrix enthält auch keine Beiträge des Vorstandes, die wie in Deutschlands Andromeda mit ‘Liebe Mitglieder’ anfangen. Die Andromeda-Leute sollten das unterlassen und versuchen, das Magazin auch anderen Leserkreisen zugänglich zu machen. Dafür hat Matrix die besseren Chancen.
Andromeda Nachrichten 109

Das Fanzine des Science Fiction Club Deutschlands ist auf DIN A 4 Format umgestiegen. Jetzt besitzt es ein Redakteur-Team, um die Arbeit aufzuteilen. Ein guter Einfall, so meine ich. Wenn einer die Lust verliert, sind die anderen noch da. Schließlich geht eine Menge Privatzeit drauf. Uwe Post, der bei http://www.kurzgeschichten.de die Science Fiction Geschichten betreut, schrieb in einem Leserbrief, dass er die Andromeda Nachrichten nicht lese. Zu uninteressant. Doch was hilfts, der SFCD, der in den 50er oder 60er Jahren ins Leben gerufen worden war, ist in der Zeit eingefroren. Es müsste eine Leserumfrage her, die herauszufinden versucht, was von dem Sparten wie Fantasy, Maddrax, Kasse, Literatour,Perry Rhodan, Phantastisches Hörspiel usw. noch gelesen wird. Die Spartenredakteure geben sich alle Mühe. Wofür, für wen?

sabato, febbraio 04, 2006

Wie komme ich zur Strandfigur?

Entweder, man ist eitel oder nicht. Das hört auch im Alter nicht auf. Während, wenn ich mein Gesicht von vorn fotografiere, ich wie Freddy Krüger auf der Flucht aussehe, ist mein Profil noch passabel. Jetzt geht es um den Rest von mir. Seit fünf Jahren hatte ich keinen Fitness-Club mehr besucht. Ich fahre zwar jeden Tag mit dem Fahrrad, nur nützt das nichts, wenn meine Arme beim fünfminütigen Halten der Lampe gegen die Badezimmerdecke zu zittern anfangen.
Heute ging es los mit Pressa 45, Leg Extension, Leg Curl, Lat Machine Avanti, Pulley, Chest Press, Delts Machine, Bicipiti Manubrio, Multi Station Dritto, Crunch Rom, Crunch und Iperextension. Schon fühle ich mich anders, und im Sommer bin ich runderneuert.

giovedì, febbraio 02, 2006

Chat mit Senhora X

MSN, der Instant Message Service ließ mich mit Senhora X in Brasilien chatten, auf portugiesisch. So fehlerhaft das sprachlich von meiner Seite geht, so interessant war es jedoch. Senhora X ließ sich für eine viertel Stunde von ihrer Arbeit abhalten. Sie bereitet eine Konferenz vor, die sich mit der Verbesserung der Lebensbedingungen der Schwarzen in São Luis beschäftigt. Spricht man von der gelungenen Integration der Rassen in Brasilien, so ist das nur die halbe Wahrheit. Schwarze leben auch dort oft am Rande des Existenzminimums.

Fantasy & Science Fiction, January 2006

Kathi Maio bespricht den Film ‘The Brothers Grimm’ und verreisst ihn. Regisseur Terry Gilliam hat anscheinend alles falsch gemacht.
Was die Geschichten angeht, erwähne ich zwei von ihnen, die mit ihrem Inhalt die Paranoia der U.S.A. wiederspiegeln. In ‘The Boy in Zaquitos’ wird der Protagonist, der von Jugend an davon träumte, für den Geheimdienst zu arbeiten, von diesem als Vektor, als Überträger von Krankheiten dazu benutzt, diese in linksgerichteten Ländern zu verbreiten und die Regierungen dadurch zu destabilisieren. Als lebende Seuchenbombe hustet er in die Abteile von Zügen, verbreitet seine Krankheit, gegen die er selbst immun ist, in Kaufhäusern, auf Bahnhöfen. Doch hinterlässt diese Tätigkeit auch in ihm ihre Spuren.
In ‘A Daze in the Life’ von Tony Sarowitz vermietet der Protag die Leistung seines Hirns, wie viele andere auch, an die amerikanische Regierung. Er trägt Capp, eine elektronische Kappe auf seinem Kopf, welche eine Regierungsorganisation befähigt, mit seinem Gehirn Arbeiten durchzuführen, von denen der Protag nichts mitbekommt. Als zum ersten Mal das Bild einer Frau in seinem Bewusstsein auftaucht, verliebt er sich in sie. Das Bild erscheint immer öfter, dann sieht er sie in einer Bar. Damit gewinnt die Geschichte an Fahrt. Der Protag findet heraus, dass diese Frau wie viele andere Menschen auch, von der Regierung überwacht wird.
Vermutlich werden immer mehr Science Fiction-Stories auftauchen, welche die Tätigkeiten amerikanischen Sicherheitsbehörden wie Homeland Security, den CIA und andere zum Inhalt haben. Wenn die U.S.A. zu einem Überwachungsstaat verkommen sind, ist es keine SF mehr.