Coversong Roads

sabato, maggio 24, 2008


Phantastisch, neues aus anderen Welten, 2 - 2008

Es gibt Nachrufe, Nachrichten über Neuerscheinungen, SF + Fantasy in den Medien, Interviews mit Jim C. Hines, Nicole Rensmann, Stephan R. Bellem u. Christian Marmonnier. Wenn ich so etwas lese, kommt es mir eigenartig vor, dass ich die meisten Leute nicht kenne, aber dann: Ich lese ja wenig SF-Bücher. Ausnahme hier Nicole Rensmann, da ihre Interviews in dieser Zeitschrift veröffentlicht werden.

Carsten Polzin bespricht Alain Resnais Film ‘Letztes Jahr in Marienbad’.
Hermann Ibendorf-Rosenhof erzählt davon, welche Literatur-Nobelpreisträger auch SF oder Fantasy geschrieben haben.
Bartholomäus Figatowski erinnert uns an Robert A. Heinlein und dessen Titel ‘Das neue Buch Hiob!
Helmut W. Mommers würdigt das Computer Magazin c’t anlässlich seines zwanzigjährigen Bestehens. In c’t sind auch SF-Geschichten zu finden.
Max Pechmann schreibt über Horrorfilme aus Südkorea.
Tommi Brem berichtet aus der Master Class in Science Fiction Criticism 2007 in Liverpool.
Horst Illmer schreibt über den Bibliothekar Hermke Eibach, der in Würzburg eine SF Fantsy Bücherei betreibt.
Achim Schnurrer beschreibt unter ‘Klassiker der phantastischen Literatur’ das Leben von Michail Bulgakow.
Dirk van den Boom beschäftigt sich mit Militäry Science Fiction.
Alles in allem 70 Seiten mit interessanten Beiträgen. Zu empfehlen.

domenica, maggio 18, 2008


Stammtisch-Bote, Ausgabe 17

Lag unter einem Stapel auf meinem Schreibtisch. Die Ausgabe muss um Ostern erschienen sein. Herausgeber Hope Schwagenscheidt ist der Organisator des SF-Oldie-Kons, der alle zwei Jahre stattfindet. Dieses Jahr ist er in Wetzlar, vom 27. bis 29. Juni im Hotel Bűrgerhof. Fűr mich zu weit. Unterwőssen in Bayern war noch zumutbar.

Die Ausgabe enthält die Geschichte ‚Ostern im Jahre 3000’aus dem Jahre 1928. Sie stammt aus der Blauband Woche, die von 1925 bis 1931 erschien und beim Kauf von einem Pfund Feinkostmargarine ‚Schwan im Blauband’ dem Kunden mitgegeben wurde. Das waren noch Zeiten.

venerdì, maggio 16, 2008


Ein Wahnsinn.
Ich lese gerade in der Businessweek von einem Vater, der für seinen studierenden Sohn eine Krankenversicherung abgeschlossen hat. Sie leben in den U.S.A. und der informierte Leser ahnt was kommt. Der Junge wurde mit einer Nervenkrankheit, dem Guillain-Barre’s Syndrom ins Krankenhaus eingeliefert. Die Versicherung bezahlte gerade mal 22.800 Dollar von 206.325, die dem Vater für 14 Tage Intensivbehandlung in Rechnung gestellt worden waren.

Ein anderer Student fiel hin und brach sich das Kinn, blieb 48 Stunden im Hospital und nahm eine Rechnung über 24.098 Dollar mit nach Haus. Die Versicherung bezahlte 6.260 Dollars. Toll, was?
Fantasy & Science Fiction, June 2008

Diesmal gibt es unter anderem eine hardboiled SF-Story von Ted Kosmatka die gefiel. In ‘The Art of Alchemy’ geht es um einen Metallurgen, der in der größten Stahlküche der Welt Metalle entwickelt, die bei einer bestimmten Temperatur eine gewünschte Form annehmen. Ihm und seiner im Management dieser Gesellschaft arbeitenden Freundin wird von einem obskuren Russen ein Nanodraht und dessen Herstellungsverfahren angeboten. Der Draht kann für jede gewünschte Länge hergestellt werden. Als die Beiden in einem zweiten Treffen den Verkauf abschließen wollen, begegnet ihnen anstelle des Russen ein Sicherheitsmann ihrer Firma, der von ihnen das Drahtmuster zurückfordert. Er zeigte ihnen den Chip mit der Herstellungsmethode, den er dem Russen abgenommen hatte, der nun tot ist. Die beiden fliehen und es entwickelt sich eine Hatz, an deren Ende der Sicherheitsbulle durch den Draht ums Leben kommt und das Herstellungsverfahren ins Internet gestellt wird.

Wir kennen ja die Gerüchte, in denen Erfindungen von Großunternehmen aufgekauft und totgeschwiegen werden, um die eigenen Produkte nicht unverkäuflich werden zu lassen.

martedì, maggio 13, 2008


Interzone, Science Fiction & Fantasy, April 2008

David Langfords Ansible enthält Neuigkeiten, Tratsch und auch Bestürzendes. Terry Pratchett gab bekannt, dass er an Alzheimer erkrankt ist. Hoffentlich findet mal jemand einen Weg, diese progressive Demenz beseitigen zu können.

Es gibt ein Interview mit Mike Carey, Autor und Comic Texter. Eines ist schon mal gut. Man findet keine aufgezuckerte Fantasy in dem britischen SF und Fantasy Magazin. Die Stories sind nicht so slick und rund wie in den amerikanischen SF-Zeitschriften. Z,B Jamie Barras ‘The Endling’. So nach acht engbedruckten Seiten klamüserte ich die Konfiguaration heraus, in der sich die Figuren befanden. Nicht einfach, da die Perspektive ständig wechselte und ein roter Faden in der Geschichte nicht zu erkennen war.

Patrick Samphires ‘Dragonfly Summer’ erzählt von vier Personen, einem gemischten Doppel, die sich nach einigen Jahren dort wieder treffen, wo sie einen phantastischen Sommer verbracht hatten. Nur die Windmühle, unter der sie sich geliebt hatten, war nicht mehr da. Es habe dort noch nie eine gegeben, wie Leute im Pub des Ortes behaupteten. Es werden die Gefühle der einzelnen beschrieben, und wie sie sich im Laufe der Jahre verändert hatten. Eine psychologische Fantasy, die sich wohltuend von dem Schmalz dieses Genres abhebt.

Stark war Jay Marchands ‘Holding Pattern’, mit dem die fast endlosen Schleifen über dem Flughafen vor dem Landeanflug beschrieben werden. In diesem Falle wird die Maschine abstürzen. Das ist immer so, wie der Alien auf A1 in der Business Class der Stewardess Nanette erzählt. Denn Holding Pattern ist auch, dass sie in einer Zeitblase gefangen sind, welche die Situation mit kleinen Abweichungen von neuem hervorbringt. Dem Alien ist es egal, er hat sich in Nanette verliebt und nicht daran interessiert aus der Zeitschleife herauszubrechen. Er gibt Nanette einen Stift, der ihr wieder eine normales Leben ermöglichen würde. Doch nachdem der Alien ihr erzählte, dass sie in einer der Episoden heißen Sex im Flugzeugkorridor gehabt hatten, gibt sie ihm das Gerät
zurück.

Dark SF, Dark Fantasy. Die Redakteure von Interzone haben ein Händchen dafür.

venerdì, maggio 09, 2008


Das Böse nebenan, Spiegel 19, 5.5.08

Der Fritzl, so ein Idiot. Er hat das Leben nicht verstanden. Ich meine, man sollte doch versuchen, seine Kinder so ins Leben zu schicken, dass sie dort bestehen und möglichst noch erfolgreicher werden, als man selbst es ist. Sie einzumauern und sich an ihnen ständig zu vergehen zeigt, wie beschränkt der Mann in seiner Lebensführung war.

Und damit stellt sich wieder die Frage, welche schon häufiger diskutiert wurde: Begeht der Mensch aus freien Stücken Verbrechen, oder kann er gar nichts dafür?

Einige Neurologen behaupten, es gäbe keinen freien Willen. Alles sei schon vorher vom Gehirn festgelegt, bevor im Bewusstsein die Entscheidung getroffen wird. Im Grunde ist es dann ja keine Entscheidung mehr. Jetzt wird gescannt was das Zeug hält, in welchen Hirnregionen werden die Entscheidungen vorbereitet und unbewusst getroffen? Und was ist der Auslöser dafür?

Eine rein biologische Deutung würde das ganze Strafrecht umkrempeln. Besonders dann, wenn es Verhaltenskorrekturen gäbe.

Im Second Life gibt es Rollenspiele, bei denen es auch nicht zimperlich zugeht. Nur, wenn sich jemand aus seiner Zelle teleportiert oder den Computer abschaltet, dann hat er sich befreit. Und das fehlt im wirklichen Leben.


Fantasy & Science Fiction, May 2008

Das Schwergewicht liegt doch mehr auf Fantasy. Sollte ich mal ein Abonnement nicht verlängern, dann ist F & SF der erste Kandidat. Ich ziehe SF vor. Aber auch die SF war schon einmal spannender.

Robert Reed, Vielschreiber, hat mit ´Reunion´ eine seiner schwächeren Geschichten vorgestellt. Es geht um ein Klassentreffen, an dem eine Gruppe teilnimmt, deren Mitglieder im Leben besonders erfolgreich waren. Die Tochter eines der Klassenkameraden macht sich daran herauszubekommen wie er ums Leben kam. Sie stört die angenehme Atmosphäre mit ihren Fragen, aber mehr gibt die Geschichte im Grunde nicht her, da sie sich in Vermutungen ergeht und keine Antwort erhält.

´Immortal Snake´von Rachel Pollack ist eine Fantasy. Sie hat doch mit Märchen eine starke Ähnlichkeit. Priester deuten Wolken und leiten ihre Anleitungen für die Bevölkerung daraus ab. Einer aus dem Volk wird zur Immortal Snake, zur unsterblichen Schlange auserwählt. Er ist der uneingeschränkte Herrscher solange es die Wolken und mit ihnen die Priester erlauben. Irgendwann kommen diese und häuten ihn. Seine Haut wird auf einen Pfahl gespiesst und ein neuer Herrscher gekürt. Vor diesem Hintergrund spielt sich die Liebe seiner Schwester zu einem Sklaven ab, der ein talentierter Geschichtenerzähler ist. Er bringt es sogar fertig, mit seinen Geschichten die Priester von ihrer Wolkeninterpretation abzulenken.
Usw. Usw. Kurz und gut, auch die anderen Geschichten rissen mich nicht vom Hocker.

mercoledì, maggio 07, 2008


Den Clarke Award 2008 gewann Richard Morgan fuer seinen Roman Black Man. Also ran Leute und lesen :-)
Fandom Observer 227

Startet mit einem Nachruf. Enrst Vlcek starb im April. Er war eine zeitlang Perry Rhodan Chefautor. Ich hatte mal mit ihm auf einem Oldie Con gesprochen. Er war so um die 2 Jahre jünger als ich und wenn ich mir sein Bild ansehe, hatte er Ähnlichkeit mit Giovanni Agnelli, dem verstorbenen Chef des Fiat-Clans.

Es gibt einen interessanten Beitrag über den Eastercon, der in Heathrow stattfand. Charles Stross, China Mièville, Neil Gaiman, Tanith Lee, Cory Doctorow waren Ehrengäste. Wenn ich nur wüsste, wer den Beitrag geschrieben hat? .

Dann die üblichen Fanzine-, Buch-, Hörspiel-, Film-, Fernseh-, Comicbesprechungen. Mit einem Conkalender schliesst das informative Onlinemagazin ab.



sabato, maggio 03, 2008


Die Ölkrise hat uns erfasst,

eine Lebensmittelkrise lauert hinter der Ecke. Chinesen und Inder haben das gute Leben entdeckt. 1,3 Milliarden Chinesen und 1,1 Milliarden
Inder haben Appetit auf Fleisch. Viehfutter wird benötigt. China kauft Brasilien das Soja ab. Obwohl Reis Grundnahrungsmittel in China ist und dort auch angebaut wird, muss er für 130 Millionen Menschen eingeführt werden. Wer kann verdenken, dass unsere asiatischen Freunde besser leben wollen. So etwas nennt man Konvergenz.
Analog, Science Fiction and Fact, May 2008

Autoren lassen sich schon was einfallen. Die Story 'Test Signals' von David Bartell zum Beispiel. Der Ich-Erzähler X arbeitet in einem Unternehmen, in dem ein Supercomputer Genome millionenfach kombiniert und an ein Subsystem weitergibt, das diese Kombinationen virtuell nachbaut. Diese werden auf ihre wissenschaftliche Nutzbarkeit hin überprüft. Mitarbeiterin Tina hat eine neue Kombination entdeckt. Bevor sie die Entdeckung bekannt gibt, erzählt sie es X, denn die im Untersystem nachgebaute auf dem Bildschirm dargestellte Konfiguration gleicht ihm. Beide besitzen vier Arme, von denen zwei überflüssig sind. Tina sagt X, dass sie mit ihm schlafen werde, sobald er seine Surplusarme entfernt hat. X geht darauf ein und lässt sich operieren, nicht wissend, dass Tina im Auftrage der Firma arbeitet, und dass die Arme wieder nachwachsen. Der Firma ging es darum, an die Arme von X heranzukommen, um sie wissenschaftlich zu verwerten. Der Protag erfährt zu spät davon. Tina nimmt sich das Leben, X reicht eine Sammelklage ein.

Dies ist wieder eine Geschichte, die aus der nahen Zukunft stammen könnte. BEMs, bug eyed monster und Aliens haben häufig ausgedient.

In ´The Night of the RFID´, der Titel ist angelehnt an die “Night of the Triffids´, geht es um Radio Frequenz Identification Ships, welche von der Regierung zur Überwachung ihrer Bürger hergezogen werden. Homeland Security, die aufgrund des Anschlages vom 11. September gegründet worden war, machte sich zunutze, dass sie RFIDs inzwischen allgegenwärtig waren und persönliche Daten täglich ausgewertet wurden, bis ein Student in den Computer hackte und in South Carolina die Nutzer revoltierten, bis die Revolte in alle Staaten schwappte. Auch dieses könnte in naher Zukunft spielen. Wenn die Garanten persönlicher Freiheit versagen könnten Situationen wie diese entstehen.

martedì, aprile 29, 2008


Asimov’s Science Fiction April/May 2008-04-29

Eine Doppelausgabe mit 240 Seiten. Das Magazin feiert sein 31. Jubiläum. Eine beachtliche Leistung. Fantasy & SF hat jedoch schon 60 Jahre auf dem Buckel und Astounding/Analog 98.

‘An alien Heresy’ ist nichts für zarte Gemüter. Es ist das Jahre 1440 und ein Inquisitor macht sich auf den Weg. Nichts ist ihm verhasster als Daumenschrauben anzulegen und andere Grausamkeiten ausführen zu lassen. Aber wenn der Schuldige nichts zugibt... Er war schon einmal in dem französischen Dorf. Er findet das Mädchen, mit dem er einige Nächte verbracht hatte, als Frau des Gastwirtes wieder und bemerkt einen Jungen, der ihm ähnlich sieht und eine glockenhelle Stimme hat. Ein begleitender Mönch schlägt vor ihn zu kastrieren und dem Kirchenchor des Königs zuzufügen. Das vernommene Subjekt behauptet nicht von dieser Welt zu sein, und fürwahr, es sieht seltsam aus. Entenfüße, schuppige grüne Haut. Und als ihm der Folterknecht die Glieder einzeln abreißt, da das Subjekt von seiner heretischen Behauptung nicht abweicht, wachsen ihm die Gliedmaßen wieder nach. Nicht seine Schuld zugeben wollend, bittet der Gefolterte darum auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden, denn durch das Feuer würde das implantierte Kommunikationsgerät aktiviert und die Seinen würden ihn zu sich nehmen. Nun steht er brennend auf dem Scheiterhaufen, ein großes Etwas kommt aus den Wolken hervor und der Schuldige löst sich vor den Augen der Gaffenden auf.

Kate Wilhelm, die Witwe Damon Knights, Grandmaster der SF hat mit ‘Strangers when we meet’ eine dösige Story geschrieben. Eine Gefälligkeit des Redakteurs? – Eine Neurologin wird um die Behandlung einer Frau gebeten, die nach einem Autounfall sich an nichts mehr erinnern kann, wenn sie morgens aufwacht. Jeden Tag wird ihr erklärt, wie sie heißt, wer sie ist und die Neurologin Edith Dreisser macht sie mit dem Arbeitsgebiet der Paleonthologie vertraut, um sie zu zerstreuen. Dreisser versucht das Gehirn der Patientin zu kartieren um den Grund der Amnesie herauszubekommen. Das Militär ist ebenfalls interessiert. Es betrachtet die Patientin aus ideale Testperson, die jeden Tag erneut untersucht werden kann, da sie die vorangegangenen vergisst. Der Schluss ist nun dünn. Die Militärs werden aufdringlicher. Einem jungen Mann, der sich in das Mädchen verliebt hat, wird von der Dreisser aufgetragen, es vor dem Militär zu verstecken und so lange wie möglich wach zu halten. Das nun ist der Auslöser dafür, dass die Erinnerung wieder zurückkommt.

Die Novella von Kristin Kathryn Rusch ist spannend, wenn auch mit Einzelheiten überfrachtet. Aber auch hier ist das Ende dürftig. Doch man spürt, dass Rusch auch Krimis schreibt und dadurch bleibt der Spannungsbogen erhalten. Es geht um eine Außenstation, die von den Alten der Erde, wer diese auch immer gewesen sein mochten (wir sicher nicht, grins), mit einem Raum versehen war, in den man hinein gehen konnte, aber nicht mehr heraus kam. Die Protagonistin hatte ihr Geld mit dem Ausschlachten havarierter Raumschiffe gemacht, bekommt den Auftrag, den Vater der Auftraggeberin herauszuholen. Das jedoch ist nur ein Vorwand. Es geht um Stealth Technologie, die von den Alten entwickelt und nun in Vergessenheit geraten war. Die in diesen Raum gegangen sind, konnten nicht mehr zurückgeholt werden. Einige, wie die Protagonisten besaß einen genetischen Marker, der es ihr erlaubte, aus dem Raum wieder herauszukommen. Der Auftraggeber flog auf. Das Militär steckte dahinter. Und die Protagonistin nimmt sich vor, diese Technologie für ihre persönlichen Zwecke weiter zu erforschen.

domenica, aprile 27, 2008




Über drei Jahrgänge sind liegengeblieben.

Wieso eigentlich? Nun, der Tag hat eben nur vierundzwanzig Stunden. Also ran an die Scientific American vom Februar 2004.

Das Magazin ist ein Barometer, das uns zeigt, wie weit wir noch von Star Trek entfernt sind, aber dann auch wieder, das wir uns in unserem Forscherdrang nicht beirren lassen. Irgendwann kommen wir dort an. Vermutlich lassen wir einige zurück.


Auch Versuch und Irrtum treibt die Entwicklung voran. Seht euch diesen Entwurf eines Dampfers aus dem Jahre 1854 an. Dessen äußere Hülle glich einer gigantischen Schiffsschraube, die sich um die eigentliche Fahrgastkabine drehen sollte. Nun, der Entwurf hat sich nicht durchgesetzt wie vieles andere nicht realisiert werden wird. Dem Mann gilt trotzdem meine Hochachtung.

Der Artikel ´Insights into Shock´ gibt Aufschluss darüber, wie der vom Schock erzeugte Kreislaufkollaps aufgefangen werden kann. Durch das Hormon Vasopressin. Eine interessante Zahl ist, dass in Menschen so um die fünf Liter Blut durch Adern von einer Gesamtlänge von zehn Meilen um die 1000 mal pro Tag gepumpt wird.

Dann geht es um Kosmologie, um die Hintergrundstrahlung, die auf den Big Bang, der vor etwa 14 Milliarden Jahren stattfand, schliessen liess. Sie wurde 1965 von Arno Penzias und Robert Wilson entdeckt, offenbarte, dass das Universum am Anfang ein Plasma aus geladenen Partikeln und Photonen war. Ziemlich homogen, aber mit kleinen Temperaturschwankungen, die eben zu Galaxien, Sternen und anderen Himmelskörpern führten, wie wir sie heute sehen. So um 380000 Jahre nach dem Big Bang, kühlte das Plasma so weit ab, dass sich Protonen mit Elektronen zu Atomen verbinden konnten. Anfang der Bildung fester Strukturen, die unter dem Einfluss von Schwerkraft entstand. Schallwellen taten ein Übriges, Areale zu komprimieren und zu expandieren. Die Expansion des Universums selbst wird negativer Gravitation zugeschrieben, die auf dunkler Energie beruht, welche gleichsam mit der dunklen Masse, die den größten unseres Universums ausmacht, noch nicht gemessen werden kann.

Photonen der kosmischen Hintergrundstrahlung haben um 45 Milliarden von Lichtjahren zurückgelegt, obwohl das Universums nur 14 Milliarden Jahre besteht. Grund: Die ständige Expansion des Weltalls. Die Dichte des Kosmos war am Anfang milliardenfach höher als zum heutigen Zeitpunkt.

Was die dunkle Masse betrifft. Albert Einstein postulierte schon 1917 eine kosmologische Konstante, die er in seine Gleichung einbaute. Die wurde später verworfen und taucht jetzt wieder als dunkle Energie auf. Mit anderen Worten, um ein Ergebnis hinzubekommen, das mit heutigen Erkenntnissen übereinstimmt, wird X eingesetzt, die dunkle Masse.

Jetzt noch ein paar interessante Zahlen. Unsere Sonne ist einer von mehreren hundert Milliarden Sternen der Milchstraße, einem Spiralnebel mit einem Durchmesser von 100000 Lichtjahren. Diese ist wiederum eine von zehn Milliarden Galaxien unseres sichtbaren Universums. Die nächste Nachbargalaxie ist etwa zwei Millionen von Lichtjahren entfernt. Galaxien sind in riesigen Strukturen organisiert, die sich hunderte von Millionen von Lichtjahren ausdehnen.

Ein anderer Artikel dieser Ausgabe geht in eine andere Richtung. Er schreibt die Expansion des Universums nicht dunkler Energie zu, als einer Umkehrung der Schwerkraft, sondern einer Quintessenz. Diese stammt aus der Stringtheorie. Nun, hier geht es um weitere Dimensionen, die über Raum und Zeit hinausgehen und in die allein die Schwerkraft unseres Universums sickern kann.

Wenn ich an diese Dimensionen denke, kommt mir mein Romanmanuskript in den Sinn, welches ich Anfang der 90er verzapft hatte. Und das, bevor ich mich ernsthaft mit dem Schreiben beschäftigte. Durch meine Kurzgeschichten danach und der Arbeit mit Schreibgruppen, meine ich besser geworden zu sein. Ich sollte mein Manuskript überarbeiten und hier in Fortsetzungen vorstellen. Ich glaube, das wird ein Projekt.

In einem weiteren Artikel geht es um organische LEDs, light emitting Diodes. Sie verbrauchen weniger Energie als ihr Vorläufer, die LCDs, Liquid Cristal Diodes. OLEDs sind leichter herzustellen, benötigen keine Hintergrundbeleuchtung, da sie aus sich selbst heraus strahlen. Sie haben jedoch eine kürzere Lebensdauer. Und man sieht, seit dem Erscheinen dieser Ausgabe in 2004 haben sie sich noch nicht als Bildschirme im Haushalt durchgesetzt.

martedì, aprile 22, 2008


Amazonas, der online Buchhändler, hat so viel Computerpower, dass er andere Firmen dazu einlädt, seine Computer zu benutzen, fuer 20 ¢ die Stunde. Es geht um ‘Cloud Computing’, dass die Computer über allem schweben und mit allem dienstbar werden, was mit einem Unternehmen zu tun hat. Im bildlichen Sinn, werden Clouds, Wolken, angezapft und benutzt. Amazon nimmt wohl so um die 50 Millionen $ im Jahr für diese Dienste ein. (Quelle: Business Week vom 21. April)

In der gleichen Ausgabe geht es um Reifen für diese Monstertrucks, welche von Bergbau-Unternehmen benutzt werden. Es gibt zu wenig davon. Rohstoffe sind knapp geworden. Minengesellschaften reißen sich um sie und Firmen, die alte Reifen runderneuern, verdienen gut daran. Die Reifen sind um die 3 m hoch, und kosten neu etwa 50.000 $. Ihre Laufflächen sind nach gut 5000 Stunden abgenutzt. Scouts, sogenannte Tire Jokeys, machen sich daran, alte Reifen aufzuspüren und sie den Runderneuerern anzudienen.

venerdì, aprile 18, 2008

http://beta.kluster.com/home/process

Seht euch das mal an. Ich stiess über einen Artikel der Business Week auf diese Website. Unter ´Innovation – Gore, Geldof, Venter and this Guy?´Es ist die Idee der Ideen. Ben Kaufman, 21 Jahre alt, bekam es zustande, ein sogenanntes Social Network zu erstellen, mit dem Ziel Ideen zu bündeln, die menschlichen Fortschritt vorantreiben. Ideen, Produkte, Entwürfe. Der Begriff Social Network sollte bekannt sein. My Space, Facebook sind zwei von ihnen. Im Grunde ist Second Life auch eines, wenn es richtig genutzt wird. Nur, und das ist seine Schwäche, der Spaßeffekt, der Cybersex lenkt so ab, dass für intelligente Personen mit starker Libido der Aspekt eines fortschrittsgerichteten Sozialen Netzwerkes irrelevant wird. In Online Spielen wie Second Life treffen sich Personen aus aller Welt. Wenn man sie dazu bewegen könnte, wie es Ben Kaufman mit Kluster vorhat, Projekte zu ersinnen, die uns auf irgendeine Weise voranbringen, sie auf Machbarkeit abzuklopfen und Sponsoren dafür zu gewinnen sie umzusetzen, würde der Einfluß des Internet 2.0 noch stärker hervortreten.

giovedì, aprile 17, 2008


Also, was das soll, habe ich noch nicht verstanden.
Da bastelt Gordon Bell an seinem Gedächtniscomputer, einen Dell Latitude 620, in den er alles einspeist, was ihm widerfährt. So steht es im Artikel ‘Du solst nicht vergessen’ des Spiegel 16/2008. Microsoft finanziert, Bell zeichnet auf, mit einer Kamera. Er ist jetzt 73 Jahre alt. Mit 64 hat er damit angefangen. Lt. Spiegel hat er 2305 Videos, 106572 Fotos, 20536 Lieder, 176733 Webseiten, 6542 PDF-Dateien, 3183 gescannte Dokumente, 2473 Powerpoint Präsentationen, 225 Bücher, 17717 Word Dokumente, 136675 E-mails und 1866 Excel Dateien zusammengekommen. Bell nennt das, was er tut, Lifeblogging. Erkenne ich darin einen Sinn? Nein, und mir stellt sich die Frage, wie er wohl seinen Tod dokumentieren wird.

Im Spiegel gibt es immer ein paar interessante Zahlen, wie diese zum Beispiel. ‘Die reichsten 200 Individuen besitzen so viel Geld wie gut 40 % der Weltbevölkerung’.

Auch das ist interessant. Bevor sich jemand bewusst entscheidet, eine linke oder rechte Taste zu drücken, hat sich das Gehirn unbewusst schon bis zu 7 Sekunden vorher entschieden. Dies konnte man mit Hilfe eines Magnetresonanztomografen feststellen. Nun gut, so lange das Ding einige Tonnen wiegt, sind wir davor sicher, dass man uns aus nichtmedizinischen Gründen ins Gehirn sieht.

venerdì, aprile 11, 2008


Organe von der Stange

Und dann gibt es im Spiegel eine Bildfolge, in der gezeigt wird, wie ein biologisch künstliches Rattenherz entsteht. Einer dieser Wissenschaftsschübe. Bei Microsoft warte ich schon ein paar Jahre darauf, aber nach Windows 95 hat es dort keinen großen Sprung mehr gegeben. Doch zurück zum Spiegel Artikel ‘Elixier des Lebens’ (Der Spiegel 15/2008). Man nehme ein krankes Herz, entferne mit einer Waschlösung alle Zellen, so dass nur ein Gerüst, eine sogenannte Matrix aus Proteinen und Kolehydraten übrig bleibt, und beimpfe das Organgerüst mit Zellen des Patienten. Ein neues Herz entsteht.

Das wurde an Ratten getestet. Ein Anfang, da ein künstliches Herz dieser Art nur zwei bis fünf Prozent der benötigten Leistung erreicht. Aber es pumpt. Eine weitere Hürde ist die Beschaffung einer ausreichenden Zahl von Stammzellen, die sich in Herzmuskelzellen umzüchten lassen. Davon werden für ein einziges Gramm Herzmuskelgewebe 40 Millionen benötigt.


martedì, aprile 08, 2008


Das ist der Hammer

Nun ist es soweit, DER SPIEGEL vereinnahmt die Science Fiction mit dem Hauptbeitrag in der Ausgabe 14/2008. Dieser widmet sich der Erinnerung. Wie ich lese, haben wir folgenden Stand:

Anhand der Hirndurchblutung kann über ein Kernspin-Gerät herausgefunden werden, was eine Testperson denkt. Mit anderen Worten: Denkt sie an einen Hammer, werden bestimmte Areale durch blutet, die spezifische Signalmuster erzeugen. Denkt sie an einen Schraubenzieher, sehen Signalmuster anders aus. Diese Muster sind bei allen Personen identisch. Bei dem SF-Fan klingelt es im Kopf, denn was sich daraus für die Zukunft ableitet, ist SF nahe an der Gegenwart. Der Spiegel lässt dazu einige Forscher zu Worte kommen:

“Im Prinzip können wir anhand der Hirnaktivität erkennen, was ein Mensch gerade denkt.” (Psychologin Shinkareva)

“Eines Tages könnte es sogar möglich sein, den bildhaften Inhalt von Träumen zu rekonstruieren.” (Psychologe Jack Gallant)

“Jeder Gedanke geht mit einem eigenen Muster von Hirnaktivität einher: mit einem jeweils einzigartigen, unverwechselbaren Gedankenabdruck.”
“Seit einiger Zeit können wir Computerprogramme schreiben, die diese Muster erkennen. Wenn man ein solches Gehirnmuster vorfindet, weiss man, was eine Person gerade denkt.” (Neurowissenschaftler John-Dylan Haynes).

“Wir haben eine Theorie, mit der wir das Gedankenmuster eines Wortes vorhersagen können.” (Psychologe Marcel Just).

“Das Gehirn benutzt bestimmte Regeln, um elektrische Aktivität in Wahrnehmungen, Erinnerungen, Wissen und Verhalten umzuschreiben. Und wenn wir diesen Code einmal verstanden haben, dann können wir die ganze Information im Hirn lesen.” (Joe Tsien, Prof am Medical College of Georgia)

“Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir unsere Gehirne eines Tages auf einen Computer laden können – was uns eine Art von Unsterblichkeit bescheren wird.” (Hirnforscher Anders Sandberg).

“Sie können sich als Forscher gar nicht auf dieses Feld einlassen, ohne die ethischen Belange zu diskutieren.” (Haynes, Forscher am Max-Planck-Institut)

Gleiche Aussagen. Muss wohl was dran sein. Was für Potential tut sich da auf. Aber zuerst muss das tonnenschwere Kernspingerät so verkleinert werden, dass es um einen Kopf herumpasst. Als Metallhelm zum Beispiel, damit Big Brother seine Bürger überwachen kann. Bevor das geschieht müssen, und das wird wohl noch einige hundert Jahre dauern, Verdächtige in den Kernspinner reingeschoben werden, damit man herausfinden kann, ob sie lügen. – Vielleicht ist das mit dem Helm auch gar keine so gute Idee. Abgesehen, dass er dem Überwachungsstaat Tür und Tor öffnet, lädt er auch zum Schummeln bei Prüfungen ein, wenn man die Gedanken des Klassenbesten im Examen lesen kann. Und was macht ein Süditaliener, wenn er die Gedanken seines Freundes liest, dem er seine Frau vorstellt? Besser nicht daran denken, dann das würde dessen präventive Verhaftung bedeuten. Phillip K. Dick lässt grüssen.

sabato, aprile 05, 2008

Fantasy & Science Fiction, April 2008

Novelets sind längere Geschichten. Lange Kurzgeschichten wären ein Oxymoron. ‘The First Edition’ von James Stoddard sowie ‘Five Thrillers’ von Robert Reed sind für mich die besten dieser Ausgabe. Die erste Story, reine Fantasy, handelt von einem Magier, der für ihn interessante Besucher in Erstausgaben eines Buches verwandelt und in seiner Bibliothek aufstellt. Unter ihnen sind Menschen, die als Bücher bereits seit hunderten von Jahren in den Regalen stehen. Sie werden von dem Neuankömmling, der sich in ein neben ihm stehendes Buch, ehm, Menschen, verliebt, dazu gebracht, mit ihm gegen den Magier zu rebellieren bis es ihm gelingt, mit seiner Liebsten wieder zurückverwandelt zu werden.

Bei Robert Reeds Story hingegen geht es um den Kampf gegen genmodifizierte Menschen, die ihre Superiorität ausspielen wollen. In fünf Episoden wird beschrieben, wie Joseph Carroway, ein gut aussehender und skrupelloser Charmeur gegen die Rebirths antritt und sie auszuschalten versucht, bis er zum Präsidenten der Erde aufsteigt. Reed ist Vielschreiber und ein ausgezeichneter obendrein.

Elf Uhr ist es, Second Life ist noch immer abgeschaltet

und ein illegaler Mexikaner säubert die Datenkanäle mit der Zahnbürste. Das dauert. Ich lese im Spiegel Markus Feldenkirchens Artikel über den Herrn Keiser von der Raucherpolizei und lache mich schief. Er ist Vorsitzender der Nichtraucher-Initiative Wiesbaden e.V und hatte Altkanzler Helmut Schmidt angezeigt, weil der immer noch pafft. Keisers Ziel ist ein rauchfreies Deutschland. Er hat auch anderes auf dem Kieker. Abgebrochene Sträucher und fallengelassenes Bonbonpapier. Feldkirchen schreibt: “Es ist die Null-Toleranz-Theorie. Keiser würde sie gern in Deutschland anwenden, er will im Kleinen anfangen, beim Bonbonpapier und beim Altkanzler.” Ich lache mir nen Ast.

Meine Frau hatte auch was zu lachen. Sie flitzte über den Marktplatz und wurde von einer Freundin angehalten: “Antonietta, warum gehst du so schnell?” “Das sind meine Schuhe, die stammen aus China”, antwortete sie. “Oh, von denen kaufe ich auch ein Paar.” Sie hörten nicht mehr auf zu lachen.